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Wittenstein AG

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Wittenstein AG
Wittenstein Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1949
Sitz Igersheim
Leitung Manfred Wittenstein (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiter 1.400 (2011)
Umsatz 197 Mio. Euro (2010/2011)
Branche Maschinenbau, Elektronik, Simulationstechnologie
Produkte Mechatronische Antriebstechnik
Website Wittenstein AG

Die Wittenstein AG ist ein deutscher Hersteller von Planetengetrieben, kompletten elektromechanischen Antriebssystemen, sowie AC-Servosystemen und -motoren. Einsatzgebiete sind zum Beispiel Roboter, Werkzeugmaschinen, die Verpackungs-, Förder- und Verfahrenstechnik, die Wehrtechnik, die Formel 1, Papier- und Druckmaschinen, die Medizintechnik, Nanotechnologie, Hub- und Bühnentechnik sowie die Luft- und Raumfahrt.

Inhaltsverzeichnis

Zugehörige Unternehmen

  • Wittenstein alpha GmbH (bis 30. Juni 2008 alpha Getriebebau GmbH)
  • Wittenstein motion control GmbH
  • Wittenstein cyber motor GmbH
  • Wittenstein intens GmbH
  • Wittenstein bastian GmbH
  • Wittenstein aerospace & simulation GmbH
  • Wittenstein electronics GmbH
  • attocube systems AG

Geschichte

1949 gründeten die beiden Unternehmer Walter Wittenstein und Bruno Dähn in Steinheim bei Heidenheim die Firma Dewitta. Schwerpunkt des kleinen Unternehmens war auf geliehenen Gerätschaften die Herstellung einer Doppelkettenstichmaschine zur Herstellung von Handschuhen. 1952 wurde der Umzug von Steinheim nach Bad Mergentheim durchgeführt, da der Platz nicht mehr ausreichte. Als erste Fabrikationsstätte diente eine alte Baracke am Eissee, die ursprünglich nur als Zwischenlösung gedacht war. Wegen Platzmangels zog Dewitta 1963 erneut um, diesmal nach Igersheim in die Herrenwiesenstraße.

In den 1970er Jahren trugen immer weniger Damen Handschuhe, die Folge: der Verkauf der Maschinen zu deren Herstellung ging rasant bergab. Für die Firma wurden in dieser Zeit die Lohnarbeiten und das Herstellen anderer Produkte immer wichtiger. Bald wurden durch diese Arbeiten die Hälfte des Umsatzes erzielt. In Igersheim wurden z.B. Schussapparate für Stahlnägel, Maschinen zum Füllen und Verschließen von Tuben sowie zum Verpacken von Toastbrot und vieles mehr produziert.

Zudem bahnte sich ein Generationenwechsel an. Der Textil- und Maschinenbauingenieur Walter Wittenstein zog sich nach und nach aus dem Unternehmen zurück. Sein Sohn Manfred Wittenstein trat in die Firma ein. Der Firmengründer Walter Wittenstein verstarb 1988 in Igersheim.

Nach seinem Eintritt in die elterliche Firma im Jahre 1979 änderte Manfred Wittenstein das Fertigungs- und Produktprogramm. Auf der Suche nach Marktchancen und geeigneten Produkten mit Alleinstellungsmerkmalen kam Manfred Wittenstein schnell auf die Herstellung von spielarmen Planetengetrieben.

1983 wurde auf der Hannover Messe das erste Planetengetriebe der SP-Baureihe vorgestellt. Die SPs waren so erfolgreich, dass schon kurz darauf eine eigenständige Firma, die alpha getriebebau GmbH, als Tochter von Wittenstein gegründet wurde. Die alpha getriebebau GmbH entstand als Kooperation zweier mittelständischer Unternehmen (Bastian in Fellbach bei Stuttgart und Wittenstein), mit Manfred Bastian und Manfred Wittenstein als geschäftsführende Gesellschafter.

In der Herrenwiesenstraße in Igersheim wurden die Firmengebäude um die Montage, das Lager und neue Bürogebäude erweitert, die Fläche hat sich durch die Anbauten mehr als verdoppelt. Auch die Mitarbeiterzahl stieg ständig, erstmals wurden in großer Zahl Techniker und Ingenieure eingestellt. alpha verzeichnete zu dieser Zeit jährlich zweistellige Umsatzzuwächse.

Die Montage wurde 1990 komplett nach Weikersheim verlagert. Im Schnitt 40 Mitarbeiter arbeiteten dort 6 Jahre lang bis zum Auszug im Jahre 1996. In dieser Zeit endete auch die Ära der Nähmaschinen, die letzte Dewitta wurde noch in Weikersheim montiert. Das gesamte Nähmaschinenprogramm wurde anschließend mit allen Ersatzteilen, Fräsmaschinen und Vorrichtungen komplett verkauft.

Zu Beginn der 1990er Jahre begann Wittenstein mit der internationalen Expansion. Mit alpha réducteurs Sarl, Paris (Frankreich) wurde die erste Auslandstochter gegründet, kurz darauf wurde alpha getriebe Ltd., Tokio (Japan) ins Leben gerufen. 2007 hat die Unternehmensgruppe insgesamt 11 Auslandstöchter, der Exportanteil beträgt über 60 Prozent.

Mit der Gründung der Wittenstein motion control GmbH im Jahr 1992 wurde die Unternehmensgruppe mit der neuen Firma zum Systemanbieter für elektromechanische Servoantriebe und -antriebssysteme.

Hauptsitz der Wittenstein AG in Igersheim-Harthausen

Der Hauptsitz der Unternehmensgruppe ist heute Igersheim-Harthausen. Dort befinden sich die Verwaltungsgebäude, die Produktionshallen und das Logistikzentrum. Die Getriebegehäuse, Antriebswellen, Motoranbauteile usw. werden aber immer noch im Werk Igersheim hergestellt bzw. bearbeitet, die Zahnräder werden in Fellbach produziert.

Der Umzug in die neu errichteten Gebäude im Gewerbegebiet Harthausen wurde 1996 durchgeführt. 1999 kamen das Entwicklungs- und Vertriebs- sowie Schulungs- und Kommunikationszentrum sowie eine zweite Produktions- und Montagehalle und eine neue Logistikhalle dazu. Eine zweite Logistikhalle und eine dritte Montagehalle wurden im Frühjahr 2002 eingeweiht. Heute existieren insgesamt sechs Montagehallen am Headquarter.

Im Jahr 1995 gründete Manfred Wittenstein zusammen mit Ullrich Lempp, dem damaligen Rektor des Deutschorden-Gymnasiums Bad Mergentheim, die Wittenstein Stiftung. Diese Stiftung vergibt jedes Jahr an eine Abiturientin bzw. einen Abiturienten des Deutschorden-Gymnasiums ein Stipendium für ein naturwissenschaftliches Studium.

Daten

  • Umsatz 2002/2003: 85 Mio. € (+16%)
  • Umsatz 2003/2004: 100 Mio. € (+17%)
  • Umsatz 2004/2005: 116 Mio. € (+16,3%)
  • Umsatz 2005/2006: 133 Mio. € (+14,8%)
  • Umsatz 2006/2007: 148 Mio. € (+10,6%)
  • Umsatz 2009/2010: 136,9 Mio. €
  • Umsatz 201/2011: 197 Mio. €
  • Exportrate: 57% (Geschäftsjahr 2008/2009)
  • 1.355 Mitarbeiter weltweit, davon 1.137 in Deutschland (Stand: März 2010)
  • Eigene Akademie (Gründung 1999)
  • Gesellschaften: Insgesamt 60 Tochtergesellschaften und Vertretungen in 40 Ländern weltweit (Stand: April 2010)
  • 10% des Umsatzes werden in Forschung und Entwicklung investiert, 12% der Mitarbeiter sind im Bereich F&E tätig
  • Ausbildungsquote: 13 %
  • Vorstand: Manfred Wittenstein (Vorsitzender), Karl-Heinz Schwarz (Stellv. und Sprecher)

Literatur

  • Manfred Wittenstein: Geschäftsmodell Deutschland: Warum die Globalisierung gut für uns ist. Murmann Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-86774-096-8

Weblinks

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