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Die Weltwoche wurde 1933 als Schweizer Wochenzeitung gegründet und wird seit 2002 als Wochenmagazin herausgegeben. Chefredaktor und Verleger ist Roger Köppel.
Publikationen in der Weltwoche lösten bereits diverse Kontroversen aus. Beispiele dazu sind 1979 die «Panzer 68»-Affäre sowie 1988/1989 eine Artikelserie über den Mord in Kehrsatz oder die Enttarnung des Holocaust-Schwindlers Binjamin Wilkomirski 1998. Mit zahlreichen Enthüllungen war sie auch 2007 bei der Roschacher-Affäre eine treibende Kraft. 2011 veranlasste sie mit Recherchen zu Unregelmässigkeiten einer Erbschaftsangelegenheit Bruno Zuppiger, seine Bundesratskandidatur zurückzuziehen und von seinem Amt als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes (sgv) zurückzutreten.
In ihrer Haltung wird die Weltwoche heute als staatskritisch, wirtschaftsliberal[1] und rechtskonservativ bis rechtspopulistisch[2] eingeordnet. In ihren Leitlinien beansprucht sie eine skeptische Haltung gegenüber den Staat und seinen Organen, „die sie durch eine kontinuierliche Berichterstattung aus liberaler Warte durchleuchtet“. Sie sei „politisch unabhängig, vertritt aber ein freiheitliches, unternehmerisches Weltbild“.[3]
Bekannte Kolumnisten der Zeitschrift sind unter anderen der SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli, der frühere SP-Parteipräsident Peter Bodenmann, der Satiriker Andreas Thiel und Mark van Huisseling.
Inhaltsverzeichnis |
1933 hatten Manuel Gasser und Karl von Schumacher die Weltwoche nach dem Vorbild französischer Wochenzeitungen gegründet. Sie verstand sich als antikommunistisch, trat jedoch nach anfänglichen Sympathien für Hitler und Mussolini schliesslich auch gegen den Nationalsozialismus ein und bot zahlreichen deutschen Autoren Asyl. Im Leitartikel vom 17. November 1933, kurz nach Hitlers Machtergreifung in Deutschland, ist zu lesen: «Unsinnig ist es, der Frontenbewegung (…) einen Vorwurf machen zu wollen.» Unter «Fronten» werden die damaligen faschistischen Bewegungen der Schweiz zusammengefasst. Weiter heisst es: «(…) so kann es auch eine frontistische Schweiz neben einem nationalsozialistischen Deutschland geben (…)» und «(…) dass wir von den Deutschen gar nicht als Stammesbrüder betrachtet werden wollen.»
Von 1980 bis 1994 waren Rudolf Bächtold und Jürg Ramspeck die Chefredaktoren.[4] Der Jean Frey Verlag, zu dem die Weltwoche gehörte, wechselte mehrmals den Besitzer. 1987 wurde der Verlag vom Spekulanten Werner K. Rey übernommen,[5] der die Jean Frey AG und Druckerei Winterthur hielt, bis sie im April 1991 im Nachlassverfahren von Reys Omni Holding AG verkauft wurde. Der nächste Besitzer war der Detailwarenhändler Beat Curti,[6] bei dessen Curti Medien Holding AG 1993 die Basler Zeitung einstieg.[5] 1996 erwarb die Basler Zeitung schliesslich die Mehrheit der Anteile.[7] Interimschefredaktor war Felix E. Müller. Die Auflage lag zu dieser Zeit bei über 100'000.[5]
Von 1997 bis August 2001 war Fredy Gsteiger Chefredaktor der Weltwoche.[8][9] Unter ihm war die Zeitung linksliberal positioniert.[10] Zu Beginn seiner Amtszeit hatte die Weltwoche eine Auflage von gut 97'000.[11]
2001 wurde Roger Köppel Chefredaktor der Weltwoche und konzipierte sie im Magazinformat neu. Kurz darauf übernahm eine Gruppe von Finanzinvestoren um den Tessiner Financier Tito Tettamanti die Aktienmehrheit an der Jean Frey AG, dem Verlag der Weltwoche. Köppel tauschte die Redaktion fast vollständig aus und führte die Weltwoche auf einen prononciert wirtschaftsliberalen und rechtskonservativen Kurs. Die Auflage stieg bis Herbst 2003 von rund 84'000 auf 91'000 Exemplare[12] und der Verlag erzielte nach einer Verlustphase von rund zehn Jahren erstmals wieder operativen Gewinn, vor allem dank grossem Zugewinn auf dem Anzeigenmarkt. Das Layout gewann zahlreiche Preise.
Als das Blatt im Herbst 2003 begann, den rechten Politiker Christoph Blocher und seine Schweizerische Volkspartei offen zu unterstützen und Köppel einen Wahlaufruf für Blocher verfasste, wurde die Weltwoche zum Gegenstand öffentlicher Kritik. Zwischen Herbst 2003 und Sommer 2004 sank die Auflage laut Pressemeldungen um zirka 12'000 Exemplare.[12] Im Frühling 2004 wechselte Köppel als Chefredaktor zur deutschen Tageszeitung Die Welt. Die Ausrichtung der Weltwoche änderte sich durch seinen Weggang nicht. Simon Heusser wurde neuer Chefredaktor, kündigte jedoch bereits im Juni 2005 wieder wegen «nicht überbrückbarer Differenzen in Führungsfragen». Im September 2005 folgte ihm Jürg Wildberger nach. Die beglaubigte Auflage betrug im Jahr 2005 noch 80'436 verkaufte Exemplare,[13] stieg jedoch 2006 wieder auf 82'849 Exemplare.[14]
Am 1. November 2006 wurde die Weltwoche Verlags AG aus der Jean Frey AG abgespalten.[15] Köppel kaufte zunächst 60 Prozent der neuen «Weltwoche Verlags AG», um sie wenig später ganz zu übernehmen. Er übernahm gleichzeitig die Leitung der Weltwoche als Verleger und Chefredaktor. Kurz darauf verliessen mehr als ein Dutzend Redaktoren den Verlag. Die Auflage stieg im Jahr 2007 auf 85'772,[16] 2011 betrug sie 77'800.[17]
Nach dem Aus für das Nachrichtenmagazin Facts im Sommer 2007 bleiben als Konkurrenten auf dem Deutschschweizer Markt politischer Wochenzeitungen das Magazin (eine Beilage der Samstagsausgabe des Tages-Anzeigers), die Sonntagsblätter SonntagsZeitung (Tages-Anzeiger), NZZ am Sonntag, Der Sonntag (Mittelland-Zeitung) und Sonntagsblick sowie die Wochenzeitung (WOZ).
Vor allem aufgrund der Rolle die die Weltwoche im Januar 2012 in der Affäre um den Insiderhandel des damaligen Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank, Philipp Hildebrand gespielt hatte, forderten die Präsidenten verschiedener Schweizer Parteien die Wochenzeitschrift auf, ihre Eigentumsverhältnisse offenzulegen. Es bestehe der Verdacht, dass Christoph Blocher und ihm nahestehende Personen bei der Zeitschrift beträchtlichen Einfluss ausübten und dass Chefredakteur Roger Köppel nicht der alleinige Eigentümer des Blatts sei.[18]