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Wyborg
Выборг
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Wyborg (russisch Выборг) (deutsch Wiburg oder Wiborg, finnisch Viipuri, schwedisch Viborg) ist eine Stadt in der Oblast Leningrad in Russland. Sie liegt in der historischen Region Karelien zwischen Sankt Petersburg und der finnischen Grenze und hat 80.013 Einwohner (Stand: 2010)[1]. Die im Mittelalter von den Schweden gegründete Stadt wechselte im Laufe ihrer Geschichte mehrmals den Besitzer. Vor dem Zweiten Weltkrieg gehörte Wyborg zu Finnland und war die zweitgrößte Stadt des Landes.
Inhaltsverzeichnis |
In Wyborg mündet der 1845–1856 errichtete Saimaakanal in die Ostsee, der die Finnische Seenplatte (Saimaa-See) bei Lappeenranta mit der Ostsee verbindet. Wyborg liegt an der Eisenbahnlinie Helsinki–Sankt Petersburg.
Wyborg war im Mittelalter eine bedeutende Handelsstadt. In den nordischen Kriegen zwischen Schweden und Deutschen Ordensrittern auf der einen Seite und Alexander Newski von Nowgorod auf der anderen war Wyborg ein schwedischer Stützpunkt gegen die Nowgoroder Rus. Nach mehrmaligen vergeblichen Belagerungen durch russische Truppen kapitulierte die Stadt am 12. Juni 1710 vor dem russischen Admiral Graf Apraxin und gehörte danach zum Russischen Reich, ab 1812 zum Großfürstentum Finnland. 1790 floh die schwedische Flotte aus der Wyborger Bucht im sogenannten Spießrutenlauf von Wyborg.
Zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte Wyborg sechs Kirchen, ein altes gotisches Schloss, ein Gymnasium und eine Navigationsschule. Der Hafen der Stadt war wirtschaftlich bedeutsam durch den Holzhandel, eine Eisengießerei und den örtlichen Maschinenbau. Im Jahr 1886 hatte die Stadt 16.639 Einwohner und war Sitz des Gouverneurs von Wyborg, des Hofgerichts für die drei Gouvernements Kuopio, St. Michel und Wyborg, eines lutherischen Konsistoriums und eines deutschen Konsuls.
Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Wyborg zum unabhängig gewordenen Finnland, die Stadt war damals mit ca. 80.000 Einwohnern die zweitgrößte des neuen Staates.
Nach dem Winterkrieg 1939/40 und dem Fortsetzungskrieg 1944 (Wyborg-Petrosawodsker Operation) okkupierte die Sowjetunion den größten Teil Kareliens mitsamt Wyborg. Die seit den Zeiten der Hanse in Wyborg ansässige deutsche Minderheit musste 1940 mit den finnischen und schwedischen Einwohnern die Stadt verlassen oder wurde nach 1944 vertrieben.
Heute gehört die Stadt zu Russland. In Wyborg beginnt die Ostsee-Pipeline der Firma Nord Stream.
In Wyborg sitzt die Abteilung der Nordöstlichen Akademie für Staatsdienst und eine Filiale der staatlichen Ingenieurökonomischen Akademie Sankt Petersburg.
In der Nähe von Wyborg befindet sich seit 1982 eine HGÜ-Kurzkupplung zum Austausch von elektrischer Energie zwischen dem skandinavischen und dem russischen Stromnetz. Sie besteht aus drei bipolaren HGÜ-Kurzkupplungen mit einer Betriebsspannung von 85 kV, die je für eine Übertragungsleistung von 355 Megawatt ausgelegt sind, die Gesamtübertragungsleistung erreicht also bis zu 1065 Megawatt.
Die Stadt hatte von 1912 bis 1957 eine elektrische Straßenbahn, eine von nur drei Straßenbahnen in Finnland.
Wyborg spielt eine wesentliche Rolle in Friedrich Wilhelm Murnaus Film „Nosferatu“. Mit dem dort genannten Wisborg ist offenbar Wyborg am äußersten Ende der Ostsee und des Finnischen Meerbusens gemeint. Murnau weicht hier bewusst von der englischen Vorlage des Bram Stoker „Dracula“ ab.
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Verwaltungssitz ist Sankt Petersburg, das jedoch ein eigenständiges Subjekt der Russischen Föderation bildet.