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| Seriendaten | |
|---|---|
| Originaltitel | Wer wird Millionär? |
| Produktionsland | Deutschland |
| Produktionsjahr(e) | seit 1999 |
| Produktions- unternehmen | endemol |
| Länge | 45 Minuten |
| Episoden | 1000+ (und 23 Promi-Specials) |
| Ausstrahlungs- turnus | montags und freitags |
| Genre | Quizshow |
| Titellied | Keith und Matthew Strachan (alle Jingles) |
| Moderation | Günther Jauch |
| Erstausstrahlung | 3. September 1999 auf RTL Television |
Wer wird Millionär? ist die deutsche Ausgabe der britischen Quizshow Who Wants to Be a Millionaire? Sie wird seit dem 3. September 1999 vom Privatsender RTL ausgestrahlt und läuft damit inzwischen in der 13. Staffel (2011/2012).
Die Fernsehaufnahmen für die deutsche Ausgabe entstehen im Studio 7 der nobeo GmbH in Hürth-Efferen bei Köln und werden von der Endemol Deutschland GmbH aufgezeichnet. Die Sendung wird nicht live ausgestrahlt, sondern immer montags für den Montag und Freitag der darauffolgenden Woche aufgezeichnet. Seit dem 25. August 2008 wird „Wer wird Millionär?“ im Bildschirmformat 16:9 gesendet. Seit der Sendung vom 14. Januar 2011 wird die Show in HDTV produziert und ausgestrahlt, dazu wurde das Design erneuert.
Bis Herbst 2007 wurde Wer wird Millionär? auch samstags um 20:15 Uhr und in den ersten Staffeln sporadisch auch sonntags im Vorabendprogramm ausgestrahlt. Die Prominenten-Specials finden üblicherweise montags oder donnerstags statt. Von etwa Anfang Juni bis Ende August legt die Sendung regelmäßig eine Sommerpause ein.
Inhaltsverzeichnis |
Moderator der Show ist seit der ersten Sendung Günther Jauch. Neben der Spannung am Spiel selbst sind es seine Gespräche mit Kandidaten, Begleitern und Telefonjokern, die zum Erfolg der Sendung in Deutschland beitragen. Auch nach dem Wechsel Jauchs zum Ersten im Herbst 2011 blieb er dem RTL-Format treu.[1]
Die Regeln der deutschen Ausgabe sind im Wesentlichen identisch mit den internationalen Regeln der Show. Nach der Sommerpause 2007 führte RTL neue Regeln ein: Der über die Auswahlfrage gewählte Spieler kann sich vor Spielbeginn für die bisherige, „klassische" Variante oder die neue Risikovariante entscheiden: Durch Verzicht auf die Sicherheitsstufe bei 16.000 Euro erhält er den „Zusatzjoker“.
Nach der Sommerpause 2010 gab es eine erneute Änderung: Die Auswahlrunde verkleinerte sich von zehn auf fünf Kandidaten, bei der Vorstellung jedes Kandidaten wird ein persönlicher, oft origineller Fakt zum Namen und Wohnort eingeblendet und vom Sprecher mitgenannt.
Bis zur Einführung des Euro im Jahre 2002 gab es die Gewinnstufe 250.000 DM (Frage 12 auf 13). Da man aber dem Titel der Sendung weiterhin gerecht werden, jedoch nicht bereits bei der 1. Frage mit 100 Euro beginnen wollte, wird der Gewinn zwischen der 13. und der 14. Frage nicht verdoppelt, sondern vervierfacht. Auch zwischen den Fragen 3 und 4, 4 und 5 sowie 12 und 13 findet keine „Verdopplung“ statt.
| Frage | Gewinnsumme (1999-2001) | Gewinnsumme (seit 2002) |
|---|---|---|
| 1 | 100 DM | 50 € |
| 2 | 200 DM | 100 € |
| 3 | 300 DM | 200 € |
| 4 | 500 DM | 300 € |
| 5 | 1.000 DM – 1. Sicherheitsstufe1 | 500 € – 1. Sicherheitsstufe1 |
| 6 | 2.000 DM | 1.000 € |
| 7 | 4.000 DM | 2.000 € |
| 8 | 8.000 DM | 4.000 € |
| 9 | 16.000 DM | 8.000 € |
| 10 | 32.000 DM – 2. Sicherheitsstufe2 | 16.000 € – 2. Sicherheitsstufe2 |
| 11 | 64.000 DM | 32.000 € |
| 12 | 125.000 DM | 64.000 € |
| 13 | 250.000 DM | 125.000 € |
| 14 | 500.000 DM | 500.000 € |
| 15 | 1.000.000 DM – Finalsumme | 1.000.000 € – Finalsumme |
Legende: Grün: Sicherheitsstufe, Beige: 3. Höchste Gewinnsumme, Orange: 2. Höchste Gewinnsumme, Gold: Finalsumme
Joker helfen dem Kandidaten bei der Beantwortung der Fragen. Der Kandidat hat auch die Möglichkeit, die Joker miteinander zu verknüpfen. So kann er durchaus zunächst den 50/50-Joker, und direkt im Anschluss den Publikumsjoker benutzen. Jeder Joker darf nur einmal benutzt werden.
Ist sich der Kandidat über die Beantwortung einer Frage nicht sicher, kann er das gesamte Publikum befragen. Jeder Gast kann sich dann für eine der vier möglichen Antworten entscheiden. Der Kandidat erhält nach der Abstimmung eine Grafik über die abgegebenen Stimmen nach Prozentanteilen.
Der Kandidat hat die Möglichkeit, eine Person seines Vertrauens anzurufen, damit diese bei der Lösung der Frage behilflich ist. Das Telefongespräch endet automatisch nach 30 Sekunden.
Eine erweiterte Möglichkeit den Telefonjoker einzusetzen, ist nur in der Risikovariante möglich. Ähnlich wie der Telefonjoker bietet diese Option dem Kandidaten die Möglichkeit, einen per Zufallsgenerator ausgewählten Teilnehmer in Deutschland anzurufen. Vorgaben wie etwa Geschlecht oder Wohnort sind möglich. Es wird so lange bei unterschiedlichen Teilnehmern angerufen, bis abgehoben wird; sobald jemand abhebt, gilt der Joker als gespielt, auch wenn der Angerufene nicht helfen will oder kann. Nach 30 Sekunden wird wie in den internationalen Regeln der Anruf unterbrochen. Sollte die Antwort des Angerufenen richtig sein, so erhält dieser 500 Euro. Erstmals genutzt wurde er in der Sendung vom 14. September 2007: Die zufällig ausgewählte Gesprächspartnerin aus Berlin wusste, dass die Berliner Siegessäule früher einen anderen Standort hatte. Wird der normale oder der erweiterte Telefonjoker genutzt, verfällt der jeweils ungenutzte automatisch.
Dieser Joker blendet zwei falsche Antworten aus. Nach der Aktivierung sieht der Kandidat nur noch zwei anstatt vier Antwortmöglichkeiten.
Setzt der Kandidat den Zusatzjoker ein, bittet der Moderator diejenigen Zuschauer aufzustehen, welche glauben, die Antwort der Frage zu kennen. Von diesen wählt der Kandidat einen aus, der die seiner Ansicht nach richtige Antwort nennt. Der Kandidat kann sich ihm dann anschließen, muss das aber nicht. Ist die Antwort des Zuschauers richtig, erhält dieser 500 Euro, unabhängig davon, für welche Antwort sich der Kandidat entscheidet. Bislang gewann noch kein Kandidat mit der Risikovariante die Höchstsumme.[2]
Im Verlauf einer Sendung werden Werbeblöcke gezeigt. Vor der Werbung gibt ein Kandidat seine Antwort auf eine Frage; die Auflösung erfolgt jedoch erst nach der Unterbrechung. Während der Werbepause haben die Fernsehzuschauer die Möglichkeit, per SMS oder telefonisch eine Antwort abzugeben und dabei Geld zu gewinnen. Die Summe beträgt regelmäßig 5.000 Euro, wird allerdings gelegentlich zu besonderen Anlässen erhöht. So konnte man beispielsweise in der 800. Sendung 8.000 Euro gewinnen; in Sendungen mit doppelter Länge beträgt der Preis 10.000 Euro. Obwohl bei regelmäßig zwei Werbeunterbrechungen zwei Fragen für das SMS-Spiel gestellt werden, wird nur ein Gewinner ausgelost.
Die Aufzeichnung findet in der Regel dienstags statt. Das Studio fasst insgesamt 215 Zuschauer.
Die Fragen für die Sendung werden von einem zehnköpfigen externen Redaktionsteam erarbeitet, für die deutschen Fragen ist die Firma Mind the Company verantwortlich. Mitunter wurde behauptet, die Fragen seien im Laufe der Jahre kniffliger geworden. In einem Interview gab Günter Schröder von Mind the Company an, dass es in der Tat immer aufwändiger geworden sei, Fragen für die unteren Gewinnstufen zu entwickeln. Auch seien die Fragen teilweise spezieller gestellt, aber dafür die Antwortalternativen leichter konzipiert.[3] Das Team recherchiert zunächst Antworten und formuliere daraufhin die passenden Fragen. Falls die Frage noch nicht in Benutzung war, geht sie in einen Pool von 80 Fragen je Sendung ein, von denen im Durchschnitt 22 Fragen tatsächlich ausgespielt werden. In einer Konferenz ordnen die Mitarbeiter jede Frage je nach Schwierigkeitsgrad einer Gewinnstufe zu.
Die Antworten werden durch das Studium mindestens zweier unabhängiger Quellen auf ihre Richtigkeit geprüft, zu denen etwa die Brockhaus-Enzyklopädie, der Pschyrembel für die Medizin, Chroniken wie 100 Jahre Olympische Spiele und Internetquellen gehören. Auch Wikipedia gehörte dazu, wie der Moderator im Oktober 2005 in einer Sendung verriet. Nach der „Niels-Bohr-Frage“ wird die Wikipedia von der WWM-Redaktion jedoch nicht mehr als Quelle zugelassen.
Zuschauer der Aufzeichnung müssen Eintritt bezahlen. Derzeit werden die Eintrittskarten nur über eine Warteliste vergeben. Durch die große Menge der Voranmeldungen beträgt die momentane Wartezeit etwa 20 bis 22 Monate (Stand: Juli 2010).
Wer als Kandidat an der Sendung teilnehmen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Entweder man schickt eine Postkarte mit Namen, Adresse und Telefonnummer an die zuständige Stelle bei RTL, oder man bewirbt sich auf der Internetseite des Senders. Ebenso ist eine Bewerbung telefonisch oder per SMS möglich; alle Bewerbungsvarianten sind kostenpflichtig.
Die Kandidaten werden (nach Aussagen von Günther Jauch) nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, so dass es Kandidaten gibt, die sich lediglich einmal beworben haben und gleich eingeladen wurden, und andere Kandidaten, die sich über mehrere Jahre hinweg immer wieder um einen Platz als Kandidat bemühten.
Alle sechs Monate findet eine „Wer wird Millionär?“-Sendung mit Prominenten statt, die mit über zwei Stunden länger als die normalen Sendungen dauert. Die prominenten Gewinner spenden dabei ihren Gewinn an wohltätige Einrichtungen oder Stiftungen. Da die Novemberausgabe während des RTL-Spendenmarathons stattfindet, geht der Gesamtgewinn dieser Sendung in den Spendentopf von RTL. Aus diesem Grund gelten in diesem Spiel nicht ganz so strenge Regeln wie bei den normalen Ausgaben. Vor allem in den unteren Gewinnregionen sprechen sich die Kandidaten mitunter ab, um einen Joker zu sparen, ohne dass Günther Jauch eingreift. Die Reihenfolge der Prominenten wird genauso wie in den normalen Sendungen durch Auswahlfragen bestimmt, jedoch kommen immer alle prominenten Kandidaten an die Reihe. Harald Schmidt war im November 2005 der erste Kandidat, der zum zweiten Mal an der Show teilnahm.
In einem Prominenten-Special zur Fußball-WM 2006, in dem sich sämtliche Fragen um Fußball drehten, nahm Günther Jauch selbst an der Show teil. Hape Kerkeling (als Horst Schlämmer) war als Kandidat eingeladen, tauschte aber nach der 8000-Euro-Frage mit Günther Jauch die Plätze. Jauch gewann stellvertretend für Kerkeling 500.000 Euro, die – wie alle erspielten Beträge – an die Deutsche AIDS-Stiftung gespendet wurden. Die Sendung gewann später den Deutschen Fernsehpreis 2006. Diese Ausgabe war auch die erste, an der nur noch vier Prominente teilnahmen. Zuvor waren es stets fünf gewesen.
Beim 12. Prominenten-Special nahmen Barbara Schöneberger und Hape Kerkeling zum zweiten Mal teil, beim 13. Peter Kloeppel und Maria Furtwängler und beim 15. Special Anke Engelke. Seit dem 17. Special gehört auch Thomas Gottschalk zu den zweimal dagewesenen Prominenten. Beim Prominenten-Special zum zehnjährigen Jubiläum[4] wurde eine besondere Auswahl getroffen. Dabei nahm Alice Schwarzer zum zweiten Mal teil, Anke Engelke und Hape Kerkeling traten zum dritten Mal auf. Mit dem 22. Promi-Special nahm Barbara Schöneberger zum dritten Mal teil.
Beim 16. Prominenten-Special am 30. Mai 2008 beantwortete Oliver Pocher als erster Prominenter erfolgreich die Eine-Million-Euro-Frage.[5][6] Zuvor hatte er angeboten, im Falle einer falschen Antwort 100.000 Euro aus eigener Tasche zu spenden. Thomas Gottschalk war beim 17. Prominenten-Special der zweite Prominente, der den Höchstgewinn erspielen konnte. Am 30. Mai 2011 erspielte Barbara Schöneberger ebenfalls eine Million Euro.
Insgesamt sammelten die jeweiligen Prominenten 19.556.612,89 Euro (Umrechnung früherer DM-Beträge in Euro inbegriffen).
Gelegentlich gibt es Folgen in doppelter Länge, beispielsweise nach einer Sommerpause. Früher wurden bei derartigen Sendungen nach einer Stunde die Kandidaten gewechselt, um ihnen keinen Vorteil gegenüber den Kandidaten aus Sendungen normaler Länge zu geben. Zwischenzeitlich wurde dies abgeschafft, sodass die Kandidaten eine höhere Chance hatten, auf den Stuhl zu kommen. Nach der Verkleinerung der Kandidatenzahl von zehn auf fünf nach der Sommerpause 2010 und der Ausstrahlung von vier Doppelfolgen jeweils am Freitag wurden die Kandidaten wieder nach der Hälfte der Sendung ausgewechselt.
Am 10. September 2005 wurde die 500. Folge der Quizshow ausgestrahlt. Dazu stand für die Kandidaten zusätzlich ein vierter Joker zur Verfügung, der sogenannte „Kompetenzteam-Joker“. Die bis dahin vier Millionengewinner Eckhard Freise, Marlene Grabherr, Gerhard Krammer und Maria Wienströer wurden noch einmal in die lange Sondersendung eingeladen, um sich in einem Team zusammenzusetzen und sich bei einer schwierigen Frage zu beraten. Dieser Joker konnte vom Kandidaten allerdings erst ab einer Gewinnsumme von 1.000 Euro eingesetzt werden. Das Kompetenzteam hatte – wie der Angerufene beim Telefonjoker – 30 Sekunden Zeit, um eine richtige Antwort abzugeben. Die Millionäre wurden aus einem anderen Studio per Bildschirm zugeschaltet.
Normalerweise wird der Rest der zehn verbleibenden Kandidaten am Ende der Sendung ausgetauscht. In der 500. Folge durfte aber jeder einzelne bis zum Schluss der Sendung in der Mitte auf dem „heißen Stuhl“ Platz nehmen und die Chance erhalten, als Millionär das Studio zu verlassen.
Am 10. November 2006 wurde erstmals ein „Wer wird Millionär?“-Familien-Special ausgestrahlt. Dabei stellten sich ganze Familien den Fragen Jauchs. Drei Familien gewannen Beträge zwischen 4.000 und 125.000 Euro. Alle drei Familien traten mit ihren Töchtern an, die sich allesamt durch den Gewinn ein eigenes Pferd erhofften.
Am 27. und 30. April 2007 wurde das zweite Familien-Special ausgestrahlt, bei dem drei Familien zwischen 16.000 und 64.000 Euro gewannen. Das dritte Familien-Special fand am 22. Dezember 2007 statt. Die drei Familien erspielten nacheinander 32.000, 64.000 und 32.000 Euro.
Am 23. Dezember 2006 strahlte RTL erstmals ein „Wer wird Millionär?“-Special mit dem Namen „Die Zweite Chance“ aus. In dieser Sendung konnten zehn ehemalige Kandidaten, die das Studio ganz ohne Gewinn verlassen mussten, noch einmal antreten. Dabei stand jedem Kandidaten zusätzlich ein Berater zur Seite, mit dem er sich absprechen konnte. Jedoch musste der mitgebrachte Gast die Antworten freigeben.
Davor waren 15 Kandidaten ohne Gewinn ausgeschieden, doch verzichteten, wie Jauch in der Sendung erklärte, fünf der Kandidaten darauf, noch einmal an der Sendung teilzunehmen.
Am 11. Februar 2008 sowie am 23. März 2009 wurden Sendungen mit Paaren ausgestrahlt, die sich im Studio zum ersten Mal begegneten.
Für die erste Sendung konnten sich Singles ab Ende 2007 über die RTL-Seite anmelden: Ein Single wählte nach vier aufeinanderfolgenden Chats mit Singles seiner Zielgruppe im Geheimen einen Partner. Wurde er umgekehrt auch vom ausgewähltem Partner favorisiert, durften sich beide zusammen für die Sendung bewerben.
2009 gab es ein anderes Vorgehen: Singles hatten einzeln einen Online-Fragebogen zu beantworten und mit einem Foto von sich an den Sender zu übermitteln. RTL stellte diesmal selbst Kandidatenpaare zusammen.
Die Sendungen begannen mit der üblichen Auswahlrunde von zehn Kandidaten. Auf die Kandidaten, die es auf den Stuhl schafften, wartete hinter einer Studiotür der ausgewählte Partner, der sich, wie bei den Familien-Specials, dazusetzte. Während der Sendung wurden die Paare von Günther Jauch nach ihren Erwartungen an den Partner gefragt, und ob sich ihre Vorstellungen vom Gegenüber erfüllt zeigen. Die Gewinnsummen wurden zur Hälfte auf beide Partner aufgeteilt. Am Ende der ersten Sendung wurden auch den restlichen acht Kandidaten ihre Partner vorgestellt, bei der zweiten Sendung fand Derartiges nicht vor laufender Kamera statt.
Während RTL den bislang fünf Blind-Date-Paaren Gewinnsummen von 32.000 und 64.000 Euro bescherte, blieb eine Meldung über ein zustandegekommenes Liebesglück bislang aus.
Zum Zehn-Jahres-Jubiläum der deutschen Ausgabe wurde am 11. und 18. September 2009 jeweils eine Sendung mit doppelter Länge ausgestrahlt. Die Kandidaten in diesen Sendungen waren nicht Teil der normalen Folgen; die erste reguläre Ausgabe nach der Sommerpause, in der mit einem Überhangkandidaten fortgefahren wurde, kam erst am 13. September. Zudem wurden die Kandidaten der Jubiläumsshows zu Beginn der Sendungen von einem Kommentator vorgestellt, was damals neuartig war und erst einige Zeit später auch in den normalen Folgen eingeführt wurde.
Am 25. September fand als letzte Jubiläumsaktion ein Prominenten-Special[4] statt, das fast vier Stunden dauerte. Dabei wusste Jauch vor der Sendung nicht, welche Gäste eingeladen worden waren. Es handelte sich mit Anke Engelke, Hape Kerkeling und Alice Schwarzer um Personen, die bei früheren Prominenten-Specials besonders aufgefallen waren, sowie um Marcel Reif, mit dem Jauch schon vor langer Zeit zusammengearbeitet hatte. Außerdem wirkte Cindy aus Marzahn als Assistentin, die etwa die Wassergläser auffüllte oder den Zusatzjokern im Publikum das Mikrofon brachte, mit. Zusätzlich wurden kurze Einspielfilme mit besonderen Höhepunkten aus zehn Jahren Wer wird Millionär? gezeigt.
In nahezu dreifacher Länge wurde am 3. Februar 2012 die 1000. Sendung von Wer wird Millionär? auf RTL ausgestrahlt. Hierzu wurden drei bisherige Millionen-Gewinner eingeladen (Oliver Pocher, Barbara Schöneberger und Ralf Schnoor), die im Team den Kandidaten als zusätzlicher Jubiläums-Joker zur Verfügung standen. Kandidaten waren vier von RTL definierte "Helden des Alltags".[7] Jeder Kandidat kam an die Reihe; RTL zeigte einen kurzen Film über dessen selbstlose Tätigkeit. Die Kandidaten gewannen zwischen 64.000 und 125.000 Euro. Zuletzt konnten sich die Kandidaten per erneuter Auswahlfrage für eine Millionenfrage qualifizieren. Die dadurch ermittelte Kandidatin verzichtete jedoch auf die Beantwortung, um nicht das Risiko einzugehen, von den bislang gewonnenen 64.000 Euro auf 500 Euro zurückzufallen.
Die Millionenfrage lautete:
Die richtige Antwort lautet: A.
Zehnmal lösten Kandidaten die Millionenfrage, davon drei Prominente in den Prominenten-Specials. Zweimal wurde der Hauptgewinn dabei in Deutscher Mark, achtmal in Euro erreicht. Eine Auflistung der Gewinner mit den Millionenfragen ist in der Liste von Hauptgewinnern bei Wer wird Millionär? zu finden.
Trotz intensiver Überprüfungen können bei der Erstellung der Fragen in seltenen Fällen Fehler auftreten, zumeist aufgrund sich widersprechender Quellen. In einigen Fällen durfte der betreffende Kandidat später neu einsteigen.
Fragen mit Folgen:
Jeder Kandidat, der es in der Sendung einmal in die Mitte geschafft hat, ist von weiteren Teilnahmen an der Sendung ausgeschlossen. Diese Regel umging am 10. April 2006 ein Kandidat, der auf dem Stuhl in der Mitte als Reinhold Schlager 64.000 Euro erspielte, obwohl er bereits drei Jahre zuvor am 16. Mai 2003 unter dem Namen Luis Meyer 500 Euro als Kandidat gewonnen hatte. Er soll auf der Bewerbung zur erneuten Teilnahme auch falsche Angaben zu seinem Wohnsitz gemacht haben. Die Sendungsverantwortlichen haben den Spieler, der zufällig von einem Zuschauer wiedererkannt wurde, nachträglich disqualifiziert und zahlten den Betrag von 64.000 Euro nicht aus. Die verbliebenen Kandidaten der Show vom 10. April 2006 bekamen am 8. Mai 2006 eine zweite Chance.
In einem Prominenten-Special im September 2009 gewann Alice Schwarzer 500.000 Euro zugunsten des Berliner Frauenhilfsvereins Hatun und Can e. V.. Im Rahmen späterer Nachfragen durch Schwarzer und RTL kam der Verdacht auf, dass der Verein Spenden nicht satzungsgemäß verwende.[8] Im März 2010 wurde der Vereinsgründer festgenommen[9] und von der Staatsanwaltschaft Berlin wegen betrügerischen Vorgehens angeklagt. Im September 2011 wurde er in erster Instanz wegen Spendenbetrugs zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt. Das Landgericht Berlin sah es als erwiesen an, dass er mit falschen Behauptungen Spendengelder in Höhe von rund 700.000 Euro erschlichen und für eigene Zwecke verwendet hat. Der Verein wäre jedoch „nur eine Luftnummer“ und habe ihm lediglich als Konstrukt gedient, um Spenden zu kassieren. Die Polizei konnte 360.000 Euro und einen 60.000 Euro teuren Pkw sicherstellen, jedoch ist der Verbleib des restlichen Geldes nicht geklärt. Der Angeklagte habe davon gut gelebt, doch es bestünde eine „riesige Deckungslücke“ zwischen den Spendeneinnahmen und den ermittelten Ausgaben. Das Gericht war überzeugt, dass nur „eine Handvoll Frauen“ finanzielle Hilfe oder anderweitige Unterstützung erhalten haben.[10]
In der Sendung vom 8. Dezember 2006 fragte Jauch nach einem körpereigenen Wirkstoff, der als Anti-Falten-Mittel verwendet wird. In der folgenden Werbepause zeigte RTL einen Spot für eine Creme mit genau dieser Substanz. RTL bestritt einen Zusammenhang zwischen Frage und Werbespot; die für RTL zuständige niedersächsische Landesmedienanstalt sah darin ebenfalls keine Schleichwerbung und wertete das Vorkommnis als Zufall.[11]
Wie auch andere Sendungen mit hohen Einschaltquoten im deutschen Fernsehen hat WWM einen gesamtgesellschaftlichen Einfluss. So haben inzwischen die Begriffe „Telefonjoker“, „Publikumsjoker“ und „Fifty-fifty-Joker“ einen so hohen Bekanntheitsgrad erreicht, dass sie in der 24. Auflage des Duden-Rechtschreibwörterbuchs zu finden sind. Diese Tatsache wurde sogar in einer 125.000-Euro-Frage im Prominentenspecial vom 22. November 2007 thematisiert: „Welcher Begriff schaffte es nicht in die aktuelle, 24. Auflage des Rechtschreibdudens? A: Millionenfrage, B: Fifty-fifty-Joker, C: Telefonjoker, D: Publikumsjoker“ – Anke Engelke war die Kandidatin und beantwortete sie richtig, indem sie Antwort A wählte.
In anderen Quizsendungen wird immer wieder scherzhaft nach den aus WWM bekannten Jokern gefragt, wenn der Kandidat nicht weiter weiß.
Abgestimmt zur Fernsehsendung gibt es ein gleichnamiges DVD-Spiel von Ravensburger, wovon zwei Editionen erhältlich sind. In der 1. Edition kann man nach Erreichen der Millionenfrage eine Reise gewinnen.