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Mit Wort des Jahres wird ein Schlagwort bezeichnet, das für ein charakteristisches Ereignis oder eine bezeichnende Diskussion des abgelaufenen Jahres steht und aus diesem Grund besonders hervorgehoben wurde.
Ausgewählt werden solche Wörter und Phrasen, die die öffentliche Diskussion des betreffenden Jahres besonders bestimmt haben, die für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen. Die Worthäufigkeit spielt für die Entscheidung keine Rolle. Auch ist mit der Auswahl keine Wertung oder Empfehlung verbunden.
Im Rahmen der Wahl zum Wort des Jahres werden häufig auch weitere sprachliche Markanzen gekürt, etwa ein Satz des Jahres oder ein Jugendwort des Jahres.
Inhaltsverzeichnis |
In Deutschland wurde erstmals 1971 und regelmäßig seit 1977 ein Wort des Jahres gewählt; bis 1999 galt diese Wahl gleichwohl für den gesamten deutschen Sprachraum. Seit 1991 wird zudem regelmäßig ein Unwort des Jahres gewählt, seit 2008 auch ein Jugendwort. Seit 2001 wird zudem ein Satz des Jahres gekürt, wobei es in den Jahren 2004 bis 2008 keinen Satz des Jahres gab, erst wieder seit 2009.
In Liechtenstein werden seit 2002 ein eigenes Wort, Unwort und ein Satz des Jahres gewählt.
Nachdem bei der Wahl zum Wort des Jahres vermehrt Wörter gewählt wurde, die einen starken Deutschlandbezug aufwiesen, entschied sich Österreich 1999 als erstes Land des weiteren deutschen Sprachraumes, ein eigenes Wort des Jahres zu wählen. Zudem werden ein Unwort, seit 2002 ein Spruch, seit 2006 ein Unspruch und seit 2010 ein Jugendwort des Jahres gewählt.
Die deutschsprachige Schweiz ermittelt seit 2003 ein eigenes Wort des Jahres; weiterhin werden auch ein Unwort und ein Satz des Jahres gewählt, in unregelmäßigen Abständen auch weitere sprachliche Markanzen.
Auch im rätoromanischen Sprachraum wird eine derartige Wahl durchgeführt.
Seit 2008 wird ebenfalls das sächsische Wort des Jahres gekürt. Ins Leben gerufen wurde diese Kategorie von der Ilse-Bähnert-Stiftung, die in Zusammenarbeit mit der germanistischen Fakultät der Technischen Universität Dresden auch die Auswahl trifft. Gekürt wird seitdem jedes Jahr das schönste und das bedrohteste [sächsische] Wort des Jahres am Tag der Deutschen Einheit, hinzu kommt das beliebteste Wort des Jahres, welches per Online-Abstimmung gewählt wird.
Zielstellung dieser Wahl ist laut Stiftung folgende: "Aussterbende sächsische Wörter sollen gerettet werden, die Sprache der Sachsen wird gepflegt und gehegt, ihr Wohlklang in das Bewusstsein gebracht und die Mundart als wichtiger Teil der deutschen Sprache gefördert."[1]
Die gekürten Wörter der vergangenen Jahre sind:
| Jahr | schönstes Wort des Jahres | bedrohtestes Wort des Jahres | beliebtestes Wort des Jahres |
|---|---|---|---|
| 2008 | Muddln (etwa: ziel- oder lustlos tätig sein) |
Lawede (brüchig, instabil) |
Nu (kurze Bestätigung wie "genau") |
| 2009 | Färdsch (fertig) |
Asch (Aufwasch/-schüssel) |
Fischelant (vom französischen vigilant=wachsam) |
| 2010 | Bäbbeln (etwa: lässig Fußball spielen) |
Dschidschoriengrien (für kräftig-strahlende Grüntöne) |
Hornzsche (verwahrloste und baufällige Unterkunft) |
| 2011 | Bomforzionös (vom französischen bonne force=hervorragend) |
Haderlump (Landstreicher) |
Katschn (für lautes Kauen oder Schmatzen) |
Im Jahr 2005 begann man in Südtirol ebenfalls nach dem Wort des Jahres und dem Unwort des Jahres zu suchen – jeweils eigene für die drei Landessprachen Deutsch, Italienisch und Ladinisch. Initiatoren sind die Sprachstelle im Südtiroler Kulturinstitut, das Institut für Fachkommunikation und Mehrsprachigkeit der EURAC und das Forschungszentrum Sprachen der Freien Universität Bozen.
In den Niederlanden wird die jährliche Auswahl von den Herausgebern des großen Van Dale Wörterbuchs, der Zeitung De Pers und der populärwissenschaftlichen Zeitschrift Onze Taal organisiert.[2]
In den USA wählt die American Dialect Society die Wörter des Jahres aus (vgl. engl. Wikipedia [1]).[3]