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| Wien Hauptbahnhof | |
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| Blick von der Aussichtsplattform „Bahnorama“, nach Osten auf die Baustelle des Wiener Hauptbahnhofs | |
| Daten | |
| Betriebsart | Durchgangsbahnhof, Fernbahnhof |
| Bahnsteiggleise |
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| Reisende | 125.000 täglich prognostiziert[1] |
| Eröffnung | Teilinbetriebnahme: 2012 Vollinbetriebnahme: 2015 |
| Webadresse | hauptbahnhof-wien.at |
| Architektonische Daten | |
| Architekt | Hotz/Hoffmann - Wimmer |
| Lage | |
| Stadt | Wien |
| Bundesland | Wien |
| Staat | Österreich |
| Koordinaten | 48° 11′ 6″ N, 16° 22′ 40″ O48.18516.3777777778Koordinaten: 48° 11′ 6″ N, 16° 22′ 40″ O |
| Eisenbahnstrecken | |
| Liste der Bahnhöfe in Österreich | |
Der Wiener Hauptbahnhof ist ein im 10. Gemeindebezirk in Bau befindlicher Zentralbahnhof Wiens, der die Süd-, Ost-, West- und Nordbahn auf dem Areal des ehemaligen Südbahnhofs verknüpfen soll. Darüber hinaus ist es möglich, Züge der Franz-Josefs-Bahn von Tulln an der Donau aus über die Tullnerfelder Bahn und die neue Westbahn zum Hauptbahnhof zu führen.
Anstelle der zwei durch eine gemeinsame Aufnahmehalle verbundenen, rechtwinklig zu einander stehenden Kopfbahnhöfe (des bisherigen Südbahnhofs) wird ein in der Diagonale der beiden Hauptstrecken situierter Durchgangsbahnhof gebaut. Somit können Fernzüge von der Westbahn nach Ungarn bzw. zum Flughafen Wien durchgebunden werden, ebenso wie jene von der Südbahn nach Tschechien und in die Slowakei.
Der Bahnhof soll ab Dezember 2012 schrittweise in Betrieb genommen und bis 2015 komplett fertiggestellt werden. Auf durch den Abriss des Südbahnhofs, die Entfernung alter Gleisanlagen und die Absiedlung des Frachtenbahnhofs frei gewordenen Flächen im 10. Bezirk (insgesamt 109 Hektar) ist u. a. ein neuer Stadtteil geplant. In der Bahnhofshalle und in angrenzend vorgesehenen Gebäuden werden von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) unter dem Projektnamen BahnhofCity Flächen für Handel, Dienstleistungen, Gastronomie und Hotels angeboten. Hier soll zudem ein Gesundheitszentrum eingerichtet werden.
Inhaltsverzeichnis |
Erste Planungen für einen Zentralbahnhof in Wien gab es schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, allerdings wurde die Ausführung aus Kostengründen immer wieder verschoben.
1995 wurde ein Expertenverfahren für einen neuen Zentralbahnhof eingeleitet. Das Siegerprojekt des Architekten Theo Hotz scheiterte unter anderem an hohen Kosten.[2]
2003 unterzeichneten Bund, Stadt Wien und ÖBB eine Absichtserklärung, das Projekt Durchgangsbahnhof Wien gemeinsam zu realisieren. Für die Gestaltung des geplanten neuen Stadtteils wurde 2004 ein internationales Expertenverfahren für den Masterplan Stadtteil Wien Südbahnhof ausgeschrieben. Der daraus hervorgehende Masterplan Bahnhof Wien – Europa Mitte wurde vom Wiener Gemeinderat einstimmig beschlossen. Er sah ein Bauvolumen von rund einer Million Quadratmetern Bruttogeschossfläche vor, darunter 550.000 m² Büroflächen. 5.000 Wohnungen für 13.000 Menschen sollen ebenso entstehen wie 8 Hektar Park.[2]
Das Projekt war als Vorhaben 8/9 im Oktober 2003 vorgelegten Masterplan Verkehr 2003 der Stadt Wien enthalten. Die Realisierung war bis 2011 vorgesehen. Die damalige Planung war gegenüber vorherigen Planungen reduziert worden und sah noch zehn Bahnsteiggleise vor, davon zwei für den Stadtschnellbahnverkehr, sowie zwei bahnsteiglose Durchfahrgleise. Die geplante Station trug zeitweise den Beinamen „Bahnhof Wien – Europa Mitte“.[3]
Dem ÖBB-Aufsichtsrat wurde das Projekt auf seiner Sitzung vom 12. Oktober 2006 zur Beschlussfassung vorgelegt. Die veranschlagten Gesamtkosten wurden dabei von zuvor 420 auf 660 Millionen Euro angehoben. Da ein Finanzierungskonzept für die Mehrkosten fehlte, wurde keine Entscheidung getroffen. Da andererseits auch kein Beschluss gegen das Projekt gefasst wurde, sah der Vorsitzende des Aufsichtsgremiums, Martin Huber, eine grundsätzliche Befürwortung seitens des Gremiums gegeben und ließ die Bauarbeiten beginnen. Die Stadt Wien schätzte die Gesamtkosten Ende 2006 auf 850 Millionen Euro.[4]
Der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan für das gegenwärtige Projekt mit einer Gesamtfläche von 109 Hektar wurde 2006 vom Wiener Gemeinderat im Einvernehmen mit den Österreichischen Bundesbahnen als Bauherrn des Bahnhofes und Grundbesitzer beschlossen. Weiters startete 2006 die Einreichphase und die strategische Umweltprüfung. Der Spatenstich für die Vorarbeiten sowie für den Umbau der bestehenden Verkehrsstation Südtiroler Platz erfolgte 2007.[5]
Der 12. Dezember 2009 war der letzte Betriebstag des Südbahnhofes für die Südbahn, am 13. Dezember 2009 wurden die alte Aufnahmehalle sowie die Bahnsteig- und Gleisanlagen des Südbahnhofes geschlossen und anschließend abgetragen. Züge der Südbahn enden seit damals im Bahnhof Wien Meidling. Die Bahnsteige der Ostseite wurden um ca. 150 Meter verkürzt, und auf Höhe der Schweizer-Garten-Straße wurde ein provisorischer Bahnhof mit dem Namen Wien Südbahnhof (Ostseite) errichtet. Nahverkehrszüge der Ostbahn fahren dieses Provisorium an, Fernverkehrszüge werden mit Halt in Meidling zum Westbahnhof geführt oder nach Wiener Neustadt (Südbahn) verlängert. Die unterirdische S-Bahn-Haltestelle Wien Südbahnhof blieb in Betrieb; sie erhielt statt der Zugänge aus dem Südbahnhof neue Zugänge aus dem Schweizer Garten, Ecke Arsenalstraße, und wird (voraussichtlich im Dezember 2012) einen neuen Namen erhalten. Auch die Haltestellen der Straßenbahnlinien O und 18 wurden dorthin verlegt.
Die Hauptbauphase des Bahnhofs begann im Frühjahr 2010. Seit 19. August 2010 ist das 66,72 Meter hohe „Bahnorama“, ein 150 Tonnen schwerer Aussichtsturm aus 160 Kubikmetern heimischem Fichtenholz mit Infozentrum und Plattform in 40 Metern Höhe, zugänglich (10., Favoritenstraße 51). Die Holzkonstruktion soll bis 2015 bestehen bleiben und in der Folge auch auf andere Großbaustellen übersiedeln.[6] Vom Turm aus sind der Bauplatz des neuen Bahnhofs, die beiderseits des Bahnhofs vorgesehenen neuen Stadtteile und die bestehenden Begrenzungen des Areals (Wiedner Gürtel, Schweizer Garten, Arsenal, Gudrunstraße und Sonnwendgasse) zu sehen.
2011 wurden die Tragwerke der rund 25.000 Quadratmeter großen rautenförmigen Dachkonstruktion installiert, die die Bahnsteige 3 bis 12 überdeckt. Ebenso haben 2011 die Gleisbauarbeiten begonnen; im Dezember 2012 soll der Hauptbahnhof auf vier Gleisen befahrbar sein und die Züge der Ostbahn aufnehmen. Auch die Vorbereitungen für den Campus der zukünftigen Zentrale der Erste Group wurden 2011 begonnen. Ab 2012 werden die ersten Wohngebäude im Sonnwendviertel gebaut.[7] 2015 soll der Bahnhof in Vollbetrieb genommen werden; die BahnhofCity frühestens ein Jahr später.[8]
Das Dach über den Bahnsteigen ist eine offene Konstruktion bestehend aus 2 Hälften. Eine Hälfte besteht von oben gesehen aus 5 Reihen abwechselnd geneigter Trapezflächen, die pro Reihe so halb-versetzt sind, dass zwischen den Dachflächen eine vertikale Öffnung entsteht, die verglast wird und Licht unter das Dach bringt. Zusätzlich existieren zwischen 2 Zwillingsstützen Oberlichter an den höchsten Punkten der Dachflächen. Die Unterseite der Dachkonstruktion ist in Dreiecksflächen aufgelöst, wobei diese zu den Zwillingsstützen hin geneigt sind. Zum Südtiroler Platz verjüngt sich dieses Ensemble von Dachflächen, der Südbahn folgend.
Die andere Hälfte des Daches besteht aus Flachdächern, die sich am Ende nach oben schwingen.
Die Bahnsteige werden etwa 7 Meter, der höchste Dachflächenpunkt etwa 23 Meter über Straßenniveau liegen. Das Innere des Daches besteht aus mehreren miteinander verbundenen Stahlstäben (Fachwerk).
Der Hauptbahnhof wird oberirdisch über fünf Inselbahnsteige (oder Mittelbahnsteige) mit je zwei Gleisen sowie zwei Durchfahrtsgleise ohne Bahnsteig verfügen. Entsprechend der Bahnsteignummerierung der ÖBB werden diese zehn Bahnsteige bzw. Gleise von Nord nach Süd mit 3 bis 12 bezeichnet, da die Nummern 1 und 2 für die unterirdische S-Bahn-Station vorgesehen sind:
Die beiden bestehenden Seitenbahnsteige der Schnellbahn-Haltestelle Wien Südtiroler Platz werden informationstechnisch als Gleise 1 und 2 in den Hauptbahnhof integriert. Die Entscheidung, diesen beiden Gleisen, die auf 210 m Bahnsteiglänge ausgebaut wurden, die Nummern 1 und 2 vorzubehalten, ergab sich daraus, dass die Haltestelle nach ihrer Umbenennung in elektronischen Zuganzeigen als Teil des Hauptbahnhofs aufscheinen wird und dass diese beiden Gleise auf Grund des dichten S-Bahn-Intervalls die meistbefahrenen unter diesem Bahnhofsnamen sein werden.
Die Planung rechnet für 2025 inklusive S-Bahn Wien mit bis zu 120.000 Reisenden und bis zu 1.000 Zügen pro Tag. Im Bahnhof wird es auf 20.000 Quadratmeter Fläche etwa 100 Geschäfte und Gastronomiebetriebe geben.[1]
Unterhalb des Bahnhofs entstehen diverse Unterführungen für öffentlichen und privaten Verkehr (u. a. Gertrude-Fröhlich-Sandner-Straße mit Autobuslinie 69A und Karl-Popper-Straße mit Straßenbahnlinie D), Abstellplätze für 600 PKW und für 1.100 Fahrräder. Entlang der nördlichen Längsseite des Bahnhofs wird die Canettistraße zum Schweizer Garten führen (und im östlichen Abschnitt von der Linie D befahren werden), entlang der südlichen Längsseite wird die Gerhard-Bronner-Straße eine Verbindung von Südtiroler Platz/Sonnwendgasse zur Alfred-Adler-Straße (Linie 69A) sein, die 10. und 3. Bezirk durch das Neubaugebiet (und unter den neuen Gleisen durch) verbinden wird.
Der Hauptbahnhof wird über die Linien der hier unterirdischen S-Bahn-Stammstrecke (derzeit acht Linien), die U-Bahnlinie U1, die Straßenbahnlinien D, O und 18 sowie die Autobuslinien 13A und 69A an das öffentliche Nahverkehrsnetz Wiens angebunden; drei weitere S-Bahn-Linien der Ostbahn halten direkt in der Haupthalle. Es ist geplant, dass die Linie D (mit einer Haltestelle in der Karl-Popper-Straße direkt unter den Bahnsteigen) den Hauptbahnhof unterquert und entlang des geplanten Wohngebiets bis zur Gudrunstraße / Absberggasse verlängert wird. Auch die Linie 69A soll zur Erschließung des neuen Stadtviertels verlängert werden; sie wird ihre Schleife auf der den Bahnhof unterführenden Gertrude-Fröhlich-Sandner-Straße machen und die Alfred-Adler-Straße in voller Länge bedienen. Um die Stadtteile beiderseits des neuen Bahnhofsareals zu verbinden, sind drei Unterführungen (zwei davon direkt unter den Bahnsteigen), die so genannte Südbahnhofbrücke (über die Ostbahn zur Arsenalstraße) und der Arsenalsteg geplant.[1] Die Tragwerke von Brücke und Steg waren Ende 2011 bereits in Position, die Zufahrtswege noch in Arbeit.
Zur Verbindung des Hauptbahnhofs mit der Station Gudrunstraße der Linie U2, die bis 2019 in das neue Stadtviertel im Südosten des Hauptbahnhofes verlängert werden soll, war ein Cable Liner[9] im Gespräch. Auf Grund der kritischen Finanzlage des Staates wurde diese Idee im ersten Halbjahr 2010 ad acta gelegt.
Durch den Wegfall des Frachtenbahnhofs und die schlankere Anordnung des neuen Bahnhofs entstanden große Freiflächen. Auf 80 Hektar (brutto) sind der Bahnhof und zwei neue Stadtteile im Entstehen.[10]
Das Quartier Belvedere genannte Geschäftsviertel mit dem neuen Hauptbahnhof in der Diagonale, das Viereck Wiedner Gürtel–Arsenalstraße–Alfred-Adler-Straße–Sonnwendgasse, wird Bürogebäude für rund 20.000 Arbeitsplätze umfassen. Unter anderem entstehen hier die neue Konzernzentrale der Österreichischen Bundesbahnen und (auf dem Bauplatz des demolierten Südbahnhofs Ecke Wiedner Gürtel/Arsenalstraße) ein Bürohochhaus für den Bankenkonzern Erste Group. Die Gebäude werden so angeordnet, dass das Stadtbild mit den Blickachsen im Bereich des nahen Schlosses Belvedere nicht beeinträchtigt wird. Die Verbindung zwischen dem nördlich und dem südlich des Bahnhofs gelegenen Teil des Viertels erfolgt durch Unterführungen unter dem Bahnhof im Zuge der Gertrude-Fröhlich-Sandner-Straße und der Karl-Popper-Straße sowie unter der Ostbahn im Zuge der Alfred-Adler-Straße.
Im südlich der Alfred-Adler-Straße angrenzenden Sonnwendviertel, das nordöstlich von der Trasse der Ostbahn begrenzt wird, sind etwa 5.000 Wohnungen, die um den 8 Hektar großen Helmut-Zilk-Park errichtet werden sollen, sowie zwischen diesem Park und der Gudrunstraße ein Campus genanntes Gebiet für Schulen und Kindergärten (20.000 Quadratmeter, Fertigstellung bis Herbst 2014) geplant. Für den direkt östlich der Sonnwendgasse gelegenen Teil des Viertels ist der Bauträgerwettbewerb für 1.160 von der Stadtverwaltung geförderte Wohnungen abgeschlossen. (Es war der bisher umfangreichste Bauträgerwettbewerb in Wien.) Die Ostbahn wird auf dem Arsenalsteg (der direkt ins Arsenal führt) und auf der Südbahnhofbrücke (zwischen Gudrunstraße und Franz-Grill-Gasse) überquert. Die Planung der noch nicht begonnenen südlichen Verlängerung der U-Bahn-Linie U2 sieht vor, dass die Strecke, vom Arsenal kommend, durch das Viertel bis zur Gudrunstraße führen wird.
Kritiker bemängeln hauptsächlich das städtebauliche und architektonische Programm des zukünftigen Hauptbahnhofareals.[11]
Kritiker sehen keine betriebliche Notwendigkeit für den Neubau des Hauptbahnhofs.[4]