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| Peru[1] | |
|---|---|
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| Weltwirtschaftsrang | 52. (nominal) (2009)[2] |
| Währung | 1 Nuevo Sol = 100 Céntimos |
| Umrechnungskurs | 1 € = S/. 3,86 (Stand: 2. Oktober 2010) |
| Kennzahlen | |
| Bruttoinlandsprodukt (BIP) | 251,4 Mrd US-Dollar (2009) |
| BIP pro Kopf | 8500 US-Dollar |
| BIP nach Wirtschaftssektor | Landwirtschaft: 8,2 %, Industrie: 32,1 %, |
| Wirtschaftswachstum | 0,9 % (2009) |
| Inflationsrate | 2,9 % (2009) |
| Gini-Index | 52 (2008) |
| Erwerbstätige | 10,32 Mio (2009) |
| Erwerbstätige nach Wirtschaftssektor | Landwirtschaft: 0,7 %, Industrie: 23,8 %, |
| Arbeitslosenquote | 8,1 (2009) |
| Außenhandel | |
| Export | 26,89 Mrd. US-Dollar |
| Exportgüter | Gold, Zink, Erdöl- und Erdölprodukte, Kaffee, Kartoffeln, Spargel, Textilien, Fischmehl |
| Exportpartner | USA 17,86 %, China 15,96 %,Kanada 11,35 %, Japan 6,75 %, Chile 5,42 %, Deutschland 4,25 % (2009) |
| Import | 21,01 Mrd. US-Dollar |
| Importgüter | Erdöl- und Erdölprodukte, Kunststoffe, Maschinen, Fahrzeuge, Eisen/Stahl, Papier, Weizen |
| Importpartner | USA 23,96%, China 10,74 %, Ecuador 7,25 %, Brasilien 7,19 %, Chile 5,68 %, Argentinien 5,59%, Mexiko 5,02% (2009) |
| Öffentliche Finanzen | |
| Öffentliche Schulden | 20,6 % des BIP (2009) |
| Staatseinnahmen | 35,25 Mrd. US-Dollar (2009) |
| Staatsausgaben | 37,89 Mrd. US-Dollar (2009) |
Inhaltsverzeichnis |
Für Peru, eines der wachstumsstärksten Länder Lateinamerikas, gab es 2011 eine konjunkturelle Abschwächung. Das Wachstum von 6,92%, (2010 : 8,8%) wurde vor allem durch die interne Nachfrage gestützt. Dazu trugen Handel und Konsumgüterindustrie mit 8,82% und 5,56% bei. Der Bausektor wuchs um 3,43%, Fischerei, Bergbau, Ölförderung und Landwirtschaft wuchsen jeweils um 29,7%, 4,19% y 3,78% [3].
Während der zwölfjährigen Militärdiktatur von 1968 bis 1980 musste die Wirtschaft mehrere Reformversuche über sich ergehen lassen. Durch die unprofessionelle Durchführung und Korruption führten diese Versuche zum allmählichen Ruin des Landes. Danach wechselten Verstaatlichungen und Privatisierung von Regierung zu Regierung, was der Entwicklung einer funktionierenden Wirtschaft entgegen wirkte. Zu Beginn der 1980er Jahre durften ausländische Investoren ins Land, um den Abbau von Bodenschätzen voranzutreiben. Großangelegte Entwicklungsprojekte auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Bewässerung wurden mit internationaler Hilfe realisiert. Die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion bei den Hochlandindianern und den inländischen Industrien, die Dezentralisierung der Wirtschaft, die Kontrolle der Monopole und neue Arbeitsgesetze konnten nur zu einem geringen Teil verwirklicht werden. Regierungs-, Wirtschaft- und Finanzkrisen erschütterten das Land, führten zu einer enormen Verringerung der Industrieproduktion und Kaufkraft. Die Folge war eine Inflation von 7000 % zu Beginn des Jahres 1990.
Unter Präsident Alberto Fujimori wurden die Preise freigegeben und der Markt gegenüber ausländischen Investoren komplett freigeben. Die Außenzölle wurden von 100 % auf 12 % reduziert. Durch diese Maßnahmen erreichte Peru ein wahres Wirtschaftswunder. Bereits 1994 betrug das Wirtschaftswachstum über 12 % und hatte damit den höchsten Wert in Südamerika. Mit der Privatisierung und Verkauf unrentabler Staatsbetriebe (Minengesellschaft Hierroperú und Fluggesellschaft AeroPeruan) an ausländische Investoren wurde zusätzlich die marode Staatskasse aufgefüllt. Die CompanÃa Peruana de Teléfonos und EntelPerú ging an die spanische Telefongesellschaft Telefónica. Dies führte dazu, dass nordamerikanische Konzerne und europäische Firmen teilweise den Markt monopolartig kontrollieren. Perus Wirtschaft stützt sich vor allem auf die Land- und Forstwirtschaft, die Fischerei, die Stromerzeugung, Bodenschätze, Erdöl und Tourismus.
Die Landwirtschaft ist die Grundlage der Volkswirtschaft. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt hat sich merklich verringert, aber es arbeiten noch immer 33 % aller Beschäftigten im Agrarsektor. Etwa ein Viertel der Fläche Perus kann als landwirtschaftliche Fläche bezeichnet werden. Als Ackerland werden aber nur 2,5 % genutzt. Einen Großteil an Früchten liefert das Amazonasgebiet. Kaffee und Zuckerrohr werden in künstlich bewässerten Landwirtschaften geerntet und zumeist exportiert. Auf großen Plantagen wird völlig legal der Kokastrauch angebaut und daraus der berühmte Kokatee Mate de Coca hergestellt. Schätzungen zufolge sind 85 % der Ernte für die illegale Produktion bestimmt. Die Anbaufläche dieser Pflanze beträgt ca. 1210 km², damit ist Peru der weltweit zweitgrößte Kokaproduzent.
Mehr als die Hälfte der Landfläche Perus ist mit Wald bedeckt. Der Baumbestand wird nicht gehegt, sondern nur abgeholzt. Es gibt zwar Schutzgesetze und Teile des Amazonasgebietes sind Naturschutzgebiete, aber darum kümmert sich kaum jemand. Immer wieder kommt es zu illegalen Schlägerungen, die einem überwiegenden Teil der Indios das Überleben ermöglicht. Das Hauptgebiet der Nutzhölzer liegt am Osthang der Anden und im Amazonasgebiet.
Der Fischfang und dessen Verarbeitung gehört zu den wichtigsten Exportzweigen Perus. Die peruanische Pazifikküste zählt zu den fischreichsten Gebieten der Welt. So hatte Peru 1970 mit einem Gesamtfang von rund 12 Mio. Tonnen zu mehr als 20 % an den Gesamtanlandungen der Welt an Seefischen beigetragen. Peru war damit Fischfangnation Nummer Eins. In den 1990er Jahren wurden umfangreiche Fanglizenzen an japanische Firmen vergeben, die das gesamte Gebiet überfischten, sodass die Produktion sinkend ist. Gefangen werden fast ausschließlich Anchovis, eine Sardellenart, die im Oberflächenwasser lebt.
Noch immer bedeutend, wenn auch nicht mehr so wie früher, ist der Export von Guano. Das „weiße Gold“ Perus, der Mist von Kormoranen, Tölpeln, Pelikanen und anderen Seevögel, wird seit fast 200 Jahren abgebaut, und dient als Brennmaterial und Düngemittel. Noch 1947 wurden davon 330.000 Tonnen in alle Welt geliefert, aber bereits 1971 waren es durch das Aufkommen von Kunstdünger nur mehr 25.000 Tonnen. Durch die Überfischung und der dadurch verbundenen Reduzierung der Vögel und der künstlichen Herstellung aus Fischabfällen verliert dieses Produkt immer mehr an Bedeutung.
Seit mehr als zweitausend Jahren werden in Peru Gold, Silber und Kupfer abgebaut. Während der Kolonialzeit legte das Mutterland Spanien auf die Edelmetalle wert, um die enormen Ausgaben zu finanzieren. Heute befinden sich die wichtigsten Abbaugebiete in ausländischer Hand und machen Peru zu einem der wichtigsten Bergbaunationen der Welt. Der Export von Erzen macht etwa die Hälfte der gesamten Ausfuhrerlöse aus. Die wichtigsten Produkte sind Kupfer (zweitgrößter Produzent weltweit), Gold (sechstgrößter Produzent weltweit), Zink, Silber (größter Produzent weltweit)[4], Blei und Eisenerz. Daneben werden noch Antimon, Chrom, Kadmium, Cobalt, Magnesium, Mangan, Molybdän, Nickel, Quecksilber, Selen, Tellur, Uran, Vanadium, Bismut und Wolfram gefördert. An Nichtmetallen werden Bergkristall, Borax, Braunkohle, Dumorierita, Feldspat, Gips, Glimmer, Graphit, Nephelin, Phosphate, Salpeter, Schwefel, Schwerspat, Steinkohle und Salz gewonnen. Diese Mineralien werden oft im Tagebau, aber auch in Minen auf Höhen über 5000 m abgebaut. Das peruanische Bergbauzentrum La Oroya zählt weltweit zu den Orten mit der stärksten Umweltbelastung.
Im nördlichen Küstengebiet und im Amazonasbecken wird Erdöl gefördert. 1977 wurde eine 900 km lange Pipeline vom Amazonasgebiet zur Hafenstadt Bayóvar gebaut, um das Rohöl aus dem unzugänglichen Dschungel in das Industriegebiet zu befördern. Für den Export nimmt das Öl nur einen geringen Stellenwert ein, ist aber wichtig für die peruanische Industrie. Die Förderung von Erdgas und Rohöl im Amazonasgebiet sorgt seit Jahren für Auseinandersetzungen zwischen der peruanischen Regierung und den betroffenen indigenen Gemeinschaften.[5]
Die natürlichen Ressourcen von Wasserkraft, die ständig ausgebaut werden, liefern mehr als 60 % des derzeitigen Energiebedarfes des Landes. Die Tendenz ist steigend, denn die Energieversorgung ist unzureichend. Noch immer verfügt ein Großteil der Bevölkerung über keinen elektrischen Strom.
Die Industrie konzentriert sich um die Küstenstädte Lima, Chimbote, Chiclayo und Trujillo. Die wichtigsten Zweige sind Nahrungsmittel- und Getränkeherstellung, Zuckerrohrverarbeitung, Fischmehlproduktion, Textilindustrie, chemische Industrie auf Verarbeitung und Aufbereitung von Erz. Die handwerklichen Betriebe für die Verarbeitung von Wolle, Baumwolle, Jute, Häuten und Fellen befinden sich im Landesinneren und im Amazonasgebiet. Etwa 800 Klein- und Mittelbetriebe sind auf diesem Sektor tätig. Unzählige Familienbetriebe stützen die Wirtschaft als wichtiger Faktor. Am Nahrungsmittelsektor ist die Herstellung von Getränken, Molkereiprodukten, Pflanzenölen und Fleisch- und Fischkonserven bedeutend. Einen steigenden Anteil nimmt die chemische Industrie mit Düngemittel, Kunstfasern und pharmazeutischen Produkten ein.
Als mächtiger und wachsender Wirtschaftsfaktor hat sich der Tourismus entwickelt. Bedingt durch die bürgerkriegsähnlichen Zustände inmitten der 1980er Jahre stagnierte der Tourismus. In den 1990er Jahren kehrte sich dieser Trend um und trägt inzwischen als wichtiger und stabiler Bereich zur Wirtschaft wesentlich bei. Im Jahre 2009 ist die Anzahl der Touristen trotz der Wirtschaftskrise um 4 % gestiegen (2023967 ausländische Touristen). Insgesamt bescherte der Tourismus Einkünfte in Höhe von 2247 Millionen US $. Für 2010 werden 10 % mehr Touristen erwartet. Hauptherkunftsländer sind die Vereinigten Staaten und Chile. 47 % der Touristen kommen aus Lateinamerika [6].
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