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Ömer Zülfü Livaneli (* 20. Juni 1946 in Konya-Ilgın) ist ein türkischer Komponist, Sänger, Schriftsteller und Filmregisseur.
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In den 70er Jahren war Livaneli gezwungen, die Türkei zu verlassen, da er aufgrund seiner politischen Ansichten Repressionen ausgesetzt war und inhaftiert wurde. Er lebte zunächst in Stockholm, später in Paris und Athen. 1984 kehrte er in die Türkei zurück, wo er in İstanbul sein berühmtes Konzert mit dem Lied Merhaba (Willkommen) gab und von vielen Menschen gefeiert wurde.
Livaneli hat in seinem Leben viele nationale und internationale Auszeichnungen erhalten. Seine Lieder wurden von Künstlern wie Joan Baez, Maria Farantouri und Jocelyn B. Smith interpretiert und in viele Sprachen übersetzt. Konzerte führten ihn in zahlreiche Länder, unter anderem nach Deutschland. Als bedeutende Person der Kultur, Kunst und Politik hat Livaneli knapp 300 Lieder und 30 Filmmusiken geschrieben. Er komponierte die Musik für fünf Theaterstücke und ein Ballett und schrieb neun Bücher. Besonders bekannt wurden auch seine Lieder nach Gedichten von Nâzım Hikmet.
Eine langjährige Zusammenarbeit und Freundschaft verbindet Livaneli mit dem griechischen Komponisten Mikis Theodorakis. Mit ihm gründete er 1986 das Komitee für türkisch-griechische Freundschaft, um die gegenseitige Verständigung und das friedliche Miteinander des griechischen und des türkischen Volkes zu fördern. Gemeinsam mit Mikis Theodorakis und Maria Farandouri gab er in vielen Konzerten mit türkischen und griechischen Liedern immer wieder Signale für ein friedliches Zusammenleben. Oft wurde er auch mit Theodorakis verglichen und als "der türkische Theodorakis" bezeichnet.
Livaneli führte in 3 Filmen Regie und erhielt 1989 die Goldene Palme des Valencia Festival of Mediterranean Cinema und während der Montpellier Filmfestspiele die Goldene Antigone. Der Film Sis (Nebel) wurde für den Besten Europäischen Film nominiert. Seine Filme wurden in der Türkei, den USA, Frankreich, Deutschland, der Schweiz und in Japan aufgeführt und von Fernsehstationen wie der BBC, dem WDR und von spanischen, kanadischen und japanischen Fernsehanstalten ausgestrahlt.
Im Oktober 1986 folgte Livaneli zusammen mit Federico Mayor, Yaşar Kemal, Arthur Miller und weiteren bekannten Künstlern und Denkern einer Einladung von Tschynggys Aitmatow zum ersten Issyk-Kul-Forum, das in Kirgisistan stattfand. Spätere wurden in Wengen, Granada und in Mexiko-Stadt abgehalten.
Im Jahr 1995 erfolgte seine Ernennung zum persönlichen Berater von UNESCO-Generaldirektor Frederico Mayor und 1996 zum UNESCO-Botschafter. 2002 wurde er für die Republikanische Volkspartei (CHP) zum Mitglied der Großen Nationalversammlung (dem Parlament) der Türkei gewählt, der er bis 2007 angehörte.
Verkürzt und etwas verändert nach Zülfü Livanelis Roman: Der Eunuch von Konstantinopel: In der Abenddämmerung kam ein Mann ins Dorf und sagte, er sei der Prophet. Die Bauern aber glaubten ihm nicht. "Beweise es!", forderten sie. Der Mann zeigte auf die gegenüberliegende Festungsmauer und fragte: "Wenn diese Mauer spricht .. glaubt ihr mir dann ?" "Bei Gott, dann glauben wir dir", riefen sie. Der Mann wandte sich der Mauer zu, streckte die Hand aus und befahl: "Sprich, o Mauer!" Da begann die Mauer zu sprechen: "Dieser Mann ist kein Prophet. Er täuscht euch. Er ist ein Lügner."
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Livaneli, Zülfü |
| ALTERNATIVNAMEN | Livaneli, Ömer Zülfü |
| KURZBESCHREIBUNG | türkischer Komponist, Sänger, Schriftsteller und Filmregisseur |
| GEBURTSDATUM | 20. Juni 1946 |
| GEBURTSORT | Konya-Ilgın |