|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| |
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung. |
Die Wurfparabel ist die Flugbahn, die ein Körper beim Wurf in einem homogenen Schwerefeld beschreibt, wenn man den Einfluss des Luftwiderstands vernachlässigt. Der schiefe Wurf stellt dabei den Regelfall dar - senkrechter und waagerechter Wurf sind Ausnahmefälle. Der Scheitel der Parabel befindet sich dabei am höchsten Punkt der Flugbahn, die Parabel ist nach unten geöffnet.
Die ballistische Kurve ist die von der idealen Wurfparabel abweichende Kurve unter Einfluss des Luftwiderstandes. Die Wurfparabel ist die Idealisierung der ballistischen Flugbahn.
Inhaltsverzeichnis |
Grund für die Parabelform ist die Tatsache, dass während des Fluges nur die Schwerkraft auf den Körper einwirkt (→ Freier Fall). Zur Berechnung wird die Anfangsgeschwindigkeit in die zueinander senkrechten Komponenten x und y zerlegt, die unabhängig voneinander behandelt werden können. Die horizontale x-Komponente ist völlig unabhängig von der vertikalen y-Komponente, die nach oben gerichtet sei. Das hat folgende Konsequenzen (Startpunkt sei <math>x=0</math>, <math>y=0</math>):
Der Körper wird mit einer Geschwindigkeit v0 unter dem Winkel <math>\beta</math> schräg nach oben geworfen. Dann gilt für die Geschwindigkeitskomponenten, aus denen die Abwurfgeschwindigkeit durch lineare Superposition zusammengesetzt ist (unter Vernachlässigung des Luftwiderstands):
und
Die vektorielle Bahngleichung lautet dann:
\begin{pmatrix} v_0 t \cos\beta \\ v_0 t \sin \beta -\frac{g}{2} t^2 \end{pmatrix}</math>
Die explizite Bahngleichung im Ortsraum (indem man <math>(1)</math> nach t auflöst und t in <math>(2)</math> einsetzt) lautet:
(Bedeutung der weiteren Variablen: t ist die Zeit, g ist die Schwerebeschleunigung)
Die Reichweite R wird üblicherweise dadurch definiert, dass die Wurfparabel die Ausgangshöhe wieder erreicht, d. h.: <math>\!\ y(R) = 0</math>. Damit kann man die Bewegungsgleichung nach R auflösen und erhält:
Da die Sinusfunktion bei <math>90^\circ</math> ihren größten Wert <math>\sin 90^\circ = 1</math> hat, erreicht man bei Anfangshöhe h0 = 0 die größte Reichweite für <math>\beta_\mathrm{max} = 45^\circ</math>.
Für <math>h_0\ne 0</math> und <math>\beta\ne 0</math> gilt die allgemeine Formel der Wurfweite:
<math>R = \frac{{v_0}^2}{2g} \sin(2 \beta) \left[ 1+ \left( 1 + \frac{2gh_0}{{v_0}^2 \sin^2 \beta} \right) ^{1/2} \right]</math>
Die maximale Reichweite und der zugehörige Startwinkel kann aus der einhüllenden Wurfparabel auch ohne Verwendung von Ableitungen bestimmt werden. Für h0 > 0 ist <math>\beta_\mathrm{max} < 45^\circ</math>, für h0 < 0 folgt umgekehrt <math>\beta_\mathrm{max} > 45^\circ</math>.
Der Scheitelpunkt wird erreicht, wenn die vertikale Geschwindigkeitskomponente ihren Nulldurchgang hat, d. h., wenn sich eine zuerst nach oben gerichtete Bewegung in eine nach unten gerichtete Bewegung umkehrt. Wenn der Wurf nach oben gerichtet war, dann ist die Schwerebeschleunigung entgegengesetzt zur vertikalen Bewegungsrichtung des Körpers und wirkt dann nicht beschleunigend, sondern verzögernd, bis sie ihn auf Null abgebremst hat und anschließend nach unten weiter beschleunigt. Im Scheitelpunkt wurde also die gesamte kinetische Energie (in vertikaler Richtung) umgesetzt in potentielle Energie.
Den Scheitelpunkt kann man berechnen, da der Wurf eine Parabelform hat, und der Scheitelpunkt somit zwischen den Nullstellen 0 und R liegt. Der Scheitelpunkt hat also die x-Koordinate <math>\frac{1}{2} R</math>. Die y-Koordinate erhält man durch die Bewegungsgleichung.
Aufgelöst, hat der Scheitelpunkt folgende Koordinaten:
Wäre weder Gravitation noch Luftwiderstand vorhanden, würde der Körper in der anfänglichen Richtung und Geschwindigkeit (roter Pfeil) weiterfliegen (Trägheitsprinzip).
Das Erdschwerefeld lenkt den Körper jedoch nach unten ab – und zwar mit der Zeit t quadratisch zunehmend:
Der senkrechte Wurf ist ein wichtiger Spezialfall der Wurfparabel. Er lässt sich in zwei verschiedene Wurfrichtungen ausführen - nach oben (gegen die Schwerebeschleunigung) und nach unten (mit der Schwerebeschleunigung).
Der senkrechte Wurf nach oben entspricht einer ungestörten Überlagerung von geradlinig, gleichförmiger Bewegung nach oben und dem freien Fall nach unten. Wenn man dies in einer Grafik darstellt, so ergibt sich eine symmetrische Parabel, deren höchster Punkt dem Umkehrpunkt des Körpers entspricht. Dabei ergeben sich folgende Formeln:
wird berechnet, indem man die Geschwindigkeit v = 0 setzt, dann zunächst die
berechnet und schließlich mithilfe der unteren Gleichung s = h ermittelt.
Es ergibt sich:
Der senkrechte Wurf nach unten entspricht einer Überlagerung von geradliniger Bewegung nach oben und freiem Fall nach unten. Dabei ergeben sich folgende Formeln:
Einen weiteren Spezialfall, für den sich die Gleichungen vereinfachen, bildet der waagerechte Wurf.
Wird bei gegebener Anfangsgeschwindigkeit v0 (und Anfangshöhe h0 = 0) der Startwinkel <math>\!\ \beta</math> verändert, so erreichen die verschiedenen Wurfparabeln unterschiedliche Punkte in der (vertikalen) Wurfebene. Die Reichweite dieser Wurfparabeln wird durch die einhüllende Wurfparabel begrenzt.
Die Gleichung der Hüllkurve der Wurfparabeln <math>y(x) = x \tan \beta - \frac{g\,x^2}{2\,{v_0}^2 \cos^2\beta} + h_0</math> lautet
Sie entspricht demnach einem waagerechten Wurf (<math>\!\ \beta = 0</math>) aus der maximal erreichbaren Wurfhöhe des senkrechten Wurfs mit dessen Anfangsgeschwindigkeit <math>v_0</math> und Anfangshöhe.
Auch für Würfe an geneigten Ebenen kann man den Winkel für die maximale Reichweite bestimmen. Details finden sich in der englischsprachigen Wikipedia unter Rifleman’s rule.
Die Ballistik untersucht die tatsächliche Flugbahn von Geschossen. Bei niedrigen Flughöhen berücksichtigt sie hauptsächlich den Luftwiderstand. Bei großen Höhen sind die abnehmende Dichte, verringerte Gravitation und die Erdkrümmung zu berücksichtigen.