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| Wappen | Flagge |
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(Details) |
| Wahlspruch: keiner | |
| Lage | |
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| Basisdaten | |
| Amtssprache | Englisch und Französisch |
| Hauptstadt | Whitehorse |
| GröĂte Stadt | Whitehorse |
| FlĂ€che | 482.443 kmÂČ (9.) |
| Einwohner (2011) | 33.897 (12.) |
| Bevölkerungsdichte | 0,06 Ew./kmÂČ |
| BIP in CAD (2006) | Gesamt: 1,622 Mrd. (12.) Pro Kopf: 53.504 (3.) |
| Zeitzone | UTC â8 |
| ISO 3166-2 | CA-YT |
| Postalische AbkĂŒrzung | YT |
| Website | www.gov.yk.ca |
| Politik | |
| Beitritt Konföderation | 13. Juni 1898 |
| Kommissar | Doug Phillips |
| Premierminister | Darrell Pasloski |
| Sitze im Unterhaus | 1 |
| Sitze im Senat | 1 |
Yukon (bis 2003 Yukon-Territorium genannt) ist ein Territorium im Ă€uĂersten Nordwesten Kanadas mit einer FlĂ€che von 482.443 kmÂČ. Sein Name leitete sich vom gröĂten Fluss des Territoriums, dem Yukon River ab. Er bedeutet âgroĂer Flussâ. Im Westen grenzt das Territorium an Alaska (Vereinigte Staaten), im Osten an die Nordwest-Territorien und im SĂŒden an die Provinz British Columbia. Etwa drei Viertel der 33.897 Einwohner[1] (Mai 2011) leben in der weit im SĂŒden gelegenen Hauptstadt Whitehorse. Von den Einwohnern des Territoriums zĂ€hlt das fĂŒr die Indianer zustĂ€ndige Ministerium rund 8.800 zu den 16 First Nations.[2]
Im SĂŒdwesten des Territoriums liegt der mit 5959 Metern höchste Berg Kanadas, der Mount Logan. Er ist nach dem 6195 Meter hohen Mount McKinley in Alaska der zweithöchste Berg Nordamerikas.
Seit mindestens zwölf Jahrtausenden leben Menschen in Yukon. FĂŒr diese Zeit lassen sich die Vorfahren der heutigen Indianer nachweisen, die der athabaskischen Sprachfamilie angehören. Sie lebten bis Mitte des 20. Jahrhunderts nomadisch, wobei sie die Winter in immer denselben Dörfern verbrachten. Nach frĂŒhen Handelsbeziehungen, bei denen Pelze im Mittelpunkt standen, brachten Goldfunde am Klondike fĂŒr kurze Zeit mehr als 100.000 Einwanderer in das dĂŒnn besiedelte Gebiet. Heute leben die Yukoner ĂŒberwiegend von Tourismus, Rohstoffindustrie und Dienstleistungen, die Jagd spielt nur noch bei wenigen indigenen Gruppen eine Rolle.
Der Name Yukon geht auf den gleichnamigen Fluss Yukon River zurĂŒck, der durch das Territorium und dann nach Alaska flieĂt. Seine Bezeichnung geht wiederum auf yu-kun-ah zurĂŒck, die Bezeichnung des Flusses durch die Gwich'in-Indianer als âgroĂer Flussâ.
Im Westen grenzt Yukon an Alaska, im SĂŒden an British Columbia, im Osten an die Nordwest-Territorien und im Norden an die Beaufortsee.
Die Ostgrenze verlĂ€uft im SĂŒden des Territoriums etwa entlang der Wasserscheide zwischen den EntwĂ€sserungsgebieten des Yukon River und des Mackenzie River, im Norden schlieĂt sie Liard und Peel River ĂŒberwiegend mit ein.
Vor etwa 205 Millionen Jahren wurde eine riesige tektonische Platte im Nordpazifik, die Farallon plate, erstmals unter die nordamerikanische Platte gedrĂŒckt, die sich westwĂ€rts bewegte. Dies brachte neben groĂen Granitmengen eine gewaltige Vulkankette hervor. Diese Vulkane sind ĂŒberwiegend erloschen und stark erodiert, doch hinterlieĂ die Periode oft meterdicke Schichten von Vulkanasche und -glas. Die NordwestkĂŒste Kanadas, und damit der heutige Yukon, entstand zudem durch die Kollision vulkanischer Inseln,[3] die sich ĂŒber rund 1000 bis 1500 km erstreckten, mit einem bereits vor dem Jura existierenden Kontinent, vor etwa 180 Millionen Jahren. Sie sind ein Teil der zerbrochenen Farallon-Platte; ein westwĂ€rts dahinter liegender Teil der Platte wurde ebenfalls unter den Kontinent gedrĂŒckt. Dabei entstand eine Gebirgskette, die als Omineca bezeichnet wird und die vom Yukon bis nach Oregon reicht; auch weiter ostwĂ€rts wurden Gebirgsketten aufgefaltet und durch Schmelzgestein erhöht.[4] Vor 115 Millionen Jahren kollidierte eine zweite Inselkette mit dem Kontinent, die Insular Volcanic Islands, wobei in British Columbia das gröĂte Granitlager Amerikas entstand. Diese Kollision formte einen neuen VulkangĂŒrtel, den Coast Range Arc, der ebenfalls bis in den Yukon reicht. Dortige Ăberreste sind Vulkane wie der Montana Mountain sĂŒdlich von Carcross oder Mount Nansen und Skukum westlich von Carmacks. Der enorme Druck brachte groĂe Mengen an Gneis hervor.
Vor 80 bis 90 Millionen Jahren zerbrach die nordpazifische Farallon-Platte in zwei Teile; die nördliche war die Kula-Platte, was zunĂ€chst an der Bruchstelle vor der KĂŒste Kaliforniens neue Hebungen hervorbrachte. SpĂ€ter, vor 4 bis 7 Millionen Jahren, entstand die Olympic Peninsula in Washington durch die bis heute bestehende, sĂŒdlich abgebrochene Juan-de-Fuca-Platte. Die Kula-Platte im Norden bewegte sich seit etwa 60 Millionen Jahren weniger ostwĂ€rts als parallel zum Kontinent, so dass die Subduktionen endeten und sich stattdessen Richtung Yukon und Alaska fortsetzten.
Abgesehen von den Gebieten um die Beaufortsee im Norden bildet das Territorium seitdem einen Teil der nördlichen Rocky Mountains und des KĂŒstengebirges, das sich von British Columbia bis nach Alaska erstreckt. Der SĂŒdwesten wird dabei von der Eliaskette dominiert, wo sich der Kluane-Nationalpark befindet, der zum Welterbe zĂ€hlt, ebenso wie der bereits auf britisch-kolumbianischem Gebiet befindliche Tatshenshini-Alsek Park, die zusammen 97.000 kmÂČ umfassen.[5] Dort befinden sich auch die höchsten Berge des Territoriums, wie der Mount Logan (5959 m) sowie die Gletscher des Logan, Hubbard und Kaskawulsh. Diese Gebirgskette hĂ€lt die Feuchtigkeit, die ansonsten die WestkĂŒste Nordamerikas prĂ€gt, von Yukon fern. Daher war das dahinter liegende Gebiet wĂ€hrend der Eiszeiten verhĂ€ltnismĂ€Ăig trocken, was wiederum eine Vergletscherung des Territoriums, sieht man vom KĂŒstengebirge und vom Osten ab, weitgehend verhinderte. So entstand Beringia, eine von Gletschern umgebene Tundrenlandschaft.
Permafrost, also Boden, der nie auftaut, zeigt sich heute im Norden durchgĂ€ngig, in weiten Teilen des Territoriums ĂŒberwiegend, im SĂŒden gelegentlich.[6] Er reicht bis zu einer Tiefe von mehr als 300 m, doch nimmt diese Tiefe nach SĂŒden schnell ab. 1982 betrug die Tiefe bei Old Crow rund 63 m, bei Mayo 1991 bis 40 m, bei Takhini bis 16 m und bei Teslin nur noch bis zu 2 m. Insgesamt ist der Permafrostboden im RĂŒckzug begriffen.
Entlang der SĂŒdgrenze des Territoriums bilden, neben verschiedenen GebirgszĂŒgen (Ranges) wie Englishman Range oder Simpson Range, die Cassiar Mountains einen markanten Einschnitt. In diesem vergleichsweise waldreichen Gebiet befindet sich auch die Hauptstadt Yukons, Whitehorse. Die Ostgrenze verlĂ€uft durch die Mackenzie Mountains, die sich bereits ĂŒberwiegend in den Nordwest-Territorien befinden. Der höchste Gipfel dieser Gebirgskette, der 2972 m hohe Keele Peak, liegt unmittelbar an der Ostgrenze.
Nördlich der Cassiar Mountains schlieĂen sich die Ketten der Pelly Mountains â ihr höchster Gipfel ist der Fox Mountain (2404 m) â, nördlich der Saint Elias Mountains die Samson Range an, deren höchster Gipfel der Klaza Mountain mit 1939 m ist. Zwischen diesen GebirgszĂŒgen befinden sich die EntwĂ€sserungsgebiete des Teslin (393 km), des Pelly (530 km) und des Yukon Rivers (3120 km). Hinzu kommen zahlreiche kleinere FlĂŒsse, wie der Klondike, an dessen EinmĂŒndung in den Yukon sich Dawson befindet, nach Whitehorse der gröĂte Ort des Territoriums. Von dort schlieĂen sich nordwĂ€rts die Ogilvie Mountains an, deren höchste Gipfel Mount Frank Rae (2.360 m[7]), Yoke (2.249 m[8]), Tombstone Mountain (2.196 m[9]), Mount Monolith (2.135 m[10]) und Mount Patterson (2.042 m[11]) sind.
Nördlich dieser Kette befindet sich das EntwĂ€sserungsgebiet des Porcupine Rivers, der in den Ogilvie Mountains entspringt und in Alaska in den Yukon mĂŒndet. Am Fluss liegt der nördlichste Ort des Territoriums, Old Crow, und der nördlichste Indianerstamm, die Vuntut Gwitchin. Nördlich des Porcupine wurde der Ivvavik-Nationalpark eingerichtet, der sich bis zum arktischen Ozean erstreckt, östlich erstrecken sich die Richardson Mountains (1.240 m) bis zur Ostgrenze Yukons.
Einige Gebirgsketten in British Columbia und in Yukon gehören zu dem um den Pazifik liegenden Feuerring. Das nördlichste der kanadischen Vulkanfelder, die zu diesem Ring gehören, ist das Fort Selkirk Volcanic Field, das beim namengebenden Fort Selkirk liegt. Insgesamt befinden sich rund einhundert Vulkanfelder im Territorium. Bekannte Vulkane sind der Volcano Mountain, der Ibex Mountain rund 30 km sĂŒdwestlich von Whitehorse, aber auch der Bennett Lake Volcanic Complex, eine Caldera.
Der ĂŒberwiegende Teil des Territoriums liegt im EntwĂ€sserungsgebiet des Yukon River, der westwĂ€rts durch Alaska flieĂt und ins Beringmeer mĂŒndet. Hinzu kommen die EntwĂ€sserungsgebiete des Mackenzie und Alsek-Tatshenshini sowie zahlreicher kleinerer FlĂŒsse, die in die Beaufortsee mĂŒnden. Die beiden gröĂten, in den Mackenzie mĂŒndenden FlĂŒsse sind der Liard River und der Peel River; der Porcupine River und der Klondike River mĂŒnden in den Yukon.
Trotz des trockenen Klimas gibt es zahlreiche Seen, besonders im EntwĂ€sserungsgebiet des gröĂten Flusses, des Yukon. Dazu zĂ€hlen der Teslin Lake und der Atlin Lake, Tagish Lake, Marsh Lake, Lake Laberge oder der seit 1958 aufgestaute Schwatka Lake. Weitere Seen finden sich am FuĂ der Gletscherzone im SĂŒdwesten, wie Kluane Lake, Dezadeash Lake und Kusawa Lake. Im SĂŒden des Vuntut-Nationalpark finden sich zahlreiche weitere Seen.
Dieses System von FlĂŒssen und Seen bildete Ende des 19. Jahrhunderts die Ausgangsbasis fĂŒr die VerkehrserschlieĂung des Territoriums von der KĂŒste her, wĂ€hrend das Mackenziegebiet von der Hudson Bay erschlossen wurde.
Das Klima ist subarktisch. Im Norden, wie etwa auf Herschel Island, ist es arktisch mit sehr kalten und langen Wintern und kurzen Sommern. [12] Als kĂ€lteste Region Nordamerikas gilt das Gebiet um Snag, wo am 3. Februar 1947 â63 °C gemessen wurden.[13] Im Winter 2004/2005 wurden in Burwash Landing â58 °C gemessen.[14] Im gesamten Territorium fĂ€llt recht wenig Niederschlag. Diese NiederschlĂ€ge fallen etwa zur HĂ€lfte als Schnee. Dabei sorgen die Gletscher mit ihrem Schmelzwasser fĂŒr zahlreiche FlĂŒsse und BĂ€che im SĂŒdwesten, obwohl im Windschatten der beinahe 6000 m hohen Gebirgskette, die die feuchten Westwinde fernhĂ€lt, wenig Regen fĂ€llt. Ein besonders trockenes Gebiet bildet das so genannte Carcross Desert bei Carcross, wo seit der letzten Eiszeit auf rund 2,5 kmÂČ SanddĂŒnen bestehen.
Die Durchschnittstemperatur in Whitehorse liegt im Januar bei -17,7 °C, im Juli bei 14,1 °C, die Niederschlagsmenge liegt bei 267,4 mm pro Jahr.[15] Hingegen liegt die entsprechende Temperatur in Old Crow bei -31,1 °C bzw. 14,6 °C, die Niederschlagsmenge betrÀgt rund 267 mm.[16]
Abgesehen vom Ă€uĂersten Norden mit seiner arktischen Tundra und den GebirgskĂ€mmen sowie den Gletschergebieten, ist der ĂŒberwiegende Teil des Territoriums von borealen NadelwĂ€ldern durchsetzt.[17] Der SĂŒden und das Zentrum gehören, entsprechend der Klassifizierung der kanadischen Regionen durch die McGill University in MontrĂ©al, zur Boreal Cordillera Ecozone, wĂ€hrend die nördlicheren Gebiete zur Taiga Cordillera Ecozone[18] gerechnet werden.
Demzufolge sind die Pflanzengesellschaften von Baumarten wie Schwarz- und WeiĂ-Fichte, Populus tremuloides (Quaking Aspen genannt), Westliche Balsam-Pappel und KĂŒsten-Kiefer geprĂ€gt. Eher im SĂŒdosten kommt die Ostamerikanische LĂ€rche vor, im SĂŒden auch Tannen.
Die auffĂ€lligste Tierart ist das Karibu, sowohl als Barrenground- als auch als Kanadisches Waldkaribu. Es kommt in riesigen Herden vor, wie der Porcupine-Herde im Norden, aber auch der Waldkaribuherden, wie der Carcross/Squanga-, Ibex- und Atlinherde (die fast ausgerottet wurde), aber auch der Wolf-Lake-Herde im SĂŒden. Insgesamt unterscheidet man mehr als 20 Herden.[19] Dazu kommen Elche, die als Moose bezeichnet werden, Maultierhirsch, Schneeziege und Dall-Schaf sowie Bison und Wapiti, die jedoch erst spĂ€t wieder von Menschen hierher gebracht worden sind. So wurden Bisons 1986 wieder angesiedelt, etwa am Aishihik Lake. Zu den Raubtieren gehören der Wolf, der GrizzlybĂ€r, der Puma, Cougar genannt, Kojote (seit etwa 1900 eingewandert), Kanadischer Luchs (die gröĂte Dichte Nordamerikas[20]) und Amerikanischer SchwarzbĂ€r.
Zahlreich sind die Nagetiere vertreten, unter ihnen verschiedene als Squirrels bezeichnete Hörnchen, Ziesel, hĂ€ufig als ground squirrels bezeichnet, Lemminge, Alaska-Pfeifhasen, MĂ€use, der stachelschweinĂ€hnliche Urson (Canadian Porcupine genannt) und Biber. Letzterer war einer der zahlreichen Pelzlieferanten, zu denen auch die Bisamratte, der VielfraĂ, vor allem aber Fichtenmarder, Hermelin, Mauswiesel, Nerz, Fischotter, aber auch Kanadischer Luchs, Polar- und Rotfuchs zĂ€hlten und gelegentlich noch zĂ€hlen. Ăber die Verbreitung der zahlreichen Fledermausarten ist nur wenig bekannt.
Weit ĂŒber 250 Vogelarten sind im Territorium Yukon heimisch.[21] Zu den fĂŒr die First Nations kulturell bedeutsamsten zĂ€hlt der Rabe, weniger der bei den sĂŒdlicheren Indianern bedeutsame Adler, der in Yukon als WeiĂkopfseeadler und als Steinadler auftritt. An Falken sind der Ger- und der Wanderfalke verbreitet. Unter den Fasanenartigen finden sich Tannenhuhn und Felsengebirgshuhn, aber auch das Kragenhuhn, das hier Ruffed Grouse genannt wird. In höher gelegenen Gebieten findet sich auch das Alpenschneehuhn, seltener das WeiĂschwanz-Schneehuhn (Lagopus leucura).
Wichtigste Fische sind vier Arten der Pazifischen Lachse (Oncorhynchus), der Königslachs (Chinook), der Rot- (Sockeye), der Keta- (Chum) und der Silberlachs (Coho). Chinook-Lachse ĂŒberwinden den gesamten, ĂŒber 3000 km langen Yukon, um oberhalb von Whitehorse zu laichen. Hinzu kommen Saiblingarten, wie die Dolly Varden (Salvelinus malma malma) oder die ursprĂŒnglich aus Nordwestamerika stammende, seit Ende des 19. Jahrhunderts auch in Europa heimische Regenbogenforelle, dann der Hecht, der als Pike bezeichnet wird, oder die Arktische Ăsche (Thymallus arcticus) und zahlreiche weitere Fischarten.
Die auffĂ€lligsten Insekten sind die zahlreichen StechmĂŒcken und ihre natĂŒrlichen Feinde, die Libellen, sowie KriebelmĂŒcken und Schmetterlinge.[22]
- s. a. Geschichte der Trâondek Hwechâin First Nation
Die FrĂŒhgeschichte lĂ€sst sich fast nur archĂ€ologisch fassen, sieht man von der mĂŒndlichen Ăberlieferung ab. Dabei finden sich bisher weit ĂŒber 3000 solcher StĂ€tten in Yukon.[23] Bis zum Ende der Eiszeit war das Gebiet, das heute als Beringia bezeichnet wird, eine Tundrenlandschaft, die mangels NiederschlĂ€gen eisfrei blieb, wĂ€hrend Ostsibirien und alles Gebiet ab dem mittleren Yukon ostwĂ€rts unter Gletschern lag. Damit blieb die Region ĂŒber Jahrtausende isoliert.
Im Gegensatz zur PazifikkĂŒste entwickelte sich am Yukon und am Mackenzie eine Kultur weitrĂ€umiger Jagd mit groĂer Beweglichkeit kleiner Gruppen. Einige der Ă€ltesten Funde Kanadas wurden im Yukon-Gebiet, in den drei Bluefish-Höhlen gemacht.[24] Sie reichen mindestens 12.000 Jahre zurĂŒck. Die Gwich'in glauben, dass die JĂ€ger, die diese Höhlen nutzten, zu ihren Vorfahren gehören.
Die frĂŒhe arktische Kultur breitete sich nach der Eiszeit an der KĂŒste entlang weiter sĂŒdwĂ€rts aus, möglicherweise auch entlang des Yukon. Ihr Kennzeichen sind winzige Steinklingen (Microblades) und beidseitig geschĂ€rfte Werkzeuge. Eine der wichtigsten Fundstellen befindet sich am Annie Lake sĂŒdlich von Whitehorse, wo ab 8000 v. Chr. immer wieder Menschen lebten, die zweimal SanddĂŒnen und einmal Vulkanascheregen weichen mussten.[25] Zwischen 5000 und 2000 v. Chr. wanderten möglicherweise Inuit durch das Territorium sĂŒdwĂ€rts. Sie jagten Karibus und konkurrierten dabei mit den nördlichsten Indianergruppen, wie den Gwich'in.
Die indianischen Gruppen in Yukon werden nach Sprachfamilien eingeteilt. Die Gruppen, die den athapaskischen Sprachen angehören, werden dabei eher mit Fundstellen im EntwĂ€sserungsgebiet des Mackenzie (ca. 1000 v. Chr. bis 700 n. Chr.) in Beziehung gesetzt. So nimmt man an, dass die als Old Chief Creek bezeichnete Phase am nördlichen Yukon die Gwichâin hervorbrachte. Die Taye-Lake-Phase am sĂŒdlichen Yukon (4000 bis 1000 v. Chr.) hingegen bringt man mit den Tutchone in Verbindung. Kennzeichnend fĂŒr Letztere sind lanzenförmige Projektilspitzen, zweischneidige Messer, sowie die Abwesenheit von Microblades.
Das von verschiedenen StĂ€mmen der Tutchone und der hauptsĂ€chlich am Pazifik lebenden Tlingit besiedelte Gebiet am Oberlauf des Yukon wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts von der Hudsonâs Bay Company (HBC) fĂŒr ihre HandelsaktivitĂ€ten, hauptsĂ€chlich Pelzhandel, erschlossen. Die britische Handelsgesellschaft ĂŒbte im Weiteren die Verwaltungshoheit aus, legitimiert durch ein Handelsmonopol der britischen Krone. Dieses konnte sie jedoch im sĂŒdlichen Yukon-Gebiet nicht gegen faktische Handelsmonopole, wie dem der Chilkat durchsetzen, die zu den Tlingit gehörten. Sie eroberten Fort Selkirk. Erst mit dem Zusammenbruch der KĂŒstenbevölkerung durch die Pockenepidemie, die 1862 die pazifische NordwestkĂŒste dezimierte, brach die Vorherrschaft der Tlingit zusammen.
Ganz anders war die Situation im Norden des Yukon. Hier gelang es der HBC vom Mackenziedelta aus, Kontakte zu den Gwich'in aufzunehmen, und auf spÀterem US-Gebiet entstand Fort Youcon in Alaska.
Mit der Grenzziehung zwischen dem britischen Kolonialreich und Russland, bzw. dem Verkauf von Alaska an die USA (1867) wurde das Gebiet mehrerer StĂ€mme zerteilt. Die HBC musste Fort Youcon abtreten. Zudem weckte der Kauf BefĂŒrchtungen, die USA könnten die politische Vorherrschaft anstreben und die Pazifikgebiete Kanadas okkupieren.
1869 verkaufte die Hudson's Bay Company die Nordwest-Territorien und Ruperts Land an das zwei Jahre zuvor gegrĂŒndete Canadian Dominion. Dieses löste bereits 1870 mit dem Manitoba Act die Provinz Manitoba rund um Winnipeg aus dem Gebiet heraus. Von hier aus wurde der riesige Rest der neuen Landesteile mitverwaltet, also auch das 2500 km entfernte, von nur sehr wenigen Nichtindianern aufgesuchte Yukon-Gebiet. Indian Commissioner, und damit zustĂ€ndig fĂŒr die Yukoner Indianer, war Edgar Dewdney. Nach ersten Goldfunden entstand 1887 als erste nichtindianische Siedlung Forty Mile, 1894 erreichte Charles Constantine als FĂŒhrer einer kleinen Polizeitruppe, der North West Mounted Police das Gebiet, 1895 wurde Yukon ein Distrikt innerhalb der Territorien.
Im Gegensatz zu den riesigen Gebieten im SĂŒden, die Kanada von der HBC erwarb, war Yukon fĂŒr die Landwirtschaft, und damit fĂŒr die Besiedlung, nicht tauglich. Daher kam es auch nicht zu Abtretungs-VertrĂ€gen mit den Indianern, wie im Fall der Numbered Treaties. Sie sollten allerdings, wie im ĂŒbrigen Land auch, assimiliert werden. Der erste Schritt dazu war die Mission unter Fernhaltung von den âĂbelnâ der weiĂen Gesellschaft, wie Alkohol und Prostitution. Die stĂ€rkste missionarische TĂ€tigkeit entfaltete nun die anglikanische Kirche. Schon seit etwa 1840 waren Missionare der katholischen und der episkopalistischen Kirche tĂ€tig gewesen, die auch den nördlichsten Stamm erreichten, die Vuntut Gwitchin. Die Anglikaner erhielten katholische Konkurrenz vor allem im SĂŒdosten des Territoriums und am Lake Kluane.
Mit dem Goldrausch am Klondike River (1896â1898), den die beiden Tagish Keish (Skookum Jim Mason) und Tagish Charlie auslösten, drohten die VerhĂ€ltnisse auĂer Kontrolle zu geraten. TatsĂ€chlich kamen Tausende von Kaliforniern in die Region, insgesamt rund 100.000 Goldsucher. Daraufhin entschied die kanadische Regierung, im Yukon-Gebiet eine eigene Verwaltungseinheit zu schaffen und eine kleine Polizeitruppe zu entsenden, um so die Lage in den Griff zu bekommen. Da die kanadischen Territorien keine eigenstĂ€ndigen Provinzen waren (und sind), sondern direkt der Regierung unterstanden, wurde mit einem Bundesgesetz am 13. Juni 1898 das Yukon-Territorium von den Nordwest-Territorien abgespalten.[26] 1908 gelang es dem Territorium, die 1898 vorgenommene Einsetzung von fĂŒnf Administratoren durch Ottawa durch eine zehnköpfige, gewĂ€hlte Versammlung zu ersetzen. Der Commissioner konnte sich im Konfliktfall jedoch durchsetzen.
Dawson, das mit ĂŒber 40.000 Einwohnern zeitweise eine der gröĂten StĂ€dte Nordamerikas war, verlor binnen weniger Jahre den ĂŒberwiegenden Teil seiner Bevölkerung, nachdem der Klondike-Goldrausch abgeklungen war. Silberfunde am Tagish Lake (1899) beschĂ€ftigten zwar rund 200 Arbeiter in Conrad, wo John Howard Conrad bis 1905 die meisten Claims (SchĂŒrfrechte an festgelegten Stellen) erwarb, doch konnte dies die Abwanderung bei Weitem nicht kompensieren. Dies umso mehr, als sinkende Silberpreise und wenig ergiebige Vorkommen der Mine ab 1914 so zusetzten, dass sie bald geschlossen werden musste. Auch der Ort wurde aufgegeben. Selbst weitere Rohstofffunde, wie Silber bei Mayo, Gold am Kluane Lake und Kupfer bei Whitehorse, die zu einer gewissen Zuwanderung fĂŒhrten, konnten den BevölkerungsrĂŒckgang nicht ausgleichen. Der örtliche Gold Commissioner verwaltete das Territorium nun mit und war nur dem Innenminister berichtspflichtig. Die zehnköpfige Versammlung von 1908 wurde 1918/1919 auf drei reduziert, ein Zustand, der bis nach dem Zweiten Weltkrieg anhielt. Die AnsĂ€tze zu einer Selbstregierung (responsible government) des Territoriums wurden beendet. Gleichzeitig ging die PrĂ€senz der Polizei drastisch zurĂŒck. Waren 1904 noch 296 MĂ€nner der North West Mounted Police in Yukon, davon 96 in Dawson, so waren es 1910 nur noch 60 (33), 1925 nur noch 38 (15).[27] Die Infrastruktur brach vielfach zusammen, zahlreiche Road Houses entlang der StraĂen wurden aufgegeben, nur wenige, wie das Montague Roadhouse, hielten sich bis in die 1950er Jahre.
In den 1920er Jahren hatte das gesamte Territorium kaum 4.000 Einwohner, die Indianer stellten in den meisten Gebieten die Mehrheit. Zu VertrĂ€gen mit der Regierung kam es auch jetzt nicht, weil die Möglichkeit neuer Goldfunde nicht auszuschlieĂen war und Ottawa nicht ausgerechnet dieses Land abtreten wollte.[28] Jim Boss, ErbhĂ€uptling der Indianer am Lake Laberge, forderte 1902 Land fĂŒr seine Leute, doch die Regierung lehnte dies ab. Reverend A. E. O'Meara, FinanzsekretĂ€r der Diözese Yukon, bereitete zwischen 1907 und 1910 zwar einen Vertrag vor, der die Zuerkennung von Schutzgebieten fĂŒr Jagdwild, die Anerkennung indianischer Ehen, bessere GesundheitsfĂŒrsorge sowie internatartiger Indianerschulen vorsah, doch zog die Kirche das Vorhaben angesichts staatlicher WiderstĂ€nde zurĂŒck.[29] Nur die Indianer um Fort Liard wurden 1921 in den Vertrag Nr. 11 der Numbered Treaties eingeschlossen, da sie dem Mackenzie-Gebiet zugerechnet wurden. Zu dieser Gruppe von StĂ€mmen gehört heute die Liard First Nation.
Im Gegensatz zum Rest Kanadas war die Regierung Yukons nicht auf eine Assimilierung der Ureinwohner bedacht. Im Gegenteil war die Territoriumsregierung bis in die 1950er Jahre darauf bedacht, den Indianern die Möglichkeiten zur Selbstversorgung zu belassen, um Kosten zu sparen, doch sollten sie das Land nicht selbst besitzen. So entstanden nur sehr kleine, saisonal genutzte Reserves bei Dawson (Moosehide), Mayo und Whitehorse sowie Gebiete nahe Carcross, Teslin, Selkirk, Carmacks und Old Crow, insgesamt 17 Gebiete, deren GröĂe zwischen rund 16 und 600 ha schwankte.[30] Der Schutz der natĂŒrlichen Ressourcen gegen Explorationsunternehmen, Jagdkonkurrenten und TrophĂ€enjĂ€ger gelang jedoch nur teilweise, so dass die AbhĂ€ngigkeit von staatlicher FĂŒrsorge zunahm.
Zugleich sorgte die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Missionaren fĂŒr eine Phase relativ stabiler Segregation ab etwa 1905, die bis in die 50er Jahre andauerte. Die Indianer mussten Dawson im Sommer ab 19 Uhr, im Winter ab 17 Uhr verlassen. Strafen durften verhĂ€ngt werden, wenn sie die Sperrstunde verletzten, wenn sie tranken, oder einfach, wenn sie zu freundlich zu weiĂen Bewohnern waren.[31] Ab 1929 mussten Indianer Dawson um 20 Uhr verlassen, 1933 brauchten sie zum Aufenthalt in der Stadt eine Sondererlaubnis. Diese erhielten sie ĂŒblicherweise, wenn sie einen Arbeitsvertrag vorwiesen. In Mayo verkĂŒndete 1947 eine laute Glocke die Sperrstunde.
Die völlige VernachlĂ€ssigung medizinischer Versorgung, die Segregation und die zunehmende Armut fĂŒhrten dazu, dass Krankheiten, allen voran die Tuberkulose, sich ausbreiteten - was wiederum die Behörden dazu bewog, die Indianer abzusondern. Ihre Behandlung wurde zwar von den wenigen HospitĂ€lern ĂŒbernommen, doch wurden sie, wie in Mayo, in einem Zelt hinter dem GebĂ€ude versorgt.
Bei der umfassenden Segregation und VernachlÀssigung stagnierte die Zahl der Indianer bei hohem Krankheitsstand und hoher Kindersterblichkeit von 1911 bis 1951 bei rund 1.300 bis 1.600 Menschen. 1901 hatte ihre Zahl noch bei 3.322 gelegen, erst 1961 waren es wieder 2.207, 1971 2.580.[32] Man rechnete bis 1941 mit 18 bis 37 (registrierten) SterbefÀllen pro Jahr im Yukon. 1942 schnellte diese Zahl auf 64 in die Höhe, als der Alaska Highway ausgebaut wurde.[33]
Der Zweite Weltkrieg machte das Territorium schlagartig zu einer wichtigen Basis fĂŒr die pazifischen Kriegsoperationen. Dazu wurde 1942 der Alaska Highway erbaut, den Kanada nach dem Krieg zur zivilen Nutzung ĂŒbernahm. WĂ€hrend der Bauphase arbeiteten Zehntausende an den StraĂen. Dabei brachten die MĂ€nner Krankheiten zu den First Nations, wodurch deren Zahl weiter zurĂŒckging. Zugleich fĂŒhrte der StraĂenausbau zum Zusammenbruch der Flussbootunternehmen, die mittels Dampfbooten bisher das RĂŒckgrat der Infrastruktur gebildet hatten.
Zudem entstand eine Pipeline von Norman Neills am Mackenzie nach Whitehorse. Zum Bau der 2560 km langen Pipeline, dem seinerzeit gröĂten Projekt dieser Art, wurden rund 10.000 Arbeiter eingesetzt. Hinzu kam eine StraĂe ĂŒber den MacMillan-Pass an der Grenze zwischen den benachbarten Territorien, die Canol Road. Doch kurz nach dem Krieg wurde die fĂŒr 300 Millionen Dollar errichtete Verbindung wieder aufgegeben. Anfang der 1970er Jahre zog die Zinkmine in Faro erneut Zuwanderer an.
Die erneute massenhafte Zuwanderung und der Ausbau der Verkehrswege verbesserte die Absatzmöglichkeiten der Explorationsunternehmen, bedeutete aber auch das Ende der Dampfschifffahrt auf den FlĂŒssen (um 1955). Erst 1960 erhielten die Indianer Kanadas das Wahlrecht, 1961 nahmen die Yukoner Indianer erstmals an einer Wahl im Territorium teil. Die Regierung drĂ€ngte nun, mit starker VerspĂ€tung gegenĂŒber dem Rest Kanadas, auf Sesshaftigkeit und Assimilation der Ureinwohner. Neben der Schulpflicht, der Zuweisung fester Wohnorte und der Bereitstellung, wenn auch einer zu geringen Zahl an ArbeitsplĂ€tzen förderte das Department of Indian Affairs die handwerkliche Produktion. Doch die 1962 gegrĂŒndete Yukon Indian Craft Co-operative Association hatte nur bis 1966 Bestand. Dauerhafter waren dagegen die in den 70er Jahren entstandene Yukon Native Products. Die geringen Erfolge und das Ende der traditionellen Lebensweise sowie die Entstehung des kanadischen Sozialstaats hatten zur Folge, dass immer mehr Indianer Zuwendungen erhielten, so dass die Ausgaben von 30.000 Dollar im Jahr 1949 auf 200.000 im Jahr 1965 stiegen. Zugleich weigerten sich die Explorationsfirmen, trotz gegenteiliger Zusagen, Indianer einzustellen, denen oftmals die nötige Vorbildung fehlte und die ihrerseits oft einer RĂŒckkehr zur traditionellen Lebensweise den Vorrang gaben.
Wie in den anderen Provinzen und Territorien Kanadas, so kam es auch hier zur völligen Umwandlung der bis in die 1950er Jahre nomadischen Kulturen vor allem der nördlichen Indianergruppen. Dazu standen die Mittel einer im Zuge des Zweiten Weltkriegs stĂ€rker interventionistisch gewordenen Bundesregierung zur VerfĂŒgung, so dass dem Territorium selbst noch mehr die Entscheidungen entzogen wurden. Ottawa erhöhte nun den Druck auf die indianischen Gruppen, sich zu assimilieren, den Druck gaben die Vertreter des Department of Indian Affairs weiter. Der wichtigste Schritt war dabei die Beendigung des nomadischen Lebensstils, die Ansiedlung an festen Orten. Dort erfolgte der Schulunterricht, die medizinische Versorgung und die Ausgabe von Leistungen der Wohlfahrt. Ăber diese Leistungen, die als notwendig erkannt wurden - Ende der 40er bis Mitte der 50er Jahre brach zudem der Arbeitsmarkt, der Stellen in der Flussschifffahrt und im Pelzgewerbe bereitgestellt hatte, ein - entschieden in einer Versammlung von 1958 ausschlieĂlich Nichtindianer.[34]
Schon frĂŒher waren vier Residential Schools eingerichtet worden, die nun von den Kindern der Indianer besucht werden mussten. Dort war der Gebrauch ihrer Muttersprachen bei Strafe untersagt, ebenso jede andere kulturelle ĂuĂerung, die einer Assimilation im Wege stand. Diese internatartigen Schulen entstanden unter anderen in Carcross (Chooutla, eine anglikanische Schule), Coudert Hall in Whitehorse (heute Whitehorse Hostel/Student Residence, der VorgĂ€nger der spĂ€teren Yukon Hall), dort entstand auch die Whitehorse Baptist Mission. Hinzu kamen die anglikanische Schule Shingle Point, das spĂ€ter als All Saints nach Aklavik umzog, und St. Paul's Hostel, das von September 1920 bis Juni 1943 betrieben wurde.[35] Die katholischen Kinder gingen nach Lower Post in British Columbia. Erst seit den 60er Jahren wurden die Schulen aufgelöst, Lower Post erst 1975.
Die ehemaligen SchĂŒler der Residential Schools, die sich selbst Ăberlebende nennen, bekĂ€mpften deren Fortbestand vehement und viele von ihnen strengten Klagen wegen Misshandlungen an. Die eigentlichen Reservatsschulen, bei deren Besuch es zu weniger ausgeprĂ€gten kulturellen Entwurzelungsprozessen kam, da die Kinder am Ort blieben, kamen dabei weniger stark in die Kritik.
Es kam gelegentlich zu Widerstand gegen die zahlreichen Zwangsumsiedlungen, die meist von Rohstoffexploratoren ausgelöst wurden, gelegentlich aber auch nur, um kleine Gruppen zu einer gröĂeren zusammenzufassen oder um sie an Orten anzusiedeln, wo sie vor Ausbeutung durch PelzhĂ€ndler geschĂŒtzt waren - um den Preis völliger AbhĂ€ngigkeit vom Staat. So mussten die Gruppen am White River, die spĂ€tere White River First Nation nach Burwash Landing umziehen und dort zusammen mit der Kluane Indian Band leben. Erst 1991 trennten sich die White River wieder von den Kluane und zogen nordwestwĂ€rts nach Beaver Creek, nahe der Grenze zu Alaska. Weitere Reservate entstanden in den 50er Jahren. So mussten die Aishihik, die 50 Meilen nördlich des Alaska Highways lebten, nach Haines Junction ziehen; Ă€hnlich erging es der Champagne band, die ab 1958 bzw. 1966 mit den Aishihik an den Highway ziehen musste. Die Upper Liard-Lower Post bestanden sogar aus fĂŒnf Gruppen. Hier wurden die internen Kontakte 1972 völlig abgebrochen.
Die vor allem entlang des Highways und bei Whitehorse entstehenden HĂŒtten blieben weit hinter kanadischen Standards zurĂŒck, da Ottawa fĂŒr das gesamte Territorium nur 100.000 Dollar bereitstellte. So entstanden 1967â70 nur 116 HĂ€user. Dies Ă€nderte sich erst in den Jahren 1973 bis 1975, als die Regierung binnen zwei Jahren das Budget verdoppelte.[36] Die Regierung nahm bei ihrem Entwicklungsprogramm dabei kaum RĂŒcksicht auf vorhandene Muster. So wurden die Heiler und Schamanen missachtet, im SĂŒden gebrĂ€uchliche HĂ€user, die dem nördlichen Klima nicht gewachsen waren, errichtet; sie standen zudem viel zu nahe beieinander. Die Indianeragentur, personell anwachsend und dennoch nicht der Vielzahl an Aufgaben gewachsen, die ihr Ottawa aufzwang, scheiterte am kulturellen Widerstand der Indianer, die in FĂŒhrern wie Elijah Smith, Angela Sidney und Margaret Thompson ihre Stimmen fanden. Selbst Indianeragenten wie A. E. Frey opponierten gegen die Assimilationspolitik der Regierung, die zur völligen Verarmung, hĂ€ufig Verwahrlosung fĂŒhrte. Auch Kirchenleute, wie Pater Mouchet, opponierten vehement gegen die Politik ihrer Organisationen.
1973 legten die Indianer erstmals eine zusammenhĂ€ngende Landforderung (land claim) vor, in der Erkenntnis, dass ihr kulturelles Ăberleben nur auf eigenem Land unter eigener Regierung möglich war.[37] Diese Forderungen lassen sich bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts zurĂŒckverfolgen, doch 1970 wurden sie im Yukon so laut, dass sie die kanadische Ăffentlichkeit beschĂ€ftigten. In diesem Jahr hatte eine Ălgesellschaft damit begonnen, mitten im Gebiet der wichtigsten Bisampopulation der Vuntut Gwitch'in bei Old Crow nach Ăl zu bohren. Unter der FĂŒhrung von Elijah Smith und anderen verbanden sich Forderungen nach Landrechten im gesamten Territorium, es kam zu ĂŒbergreifenden Organisationen, wie der Klondike Indian Association (1966).
Ab Mitte der 90er Jahre begannen, nach der RegierungsĂŒbernahme durch die New Democratic Party, die meisten StĂ€mme in Landverhandlungen mit Kanada und dem Territorium einzutreten. Die meisten haben inzwischen VertrĂ€ge abgeschlossen, obwohl der Prozess, der maĂgeblich von den Liberalen auf Bundesebene unterstĂŒtzt wurde, noch 1984 am Widerstand der Progressiv-Konservativen zu scheitern drohte. Damit erhielten die meisten StĂ€mme die politische, ökonomische und ökologische Kontrolle ĂŒber Kerngebiete ihrer traditionellen Territorien zurĂŒck.[38] Hinzu kommt die Pflege historischer StĂ€tten. Allerdings versuchte das Territorium im Jahr 2009 Gas- und Ălförderung wieder ohne Konsultation der StĂ€mme durchzusetzen.
Diese VerĂ€nderungen wĂ€ren in Yukon nicht möglich gewesen, wenn das Territorium nicht eine gröĂere Autonomie erlangt hĂ€tte. Bis 1979 wurde das Yukon-Territorium von einem Commissioner regiert, der vom jeweiligen Minister of Indian Affairs and Northern Development (Minister fĂŒr Indianerangelegenheiten und Entwicklung im Norden) eingesetzt wurde. Damit waren die Hauptbereiche, die Assimilation der Indianer und die wirtschaftliche Entwicklung, also vor allem die Rohstoffsuche, als Schwerpunkte ĂŒber Jahrzehnte fixiert und von Ottawa kontrolliert. Der gewĂ€hlte Territorialrat hatte dabei nur beratende Funktion.
1979 verfĂŒgte Minister Jake Epp jedoch mit einem Brief, dass dem Rat die meisten Regierungsangelegenheiten ĂŒbertragen werden. Mit dem Yukon Act wurden 2003 schlieĂlich die ZustĂ€ndigkeiten der gewĂ€hlten Territorial-Regierung gesetzlich geregelt; sie entsprechen etwa denen der kanadischen Provinzen.[39] Damit erhielt die regionale Entwicklung ein erheblich stĂ€rkeres Gewicht, und nicht nur Ottawas Interesse an Rohstoffen dominierte die Agenda der politischen Gremien. Eine erkennbare ökonomische Diversifizierung und verschiedene Arten der Landnutzung haben sich seitdem verstĂ€rkt. Diese reicht von Gebieten traditioneller Nutzung und Gemeinden, die jede âEntwicklungâ grundsĂ€tzlich ablehnen, ĂŒber touristische Nutzung bis zu Regionen extensiven Bergbaus.
Nach den Ergebnissen der VolkszĂ€hlungen von 2001 und 2006 ist die Zahl der Einwohner von 28.674 auf 30.372 gestiegen, womit Yukon eine Bevölkerungszunahme von 5,9 Prozent aufwies (zum Vergleich: Kanada 5,4 Prozent).[40] Bis 2011 stieg die Bevölkerung um weitere 11,9 %, wobei dieser Zuwachs zu etwa 80 % in Whitehorse stattfand. Insgesamt schwankte die Bevölkerung des Territoriums extrem. Ihren Höhepunkt erreichte sie mit dem Klondike-Goldrausch um 1897â1898. Danach ermittelten VolkszĂ€hlungen folgende Ergebnisse.[41]
| Jahr | Einwohner | stÀdtisch | lÀndlich | Anteil stÀdt. Bevölkerung in % |
|---|---|---|---|---|
| 1901 | 27.219 | 9.142 | 18.077 | 34 |
| 1911 | 8.512 | 3.865 | 4.647 | 45 |
| 1921 | 4.157 | 1.306 | 2.851 | 31 |
| 1931 | 4.230 | 1.360 | 2.870 | 32 |
| 1941 | 4.914 | 1.797 | 3.117 | 37 |
| 1951 | 9.096 | 2.594 | 6.502 | 29 |
| 1961 | 14.628 | 5.031 | 9.597 | 34 |
| 1971 | 18.390 | 11.215 | 7.170 | 61 |
| 1981 | 23.150 | 14.810 | 8.340 | 64 |
| 1991 | 27.797 | 16.335 | 11.462 | 59 |
| 2001 | 28.674 | 16.843 | 11.831 | 59 |
| 2006 | 30.372[42] | |||
| 2011 | 33.897[43] |
Die VerstÀdterung der Bevölkerung hat in den 1960er Jahren sprunghaft zugenommen und sich seither auf diesem Niveau eingependelt. Die Bevölkerung hat etwa wieder die Zahlen aus der Zeit kurz nach dem Goldrausch erreicht, erreichte jedoch zwischenzeitlich einen Tiefpunkt von nur noch 4000 Einwohnern. Hinzu kommt der starke Zustrom von Arbeitern wÀhrend des Ausbaus des Alaska Highways und der Canol Road wÀhrend und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.
Ein weiteres Kennzeichen war lange der starke Ăberhang an MĂ€nnern. So kamen 1901 auf 100 Frauen 572 MĂ€nner, 1911 waren es 325, zehn Jahre spĂ€ter 211, dann 202 (1931), 179 (1941) und 150 (1951).[44] Danach glich sich der Anteil der Geschlechter zunehmend an und ist seit etwa 2000 annĂ€hernd ausgeglichen.[45]
Nach dem Ergebnis der VolkszĂ€hlung von 2011 mussten die Fortschreibungen auf 33.897 Einwohner nach unten korrigiert werden. [46] Dazu zĂ€hlten rund 8.800 Angehörige der First Nations, was knapp 26 % entspricht. Von der Bevölkerung des Jahres 2006 gehörten rund 6.280 Einwohner (20,7 %) zu ihnen, 1996 waren es erst 5.330 (17,3 %). Weitere 800 waren MĂ©tis (1996: 550) und 255 Inuit (1996: 100). Hinzu kamen weitere 240 Ureinwohner (200).[47] Im Juli 2009 zĂ€hlte man bereits ĂŒber 8.000 Angehörige der First Nations, 2012 dĂŒrfte ihre Zahl ĂŒber 9.000 steigen. Rund 1.200 von ihnen sprechen noch oder wieder ihre Muttersprachen. Von den Inuit bzw. MĂ©tis lebten 2006 220 beziehungsweise 565 in Whitehorse, von den Indianern 2845.
Die First Nations gehören, entsprechend den Ende des 19. Jahrhunderts gezogenen Territoriumsgrenzen, verschiedenen GroĂgruppen an, deren Gebiete sich auĂerhalb Yukons fortsetzen.
Im Norden leben als einzige Gruppe der Gwich'in, deren Wohngebiete ĂŒberwiegend in Alaska und den Nordwestterritorien liegen, die Vuntut Gwitchin. Zu den Tutchone, deren Wohngebiete sich weit nach British Columbia erstrecken, gehören die meisten StĂ€mme, wie die Selkirk, die First Nation of Nacho Nyak Dun, aber auch die Champagne and Aishihik First Nations, die Kluane und die White River First Nation an der Grenze zu Alaska. Eine dritte Gruppe bilden die Tagish, die kulturell stark mit den an der KĂŒste lebenden Tlingit verbunden sind. Zu den Tagish zĂ€hlen die Little Salmon/Carmacks, die Carcross/Tagish sowie die Kwanlin Dun First Nation. Zu den Tlingit gehören vor allem die Taku River und die Teslin First Nation. Die einzige Gruppe der Athabasken, die der Sprachgruppe der HĂ€n angehört, ist die TrâondĂ«k HwĂ«châin First Nation bei Dawson, an deren Namen gelegentlich der Bestandteil Han Nation angehĂ€ngt wird. Eine weitere Gruppe bilden die Kaska, zu denen die Ross River, Watson Lake und Upper Liard gehören. Zu diesen den athabaskischen Sprachen zugerechneten Gruppen zĂ€hlt auch die Liard First Nation im SĂŒdosten.
AuĂerhalb des Territoriums geborene Bewohner stellen einen erheblichen Teil der Gesamtbevölkerung. Zu ihnen zĂ€hlen vor allem Einwanderer aus den USA (600) und GroĂbritannien (555) sowie aus Deutschland (405). Insgesamt waren im Jahr 2006 genau 3010 Yukoner auĂerhalb des Territoriums geboren.[48]
â Siehe auch: Liste der Gemeinden in Yukon
Nur wenige Siedlungskammern befinden sich in Yukon. Die gröĂte ist die um Whitehorse, wo im Juni 2011 mit 26.711 Bewohnern mehr als drei Viertel der 35.175 Einwohner Yukons lebten.[49] Zu dieser Siedlungskammer gehören darĂŒber hinaus Orte wie Carcross, Tagish, Ibex Valley oder Jakes Corner.
Die zweitgröĂte Stadt ist Dawson, das bis 1952 Hauptstadt war, mit 1889 Einwohnern (2006), bzw. 1904 (Juni 2009). In der GoldgrĂ€berzeit am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, gehörten Orte wie Mayo zu dieser Siedlungskategorie.
Auch entlang des Alaska Highway im SĂŒdwesten befinden sich Orte wie Klukshu, Haines Junction, Destruction Bay, Burwash Landing, Kluane Village und Beaver Creek. Weitere Ansiedlungen liegen an der StraĂe von Carmacks nach Ross River (Canol) nordöstlich von Whitehorse und an der StraĂe von Whitehorse ostwĂ€rts nach Watson Lake.
Hinzu kommen von Indianern (First Nations) bewohnte, manchmal nur ĂŒber WinterstraĂen zu erreichende Siedlungen, wie Old Crow im Ă€uĂersten Norden. SchlieĂlich sind zahlreiche aufgegebene Siedlungen von historischer Bedeutung, wie Hootalinqua, oder beinahe aufgegebene, wie Champagne.
Als City wird nur Whitehorse bezeichnet, hinzu kommen drei Towns (Dawson, Faro, Watson Lake) und vier Dörfer (villages), 2 Weiler (hamlets), 13 Siedlungen (settlements), 10 indianische Reservate oder Ansiedlungen.
Die Siedlungen in Yukon hatten nach der VolkszÀhlung von 2011[50] (2006[51]) folgende Einwohnerzahlen:
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- s. a. Flagge von Yukon
Mit der Ăbertragung der Regierungsgewalt 1979 bildete sich ein Mehrparteiensystem, bestehend aus Progressive Conservatives (âprogressive Konservativeâ), heute Yukon Party, Yukon New Democratic Party (âNeue Demokratische Partei Yukonsâ) und Liberal Party (âLiberale Parteiâ). Die gewĂ€hlte Legislativversammlung Yukons besteht aus 18 Mitgliedern und beauftragt einen Premierminister mit der Regierung. Die Yukon New Democratic Party stellte von 1985 bis 1992 unter Tony Penikett und von 1996 bis 2000 unter Piers McDonald die Regierung, die Konservativen von 1992 bis 1996 unter John Ostashek. Die Liberalen unter Pat Duncan wurden bereits 2002 von Dennis Fentie von der Yukon Party abgelöst. Ihm folgte 2011 Darrell Pasloski, ebenfalls von der Yukon-Partei, im Amt.
Yukon entsendet einen Abgeordneten ins Unterhaus (Canadian House of Commons) und stellt einen Senator. Den Sitz im Unterhaus nimmt Larry Bagnell von der Liberalen Partei Kanadas ein. Senator ist seit Dezember 2008 Daniel Lang von der Konservativen Partei Kanadas.
â Siehe auch: Liste der Premierminister von Yukon, Liste der Kommissare von Yukon
Der Council of Yukon First Nations ist aus dem 1973 als Verhandlungsorgan fĂŒr LandansprĂŒche entstandenen Council for Yukon Indians hervorgegangen. 1980 verband er sich mit der Yukon Native Brotherhood und der Yukon Association of Non-Status Indians zum Council for Yukon Indians. Mit der Annahme einer neuen Konstitution Ă€nderte das Gremium seinen Namen in Council of Yukon First Nations (CYFN). Zu ihm gehören 11 First Nations aus dem Yukon-Gebiet: Vuntut Gwitchin First Nation, Champagne and Aishihik First Nations, der Teslin Tlingit Council, die First Nation of Nacho Nyak Dun, die Selkirk First Nation, die Little Salmon/Carmacks First Nation, die Tr'ondek Hwechâin First Nation, der Taâan Kwachâan Council, die Kluane First Nation, die White River First Nation und die Carcross/Tagish First Nation. Neun Mitglieder-StĂ€mme haben inzwischen VertrĂ€ge ĂŒber LandansprĂŒche und Selbstregierung abschlieĂen können.
Drei weitere First Nations, die Liard First Nation, Kwanlin Dun First Nation und der Ross River Dena Council sind nicht dem CYFN angeschlossen.
Auf der Jahreshauptversammlung des Jahres 2004 schlossen sich vier Gwich'in First Nations aus dem Delta des Mackenzie River an: der Tetlit Gwichâin Council, der Nihtat Gwichâin Council, der Ehdiitat Gwichâin Council und der Gwichya Gwichâin Council.
Das Department of Indian Affairs and Northern Development, das fĂŒr die meisten StĂ€mme in Yukon nicht mehr zustĂ€ndig ist,[52] verzeichnet 16 First Nations und 15 Reservate in Yukon. Die First Nations sind:
Schon wĂ€hrend des Klondike-Goldrauschs wurden fĂŒr den Bootsbau, fĂŒr HĂ€user und Werkzeuge groĂe Mengen an Holz eingeschlagen, die vor allem nahe der Waldgrenze tiefe Spuren hinterlassen haben. Doch erst mit dem Einsatz oftmals giftiger Stoffe zur Erzgewinnung traten lokal gravierende ökologische Probleme auf.
Die PelzhĂ€ndlergesellschaften, allen voran die Hudsonâs Bay Company, betrieben eine so massive Bejagung der Pelztiere, dass Arten wie der Fischotter und der Biber zeitweise vor der Ausrottung standen und nur durch Schutzprogramme und Wiederansiedlung ĂŒberleben konnten.
Der Alaska Highway wurde ab 1948/49 dem zivilen Verkehr geöffnet. Abgesehen davon, dass die 20.000 Bauarbeiter erneut Krankheiten einschleppten, gegen die die Indianer weniger resistent waren, schossen viele von ihnen wahllos das Wild der Umgebung ab. Daher wurde das Kluane Game Sanctuary, der VorgĂ€ngers des heutigen Nationalparks eingerichtet, der die Vernichtung des GroĂwilds, wie seinerzeit der Bisons, oder der mehr als 500.000 Tiere zĂ€hlenden Karibuherde von Teslin im benachbarten Alaska, verhindern sollte. Da man die lokalen indianischen Gruppen gleichfalls von der Jagd ausschloss, konnten sie sich nicht mehr selbststĂ€ndig versorgen und mussten von der Regierung mit Fleisch beliefert werden. Neben dem Alaska Highway entstand eine Ălpipeline und eine dazugehörige StraĂe, die Canol Road, die ebenfalls umstritten waren.
Die Ălgewinnung im Arctic National Wildlife Refuge in Alaska, die seit 2005 vom US-Senat beschlossen ist, betrifft die Gwichâin mittelbar, aber dennoch sehr stark, weil die riesige, schrumpfende Porcupine-Karibuherde dort ihren Nachwuchs zur Welt bringt. Auch auf dem Gebiet Yukons bemĂŒht man sich, die Karibus stĂ€rker zu schĂŒtzen, wobei fast alle First Nations beteiligt sind, aber auch das Umweltministerium von British Columbia, der Canadian Wildlife Service und die Umweltabteilung der Regierung Yukons. Das dafĂŒr verantwortliche Northern Mountain Caribou Steering Committee besteht seit 2007. Bereits 1997 schlossen Kanada und die USA einen Vertrag zum Schutz der Porcupine-Herde.
Am stĂ€rksten ins öffentliche Bewusstsein ist jedoch die globale ErwĂ€rmung getreten, die die nördlichen Gebiete besonders trifft. Dies gilt nicht nur fĂŒr den RĂŒckgang der Gletscher, sondern auch die abnehmende Feuchtigkeit in dem ohnehin sehr niederschlagsarmen Territorium. Hinzu kommt das Abtauen der Permafrostböden.
In Yukon existieren heute drei Nationalparks, der Kluane- (seit 1943), der Ivvavik- (1984) und der Vuntut-Nationalpark (1995) mit einer GesamtflĂ€che von rund 26.500 kmÂČ. Hinzu kommen Schutzgebiete um den 1600 m hohen Mount Burgess[61] in den nördlichen Ogilvie-Bergen, das Peel River Game Reserve an der Nordostgrenze, wo sich auch Fort McPherson befindet, die Ddhaw Gro Habitat Protection Area (auch McArthur Wildlife Sanctuary) um den 2214 m hohen Gray Hunter Peak östlich von Stewart Crossing sowie drei kleinere Schutzgebiete am Rande des Kluane. Die inzwischen vier Territorial Parks sind der Tombstone[62] mit einer FlĂ€che von 2.164 kmÂČ, der Coal River Springs und der 1987 gegrĂŒndete, Ă€lteste und nördlichste Park des Territoriums, der Herschel Island Qikiqtaruk Territorial Park sowie der Fishing Branch Ni'iinlii Njik Park.
Die Lebensgrundlagen im fĂŒr Landwirtschaft weitgehend ungeeigneten Yukon waren zunĂ€chst Jagd und Fischfang, dazu die Nutzung von zahlreichen essbaren Pflanzen. Einige der GĂŒter wurden schon frĂŒh zu Tauschwaren im Fernhandel oder als Gaben und Geschenke genutzt, wobei sich ein Netz von Pfaden entwickelte, deren wichtigste inzwischen asphaltiert sind â abgesehen von Pfaden wie dem Heritage Trail ĂŒber den MacMillan Pass in die Nordwestterritorien.
Mit den PelzhĂ€ndlern der Hudsonâs Bay Company und den begehrten Glasperlen aus Murano entstand eine erste mittelbare Anbindung an die Weltwirtschaft. Dabei beanspruchten bis in die 1890er Jahre verschiedene Gruppen der First Nations regionale Handelsmonopole, die erst mit der dritten wichtigen Industrie, der Goldgewinnung sowie den damit in Zusammenhang stehenden Epidemien zusammenbrachen.
Mit den GoldgrĂ€bern stieg die Einwohnerzahl des dĂŒnn besiedelten Gebiets schlagartig auf eine Höhe an, die sie nie wieder erreichte. Damit entstanden neue Industrien, zunĂ€chst im Zusammenhang mit der Goldgewinnung, dann auch anderer Rohstoffe. Gleichzeitig entstand ein ausgedehnter Handel mit allem, was die zahlreichen MĂ€nner brauchten, dazu eine rudimentĂ€re Verwaltung und ein Grundstock an Dienstleistungen. Nach dem Ende des Klondike-Goldrauschs brach die Bevölkerung jedoch völlig zusammen, am Ende lebten kaum mehr als 4.000 Menschen im Territorium.
Seit dem Ende der groĂen StraĂen- und Pipelinebauten sowie der SchlieĂung der groĂen Minen, wie in Conrad oder Keno, ist der Ăffentliche Dienst der bei Weitem gröĂte Arbeitgeber. Er nimmt rund 40 Prozent der etwa 12.500 BeschĂ€ftigten auf.[63] Whitehorse bietet die meisten BeschĂ€ftigungsmöglichkeiten, mit groĂem Abstand gefolgt von Dawson und Watson Lake. Allein der Flughafen der Hauptstadt fertigte 2008 fast 200.000 Passagiere ab.[64]
Dennoch ist, mit stark schwankender Mitarbeiterzahl, eine Reihe von Rohstoffunternehmen im Territorium tĂ€tig. Einige von ihnen suchen Gold und Silber, wie Avino Silver & Gold Mines, die Tagish Lake Gold Corp. oder die Yukon Gold Corp. Andere suchen nach Industriemetallen, wie die Jinduicheng Molybdenum Co., die MolybdĂ€n und Zink abbaut, und die Yukon Zinc 2008 ĂŒbernommen hat. Vielfach versuchen diese Unternehmen bekannte Lager mit verbesserten Techniken zu reaktivieren, wie die Columbia Yukon Explorations Inc., die in Cassiar MolybdĂ€n sucht. 2009 waren etwa 13 Explorationsunternehmen im Yukon tĂ€tig.
Die meisten Unternehmen existieren im Bereich des Einzelhandels, gefolgt vom Gastgewerbe, wenn man nur die aushĂ€usigen Gewerbe berĂŒcksichtigt. [65] Unter BerĂŒcksichtigung der inhĂ€usigen Gewerbe fĂŒhren wissenschaftliche und technische Dienstleistungen â hier handelt es sich bei rund der HĂ€lfte der Unternehmen um welche mit einem Jahreseinkommen von unter 25.000 CAD â vor Baugewerbe und Handel. EinschlieĂlich der Gastgewerbe und Dienstleistungen ist in diesen Bereichen mehr als die HĂ€lfte der Unternehmen zu finden.
Die meisten BeschĂ€ftigten im aushĂ€usigen Gewerbe weist der Einzelhandel auf, mit ĂŒber 2200 Arbeitnehmern. Das Gast- und Lebensmittelgewerbe beschĂ€ftigte mehr als 1.500 Arbeitnehmer, davon die rund 100 Ăbernachtungsbetriebe etwa 800. Allein 20 LebensmittellĂ€den beschĂ€ftigten ĂŒber 420 von ihnen, diesem folgten die fĂŒnf KaufhĂ€user (Department Stores) mit knapp 220. Tankstellen beschĂ€ftigten ĂŒber 160 Menschen.
Landwirtschaftliche Produkte fĂŒr den lokalen Bedarf werden auf nur 12.500 ha erzeugt, die ĂŒberwiegend im Takhini Valley westlich von Whitehorse liegen. Daneben gibt es Agrarwirtschaft in geringerem Umfang um Dawson, Watson Lake und Mayo. 24 Seen werden fĂŒr Angler mit Fischen befĂŒllt, um die natĂŒrlichen BestĂ€nde zu schĂŒtzen, bzw. sie dem Fang der Indianer vorzubehalten, die ihre BestĂ€nde selbst pflegen. Die kleinteilige Holzwirtschaft trĂ€gt hingegen, bei einer WaldflĂ€che von 81.000 kmÂČ, vorrangig zur Bauindustrie bei, die jedoch im Jahr 2008 um ĂŒber 26 Prozent zurĂŒckging. SchlieĂlich besitzen 333 Yukoner Lizenzen zum Fallenstellen, von denen rund die HĂ€lfte Indianern gehört.[66]
Hauptenergieressource ist Wasser, daneben wird im Kotaneelee-Feld Gas gewonnen, das jedoch nur der Ausfuhr dient und stark rĂŒcklĂ€ufig ist. Da es nicht verarbeitet wird, muss Gas fĂŒr den Verbrauch eingefĂŒhrt werden. Der Ausbau regenerativer Energien hat erst begonnen.
Mehr als ein Viertel der Unternehmen lebt zumindest partiell vom Tourismus, 128 Unternehmen lebten 2007 praktisch nur davon, wobei der Tourismus der Yukon-Bewohner selbst fast keine Rolle spielt. Entsprechend dieser Struktur liegt der Anteil der Saisonarbeiter bei ĂŒber 18 Prozent. Sechs Besucherzentren versorgen mehr als 230.000 Touristen mit Informationen, 2007 kamen allein 329.203 Besucher, doch fiel diese Zahl 2008 um 9 Prozent.
Der Tourismus basiert zum einen auf den Nationalparks sowie auf zahlreichen Nutzungstypen der ausgedehnten, menschenleeren Gebiete, zu denen Kajak- und Raftingfahrten, Tierbeobachtungen und Wanderungen gehören, ebenso wie Lehrpfade und EinfĂŒhrungen in die indianischen Kulturen. Hinzu kommen kulturelle Veranstaltungen, wie Musikfestivals (Frostbite Music Festival oder Dawson Music Festival), aber auch zunehmend die historischen Relikte des Goldrauschs, vor allem in und um Dawson, aber auch historischer Eisenbahnen. SchlieĂlich kommen die zahlreichen Hinterlassenschaften aus der Bauphase des Alaska Highways, wie Fahrzeuge und Baumaschinen hinzu, die im trockenen Klima gut erhalten bleiben. 14 First Nations haben sich in einem eigenen Verband zur Tourismusförderung zusammengeschlossen, zu dem auch verschiedene Kulturorganisationen gehören.[67] Fast alle First Nations unterhalten Kulturzentren, die Artefakte, Fotografien und Literatur zur Regionalkultur und -geschichte bieten.
Am 19. MĂ€rz 2009 beschloss die Regierung in Whitehorse vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise ein Konjunkturprogramm im Umfang von mehr als einer Milliarde CAD. Davon sind 56 Millionen fĂŒr StraĂenbaumaĂnahmen und 160 Millionen fĂŒr das Wasserkraftprojekt bei Mayo vorgesehen.[68] Der ĂŒberwiegende Teil der Gelder stammt dabei nicht aus dem Territorium, sondern wird von der kanadischen Regierung in Ottawa beigesteuert.
Die Arbeitslosenrate lag im Juli 2009 bei 7,3 %, im Oktober bei 6,3 %, wÀhrend sie ein Jahr zuvor bei 5 % gelegen hatte. Die Gesamtzahl der BeschÀftigten lag 2009 bei rund 16.600, ein Jahr zuvor lag diese Zahl noch bei rund 17.000.[69]
Die meisten Besucher erreichen Yukon auf dem Luftweg ĂŒber den Flughafen von Whitehorse oder mit dem Auto von British Columbia oder Alaska. Whitehorse befindet sich am Kilometer 1476 des Alaska Highway, rund 105 km nördlich der Grenze zu British Columbia. Greyhound bietet eine Busverbindung von Edmonton und Vancouver, Gray Line of Alaska und andere Anbieter unterhalten Verbindungen nach Skagway, Tok, Anchorage, Fairbanks und Haines in Alaska.
Yukon wurde durch den Bau des Alaska Highway fĂŒr den StraĂenverkehr erschlossen, der bis in die 50er Jahre vor allem von Flussschiffen getragen wurde. Zu den wichtigsten StraĂenverbindungen, und den wenigen, die partiell asphaltiert sind, gehören der Klondike Highway, der Skagway mit Dawson verbindet, der Dempster Highway, der von Dawson nach Inuvik am Mackenzie River fĂŒhrt, der Robert Campbell Highway, der Watson Lake und Carmacks verbindet, sowie die Atlin Road, die Atlin an den Alaska Highway anbindet. Hinzu kommt die Canol Road von Whitehorse ostwĂ€rts.
Der Flughafen in Whitehorse (seit Dezember 2008 Erik Nielsen Whitehorse International Airport) befindet sich östlich der Stadt, am Alaska Highway. Von Vancouver fliegen tĂ€glich mehrere Maschinen dorthin. Zudem gibt es regelmĂ€Ăige Verbindungen von Juneau, Anchorage und Fairbanks in Alaska sowie von Yellowknife in den Nordwest-Territorien. Im Sommer besteht zweimal pro Woche eine Direktverbindung von Frankfurt nach Whitehorse. Innerhalb des Territoriums stehen 31 FlugplĂ€tze zur VerfĂŒgung.[70]
FĂŒr den Verkehr innerhalb Yukons stehen neben Flugzeugen und Schlitten, seien es von Motoren oder von Schlittenhunden angetriebene, vor allem Busse, Autos und eine Eisenbahnstrecke zur VerfĂŒgung. Dies ist die White Pass and Yukon Railway, die Whitehorse und Skagway verbindet. Sie sollte ursprĂŒnglich Skagway und Fort Selkirk verbinden, was jedoch angesichts der nach dem Goldrausch zusammenbrechenden Bevölkerungszahlen unrentabel war und aufgegeben wurde. Von Skagway nach Carcross fĂ€hrt heute wieder eine Touristenbahn. Zur Zeit des Goldrauschs gab es auĂerdem einige Minenbahnen um Dawson.
Entsprechend der Herkunft der Zuwanderer und den Kulturen der Indianer ist die Kultur Yukons insgesamt von zwei groĂen Gruppen geprĂ€gt, der im weitesten Sinne europĂ€ischen, also einschlieĂlich der Zuwanderer aus den USA, und der der First Nations. Ăbergreifende VerstĂ€ndigungssprache ist das Englische.
Zwar wird die Bedeutung der Sprachen der Ureinwohner anerkannt, doch schreibt das Yukon-Gesetz nur die Sprachen Englisch und Französisch fĂŒr Gesetzestexte, Gerichtsverfahren und Akten der Gesetzgebenden Versammlung vor.[71]
Die VolkszÀhlung von 2006 ermittelte 29.940 Angaben zur Muttersprache, die nur eine Sprache enthielten. Hinzu kamen 255 Personen mit mehreren Angaben. Die hÀufigsten Angaben waren:[72]
| 1. | Englisch | 25.655 | 85,69 % |
| 2. | Französisch | 1.105 | 3,69 % |
| 3. | Deutsch | 775 | 2,59 % |
| 4. | Athapaskische Sprachen | 650 | 2,17 % |
| 5. | Chinesisch | 260 | 0,87 % |
| 6. | Tagalog | 145 | 0,48 % |
| 7. | NiederlÀndisch | 140 | 0,47 % |
| 8. | Spanisch | 130 | 0,43 % |
| 9. | Vietnamesisch | 105 | 0,35 % |
| 10. | Ungarisch | 80 | 0,27 % |
| 11. | Panjabi | 80 | 0,27 % |
| 12. | Tlingit | 70 | 0,23 % |
| 13. | Inuktitut | 60 | 0,20 % |
| 14. | Russisch | 55 | 0,18 % |
Der ganz ĂŒberwiegende Teil der nichtindianischen Sprecher lebt jedoch in Whitehorse. AuĂerhalb dieser Stadt stellt sich die Situation ganz anders dar. Acht Sprachgruppen dominieren hier. Dies sind Tutchone im Zentrum (Northern Tutchone) und im SĂŒdwesten (Southern Tutchone), mit AuslĂ€ufern des Tlingit und Upper Tanana, die vor allem in Alaska und British Columbia verbreitet sind, dann Tagish, dazu Kaska im SĂŒdosten. Im Norden hingegen dominieren Han und Gwichâin. Eine Reihe von Sprachprogrammen bemĂŒht sich um Erhaltung und Verbreitung der Sprachen.[73]
Der Einfluss der Ureinwohner ist in Yukon vielfach zu bemerken und hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. So sind sie nicht nur stĂ€rker im Bereich des Tourismus tĂ€tig, sondern auch Initiatoren von international anerkannten Kulturdarbietungen geworden. Dazu zĂ€hlt etwa das 1988 entstandene Yukon International Storytelling Festival, das von Angela Sidney (1902â1991) initiiert wurde, die zu den Tagish zĂ€hlte. Die Teilnehmer reprĂ€sentieren die ErzĂ€hlkĂŒnste aller Kontinente.
Neben den Schulen gibt es in Yukon nur eine StĂ€tte höherer Bildung, das Yukon College in Whitehorse. Sein VorgĂ€nger, das Yukon Vocational and Technical Training Centre, entstand mit der fortschreitenden ErschlieĂung des Territoriums als Rohstofflieferant Anfang der 60er Jahre. 1977 schloss das College eine Partnerschaft mit der University of British Columbia. Auf dieser Basis entstand 1983 das Yukon College. 1988 bezog das College neue Baulichkeiten am Yukon Place im Stadtteil Takhini im Osten von Whitehorse. Inzwischen gibt es eine Kooperation mit der University of the Arctic, die sich den Kulturen rund um den Nordpol verschrieben hat und die 2001 gegrĂŒndet wurde, sowie mit der University of Regina, der UniversitĂ€t der Provinzhauptstadt von Saskatchewan. Daher bietet das College einen Bachelor of Circumpolar Studies an, einen Abschluss, der Nordkanada, Alaska und Nord-Russland berĂŒcksichtigt. Auch findet sich ein Archiv (Yukon Archives) und ein Kunstzentrum (Arts Centre) in den GebĂ€uden.
FĂŒr die Ureinwohner bietet das College das First Nations Executive Development Program und das Yukon Collegeâs Environmental Officer Training Program. Diese Programme dienen der Ausbildung von Verwaltungs- und Managementpersonal sowie dem Umweltschutz. Letzterer soll auf diese Art stĂ€rker unter Absprache mit den jeweiligen StĂ€mmen gefördert werden und auch Gruppen erreichen, die in abgelegenen Gebieten leben.[74]
Neben den UnterrichtsstĂ€tten existieren die vier Regierungsbibliotheken Yukon Energy, Mines & Resources Library, Yukon Environment, Yukon Public Law und Yukon Staff Development Library. Sie bieten entsprechend ihren Schwerpunkten BestĂ€nde zu den Bereichen Rohstoffe und Energie, Umwelt, öffentliches Recht und Ausbildung von Staatsdienern, die partiell auch auĂerhalb von Whitehorse zugĂ€nglich sind. Hinzu kommen als öffentliche Bibliotheken die Yukon Public Libraries, die 15 Standorte aufweisen,[75] sowie die Yukon Archives Library in Whitehorse.[76]
Die meisten Museen befinden sich in Whitehorse. WĂ€hrend sich das Yukon Beringia Interpretive Centre beim Flughafen der FrĂŒhgeschichte und der der First Nations verschrieben hat, befassen sich vier Museen mit der so genannten Pionierzeit. Das Yukon Transportation Museum (ebenfalls beim Flughafen) legt seinen Schwerpunkt auf die Verkehrstechnik, das nordwestlich von Whitehorse gelegene Copperbelt Mining Railway and Museum, das eine Eisenbahn unterhĂ€lt und ein Museum, auf die Jahrzehnte der Kupfergewinnung,[77] das Old Log Church Museum (Downtown Whitehorse) bietet in einer Kirche aus der GrĂŒndungszeit von Whitehorse Missions- und Kirchengeschichte dar.
Das eigentliche historische Museum ist allerdings das ausgedehnte MacBride Museum fĂŒr die Geschichte des Yukon, das in der Kernstadt (Downtown) von Whitehorse liegt.
Weitere Museen befinden sich in Dawson (das Dawson City Museum and Historical Society und das DĂ€nojĂ Zho Cultural Centre der dortigen Tr'ondek Hwechâin First Nation), Keno (Keno City Mining Museum), Watson Lake (Northern Lights Centre). Hinzu kommt die Oblatenkirche in Burwash Landing, zu der eine Schule gehört, sowie die Wohnung des Missionars, die zwischen Schule und Kirche liegt. AuĂerhalb der Hauptstadt sind neben den Kulturzentren der First Nations das George Johnston Museum bei Teslin und das Kluane Museum of Natural History in Burwash Landing zu nennen.
Hinzu kommen mehrere Interpretive centres, eine Mischung aus Museum und Lehreinrichtung fĂŒr Besucher. Diese finden sich in zahlreichen Parks, vor allem in den Nationalparks, in einigen Orten wie Beaver Creek oder das TagĂ© Cho HudĂ€n Interpretive Centre in Carmacks.
Die erste Zeitung auf dem Gebiet Kanadas erschien zwar bereits 1752,[78] doch die meisten hingen von Parteien ab, meist als Organe bestimmter politischer FĂŒhrer, heute gehören sie ĂŒberwiegend zu groĂen Konglomeraten der Medienindustrie. FĂŒr diese ist der Yukoner Markt jedoch zu klein. Die wichtigste Zeitung ist hier der Whitehorse Star.[79] Daneben bestehen l'aurore borĂ©ale[80], das einzige französische Blatt, und, von Freiwilligen produziert, The Klondike Sun aus Dawson.[81]
1928 bestanden in Kanada bereits 60 Radiostationen, doch erst 1951 nahm CFWH (CF Whitehorse) den Sendebetrieb auf, 1959 folgte CBDB Watson Lake, 1960 und 1961 erhielten Elsa und Mayo eigene Sender bzw. Transmitter, 1963 und 1964 folgten Beaver Creek und Teslin, 1967 Swift River und 1975 Ross River, 1987 Atlin und weitere Orte.[82] 1984 erhielt Northern Native Broadcasting Yukon (NNBY) eine Lizenz zur Ausstrahlung von Radiosendungen in indigenen Sprachen. Der Sender mit dem KĂŒrzel CHON-FM gehört allen First Nations im Yukon.[83] Neben der CBC senden heute zwei Sender aus Whitehorse, die CHON-FM und seit 1969 die CKRW-FM (Klondike Broadcasting Co. Ltd.). Daneben besteht seit 1997 in Tagish der Ein-Mann-Betrieb CFET-AM von Robert G. Hopkins. Er sendet seit 2005 zudem tĂ€glich zwei Stunden auf Estnisch.[84]
Seit 1952 gibt es Fernsehen in Kanada, wobei die CBC der bedeutendste Sender ist. 1961 entstand ein zweites Netzwerk, das private Netzwerk CTV, 1968 Kabelfernsehen. CBC/North[85] betrieb zunÀchst eine Fernsehstation in Yellowknife, seit 1967 wurden vorgefertigte Produktionen in den Norden geflogen, ein Verfahren, das sich Frontier Coverage Package nannte. Whitehorse war ab 1968 die zweite Sendestation im Norden. Eigene Programme, wie Focus North entstanden erst ab den 80er Jahren. Daneben besteht CFTS-TV in Teslin.
Seit Januar 1995 besteht Anschluss an das Internet, mit YKnet Inc. entstand der erste Provider der Provinz.[86] Yukon News stellt auf diesem Wege Nachrichten bereit.[87]
Die geringe Einwohnerzahl und auch das Klima erlauben nur eine geringe Entwicklung der in Kanada verbreiteten Sportarten, doch sind Hundeschlittenrennen â vor allem der Yukon Quest â und die alle zwei Jahre stattfindenden arktischen Winterspiele von Bedeutung. Letztere wurden erstmals 1970 von 710 Athleten aus Alaska, den Nordwest-Territorien und aus Yukon bestritten. Es folgten Nord-QuĂ©bec und Nord-Alberta, auch die vorhandenen indianischen Wettbewerbe schlossen sich an. 1992 kamen die russischen Oblaste Magadan und Tyumen sowie Grönland hinzu, als die Spiele in Whitehorse stattfanden. Dort fanden sie auch im Jahr 2000 statt. Die letzten Spiele fanden 2008 in Yellowknife statt, 2010 in Grande Prairie in Alberta, 2012 in Whitehorse. FĂŒr 2014 ist Fairbanks in Alaska vorgesehen.[88] Zu den Disziplinen gehören neben Hundeschlittenrennen Wrestling nach Inuit-Art, Head-Pull oder Schneeschuhrennen.
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Dieser Artikel wurde am 22. April 2009 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen. |