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Als Weltkrieg wird ein Krieg bezeichnet, der durch sein geographisches Ausmaß über mehrere Kontinente und durch den unbegrenzten Einsatz aller verfügbaren strategischen Ressourcen weltweite Bedeutung erlangt oder der im Ergebnis eine grundsätzliche Neuordnung der weltweiten internationalen Beziehungen mit sich bringt.[1] Der Begriff ist vermutlich 1814 erstmals von Friedrich Ludwig Jahn in Bezug auf die Befreiungskriege verwendet worden.[2] Im Duden tauchte das Wort erst ab dem Jahr 1929 auf.[3]
Heute wird der Begriff allgemein mit dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) und dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945) in Verbindung gebracht. Diese beiden Kriege werden auch als „totale Kriege“ bezeichnet.[4]
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Viele Historiker sind mittlerweile der Ansicht, dass man auch
als „Weltkriege“ betrachten / bezeichnen kann. Alle Konflikte betrafen die wichtigen Großmächte und wurden bereits in Europa und Amerika bzw. Europa, Amerika und Asien ausgetragen.
In der wissenschaftlichen Literatur werden auch
auch als „antike Weltkriege“ bezeichnet.
Die Bezeichnung Weltkrieg für einen Krieg fand schon im Vorfeld des Ersten Weltkrieges vielfach Verwendung, als sich ein militärischer Konflikt der Weltmächte unter neuen Dimensionen der Kriegsführung abzeichnete, zum Beispiel bei August Niemann. Spätestens seit den 1880er Jahren war der Begriff für einen zukünftigen Krieg in Gebrauch.[5]
Der erste bzw. der zweite Weltkrieg wurde und wird gelegentlich auch als „Weltenbrand“ (ein Begriff aus der nordisch-germanischen Mythologie) bezeichnet.[6]
Während des Kalten Krieges wurden das Szenario und die Folgen eines teilweise mit Atomwaffen geführten Dritten Weltkrieges diskutiert.
Der Zweite Kongokrieg (1998–2003) wurde von Politikern und Medien aufgrund der großen Zahl involvierter Staaten mitunter als „Afrikanischer Weltkrieg“ oder ähnlich bezeichnet.
Teilweise werden in Anlehnung an Ernst Noltes Begriff eines „Weltbürgerkriegs der Ideologien“ die Stellvertreterkriege seit 1945, die zusammengenommen gleichfalls viele Millionen Menschenleben kosteten, dem Gesamtszenario eines seit 1914 nicht mehr zur Ruhe gekommenen sogenannten Welt-Bürgerkriegs zugeordnet.
Die internationale Friedensbewegung fordert seit den 1880er Jahren weltweite Abrüstung, internationale Schiedsgerichtsbarkeit und ein effizientes Völkerrecht. Dieser Forderungskatalog ist seit 1917 (Papst Benedikt XV.) auch Bestandteil der katholischen Soziallehre.[7] Im Zuge der Terrorismusbekämpfung und brutaler Bürgerkriege werden Zweifel am Pazifismus laut, zugleich wächst die Akzeptanz für eine allmähliche Strukturänderung des Militärs in eine Art von Weltpolizei. Der Typus konventioneller Kriege zwischen Nationen hingegen tritt seit 1989 deutlich seltener in Erscheinung.