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Wilhelm von Christ

Wilhelm von Christ

Wilhelm von Christ (* 2. August 1831 in Geisenheim in Hessen-Nassau; † 8. Februar 1906 in München) war ein deutscher klassischer Philologe.

Der Sohn eines Bäckers und einer Müllerstochter besuchte das Gymnasium in Hadamar und studierte ab 1850 in München bei Karl Halm, Friedrich Thiersch, Karl von Prantl und Leonhard Spengel, anschließend in Berlin bei Friedrich Adolf Trendelenburg, August Boeckh und Franz Bopp. 1853 wurde er in Berlin mit einer Arbeit über Aristoteles promoviert und ging als Lehrer an das Maximiliansgymnasium in München. 1860 wurde Christ außerordentlicher Professor für klassische Philologie an der Universität München, 1863 ordentlicher Professor. 1891/1892 war er Rektor der Universität. Eine Verbindung zum Schulwesen behielt er als Mitglied des Obersten Schulrats in Bayern (1872) und der Reichsschulkommission (1890).

Seit 1858 war Christ außerordentliches, seit 1864 ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, in deren Schriftenreihen er zahlreiche Abhandlungen veröffentlichte. Mit der Verleihung des Bayerischen Kronenordens 1876 wurde er in den persönlichen Adelsstand erhoben. 1893 ernannte ihn das Deutsche Archäologische Institut zum ordentlichen Mitglied.

Christ beschäftigte sich mit zahlreichen Themen sowohl aus der griechischen als auch aus der lateinischen Literatur. Textausgaben veröffentlichte er u. a. von Pindar, Aristoteles und der Ilias Homers. Bleibende Bedeutung hatten vor allem seine Arbeiten zur Metrik und seine Geschichte der griechischen Literatur für das Handbuch der Altertumswissenschaft, die in mehreren Auflagen erschien, nach seinem Tod weitergeführt von Otto Stählin und Wilhelm Schmid.

Schriften

  • Studia in Aristotelis libros metaphysicos collata. Diss. Berlin 1853.
  • Grundzüge der griechischen Lautlehre. Teubner, Leipzig 1859.
  • Von der Bedeutung der Sanskritstudien für die griechische Philologie. Weiß, München, 1860
  • Metrik der Griechen und Römer. Teubner, Leipzig 1874; 2. Auflage 1879. Nachdruck: Gerstenberg, Hildesheim 1972.
  • (mit J. Lauth): Führer durch das K. Antiquarium in München. München 1870 (mehrere Neuausgaben).
  • Geschichte der griechischen Litteratur bis auf die Zeit Justinians. Beck, München 1889; 4. Auflage 1905.
  • Reform des Universitätsunterrichtes. Wolf, München 1891 (Rektoratsantrittsrede).
Ausgaben
  • Pindar: Carmina. Teubner, Leipzig 1869. Zahlreiche Neuauflagen.
  • (mit Math. Paranikas): Anthologia Graeca carminum Christianorum. Teubner, Leipzig 1871. Nachdruck Olms, Hildesheim 1963.
  • Aristoteles: Ars poetica. Teubner, Leipzig 1878. Zahlreiche Neuauflagen/Nachdrucke.
  • Homer: Ilias. Teubner, Leipzig 1884.
  • Aristoteles: Metaphysik. Teubner, Leipzig 1886. Zahlreiche Neuauflagen/Nachdrucke.

Literatur

Weblinks

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