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Wilhelm Schmid (SA-Mitglied)

Wilhelm Schmid

Wilhelm Schmid (* 3. Juni 1889 in MĂŒnchen; † 30. Juni 1934 in Stadelheim) war ein deutscher Politiker (NSDAP) und SA-FĂŒhrer. Von 1933 bis 1934 saß Schmid als Abgeordneter im Reichstag.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Schmid wurde 1889 als Sohn einer katholischen Familie in MĂŒnchen geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und dem Abitur am Wilhelmsgymnasium[1] trat er 1909 als Fahnenjunker in das 11. Infanterie-Regiment der Bayerischen Armee in MĂŒnchen ein. 1911 zum Offizier befördert, nahm er von 1914 bis 1918 mit dem 23. Infanterie-Regiment am Ersten Weltkrieg teil, in dessen Verlauf er nacheinander als ZugfĂŒhrer, KompaniefĂŒhrer und BataillonsfĂŒhrer tĂ€tig war.

Nach dem Krieg schloss Schmid sich als Hauptmann dem Freikorps Epp an, mit dem er sich an den bĂŒrgerkriegsĂ€hnlichen Auseinandersetzungen im Deutschen Reich in den Jahren 1919/20 beteiligte. In MĂŒnchen zerschlug das Freikorps die MĂŒnchner RĂ€terepublik und im Ruhrgebiet beteiligte es sich an der Niederschlagung von ArbeiteraufstĂ€nden.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Freikorps Epp gehörte Schmid als Kompaniechef zunĂ€chst dem Reichswehr-Infanterie-Regiment 42 an und war ab 16. Mai 1920 in gleicher Funktion im Infanterie-Regiment 19 der Reichswehr, aus der er bereits im FrĂŒhjahr 1921 ausschied. Im Jahr 1923 schloss er sich der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) an. Im November desselben Jahres beteiligte er sich am Hitler-Ludendorff-Putsch.

Als die NSDAP – nach knapp eineinhalbjĂ€hrigen Verbot von Ende 1923 bis Anfang 1925 – im FrĂŒhjahr 1925 neu gegrĂŒndet wurde, trat Schmid ihr zunĂ€chst nicht wieder bei. Stattdessen arbeitete er in den folgenden Jahren als kaufmĂ€nnischer Vertreter und war zeitweise arbeitslos. Erst am 1. Februar 1931 trat Schmid, der damals in der Mainzerstraße 7a in MĂŒnchen lebte, erneut in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 505.892). In den folgenden Jahren machte er Karriere in der Sturmabteilung (SA), der Privatarmee der NSDAP, in der er auf Veranlassung seines Freundes Ernst Röhm, der seit 1931 als Stabschef der SA amtierte, in den Stab des Obersten SA-FĂŒhrers berufen wurde. Dort leitete er bis 1934 die Personalabteilung der SA und war als GruppenfĂŒhrer der SA-Gruppe Hochland neben August Schneidhuber, dem PolizeiprĂ€sidenten von MĂŒnchen, der ranghöchste Vertreter der SA in MĂŒnchen.

AnlĂ€sslich der Reichstagswahl vom November 1933 wurde Schmid Abgeordneter des nationalsozialistischen Reichstags, in dem er bis zu seinem Tod im Juni 1934 den Wahlkreis 30 (Chemnitz-Zwickau) vertrat. Sein Mandat wurde anschließend fĂŒr den Rest der Wahlperiode von Wilhelm Bösing fortgefĂŒhrt.

Im Zuge der als „Röhm-Putsch“ bekannt gewordenen „politischen SĂ€uberungswelle“ der Nationalsozialisten vom FrĂŒhsommer 1934 wurde Schmid in der Nacht zum 30. Juni 1934 zusammen mit Schneidhuber von dem nach MĂŒnchen gekommenen Hitler persönlich vorgeladen und des Verrats gegen ihn, Hitler, und die NSDAP bezichtigt: Hitler enthob Schmid und Schneidhuber unter Verweis auf einige AufmĂ€rsche der MĂŒnchener SA, die bei ihm den Eindruck einer Erhebung der SA erweckt hatten, aller ihrer Ämter und riss ihnen die Orden und Rangabzeichen von ihren Uniformen. Anschließend ließ er sie verhaften und ins GefĂ€ngnis Stadelheim bringen, wo Schmid und Schneidhuber am Nachmittag des 30. Juni zusammen mit vier weiteren SA-FĂŒhrern (Hans Hayn, Edmund Heines, Hans Peter von Heydebreck und Hans Erwin von Spreti-Weilbach) von der SS erschossen wurden.

Archivalien

  • Parteikorrespondenz zu Wilhelm Schmid (Bundesarchiv Berlin: Bestand PK Film Q 51 "Schmidt, Wilhelm - Schmid, Willi", Bilder 381-388)

Literatur

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Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Jahresbericht ĂŒber das K. Wilhelms-Gymnasium in MĂŒnchen. ZDB-ID 12448436, 1908/09
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