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Die Wirtschaft Nordrhein-Westfalens ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt (2009: 521,7 Milliarden Euro) die gröĂte Volkswirtschaft aller deutschen LĂ€nder. In Nordrhein-Westfalen wird rund 22% des deutschen Bruttoinlandsprodukts erzeugt.
Besonders kennzeichnend sind die industriellen Zentren an Rhein und Ruhr, die ihre Wurzeln maĂgeblich in der Montanindustrie haben. Wiederkehrende Stahl- und Kohlekrisen nach dem Zweiten Weltkrieg fĂŒhrten im Land zu einem tiefgreifenden Strukturwandel hin zu einer heute vor allem durch den Dienstleistungssektor geprĂ€gten Wirtschaft.
Inhaltsverzeichnis |
Land von Kohle und Stahl war in den 1950er und 1960er Jahren eine durchaus treffende Selbst- und Fremdbeschreibung fĂŒr Nordrhein-Westfalen. Das montanindustrielle Ruhrgebiet war nach dem Wiederaufbau wieder eine der wichtigsten Industrieregionen Europas und hat zum Wirtschaftswunder nicht nur im Land, sondern in der gesamten Bundesrepublik entscheidend beigetragen.
Allerdings ist hervorzuheben, dass andere Regionen in Nordrhein-Westfalen eine wesentlich lĂ€ngere gewerbliche Tradition aufweisen als das erst im 19. Jahrhundert industrialisierte Ruhrgebiet. Die Textilindustrie hatte etwa in Ostwestfalen, in Teilen des bergischen Landes (Wuppertal), im Raum Krefeld-Mönchengladbach, im WestmĂŒnsterland und anderen Teilen des Landes den Ăbergang vom Heimgewerbe zur Fabrikproduktion bereits um 1800 erfolgreich vollzogen. In weiten Teilen SĂŒdwestfalens und des Bergischen Landes war die Eisenerzeugung und -verarbeitung in unterschiedlichen Formen seit der frĂŒhen Neuzeit verbreitet. Andere Teile des Landes blieben dagegen lange Zeit weiter landwirtschaftlich geprĂ€gt. Dazu gehörte etwa das obere Sauerland, weite Teile des Niederrheins, die Eifel, weite Teile des MĂŒnsterlandes und des Hochstifts Paderborn. Nicht zu vergessen ist, dass sich am Rhein und anderen Standorten etwa mit der Chemieindustrie und dem Maschinenbau im spĂ€ten 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert fĂŒr das Land wichtige neue Industriezweige ansiedelten. Dagegen blieb der in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts die fĂŒr andere LĂ€nder bedeutende Automobilindustrie (sieht man einmal von den Deutz-/ und Ford-Werken in Köln und spĂ€ter der Opel-Fabrik in Bochum und dem Mercedes-Benz-Sprinter-Werk in DĂŒsseldorf ab) unterentwickelt. Insgesamt aber kam keine dieser Regionen an die wirtschaftliche und bevölkerungsgeschichtliche Dynamik des âReviersâ heran.
SpĂ€testens seit den 1960er Jahren begannen sich die negativen Seiten dieser industriellen Monostruktur zu zeigen. Immer wiederkehrende Stahl- und Kohlekrisen lieĂen den montanindustriellen Sektor immer mehr zusammenschmelzen. Zwar blieben Montanunternehmen wie die RAG Aktiengesellschaft oder ThyssenKrupp regional wichtige Arbeitgeber, waren aber keine Wachstumsmotoren mehr. Dagegen erlebten im produzierenden Sektor die mittelbetrieblichen Unternehmen jenseits des Ruhrgebiets insbesondere im Maschinenbau, der metall- und eisenverarbeitenden Industrie einen erheblichen Aufschwung. WĂ€hrend in Teilen des Ruhrgebiets und den GroĂstĂ€dten des Rheinlandes der Bildungs-, Medien- und Dienstleistungssektor ein immer stĂ€rkeres Gewicht erlangten, nahm der gewerbliche BeschĂ€ftigtenanteil in ehemals eher peripheren Regionen mit mittelstĂ€ndischer Wirtschaftsstruktur deutlich zu. Im Sauerland sind etwa heute deutlich mehr Menschen im produzierenden Gewerbe beschĂ€ftigt als im Ruhrgebiet. Der Strukturwandel fiel in Nordrhein-Westfalen regional sehr unterschiedlich aus. Das Ruhrgebiet und die GroĂstĂ€dte im âBergischen StĂ€dtedreieckâ (Remscheid, Wuppertal, Solingen) wurden dabei hart getroffen. Die Arbeitslosigkeit ist dort teilweise deutlich ĂŒber dem Landesdurchschnitt. Anders verlief es in den anderen Regionen. Die StĂ€dte am Rhein, vor allem die GroĂstĂ€dte DĂŒsseldorf, Neuss, Köln und Bonn können seit Jahren sehr gute Wirtschaftsdaten aufweisen. DĂŒsseldorf selbst gehört zu den 5 wirtschaftsstĂ€rksten StĂ€dten Deutschlands. Das MĂŒnsterland und das Bergische Land (mit Ausnahme des StĂ€dtedreiecks) erleben einen sehr starken RĂŒckgang der Arbeitslosigkeit. Dieser ist mittlerweile deutlich unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt.[1]
Siehe auch: Geschichte Nordrhein-Westfalens
Trotz des Strukturwandels und des jahrelangen unterdurchschnittlichen Wirtschaftswachstums bildete das Land mit einem BIP von 521,7 Milliarden Euro im Jahr 2009 das wirtschaftsstĂ€rkste Land Deutschlands.[2] Das Land erwirtschaftet damit rund 21,7 Prozent (Jahr 2009) der deutschen Wirtschaftsleistung. Jeder Nordrhein-Westfale erzielt 2009 statistisch eine Wertschöpfung von rund 29.150 Euro (Deutschland: ca. 29.400). Jeder ErwerbstĂ€tige erwirtschaftete 2009 statistisch rund 60.157 Euro (Deutschland: ca. 59.784). Damit bewegt sich Nordrhein-Westfalen in der Pro-Capita-Betrachtung im Mittelfeld der LĂ€nder Westdeutschlands (nur Baden-WĂŒrttemberg, Bayern, Bremen, Hamburg und Hessen erzielten 2009 je Einwohner ein höheres BIP in der Bundesrepublik).[3] Im Vergleich mit dem BIP der EU, ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards, erreichte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2005 einen Index von 114,6 (EU 27: 100 Deutschland: 115,2)[4] Im Jahr 2007 konnte ein Wirtschaftswachstum von 5,5 % verbucht werden. Dieser Wert liegt ĂŒber dem Bundesdurchschnitt und ist der höchste Wachstumswert eines westdeutschen Landes. 2008 war das Land mit einem BIP-Wachstum von 3,2 Prozent das Land mit dem vierthöchsten Wachstum aller LĂ€nder. Im Krisenjahr 2009 wurde das industrialisierte Nordrhein-Westfalen besonders hart getroffen. 2009 ging das BIP um 4,7 Prozent zurĂŒck und wurde damit in negativer Hinsicht nur noch von zwei LĂ€ndern ĂŒbertroffen.[3] Folgende Tabelle fasst die Entwicklung der Wirtschaftsleistung seit 1992 zusammen:
| Jahr | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| BIP in Mrd. ⏠| 388,19 | 390,5 | 403,5 | 418,4 | 419,9 | 429,8 | 441,1 | 446,0 | 454,3 | 461,9 | 468,6 | 471,3 | 483,2 | 489,0 | 505,8 | 530,3 | 547,5 | 521,7 |
| VerĂ€nderung gegenĂŒber dem Vorjahr in Prozent | 5,2 | 0,6 | 3,3 | 3,7 | 0,4 | 2,4 | 2,6 | 1,1 | 1,8 | 1,7 | 1,5 | 0,6 | 2,5 | 1,2 | 3,4 | 5,5 | 3,2 | -4,7 |
| BIP je Einwohner in tausend ⏠| 22,06 | 22,03 | 22,68 | 23,44 | 23,44 | 23,92 | 24,54 | 24,80 | 25,23 | 25,62 | 25,94 | 26,04 | 26,52 | 26,96 | 27,81 | 29,44 | 30,47 | 29,15 |
Jeder Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen erhielt statistisch in 2009 ein Bruttoarbeitsentgelt von 28.056 Euro (2001=22.262 âŹ). Dieser Wert liegt nur leicht ĂŒber dem bundesdeutschen Schnitt von 27.648 ⏠(Deutschland: 19.691 âŹ).[6]
Die Zahl der ErwerbstĂ€tigen in Nordrhein-Westfalen liegt bei rund 8,6 Millionen im Jahresdurchschnitt fĂŒr das Jahr 2009. Die Arbeitslosenquote betrĂ€gt 8,3 % (Februar 2012)[7]. Dieser Wert liegt ĂŒber der bundesdeutschen und westdeutschen Arbeitslosenquote (Deutschland: 7,4 % (Februar 2012)[8]. Westdeutschland: 6,2 % (Februar 2012)[9]). Die Arbeitslosigkeit ist nach Bremen die zweithöchste aller westdeutschen LĂ€nder.[10]
| Jahr | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ErwerbstÀtige in Tsd. (Jahresdurchschnitt)[11] | 8034 | 8101 | 7993 | 7908 | 7874 | 7886 | 7937 | 8085 | 8243 | 8511 | 8468 | 8382 | 8433 | 8420 | 8445 | 8572 | 8689 | 8673 | |
| Arbeitslosenquote in Prozent (jeweils 31. Dez.)[12] | · | · | · | · | · | · | · | · | 9,5 | 9,9 | 10,5 | 10,9 | 11,4 | 12,9 | 11,2 | 9,6 | 9,0 | 9,6 | 8,1 |
Auch wenn immer noch Teile des alten Reviers hohe Arbeitslosenzahlen aufweisen, ist der Strukturwandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft in den industriellen Kernen insgesamt in den letzten Jahrzehnten weit fortgeschritten. Der Dienstleistungssektor ist dabei mittlerweile der Sektor mit den meisten BeschÀftigten. Insgesamt unterscheidet sich die sektorale Verteilung der ErwerbstÀtigen nunmehr unwesentlich vom Bundesdurchschnitt.[13] Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung seit 1950:
| Sektor | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 1992 | 1996 | 2006 | 2009 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Land-/Forstwirtschaft | 11,7 | 6,6 | 3,5 | 2,4 | 1,9 | 1,7 | 1,4 | 1,5 |
| Produzierendes Gewerbe (mit Baugewerbe) | 54,2 | 56,2 | 53,8 | 40,7 | 38,5 | 34,1 | 24,5 | 23,7 |
| Handel, Verkehr, NachrichtenĂŒbermittlung | 16,7 | 17,7 | 18,5 | 20,0 | 20,6 | 21,1 | 26,2 | 26,2 |
| Sonstige Dienstleistungen | 17,4 | 19,4 | 24,3 | 36,9 | 39,0 | 43,1 | 47,9 | 48,6 |
Nach Erhebungen des amerikanischen Wirtschaftsmagazins Fortune haben vier der hundert umsatzstĂ€rksten Unternehmen der Welt ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen.[17] Von den 30 DAX-Unternehmen haben zehn ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen, davon alleine drei in DĂŒsseldorf, zwei (ehemalige Post) in Bonn, sowie zwei in Essen. Daneben gibt es zahlreiche familiengefĂŒhrte Unternehmen. Von den zehn umsatzstĂ€rksten Familienunternehmen Deutschlands sind nach SchĂ€tzungen sechs in Nordrhein-Westfalen angesiedelt.[18] Die 30 umsatzstĂ€rksten Unternehmen des Landes sind:
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Die landeseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.INVEST ist zustĂ€ndig fĂŒr die Akquisition und die Betreuung von auslĂ€ndischen Unternehmen und das internationale Marketing fĂŒr den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. [20] [21]
Deutschlandweit kann das Land mit rund 135 Millionen ⏠(29 Prozent aller Direktinvestionen in Deutschland, beide Stand Ende 2009) die meisten auslĂ€ndischen Direktinvestitionen aller deutschen LĂ€nder verbuchen.[22] Einen Sitz, in vielen FĂ€llen auch Tochterunternehmen, in Nordrhein-Westfalen haben beispielsweise die auslĂ€ndischen GroĂunternehmen BP[19], 3M[23], Ericsson[24], Ford[25], LG Electronics[26], QVC[27], Toyota[27] oder Vodafone[28].
Seit Jahrzehnten sinkt die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und der in der Landwirtschaft BeschĂ€ftigten im Land. 1970 gab es noch fast 130.000 landwirtschaftliche Betriebe, im Mai 2005 waren es nur noch rund 51.000. Die Lage bei den forstwirtschaftlichen Betrieben war Ă€hnlich. Hier ging die Anzahl der forstwirtschaftlichen Betriebe von rund 11.700 (1979) auf rund 3.000 zurĂŒck (Mai 2005). Die forstwirtschaftlich genutzte FlĂ€che â also praktisch fast alle WĂ€lder â stieg im Gegensatz zur landwirtschaftlich genutzten FlĂ€che in den angegebenen ZeitrĂ€umen um rund 10 Prozent an. Die landwirtschaftlich genutzte FlĂ€che ging um fast 10 Prozent zurĂŒck. Gestiegen ist in beiden Bereichen vor allem die Anzahl mit einer bewirtschafteten FlĂ€che von ĂŒber 50 Hektar.[29] Die Schwerpunkte der Landwirtschaft sind vor allem das MĂŒnsterland, Ostwestfalen-Lippe und die anderen relativ flachen Bereiche auĂerhalb der Metropolregionen. Rund 70 % des landwirtschaftlich genutzten Landes ist Ackerland. Rund 43 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen NutzflĂ€che ist AnbauflĂ€che fĂŒr Getreide (v.a. Weizen, Gerste und Corn-Cob-Mix). Die nĂ€chstgröĂeren AnbauflĂ€chen werden fĂŒr Futterpflanzen (11 % der gesamten landwirtschaftlichen NutzflĂ€che; v.a. Silomais), ZuckerrĂŒben (4 %), Raps und RĂŒbsen (4 %) genutzt. Die FlĂ€che fĂŒr den Weinbau ist sehr gering und befindet sich hauptsĂ€chlich im Mittelrheintal im SĂŒdwesten des Landes.[30] Fast die HĂ€lfte der landwirtschaftlichen Betriebe halten Rinder, etwas ĂŒber ein Viertel Schweine.[31]
Die wichtigsten Industriebranchen des Landes sind der Maschinenbau, die Elektroindustrie, die Automobilindustrie und die Kunststoff- und Chemiebranche.
Der Bergbau im Land hat sehr stark an Bedeutung verloren. Zwar sind noch rund 34.000 Menschen (Stand 2010) in dieser Branche beschĂ€ftigt (davon 29300 im Kohlebergbau), dies entspricht jedoch weit weniger als 1 % aller BeschĂ€ftigten.[32] Zurzeit sind im Land noch 4 Steinkohlebergwerke in Betrieb und drei Kokereien (Kokerei Prosper, Kokerei Schwelgern und Kokerei der HĂŒttenwerke Krupp Mannesmann). Die Steinkohlebergwerke werden alle von der Deutsche Steinkohle AG betrieben. Wenn die Subventionen wie geplant 2018 eingestellt werden, wird die Ăra des Steinkolebergbaus im Land nach heutigem Ermessen beendet sein.[33] Einst waren in Nordrhein-Westfalen rund 660.000 Menschen im Bergbau beschĂ€ftigt.[34] In Nordrhein-Westfalen befindet sich mit dem Rheinischen Braunkohlerevier das gröĂte Braunkohlerevier Europas, u. a. mit den Tagebauen Hambach und Garzweiler. Die Braunkohleförderung wurde im Gegensatz zur Steinkohle nie subventioniert. Sie kommt mit sehr wenig Personal aus.
Mit ĂŒber 207.000 BeschĂ€ftigten (21,8 Prozent Anteil in Deutschland) ist der Maschinenbau der gröĂte Industriezweig des Landes. Die Unternehmensstruktur ist weitgehend mittelstĂ€ndisch geprĂ€gt. Man zĂ€hlt rund 1600 Unternehmen im Land. Die Unternehmen fertigen u.a. Werkzeugmaschinen, AufzĂŒge, Förderanlagen sowie Maschinen fĂŒr die Textil-, die Bekleidungs- und die Nahrungsmittelindustrie, fĂŒr den Bausektor und die Land- und Forstwirtschaft.[35][36]
In Nordrhein Westfalen werden ca. eine Million Pkw und Nutzfahrzeuge pro Jahr produziert, auch wenn im Land keiner der groĂen deutschen Automobilbauer seinen Hauptsitz hat. Die rund 800 Unternehmen der Automobilbranche und der Zuliefererindustrie beschĂ€ftigen im Land ĂŒber 200.000 Mitarbeiter. Die vier gröĂten Hersteller in Nordrhein-Westfalen sind Ford in Köln, Opel in Bochum, und Daimler AG in DĂŒsseldorf. Insgesamt sind etwa 30 Prozent der deutschen Zulieferunternehmen im Land beheimatet.[37][38]
ZusĂ€tzlich haben viele Automobilhersteller ihre Deutschland-Zentralen im Rheinland: CitroĂ«n (Köln), Toyota und Lexus (Köln), Volvo (Köln), Renault und Dacia (BrĂŒhl), Nissan (BrĂŒhl), Mazda (Leverkusen)
Die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ist mit rund 140.000 Mitarbeitern einer der wichtigsten Branchen des Landes. Insgesamt sind rund 1.100 Elektrounternehmen im Land beheimatet. Die Mikrosystemtechnik wurde im Rahmen des Strukturwandels im Ruhrgebiet besonders gefördert. Zentrum der Mikrosystemtechnik in Deutschland ist Dortmund. Hier beschĂ€ftigen rund 40 Unternehmen insgesamt ĂŒber 2.000 Mitarbeiter.[39][40]
Im Ruhrgebiet, vor allem aber entlang des Rheins insbesondere um Leverkusen, Uerdingen und Dormagen hat sich ein betrĂ€chtlicher Teil der deutschen Chemieindustrie niedergelassen. Rund ein Drittel der deutschen UmsĂ€tze in der Chemiebranche werden im Land erwirtschaftet. Die ĂŒber 450 Unternehmen der Chemiebranche, von denen die Bayer AG die gröĂte sein dĂŒrfte, beschĂ€ftigen im Land rund 110.000 Mitarbeiter.[41]
Die Gummi- und Kunststoffindustrie umfasst rund 3.000 Unternehmen und Organisationen mit weit ĂŒber 100.000 BeschĂ€ftigten. Bekannte Unternehmen sind beispielsweise Basell Polyolefine oder Bayer MaterialScience.[42][43]
Traditionell und begrĂŒndet in der Montanindustrie ist die Metall- und Stahlindustrie besonders stark im Land vertreten. Rund 44 Prozent des deutschen Stahls werden hier produziert. Duisburg ist heute bezĂŒglich der Produktionsziffern in diesem Bereich Stahlstandort Nummer eins in Europa. Die mehr als 450 Unternehmen tĂ€tig beschĂ€ftigen rund 107.700 Menschen. Das entspricht einem Anteil an den BeschĂ€ftigten in Deutschland von 43,2 Prozent. Der Umsatz des Sektors belief sich 2006 auf 41,5 Milliarden Euro, fast die HĂ€lfte des deutschen Umsatzes in dieser Branche. Das gröĂte Unternehmen dieser Branche ist ThyssenKrupp.[44]
Das Land ist Standort einiger der gröĂten Unternehmen der Energiewirtschaft. GröĂtes Unternehmen ist die E.ON AG. Im Land werden knapp 30 Prozent des deutschen Stroms produziert, davon 82 Prozent traditionell aus Braun- und Steinkohle. Entlang von Rhein und Ruhr existieren ĂŒberdies einige groĂe Raffinerien. Ein sich in Betrieb befindendes Kernkraftwerk zur kommerziellen Stromerzeugung hat das Land nach SchlieĂung des THTR-300 in Hamm-Uentrop sowie des Kernkraftwerkes WĂŒrgassen nicht mehr. Der Schnelle BrĂŒter in Kalkar wurde gar nicht erst in Betrieb genommen und ist heute ein Freizeitzentrum. Kleinere Forschungsreaktoren befinden sich in Aachen und im Forschungszentrum JĂŒlich. Mittlerweile haben sich im Land ĂŒber 3.100 Unternehmen der Regenerativen Energie Branche angesiedelt. Diese Branche beschĂ€ftigt mittlerweile 18.500 BeschĂ€ftigte. Eines der bekanntesten Unternehmen ist SolarWorld.[45][46] Im gesamten Bereich der privaten Energie- und Wasserversorgung arbeiten rund 85.000 Menschen.[47]
Nordrhein-Westfalen ist ein bedeutender Standort der deutschen ErnĂ€hrungsbranche. Ăber 1.000 Unternehmen der Nahrungsmittelproduktion (ohne Landwirtschaft) beschĂ€ftigen im Jahr 2007 ĂŒber 93.000 Arbeitnehmer. GröĂtes Unternehmen dĂŒrfte die Dr. August Oetker KG sein. Weitere bekannte Unternehmen sind Haribo (Bonn), Katjes (Emmerich) oder Intersnack (Köln, Marken: Chio Chips, funny frisch). [48]
Die Möbelbranche und Holz verarbeitende Industrie ist traditionell in Ostwestfalen-Lippe (ĂŒber 250 Möbelfirmen alleine in OWL) sowie im Sauerland eine wichtige Branche. Sie beschĂ€ftigt rund 40.000 Personen. Insgesamt sind rund 200.000 ArbeitsplĂ€tze des Landes direkt oder indirekt von der Branche abhĂ€ngig.[49]
Die Textilindustrie ist beschĂ€ftigungswirksam mit rund 9.000[50] Mitarbeitern von eher untergeordneter landesweiter Bedeutung. Im Raum Minden-Ravensberg hat die Industrie jedoch bereits seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle inne. Weiterhin ist DĂŒsseldorf zu nennen, das sich auch als âModestadtâ bezeichnet, und das Standort der Modemessen cpd ist.[51]
Rund 16 Prozent der BeschĂ€ftigten des Landes arbeiten im Handel und tragen zu rund zwölf Prozent des BIP des Landes bei. Die HĂ€lfte der 50 gröĂten Handelsunternehmen Deutschlands hat in Nordrhein-Westfalen seinen Hauptsitz. Beispiele sind die Metro AG, die Rewe Group, Aldi, Tengelmann und Arcandor AG. Im Einzelhandel arbeiten rund 715.000 Menschen, in der Handelsvermittlung rund 24.000 und im GroĂhandel etwa 317.000.[52] Insgesamt sind im Bereich Handel, Reparatur von Kfz und GebrauchsgĂŒtern fast 1,4 Millionen beschĂ€ftigt.[53]
Besonders die EinkaufsstraĂen in der Region Rhein-Ruhr sind aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte stark frequentiert. Zu den zehn meist frequentierten EinkaufsstraĂen Deutschlands gehören vier StraĂen in Nordrhein-Westfalen (Stand: 2006). Dies sind die Hohe StraĂe (Köln, bundesweit Platz 1), die Schildergasse (Köln, Platz 5), der Westenhellenweg (Dortmund, Platz 6) und die SchadowstraĂe (DĂŒsseldorf, Platz 8). [54] Daneben genieĂt vor allem der DĂŒsseldorfer Prachtboulevard Königsallee einen ĂŒberregionalen Ruf als âLuxusmeileâ. Neben den Innenstadtlagen ziehen auch gröĂere Einkaufszentren Kunden an, von denen der Ruhr-Park in Bochum, das RheinRuhrZentrum in MĂŒlheim an der Ruhr, das Einkaufszentrum am Limbecker Platz in Essen sowie das CentrO in Oberhausen die vier gröĂten sind.
Das Land ist Sitz von rund 400 Banken und Sparkassen sowie 180 Versicherungsunternehmen. In der Kredit- und Versicherungswirtschaft sind 216.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen beschĂ€ftigt. Die gröĂten bzw. bekanntesten Unternehmen aus dem Bankensektor mit Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen sind die NRW.Bank, die Postbank, die WestLB, die IKB, die WGZ-Bank, Sal. Oppenheim, Santander Consumer Bank (Deutschland),HSBC Trinkaus, die Ărzte- und Apothekerbank und die Targobank. Daneben existieren rund 110 Sparkassen, (Sparkassenverband Westfalen-Lippe und Rheinischer Sparkassen- und Giroverband), etwa 200 Volks-, Raiffeisen- und Sparda-Banken. DarĂŒber hinaus ist NRW ein fĂŒhrender Versicherungsstandort mit rund 30 Prozent aller groĂen deutschen Versicherungsunternehmen. Der Schwerpunkt der nordrhein-westfĂ€lischen Versicherungswirtschaft liegt in Köln. Hier haben allein 50 Gesellschaften ihren Sitz. Einige bekannte Unternehmen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen sind die deutsche AXA, die Continentale, die Provinzial NordWest, Provinzial Rheinland,die Signal Iduna, die Ergo Versicherungsgruppe (u.a.: Victoria) und die Gothaer Versicherungen.
Eine der gröĂeren Regionalbörsen in Deutschland sowie die gröĂte Börse des Landes ist die Börse DĂŒsseldorf. Die Börse berechnet den NRW-MIX. Dieser Börsenindex umfasst die 50 gröĂten Aktiengesellschaften in Nordrhein-Westfalen, die nicht im DAX vertreten sind.[55][56]
In der nordrhein-westfÀlischen Medien- und Entertainmentbranche sind rund 105.000 BeschÀftigte in rund 15.900 Firmen beschÀftigt. Weiterhin haben rund 24.200 Unternehmen aus der Werbebranche und Marktkommunikation ihren Sitz im Land. Die Zahl der dort BeschÀftigten betrÀgt ca. 81.000.[57]
Das ostwestfĂ€lische Unternehmen Bertelsmann ist eines der gröĂten Medien- und Verlagsunternehmen der Welt.
Zwar hat der Konzentrationsprozess der Presse dazu gefĂŒhrt, dass insbesondere der WAZ-Konzern in einigen Teilen des Landes eine fast monopolartige Stellung erlangt hat, gleichwohl gibt es daneben weiterhin eine meist lokal und regional beschrĂ€nkte, aber durchaus lebendige und vielfĂ€ltige Presselandschaft. Eine landesweite Tageszeitung hat sich seit der GrĂŒndung des Landes nicht herausgebildet. In DĂŒsseldorf erscheinen die Rheinische Post und das Handelsblatt. Im Raum Köln existiert etwa der DuMont Verlag als Anbieter von Presseerzeugnissen wie dem EXPRESS. In Ostwestfalen erscheinen die Neue WestfĂ€lische und das Westfalen-Blatt. Im MĂŒnsterland sind die WestfĂ€lischen Nachrichten die auflagenstĂ€rkste Tageszeitung. In SĂŒdwestfalen dominieren mit der WestfĂ€lischen Rundschau und der Westfalenpost zwar BlĂ€tter aus dem Hause WAZ, jedoch gibt es daneben verschiedene Zeitungen des Verlegers Dirk Ippen (WestfĂ€lischer Anzeiger, Der Patriot usw.). Ăberregionale Zeitungen, die im Land produziert werden, sind u. a. das Handelsblatt und der Rheinische Merkur. Dazu kommen noch die konfessionellen BlĂ€tter wie z. B. Deutschlands gröĂte katholische Wochenzeitschrift, das Liboriusblatt aus Hamm.
Der öffentlich-rechtliche Westdeutsche Rundfunk (WDR) ist als Landesrundfunkanstalt der gröĂte Sender im Land. Er ist nicht nur einer der gröĂten Programmlieferanten der ARD, sondern betreibt mit dem WDR Fernsehen ein eigenes Fernseh-Vollprogramm, das nicht zuletzt Wert auf regionale Berichterstattung legt und in elf gröĂeren StĂ€dten Lokalstudios unterhĂ€lt. Daneben betreibt der WDR sechs verschiedene Hörfunkprogramme, die sich an ein jeweils unterschiedliches Zielpublikum richten. In DĂŒsseldorf befindet sich unter anderem das Landesstudio NRW des ZDF und mit QVC der umsatzstĂ€rkste Teleshoppingsender Europas. In Köln hat auch der Deutschlandfunk seinen Sitz. Der öffentlich-rechtliche Sender bietet ein Informationsprogramm mit den Schwerpunkten Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport, das bundesweit zu empfangen ist. Von Bonn aus sendet die Deutsche Welle in die ganze Welt. Der Auslandssender der Bundesrepublik produziert in der Bundesstadt das Hörfunk- und Internetprogramm. Neben dem WDR Fernsehen gibt es mit NRW.TV ein landesweites privates Fernsehprogramm, sowie zwei weitere regionale private Fernsehsender in Nordrhein-Westfalen. Im Oktober 2005 ging das Kölner Lokalfernsehen center.tv auf Sendung, welches auch mit einer Ausgabe fĂŒr DĂŒsseldorf vertreten ist. Im MĂ€rz 2006 folgte aus Duisburg Studio 47. Neben dem WDR haben auch einige Sender der RTL-Gruppe, u. a. RTL Television, N-TV und VOX ihren Sitz in Köln. Bis zum Umzug nach Berlin waren auch die Musiksender VIVA und VIVA Plus in Köln ansĂ€ssig. Durch die Vielzahl der Fernsehsender hat sich in Köln eine beachtliche Medienkonzentration entwickelt, zu der neben den Sendern auch Studios, Produktionsfirmen und weitere Medienunternehmen gehören. In Nordrhein-Westfalen gibt es zudem 46 Lokalradios, die alle das Mantelprogramm von Radio NRW aus Oberhausen nutzen. Als erstes Lokalradio in Nordrhein-Westfalen hatte Radio DU (heute: Radio Duisburg) im April 1990 Sendestart. Der Lokalsender Radio Lippewelle Hamm erreichte bei der E.M.A. 2007 I tĂ€glich 48,1 % der Hörer in Hamm und belegt damit Platz 1 im Ranking unter den 46 NRW-Lokalradios.
FĂŒr die Zulassung privater Fernseh- und Hörfunkprogramme ist in Nordrhein-Westfalen die Landesanstalt fĂŒr Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) mit Sitz in DĂŒsseldorf zustĂ€ndig.
Das Land verzeichnete 2006 rund 16,8 Millionen Besucher und rund 39,3 Millionen Ăbernachtungen. Der Bruttoumsatz durch Tourismus liegt bei 22,6 Milliarden Euro. Die Branche hat rund 185.000 BeschĂ€ftigte und 13.000 Auszubildende,[58] im gesamten Gastgewerbe sogar rund 360.000 BeschĂ€ftigte. Damit ist die Branche fast so groĂ wie das Baugewerbe.[59] Die Regionen mit der lĂ€ngsten Ăbernachtungsdauer pro Aufenthalt sind der Teutoburger Wald (Ostwestfalen-Lippe wird durch seine zahlreichen HeilbĂ€der als Heilgarten Deutschlands bezeichnet), das Siegerland, das Wittgensteiner Land und das Sauerland. Letztere sind die einzigen Wintersportregionen des Landes. Sonst ist Skifahren nur in zwei Skihallen möglich. Insgesamt hat das Land ĂŒber 30 Heil- und Kurorte.[60]
Durch seine zentrale Lage in Europa und die groĂe Wirtschaftskraft des Landes ist das Land ein bedeutender Standort der Logistikbranche. In diesem Bereich sind rund 250.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschĂ€ftigt. Unter BerĂŒcksichtigung der BeschĂ€ftigten mit Logistikaufgaben in Industrie- und Handelsunternehmen sind rund 570.000 Personen in der Branche tĂ€tig. Bedeutende nordrhein-westfĂ€lische Unternehmen in diesem Bereich sind Schenker und die Deutsche Post AG.[61][62]
Im Bereich Informations-, Kommunikationstechnik, Telekommunikation arbeiten rund 135.000 BeschĂ€ftigte. Die drei gröĂten deutschen Telekommunikationskonzerne, Deutsche Telekom (u.a.: T-Mobile), die deutsche Niederlassung Vodafones und E-Plus, sitzen in Nordrhein-Westfalen. Die IT-Unternehmen sind ĂŒberwiegend mittelstĂ€ndisch geprĂ€gt. Zu den bekanntesten zĂ€hlen Firmen wie Wincor Nixdorf, Fujitsu Siemens und Maxdata.[63][64]
Im Jahr 2009 nahm das Land Nordrhein-Westfalen Steuern in Höhe von 38.461,4 Mio. ⏠ein. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein RĂŒckgang um 8,7 % oder 3.656,8 Mio. âŹ.[65] Vergleicht man Einnahmen und Ausgaben im Landeshaushalt ohne besondere FinanzierungsvorgĂ€nge (z. B. Schuldenaufnahmen, Tilgungen), weist das Land seit Jahren einen negativen Finanzierungssaldo auf. Im Haushaltsjahr 2009 ĂŒberstiegen diese Ausgaben die Einnahmen um mehr als 5 Mrd. âŹ.[66] Am 31. Dezember 2009 hatte das Land 122,1 Mrd. ⏠Schulden. Jeder BĂŒrger des Landes trĂ€gt damit rein rechnerisch zum 31. Dezember 2009 rund 6.830 Euro der Schulden des Landes.[67] Die Verschuldung steigt seit Jahren fast jedes Haushaltsjahr stetig an. Eine Ausnahme bildet das Haushaltsjahr 2008, in dem die Kreditmarktschulden leicht gesenkt wurden.[68][69] Dazu kommen zusĂ€tzlich rund 49 Mrd. Euro (Stand 2009) Schulden der kommunalen Haushalte.[70]. Zum 31. Dezember 2010 betrugen die Schulden des Landes (ohne die der Kommunen) bereits rund 127 Mrd. âŹ.[71]
Aufgrund neuer grundgesetzlicher Regelungen, die gemeinhin als Schuldenbremse bezeichnet werden und die in Teilen bereits ab dem Haushaltsjahr 2011 voll durchgreifen, darf Nordrhein-Westfalen ab dem Haushaltsjahr 2020 grundsĂ€tzlich nur noch Landeshaushalte beschlieĂen, die ohne Einnahmen aus Krediten auskommen. Entsprechende Finanzplanungen zur Reduzierung des Haushaltsdefizits sind daher bereits jetzt zu entwickeln.
In einem bisher im Land beispiellosen Vorgang hat der Verfassungsgerichtshof Nordrhein-Westfalen am 15. MĂ€rz 2011 den von der rot-grĂŒnen Koalition verabschiedeten Nachtragshaushalt fĂŒr das Haushaltsjahr 2010 fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt. Der Etat ist nachzubessern. Als BegrĂŒndung wurde vom Gericht die unzulĂ€ssig hohe Verschuldung angefĂŒhrt.
Im LĂ€nderfinanzausgleich gehörte Nordrhein-Westfalen meist â jedoch nicht immer â zu den GeberlĂ€ndern. 2009 (vorlĂ€ufiges Ergebnis) zahlt das Land 61 Millionen Euro an die NehmerlĂ€nder. Im Vergleich zu den anderen GeberlĂ€ndern ist dies nur ein Bruchteil der Gesamtsumme des Finanzausgleiches.[72][73]
Nach Ende des Kalten Krieges hat die Bundeswehr insbesondere mit Auflösung der 7. WestfĂ€lischen Panzerdivision ihre Truppen in Nordrhein-Westfalen deutlich reduziert. Die MilitĂ€rverbindungskommission der Roten Armee ist aus BĂŒnde gĂ€nzlich abgezogen. Auch die PrĂ€senz belgischer StreitkrĂ€fte wurde stark reduziert. Das MilitĂ€r spielt wirtschaftlich daher eine nur noch untergeordnete Rolle. Immerhin sind aber noch rund 38.800 Dienstposten im Land vorgesehen.[74] Eine gröĂere Ausnahme bildet Ostwestfalen-Lippe wo immer noch die Panzerbrigade 21, weitere Truppenteile der 1. Panzerdivision sowie groĂe Teile der 1. Britischen Panzerdivision stationiert sind. Daneben gibt es nur noch vereinzelt Einrichtungen der StreitkrĂ€fte im Land. In der Luftwaffenkaserne in Köln-Wahn sind mit dem Luftwaffenamt und dem LuftwaffenfĂŒhrungskommando, wie auch in Bonn (Bundesministerium der Verteidigung mit militĂ€rischen FĂŒhrungsstĂ€ben), Köln (Heeresamt), MĂŒnster (Stab 1. Deutsch-NiederlĂ€ndisches Korps) und Mönchengladbach (u.a. Stab des Allied Command Europe Rapid Reaction Corps im JHQ Rheindahlen), FĂŒhrungsbehörden und StĂ€be der StreitkrĂ€fte stationiert.