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Die Weiße Elster (tschechisch Bílý Halštrov) ist ein 245,4 Kilometer[4] langer rechter Nebenfluss der Saale.
Sie entspringt in Tschechien im Elstergebirge östlich von Aš (Asch), etwa einen Kilometer Luftlinie entfernt von der deutsch-tschechischen Grenze (westlich des Grenzsteines 5/18)[5] bei Bärendorf, unweit des Dörfchens Výhledy (Steingrün) und mündet im halleschen Stadtteil Beesen in die Saale.
Inhaltsverzeichnis |
Der Name Elster hat nichts mit dem Vogel zu tun. Er gehört mit seiner Grundform Al-astra oder Al-istra zum indogermanischen el-/ol- für fließen, strömen mit der germanischen Endung -str. Flussnamen, die auf die gleiche Grundform zurückgehen, finden sich in ganz Europa (Beispiel Alster).[6]
Für den in Adorf in die Weiße Elster mündenden Schwarzbach wurde bis ins 17. Jahrhundert der Name Schwarze Elster verwendet, von der sich die Weiße Elster mit ihrem helleren trübstoffreichen Wasser unterschied, was möglicherweise zur Benennung als Weiße Elster geführt hat.[7] Mit der von der Lausitz in die Elbe fließenden Schwarzen Elster kommt die Weiße Elster nicht in Berührung.
Im Bereich des oberen Flusslaufes wurde das Elstergebirge nach der Weißen Elster benannt. Es erstreckt sich über Gebiete des sächsischen und böhmischen Vogtlandes. Nach der Weißen Elster wurde außerdem die Elster-Kaltzeit benannt, die älteste Kaltzeit des aktuellen Eiszeitalters, bei der es zu einer großräumigen Vergletscherung Norddeutschlands kam.
Am 21. Juni 1896 wurde vom Verband vogtländischer Gebirgsvereine beschlossen, die Elsterquelle zu fassen und sie mit einem Steinmal nebst Inschrift zu kennzeichnen. Eigentlich gab es zwei Quellen. So war zu klären, welche denn zukünftig als Elsterquelle zu bezeichnen sei. Man entschied sich für die Steingrüner Quelle, weil sie die größere Wassermenge hat, auch höher liegt und von Anfang an die Hauptflussrichtung einschlägt. [8]
Bereits etwa zehn Kilometer nach ihrer Quelle überquert die Weiße Elster zwischen Doubrava und Bad Elster die Grenze ins sächsische Vogtland. Hinter Oelsnitz wird die Weiße Elster durch die Talsperre Pirk aufgestaut. Nach der Staumauer durchfließt sie in einer Auenlandschaft die Orte Weischlitz, Kürbitz und Straßberg. Danach erreicht sie die Stadt Plauen, fließt anschließend durch die Täler der „Vogtländischen Schweiz“ und verlässt dann hinter der Stadt Elsterberg vorerst Sachsen.
In Thüringen angekommen durchfließt sie die Städte Greiz und Gera, wobei sie kurz vor Gera aus dem Mittelgebirge heraustritt und dann durch die sachsen-anhaltische Stadt Zeitz fließt. Danach erreicht die Weiße Elster wieder sächsisches Gebiet, um nun in der Leipziger Tieflandsbucht ihr Tal erheblich (durchschnittlich zwei Kilometer) zu verbreitern.
Der Unterlauf der Weißen Elster ist durch die wesentlich größeren Nachbarflüsse Saale[9][10] und Mulde[11] geprägt, welche im Pleistozän das Flussbett der Weißen Elster nutzten.
Aufgrund des geringen Gefälles und der Sedimentfracht aus dem Gebirge wechselte sie ab Zeitz (besonders nach Hochwasser–Ereignissen) häufig ihr Bett, teilte sich in mehrere Flussläufe auf und schuf zahlreiche Flussinseln und Altarme. Flüsse und Bäche flossen oft kilometerweit parallel zur Weißen Elster in deren Tal, bis sie schließlich mündeten. Der Mensch hat jedoch schon früh begonnen, die fruchtbare Elsteraue landwirtschaftlich zu nutzen und in den Flusslauf regulierend einzugreifen.
Die größten Veränderungen erfuhr die Weiße Elster in den letzten zwei Jahrhunderten. Zum Hochwasserschutz wurde sie stark begradigt, eingetieft, kanalisiert und eingedeicht. Außerdem musste als Folge des Braunkohlenabbaus zu DDR-Zeiten das Flussbett zwischen den sächsischen Städten Zwenkau und Leipzig verlegt werden und ist dort zum Teil betoniert und asphaltiert.
Ein letzter unverbauter Abschnitt existiert noch zwischen Ostrau und Lützkewitz. Hier schlängelt sich die Weiße Elster auf knapp zehn Flusskilometern oberflächennah durch viele Mäander mit dem typischen Wechselspiel von Erosion und Sedimentation an Prall- und Gleithängen.
Relikte des verzweigten, anastomosierenden Flusslaufs (oft als Binnendelta bezeichnet) sind der Burgauenbach, die Paußnitz oder die Batschke bei Zwenkau und ihr abgetrennter Unterlauf bei Leipzig (Floßgraben), welche heute künstlich mit Wasser versorgt werden. Weitere Nebenarme waren das Kuhburger Wasser, das in den 1920er Jahren verfüllt wurde,[12], die Golke, die Rote Luppe und das Hundewasser. Der Zusammenfluss von Parthe, Pleiße und Weißer Elster wird häufig als Leipziger Gewässerknoten bezeichnet.
In Leipzig teilt sich der Fluss in zwei größere Hauptarme, der nördliche behält den Namen Weiße Elster und mündet unterhalb von Beesen (Ortsteil von Halle (Saale)) in die Saale. Der südliche, zum Teil kanalisierte und eingedeichte Arm ist die Neue Luppe, die früher östlich von Schkopau als Luppe in die Saale mündete. Heute vereinigt sie sich bei Rübsen wieder mit der Weißen Elster, während die bei Kleinliebenau abgetrennte Luppe nahezu ein Stillgewässer ist.
Der Elster-Saale-Kanal ist ein nie fertiggestelltes Kanalprojekt, welches die Stadt Leipzig an das Binnenschifffahrtsnetz anbinden sollte. Der Kanal sollte die Saale mit dem Lindenauer Hafen am heutigen Industriegebiet Leipzig-West verbinden, welcher wiederum über den etwa drei Kilometer langen Karl-Heine-Kanal eine Verbindung zur Weißen Elster gehabt hätte. Alle drei Projekte wurden begonnen und teilweise fertiggestellt, jedoch bis jetzt nicht miteinander verbunden.
Erste Brücke über die Weiße Elster im Oberlauf vor Vernéřov(Wernersreuth)
Die Weiße Elster im Oberlauf, in Doubrava ( Grün)
Die Weiße Elster in Bad Elster OT Heißenstein, kurz nach der Grenze zu Tschechien
Weiße Elster zwischen der Rentzschmühle und Elsterberg
Weiße Elster im Steinicht
Blick ins Elstertal oberhalb des Wünschendorfer Märchenwaldes
Blick auf die Elster in Greiz
An den Ufern der Weißen Elster befinden sich zahlreiche landschaftliche und architektonische Sehenswürdigkeiten. Dazu gehört der Flussabschnitt zwischen Plauen und Wünschendorf/Elster, wo sich der Fluss tief in die Ausläufer des Thüringer Schiefergebirges eingräbt.
Die Elstertalbrücke ist Teil der Eisenbahn-Magistrale Leipzig–Plauen–Hof–Nürnberg (Sachsenmagistrale) und dient als Überführung über die Weiße Elster zwischen Jößnitz und Jocketa. Sie wurde im Zuge des Baus der Sächsisch-Bayrischen Eisenbahn zusammen mit ihrer Schwester, der Göltzschtalbrücke, errichtet. Unter der 68 m hohen Brücke hindurch führt außerdem die Elstertalbahn. Die Brückenlänge beträgt 283 m. Sie ist nach der Göltzschtalbrücke die zweitgrößte Ziegelbrücke der Welt.
Die Elstertalbrücke Pirk überspannt ebenfalls die Weiße Elster und ist als größte Quadersteinbogenbrücke Europas eine der ungewöhnlichsten Autobahnbrücken in Deutschland. Über die Brücke fließt der Verkehr der Bundesautobahn 72. Der Autobahnbau wurde Ende der 1930er im Rahmen des Infrastrukturprogramms des NS-Regimes durchgeführt. Die Einstellung der Bauarbeiten an der Brücke erfolgte 1940. So war sie eine nutzlose Silhouette von Brückenbögen, denn nur die Pfeiler und Bogensteine konnten errichtet werden. Später lag Pirk kurz vor dem Grenzsperrgebiet der DDR. Nach Pirk liegt die nächste Anschlussstelle in westlicher Richtung bereits in Bayern, somit war der weitere Ausbau der Autobahn nicht nötig, da die A 72 keine Transitautobahn war. Von Osten kommend endete sie in Pirk. Also blieb das Bauwerk halb fertig. Nach der Wende wurde die Substanz überprüft und es war möglich, auf den vorhandenen Pfeilern einen neuen, breiteren Überbau zu errichten. Seit der Fertigstellung kann der Straßenverkehr auf je zwei Fahrstreifen und einem Standstreifen das Bauwerk benutzen. Damit hatte das Nadelöhr auf der A 72 ein Ende, bei dem der gesamte Autobahnverkehr von der Behelfsausfahrt Großzöbern durch den Ort Pirk im Elstertal zur Anschlussstelle Plauen-Pirk über die Bundesstraße 173 geleitet werden musste. An dem damals noch vorhandenen Bahnübergang kam es zu langen Wartezeiten. Heute überquert eine Brücke die Weiße Elster und die Bahnstrecke Weischlitz–Bad Brambach–Františkovy Lázně. Diese Eisenbahnlinie führt ebenfalls unter der Autobahnbrücke hindurch. Aus Tschechien kommend, gabelt sich die Strecke in Weischlitz. Einerseits geht sie mit der Elstertalbahn nach Greiz/Gera, andererseits über Plauen (Vogtland) Oberer Bahnhof in die Sachsenmagistrale.
Die Alte Elsterbrücke in Plauen wurde 1244 als Pons lapideus (steinerne Brücke) erstmals urkundlich erwähnt. Damit ist sie die zweitälteste Brücke Sachsens. Hier trafen zwei der ältesten Handelsstraßen aufeinander und überquerten gemeinsam die Weiße Elster. Die eine Straße kam aus Nürnberg und die andere aus Augsburg. Sie führten nach der Brücke weiter nach Thüringen bzw. nach Osten. Die Brücke gehörte zur alten Stadtbefestigung Plauens und überquert mit einer Länge von 75 Metern und einer Breite von sieben Metern die Elster und den Mühlgraben. Die Brücke besteht aus sechs steinernen Bögen und besaß früher zwei Turmaufbauten an den Enden. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden diese Turmaufbauten abgerissen. 1888 wurde die Brücke nach einem Umbau, bei dem sie mit Stahlverstrebungen verstärkt wurde, neu geweiht und erhielt dabei den Namen König-Albert-Brücke. Am 15.November 1894 wurde die Straßenbahnstrecke, die zunächst eingleisig über die Brücke führte, eröffnet. Ab 28. November 1903 fuhr die Straßenbahn zweigleisig. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges wurde die Südseite der Brücke durch einen Bombentreffer stark beschädigt. Nach dem Krieg wurde sie wieder aufgebaut und 1949 in Dr.-Wilhelm-Kültz-Brücke umbenannt. Nachdem der Straßen(bahn)verkehr drastisch zugenommen hatte, wurde in den 1970er Jahren eine neue Brücke über die Elster errichtet, die im November 1973 für den Verkehr freigegeben wurde. Nach der Rekonstruktion 1984 wurde die alte Elsterbrücke nur noch als Fußgängerbrücke freigegeben. 1986 wurde die Nachbildung einer Postmeilensäule am südlichen Ende der Brücke aufgestellt, die an die Bedeutung der Brücke für den Handel erinnern soll. Seit 1991 trägt die Brücke den Namen Alte Elsterbrücke. Zwischen 2006 und 2007 fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt, die mit der Weihe am 15. August 2007 abgeschlossen wurden.
Die historische Holzbrücke in Wünschendorf/Elster gehört zu den letzten erhaltenen überdachten Holzbrücken in Deutschland. Sie steht unter Denkmalschutz. Eine erste Brücke wurde an dieser Stelle im 13. Jahrhundert errichtet. Nach mehreren Zerstörungen entstand die heutige Brücke 1786.
Die Strecke des Elster-Radwegs führt größtenteils entlang des Ufers. Die Beschaffenheit des Weges ist dabei sehr unterschiedlich. Teilweise ist der Ausbau auch noch nicht abgeschlossen. Auf einer Länge von rund 260 Kilometer führt er von Aš durch das Vogtland, über das Thüringer Schiefergebirge bis hin zur Leipziger Tieflandsbucht und endet in Halle (Saale).
Der Beginn (ab Aš) zeichnet sich durch bergige Abschnitte aus und ist dadurch für erfahrene Tourenradler geeignet. Ab Gera talwärts kann die Route auch gut von Unerfahrenen und Familien mit Kindern befahren werden. Besonders praktisch ist hierbei die Anreise mit der Vogtlandbahn. Da die Route größtenteils entlang der Bahnstrecke Eger-Plauen und der Elstertalbahn führt ist man sehr flexibel bei der Etappenplanung. Die Züge verkehren im Ein- bzw. Zweistundentakt, so dass man jederzeit die Tour beenden und mit dem Zug nach Hause fahren kann.
Teilweise parallel zum Radweg verlaufen auch diverse Wanderwege.
Flüsse (I. Ordnung) und Kanäle:
Weiße Elster |
Elsterbecken |
Elsterflutbett |
Elsterhochflutbett |
Elstermühlgraben |
Elster-Saale-Kanal |
Karl-Heine-Kanal |
Kleine Luppe |
Mühlpleiße |
Nahle |
Neue Luppe |
Parthe |
Pleiße |
Pleißeflutbett |
Pleißehochflutbett |
Pleißemühlgraben
Seen (ab 100.000 m² Fläche):
Auensee |
Cospudener See |
Elsterstausee |
Kulkwitzer See