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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Kassel | |
| Landkreis: | Werra-Meißner-Kreis | |
| Höhe: | 147 m ü. NN | |
| Fläche: | 126,69 km² | |
| Einwohner: |
15.368 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 121 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 37213–37218 | |
| Vorwahlen: | 05542, 05545 (Blickershausen, Hubenrode, Ziegenhagen) | |
| Kfz-Kennzeichen: | ESW | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 6 36 016 | |
| LOCODE: | DE WHA | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Am Markt 1 37213 Witzenhausen | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Angela Fischer (CDU) | |
| Lage der Stadt Witzenhausen im Werra-Meißner-Kreis | ||
Witzenhausen ist eine Kleinstadt im Werra-Meißner-Kreis im Nordosten von Hessen (Deutschland).
Sie erhielt im Jahr 1225 Stadtrechte und war bis 1974 Kreisstadt.
Die Universität Kassel unterhält in Witzenhausen einen Nebenstandort, an dem unter anderem der bundesweit einzigartige Studiengang Ökologische Agrarwissenschaften angeboten wird. Des Weiteren befindet sich in dem Ort eine Lehranstalt (DEULA) für Umwelt und Technologie, Landwirtschaft, Gartenbau und Garten-/Landschaftsbau. Überregional bekannt ist die Stadt auch durch die Erfindung der Biotonne im Jahr 1983 und als bedeutendes Anbaugebiet für Kirschen; sie gilt als das größte geschlossene Kirschenanbaugebiet Europas. Die Kirsche hat Tradition in Witzenhausen und so wird jährlich im Juli die Kesperkirmes (Kesper = Kirsche) gefeiert, bei der eine Kirschenkönigin gewählt wird.
Inhaltsverzeichnis |
Witzenhausen liegt an der Nordostabdachung des Kaufunger Waldes, der vom Naturpark Meißner-Kaufunger Wald umgeben ist. Die Stadt befindet sich an der Einmündung der Gelster in die Werra etwa 30 km östlich von Kassel (Hessen), 16 km ost-südöstlich von Hann. Münden (Niedersachsen) 25 km südlich von Göttingen (Niedersachsen) und 23 km nordwestlich von Eschwege (Hessen).
Witzenhausen grenzt im Norden an die Stadt Hann. Münden, die Gemeinden Rosdorf und Friedland (alle drei im niedersächsischen Landkreis Göttingen), im Osten an die Gemeinden Neu-Eichenberg (im Werra-Meißner-Kreis), Bornhagen und Lindewerra (beide im thüringischen Landkreis Eichsfeld), im Süden an die Städte Bad Sooden-Allendorf und Großalmerode sowie das gemeindefreie Gebiet Gutsbezirk Kaufunger Wald (alle drei im Werra-Meißner-Kreis). Im Westen grenzt Witzenhausen an die niedersächsischen Gemeinde Staufenberg im Landkreis Göttingen.
Neben der Kernstadt, zu der auch der Ortsteil Bischhausen gehört, gehören zu Witzenhausen 16 Stadtteile. Auf der linken Werraseite sind das die Stadtteile Blickershausen (293 Einwohner), Dohrenbach (657 Einwohner), Ellingerode (344 Einwohner), Ermschwerd (1189 Einwohner), Hubenrode (191 Einwohner), Hundelshausen (1365 Einwohner), Kleinalmerode (925 Einwohner), Roßbach (825 Einwohner), Wendershausen (831 Einwohner) und Ziegenhagen (716 Einwohner).
Auf der rechten Werraseite liegen die Stadtteile Albshausen (69 Einwohner), Berlepsch-Ellerode-Hübenthal (132 Einwohner), Gertenbach (947 Einwohner), Neuseesen (97 Einwohner), Unterrieden (914 Einwohner) und Werleshausen (503 Einwohner).
Seit dem Mittelalter wurde in Witzenhausen einige Zeit Weinbau betrieben. In alten Quellen wird das Jahr 1226 erwähnt, wo jährlich 2 Fuder Weinzehnten an den Erzbischof von Mainz geliefert werden.[2] Noch 1757 wird der Weinberg an dem sonnenreichen Hang zwischen Werra und der heutigen Bahntrasse erwähnt. Heute erinnert daran noch der Straßenname der B 80 Zu den Weinbergen bzw. Unter den Weinbergen. Erst 2008 wurde aufgrund des Klimawandels an dieser Stelle wieder der Weinbau versucht.
1898 wurde die Deutsche Kolonialschule (Tropenschule) gegründet, um Menschen für eine Übersiedlung in die deutschen Kolonien landwirtschaftlich auszubilden. Die Nachfolgeeinrichtungen bilden heute einen Nebenstandort der Universität Kassel.
Die Entwicklung der Einwohner in Witzenhausen.[3]
Die Bertelsmann Stiftung, Wegweiser Demographischer Wandel, liefert Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2959 Kommunen in Deutschland (Publikation Januar 2006). Für Witzenhausen wird ein Absinken der Bevölkerungszahl zwischen 2009 und 2030 um 14,8 Prozent (2270 Personen) vorausgesagt.[4] Prognose der absoluten Bevölkerungsentwicklung von 2009 bis 2030 für Witzenhausen (Hauptwohnsitze):
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Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[5]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 | |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 40,4 | 15 | 42,1 | 16 | 44,6 | 17 |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 28,5 | 11 | 34,3 | 13 | 32,7 | 12 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 20,2 | 7 | 11,9 | 4 | 10,7 | 4 |
| FWG | Freie Wählergemeinschaft | 5,2 | 2 | 8,0 | 3 | 6,3 | 2 |
| LINKE | Die Linke | 3,4 | 1 | - | - | - | - |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 2,4 | 1 | 3,7 | 1 | 5,7 | 2 |
| Gesamt | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | |
| Wahlbeteiligung in % | 54,0 | 53,2 | 57,2 | ||||
Derzeitige Bürgermeisterin ist Angela Fischer (*1957), Diplom-Agraringenieurin (CDU), die am 30. Oktober 2005 als Nachfolgerin von Günter Engel (SPD), der nach 18 Jahren nicht mehr kandidiert hatte, mit knapper Mehrheit gewählt wurde. Angela Fischer wurde am 12. Februar 2012 in einer Stichwahl für eine weitere Amtszeit gewählt.
Witzenhausen unterhält Partnerschaften mit dem französischen St. Vallier (seit 1975), mit dem englischen Filton (seit 1978), mit dem italienischen Vignola (seit 1995) und mit dem ugandischen Kayunga (seit 2001). Seit 1979 führen Filton, St. Vallier und Witzenhausen eine Dreierpartnerschaft.
Zwischen Witzenhausen und Filton bzw. Witzenhausen und St. Vallier finden regelmäßig Schüleraustausche statt (Gesamtschule). Die Partnerschaft zwischen St. Vallier und Witzenhausen kam durch Zufall zustande. Der Nachname des damaligen Bürgermeisters von St. Vallier lautete Witsen-Adelmann. Als dieser im April 1972 auf einer Deutschlandreise den Namen „Witzenhausen“ auf einem Straßenschild erblickte, fuhr er dorthin und es entstand die bis heute bestehende Partnerschaft.
Außerdem gibt es seit 2002 jährlich einen Austausch zwischen der Highschool in 100 Mile House (Kanada, British Columbia) und der Gesamtschule Witzenhausen, sowie einen Austausch zwischen dem Beruflichen Gymnasium und der Turlock High School (USA, Kalifornien).
Die Ethnographische Sammlung des Völkerkundlichen Museums Witzenhausen umfasst ca. 2000 ethnographische Objekte, davon 1400 Stück, die von Freunden und Absolventen der ehemaligen Deutschen Kolonialschule Witzenhausen und seiner Nachfolgeeinrichtungen seit etwa 1900 zusammengetragen worden sind. Die 1976 gegründete Stiftung Völkerkundliches Museum Witzenhausen wird von DITSL zusammen mit der Stadt Witzenhausen getragen. Die Ausstellung zeigt ständig ca. 1200 Ethnographika auf 200 qm. Das Leitthema ist die menschliche Gesellschaft in Bezug zur natürlichen Umwelt. Beispielhaft werden Geräte zur Gewinnung, Verarbeitung und zum Genuss von Nahrung sowie Kleidung, Schmuck und Waffen aus Agrarkulturen in West-, Süd- und Ostafrika sowie aus Melanesien, Polynesien und Südamerika gezeigt. Bildmaterial und Texttafeln ergänzen die Präsentation. Die Darstellung der Wirtschaftsformen erlaubt den Vergleich der Anpassungsstrategien der Völker an die jeweiligen naturräumlichen Bedingungen.
Das Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen wird durch die Universität für Forschung und Lehre genutzt, ist aber auch regelmäßig für Besucher geöffnet.
Witzenhausen liegt günstig zwischen Göttingen und Kassel unweit der Autobahnen A7 und A38.
In Witzenhausen-Unterrieden produziert Grimm & Triepel Kruse-Kautabak, der letzte Hersteller von Kautabak in Deutschland. Ein wichtiger Arbeitgeber in Witzenhausen ist, mit ca. 430 Mitarbeitern insgesamt, die Aktiengesellschaft Svenska Cellulosa Aktiebolaget (SCA). Die SCA produziert in Witzenhausen Wellpappenrohpapiere für die Herstellung von Verpackungen (SCA Packaging Containerboard) und Hygienepapiere wie Toilettenpapier oder Küchenkrepp (SCA Hygiene Products). Weitere wichtige Arbeitgeber sind die REGE Motorenteile GmbH, das Krankenhaus in der Kernstadt Witzenhausen sowie die VG-Orth GmbH & Co. KG, die im Stadtteil Hundelshausen ein Gipswerk betreibt.
Über die Bundesstraßen 27 (Göttingen–Eschwege), 80 (Hann. Münden–Heiligenstadt) und 451 (Helsa–Witzenhausen) ist die Stadt an das übergeordnete Straßennetz angebunden. Im etwa 10 km entfernten Hedemünden besteht Anschluss an die Bundesautobahn 7 (Hamburg–Hannover–Göttingen–Kassel–Würzburg). Bei Friedland besteht Anschluss an die A 38 in Richtung Halle (Saale). Darüber hinaus ist Witzenhausen an den touristischen Routen Deutsche Fachwerkstraße und Deutsche Märchenstraße gelegen.
Witzenhausen hat einen Bahnhof „Witzenhausen Nord“ auf dem Abschnitt Eichenberg–Kassel der Halle-Kasseler Eisenbahn. Er liegt oberhalb der Stadt auf dem Nordhang des Werratals und wird von Zügen nach Kassel, Göttingen, Erfurt und Halle (Saale) bedient. Der ehemalige Bahnhof „Witzenhausen Süd“ lag südöstlich der Innenstadt und ist wie die Gelstertalbahn Eichenberg–Grossalmerode stillgelegt.
Der Stadtteil Gertenbach hat einen weiteren Haltepunkt an der Halle-Kasseler Eisenbahn.
Das Segelfluggelände Burgberg befindet sich etwa 3 km nordwestlich von Witzenhausen.
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