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| Wienerberger AG | |
|---|---|
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| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | AT0000831706 |
| GrĂĽndung | 1819 |
| Sitz | |
| Leitung | Heimo Scheuch (Vorstandsvorsitzender) |
| Mitarbeiter | 11.848 (2010)[1] |
| Umsatz | 1.744,8 Mio. EUR (2010)[1] |
| Branche | Baustoffhersteller |
| Produkte | Wand-, Dach- und Flächenbefestigungen |
| Website | www.wienerberger.com |
Das Unternehmen Wienerberger AG ist ein großer internationaler Hersteller von gebrannten Ziegeln und anderen Baustoffen. Die Konzernzentrale des Unternehmens befindet sich in Wien, im Jahr 2010 waren in 245 Werken in 27 Ländern 11.848 Mitarbeiter beschäftigt.
Durch den Trend in den USA, Bauten aus festen Baustoffen zu errichten, der nicht zuletzt durch den Hurrikan Katrina im Jahr 2005 gesteigert wurde, gelang es Wienerberger auch in den USA durch General Shale Brick Inc. zur Nummer eins aufzusteigen.
Inhaltsverzeichnis |
Das Unternehmen wurde 1819 von Alois Miesbach (1791-1857) in Wien gegründet. Basis waren die reichen Vorkommen an tonhaltigen Lehmen am Südrand von Wien (Raum Wienerberg). Nach dessen Tod im Jahre 1857 wurde das Unternehmen von seinem Neffen Heinrich von Drasche-Wartinberg übernommen und auf einen Mitarbeiterstand von knapp 10.000 gebracht. Die Arbeitsbedingungen in den Ziegelgruben waren branchenüblich schlecht und hatten sich 1869 nach dem Börsengang des Unternehmens weiter verschlechtert. Die meist aus Böhmen und Mähren stammenden Lohnarbeiter („Ziegelböhm“) mussten im Schnitt 15 Stunden täglich arbeiten, Wochenende oder arbeitsfreie Tage gab es nicht. Der Lohn wurde überdies meist nicht in Geld sondern in Blechmarken ausbezahlt (Trucksystem; „truck“ bedeutet Tausch bzw. Tauschhandel), die nur in den betriebseigenen Kantinen eingelöst werden konnten. Diese Zustände griff der junge Arzt und Journalist Victor Adler in seinen sozialkritischen Reportagen auf, die eine Entwicklung einleiteten, die Victor Adler 1888 zum Parteivorsitzenden der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) und erfolgreichen Sozialreformer werden ließen. Bei den Ziegelwerken brachte sie zunächst die Abschaffung des Trucksystems und nach dem Ziegelarbeiterstreik des Jahres 1895 weitere soziale Reformen.
Die Gesellschaft konnte vom großen Bauboom der Gründerzeit profitieren und schüttete im Jahr 1887 insgesamt 490.000 Gulden an Dividende aus, was einem Gewinnanteil von 12 Prozent entsprach. Auch in Kroatien, Ungarn und Böhmen hatte die Firma Werke, die sie aber in Folge des Ersten Weltkrieges im Jahr 1918 verlor. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden 1945 große Teile der Erzeugungsstätten bei Wien durch Bombenangriffe zerstört.
Schwierigen Zeiten nach Kriegsende und der erfolgreiche Vormarsch des Baustoffes Beton erforderte eine Expansion auch in diesem Bereich. Der Bedarf an Baumaterialien zur Sanierung der Kriegsschäden brachte nach dem Krieg einen erneuten Aufschwung.
Im Jahr 1969 erhielt das Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und damit das Recht zur Führung des Bundeswappens im Geschäftsverkehr.
Im Jahre 1986 begann die Wienerberger AG unter der Leitung von Erhard Schaschl, Wolfgang Reithofer und Paul Tanos internationale Standorte aufzubauen und übernahm zuerst deutsche Hersteller, so die Firma Oltmanns aus Jeddeloh I, den bis dahin europaweit führenden Hersteller von Porotonziegeln. 1990 baute sie auch sofort nach der Ostöffnung ihre Standbeine in den ehemals Ostblock-Ländern aus (1990 Ungarn).
Die Konzernzentrale ist in Wien im Vienna Twin Tower, die Österreichzentrale nach wie vor im Gebiet der Gründung in Hennersdorf südlich der Wiener Stadtgrenze in Niederösterreich.
Nach weiteren Ăśbernahmen (1996: Terca/Benelux, 1999: General Shale/USA, ZZ Wancor/Schweiz, Mabo/Skandinavien, 2000: Cherokee Sanford/USA, 2001: Optiroc/Nordeuropa, 2002: Hanson plc/Europa, 2003: Koramic Roofing) entwickelt sich der Konzern Anfang der 2000er Jahre zum WeltmarktfĂĽhrer auf dem Ziegelsektor und der Nummer zwei bei Dachziegeln.
Aufgrund des hohen Engagements in Zentral und Osteuropa musste Wienerberger in der ersten Hälfte des Jahres 2009 einen Verlust von 204 Mio. € hinnehmen, der Umsatz fiel im gleichen Zeitraum um fast 30 %. Im gleichen Zeitraum konnte der Wert pro Aktie um 19 % zulegen[2]. In Folge dieser Entwicklungen hat die Wienerberger AG am 14. September 2009 eine Kapitalerhöhung mit bis zu 33.579.075 neue Aktien angekündigt, was 40 % des bestehenden Aktienkapitals entspricht.[3]
Im Jahr 2012 übernahm Wienerberger auch die zweite Hälfte vom Rohrhersteller Pipelife von der Schweizer Firma Solvay.[4]
| Jahr | Umsatz | EBITDA | EBIT |
|---|---|---|---|
| 2003 | 1.826,9 Mio. € | 349,9 Mio. € | 190,2 Mio. € |
| 2004 | 1.758,8 Mio. € | 405,4 Mio. € | 257,5 Mio. € |
| 2005 | 1.954,6 Mio. € | 428,4 Mio. € | 270,3 Mio. € |
| 2006 | 2.225,0 Mio. € | 471,9 Mio. € | 299,6 Mio. € |
| 2007 | 2.447,3 Mio. € | 551,2 Mio. € | 353,1 Mio. € |
| 2008 | 2.431,4 Mio. € | 440,1 Mio. € | 239,8 Mio. € |
| 2009 | 1.816,9 Mio. € | 208,6 Mio. € | 19,0 Mio. € |
| 2010 | 1.744,8 Mio. € | 210,8 Mio. € | 10,7 Mio. €[1] |
2004 verlieh Wienerberger zum ersten Mal den internationalen Architekturpreis Brick Award. Der mit 21.000 € dotierte Preis zeichnet alle zwei Jahre zeitgenössische europäische Ziegelarchitektur aus.
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