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Zeittafel zur Philosophiegeschichte

Plato, Aristoteles, Thomas von Aquin, Rene Descartes, John Locke, David Hume, Immanuel Kant, G.W.F. Hegel, Arthur Schopenhauer, SÞren Kierkegaard, Friedrich Nietzsche,(John Locke, David Hume, SÞren Kierkegaard EigenhÀndige Collage aus neun Bildern

Die nachstehende Zeittafel zur Philosophiegeschichte ist eine zeitlich geordnete Liste ausgewĂ€hlter Philosophen. Sie ermöglicht eine Schnellorientierung zur Geschichte der Philosophie. Zur EinfĂŒhrung in philosophisches Denken ist die Zeittafel ungeeignet, da sie nur verkĂŒrzende Stichwörter enthĂ€lt. TatsĂ€chliche Inhalte und BegrĂŒndungen der einzelnen Positionen kann man nur in der Auseinandersetzung mit den einzelnen Philosophen und ihrem Werk erschließen. Die notwendig in Teilen willkĂŒrliche Einteilung in wichtige Perioden und Strömungen zeigt verwandte und historisch nahestehende Denkweisen zur ErklĂ€rung des Weltgeschehens auf. Durch den Verzicht auf Doppelnennungen kann es sein, dass Philosophen in einzelnen Gruppen bzw. Strömungen nicht aufgefĂŒhrt werden, obwohl sie auch dort wichtige BeitrĂ€ge geleistet haben.

Am Anfang eines jeden Abschnitts steht eine kurze EinfĂŒhrung zur Charakterisierung der gemeinsamen Inhalte der gebildeten Gruppen. Zu den einzelnen Philosophen werden wichtige Grundaussagen ihrer Philosophie thesenartig aufgefĂŒhrt. Hier findet man auch Hinweise auf andere Bereiche, in denen der jeweilige Philosoph tĂ€tig war. Diese Schlagwörter haben die Funktion, Hinweise auf mögliche AnsĂ€tze zur Vertiefung des jeweiligen Themas zu geben. DarĂŒber hinaus ermöglichen Angaben zu zeitnahen anderen historischen Ereignissen eine Einordnung in die allgemeine Geschichte.

Inhaltsverzeichnis

Antike

Die antike europĂ€ische Philosophie (griechisch φÎčÎ»ÎżÏƒÎżÏ†ÎŻÎ±) hat in Verbindung mit anderen Hochkulturen des Altertums (der hebrĂ€ischen, Ă€gyptischen, mesopotamischen und persischen) das Weltanschauungsspektrum des Abendlandes begrĂŒndet. Im Mittelpunkt steht dabei ein diesseitiges Leben in Harmonie mit der kosmischen Ordnung. Dass ungefĂ€hr gleichzeitig mit dem Beginn der europĂ€ischen antiken Philosophie auch die AnfĂ€nge der indischen und chinesischen Philosophie zu verzeichnen sind, wird in dem Begriff der Achsenzeit erfasst.

Vorsokratiker 600–400 v. Chr.

Der Begriff Vorsokratiker grĂŒndet auf dem berĂŒhmten Diktum Marcus Tullius Ciceros, Sokrates habe die Philosophie vom Himmel auf die Erde geholt (s. Sokratische Wende). Die Vorsokratiker beschĂ€ftigten sich vor allem mit Naturphilosophie, Theogonie sowie Kosmogonie und formulierten die Grundfragen der Philosophie. Eine zentrale Frage, die – Ă€hnlich den modernen Kosmologen – vor allem die Ă€lteren Vorsokratiker beschĂ€ftigte, war die nach der archĂ© (áŒ€ÏÏ‡Îź; Arist. Met. I 3, 983 b8), dem Urgrund oder Anfang, aus dem alles entstanden ist. Die Suche galt vor allem dem, was ungeschaffen, anfangs- und endlos und unbewegt ist.

Ionische Naturphilosophie

Der griechisch besiedelte kleinasiatische Ostrand der ÄgĂ€is mit der Hauptstadt Milet wurde zum Ausgangsbereich der antiken Philosophie. Hier beginnt die ionische Naturphilosophie. Diese setzten dem mythisch geprĂ€gten Weltbild der homerischen Epen eine naturphilosophische WelterklĂ€rung entgegen. Hierbei konzentrierte sich die Suche auf einen einzelnen (monistischen) Urgrund (Hylozoismus)

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
um 624–546 Thales von Milet
  • Sagte Sonnenfinsternis voraus
  • Wasser als Urstoff
um 610–547 Anaximander
  • Erster Entwurf einer Kosmogonie
  • Urstoff ist das rĂ€umlich und zeitlich UnbeschrĂ€nkte (Apeiron): bereits Anaximander verwendete also einen ĂŒber die Erfahrung hinausgehenden metaphysischen ErklĂ€rungsbegriff
um 585–525 Anaximenes
  • Der Kosmos ist in seiner Substanz von ewigem Bestand
  • Urstoff (ArchĂ©) ist die Luft
um 499–428 Diogenes von Apollonia
  • hielt Ă€hnlich wie Anaximenes Luft fĂŒr den Urstoff
  • Das Wesen der Seele ist dem Blut beigemischte Luft.
  • Nous ist die Kraft, die das Universum ordnet und beherrscht und so Denken, Seele und Leben hervorbringt
  • Angesehener Arzt

Eleaten

Die Eleaten stellten eine der Ă€ltesten philosophischen Schulen der griechischen Antike dar. Benannt ist sie nach der von Griechen gegrĂŒndeten, an der westitalienischen KĂŒste gelegenen Stadt Elea. Neben Fragmenten dienen vor allem Aristoteles (Metaphysik) und Simplikios als Quellen.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
um 570–470 Xenophanes
  • Die Menschen schufen die Götter, Gott aber ist ewig
  • Wissen ist Vermutung, Wahrheit nicht erkennbar
um 515–445 Parmenides
  • Denken und Sein sind identisch
  • Das Seiende ist unvergĂ€nglich
  • Das Nichts kann auch nicht gedacht werden.
  • Bewegung ist nur eine Illusion
  • Physisches Geschehen ist „Meinung der Sterblichen“
um 490–430 Zenon von Elea
um 490–430 Melissos von Elea
  • Nur Fragmente erhalten
  • Das Sein ist nicht nur zeitlich, sondern auch rĂ€umlich unbegrenzt

Andere Philosophen der Vorsokratik

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
um 540–480 Heraklit (Der „Dunkle“)
  • Das Gemeinsame der Welt ist das sich ewig wandelnde Feuer
  • Der Logos ist das Eine, das im Wandel des Werdens Bestand hat (Panta rhei)
  • Forderte fĂŒr die Gesellschaft das Gesetz der Ordnung, das unter den Menschen ebenso wie in der Natur gelten soll
  • Der Streit (polemos) ist der Vater aller Dinge (Dialektik)
  • Das Wesen der Welt ist die unsichtbare Harmonie der GegensĂ€tze
um 499–428 Anaxagoras
  • Der Weltgeist (Nous) setzt die Welt aus winzigen Elementen zusammen
  • Alle Erfahrungsdinge sind auf einfache Stoffe rĂŒckfĂŒhrbar.
  • Der Untergang der Dinge ist Vergeltung von Unrecht.
  • Astronom: Die Sonne ist ein rotglĂŒhender Stein.
  • Musste 434 Athen verlassen und grĂŒndete eine Schule in Lampsakos
um 494–434 Empedokles
  • Sein ist der Stoff und das Werden ist die Kraft
  • Liebe und Hass sind die UrkrĂ€fte der vier Elemente (Stammwurzeln aller Dinge) Erde, Wasser, Luft und Feuer.

Pythagoreer

→ Siehe Liste bekannter Pythagoreer

Ausgangspunkt ist eine von Pythagoras in Kroton begrĂŒndete, religionsĂ€hnliche Lebensgemeinschaft. Im weiteren Sinn sind damit alle gemeint, die seither Ideen des Pythagoras aufgegriffen und zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Weltbildes gemacht haben. Viele Angaben zu den Pytagoreern sind spekulativ. Schriftliche Berichte gibt es erst spĂ€t bei Iamblichos und Porphyrios.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
um 580–500 Pythagoras
um 500 Alkmaion
  • Fehlende Harmonie verursacht Krankheit
  • Das Gehirn ist das Organ der Wahrnehmung
um 500 Hippasos von Metapont
um 480 – Ende 5. Jh. Polyklet der Ältere
  • Bildhauer, schrieb ein Werk ĂŒber ideale MaßverhĂ€ltnisse, schuf den Doryphoros
um 470 – 399 Philolaos von Kroton
  • Dokumentierte die Lehre des Pythagoras
  • Das Wesen der Dinge erkennt man erst, wenn man sie mathematisch beschreiben kann.
um 428–347 Archytas von Tarent
  • Die Zahl ist die Grundlage des Wissens
  • BegrĂŒndete die mathematische Mechanik
um 400–335 Hiketas von Syrakus
  • Philosoph und Astronom
  • Die Erde rotiert um ihre Achse
unsicher Ekphantos
  • Subjektivist, die Erde rotiert um ihre Achse von West nach Ost

Atomisten

Der Atomismus bezeichnet eine kosmologische Theorie, der zufolge das Universum aus kleinsten Teilchen, den Atomen (griechisch åtomos, das Unzerschneidbare, Unteilbare), zusammengesetzt ist. Diese wurden als diskret (d.h. voneinander trennbar), unendlich hart, unverÀnderlich und ewig gedacht. SpÀtere Atomisten waren Epikur und Lukrez

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
5. Jh. Leukipp
  • BegrĂŒnder des Atomismus in der Schule von Abdera
  • Apeiron - das Unbegrenzte ist der leere Raum. Begrenzt ist nur (körperlich) Seiendes.
  • Die wahrgenommenen Eigenschaften der Dinge sind nur Schein, der durch die Kombination der Atome entsteht, die sich gegenseitig anziehen und auch abstoßen.
460–371 Demokrit

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  • Wahres Sein (Materie) besteht aus unteilbaren Atomen im leeren Raum
  • In der Wahrnehmung ist die Wirklichkeit nur Erscheinung; diese hat aber eine Entsprechung zur wahren Welt.
  • Die Atome haben nur quantitative Eigenschaften (GrĂ¶ĂŸe, Gewicht, HĂ€rte, Gestalt)
  • Qualitative Eigenschaften (Farbe, Ton, Geruch, Geschmack) gibt es nur in der Erscheinung
  • Auch die Seele ist atomistisch (Materialismus); sie besteht aus besonders feinen „Feueratomen“, durch die die Welt belebt ist.
  • Von den Dingen gehen kleinste Abbilder (eidola = Bildchen) aus, die die Feueratome der Seele anstoßen und so Wahrnehmung erzeugen
  • Das Denken entsteht als Zusammenstoßen der eidola als ReprĂ€sentationen der Dinge und der Feueratome der Seele.
  • Das wahre GlĂŒck entsteht durch Maß und Harmonie, wenn die Feueratome nur sanft bewegt sind.
5.-4. Jh. Metrodoros von Chios
360–320 Anaxarch
  • SchĂŒler des Demokrit
  • Begleitete Alexander

Sophisten

Als Sophisten (griechisch ÏƒÎżÏ†ÎčÏƒÏ„Î±ÎŻ sophistaĂ­) bezeichnet man eine Gruppe von Philosophen, die als Lehrer der Weisheit und der schönen Rede z. T. gegen Bezahlung die Lehre der Sprechkunst, des Denkens und Prozessierens anboten. In den Hochzeiten der Sophistik haben ihre Vertreter die Menschen auf die Probleme des subjektiven Faktors im Erkennen und Werten hingewiesen, allerdings im Sinne eines Skeptizismus. In kritischer Sicht wurden Sophisten als „Wortverdreher“ betrachtet. Positiv bewertet kann man sie als AufklĂ€rer des antiken Griechenland ansehen. Bei den Sophisten stand nicht mehr die Natur als Untersuchung im Vordergrund, sondern die Beziehungen der Menschen zueinander.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
um 490–411 Protagoras
  • Stammte aus der Schule Leukipps
  • Wahrheit gilt nur fĂŒr den Wahrnehmenden (reiner Sensualismus)
  • Es gibt ĂŒber jeden Gegenstand zwei sich widersprechende Aussagen.
  • „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“ (Relativismus)
  • Religion und Staat sind natĂŒrliche BedĂŒrfnisse
  • Gerechtigkeitssinn und sittliche Scheu sind Gaben der Götter.
480–411 Antiphon
  • Verfasser von Gerichtsreden
um 480–380 Gorgias
um 480–380 Hippias
  • Arbeitete an der Quadratur des Kreises
  • Gesetze sind von Menschen gemacht und deshalb nicht allgemeingĂŒltig.
um 465–399 Prodikos
  • Stellte die Ethik in den Mittelpunkt
5. Jh. Xeniades
  • es gibt keine wahren Urteile und alle Aussagen der Menschen sind falsch.
unsicher (5. Jh.) Archelaos
  • SchĂŒler von Anaxagoras
  • Das Gerechte und das SchĂ€dliche sind Produkt der Konvention.
um 460–403 Kritias
  • Athenischer Politiker, Philosoph und Dichter
  • Moralischer Relativismus
  • Der Glaube an die Götter beruht auf guter Staatskunst.
um 450 Thrasymachos
um 436–338 Isokrates
  • Betrieb eine Rhetorikschule
† um 375 Alkidamas
  • SchĂŒler des Gorgias
  • wandte sich gegen die Sklaverei
um 400-um 350 Lykophron
  • Soll Rechtsordnung als Ausgleich von Interessen aufgefasst haben (Arist. Pol. III 9, 1280 b11)
  • Es gibt keine hoch und niedrig Geborenen.

Griechische Klassik 450–300 v. Chr.

Die drei großen Athener

Die drei großen Athener prĂ€gten das gesamte abendlĂ€ndische Denken. Sokrates zeigte durch den kritischen Dialog, dass kein Wissen gesichert ist und gilt durch seine persönliche Haltung als Vorbild eines Philosophen. Platon schuf die neue Gattung des schriftlichen Dialogs und setzte in der Breite seiner Themen in der Metaphysik und in der Erkenntnistheorie, in der Ethik, der Anthropologie, der Staatstheorie, der Kosmologie, der Kunsttheorie und der Sprachphilosophie neue MaßstĂ€be des Denkens. Im Gegensatz zu Platon sah Aristoteles die Ideen als in den Dingen befindlich und gab der realen Welt so wieder mehr Gewicht. Hierbei hat er u. a. fĂŒr Biologie und Medizin, aber auch fĂŒr die politische Empirie und Theorie Enormes geleistet. In seinem enzyklopĂ€dischen Wissensdrang als Philosoph beschĂ€ftigten ihn zudem u. a. Dynamik (ΎύΜαΌÎčς), Bewegung (ÎșÎŻÎœÎ·ÏƒÎčς), Form und Stoff. Seine Tugendethik und seine Theorie zur Gerechtigkeit reichen bis in die Gegenwart. Aristoteles begrĂŒndete die klassische Logik mit ihrer Syllogistik, die Wissenschaftssystematik und die Wissenschaftstheorie.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
469–399 Sokrates

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  • Überwindung des sophistischen Subjektivismus zugunsten eines sittlichen Individualismus
  • Begriffe beinhalten einen unverĂ€nderlichen Kern, als absoluter Wahrheit
  • Die Wahrheit muss Schritt fĂŒr Schritt erkannt werden
  • Dazu bedient er sich der „Hebammenkunst“ (MĂ€eutik), indem er Fragen stellt, deren Antworten wiederum Fragen auslösen
  • Dadurch wird unsere Unwissenheit deutlich („Ich weiß, dass ich nichts weiß!“)
  • Folge dieses Mangels an Wissen sind moralische IrrtĂŒmer
  • Deshalb ist Wissen (Weisheit) die höchste zu erlangende Tugend
  • Tugend ist Einsicht in das Gute
  • Weisheit soll durch AufklĂ€rung und Erziehung erlangt werden
  • Selbsterkenntnis ist die höchste sittliche Verpflichtung („Erkenne dich selbst“)
  • Wird als Kritik an den Grundprinzipien der Gesellschaft aufgefasst
  • Deshalb Hinrichtung durch den Schierlingsbecher
427–347 Platon

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  • Kritik des Relativismus der Sophistik, der keine wahrhaften Tugenden anerkennt (Theaetet)
  • In der Körperwelt, zu der auch das Seelische zĂ€hlt, gibt es nur Wahrnehmung und Meinungen (doxa)
  • Daneben gibt es eine unkörperliche Ideenwelt, die durch Begriffe erkannt wird (Phaidros, Höhlengleichnis) und das wahrhaft Seiende ist. Sie ist einfach, verĂ€nderungslos, unentstanden und unvergĂ€nglich (Symposion 211 b)
  • Erkenntnis entsteht nicht in der Erfahrung, sondern in der Erinnerung (anamnesis) der Seele (Beispiel: Satz des Pythagoras in Menon)
  • Die KlĂ€rung der Begriffe, des Wortgebrauchs erfolgt in der Dialektik (Sophistes 253 d)
  • Die Ideen sind Urbilder (paradeigmata) in der Welt des Seienden, die in der Welt des Werdens (genesis) ihre Abbilder (eidola) haben.
  • Die Einzeldinge sind nie identische Nachahmungen (mimesis) an der GegenwĂ€rtigkeit (parousia) der Ideen
  • Ideen sind hierarchisch geordnet mit allgemeinsten Begriffen (Sophistes), von denen die Idee des Guten die höchste ist.
  • Die unsterbliche Seele verbindet Körperwelt (Mut – tymos und Begierde – epitymia) (Timaios) mit der Ideenwelt (Vernunft – logiston) (Phaidon)
  • Den Seelenteilen entsprechen Kardinaltugenden – Weisheit (sophia), Tapferkeit (andrea) und Selbstbeherrschung (sophresyne). Das richtige VerhĂ€ltnis wird durch Gerechtigkeit (dikaiosyne) als oberste Tugend hergestellt (Politeia)
  • Die Rollen im Staat entsprechen den Seelenteilen: Lehrstand der Gebildeten (philosophoi), Wehrstand der WĂ€chter sowie NĂ€hrstand der Handwerker und Bauern
  • Gerechtigkeit herrscht, wenn jeder das Seine tut und dadurch auch das Seine erhĂ€lt.
  • Die BrĂŒcke zwischen Erscheinungen und Ideen wird durch das weltbildende Göttliche (Demiurg) geschaffen. Das Prinzip des gleich Bleibenden (tauton) und des sich VerĂ€ndernden (thateron) ist die Weltseele (Timaios). Das Mittel zur Verbindung sind die Prinzipien der Mathematik (siehe Platonische Körper).
um 384–322 Aristoteles

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  • Philosophie als erste Wissenschaft untersucht das Seiende als Seiendes
  • Lehrer Alexander des Großen
  • die kritische Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte liefert eine Synthese bisheriger Theorien
  • kritisiert vor allem die Verdopplung der Welt durch Platon
  • Axiomatische Methode zur Bestimmung oberster Prinzipien. (Organon)
  • Lehre von der Substanz und den Kategorien
  • semantische Theorie der Sprache als symbolische Abbildung (De Interpretatione
  • systematische Einteilung der Wissenschaften
  • BegrĂŒndung der formalen Logik als wissenschaftliche Methode gegen die Sophistik
  • Syllogistik als Schluss aus einer PrĂ€misse und einem Mittelsatz auf ein Besonderes (Deduktion)
  • Besonderes entsteht aus Allgemeinem, aber in der Erkenntnis muss empirisch von den einzelnen Dingen (phainomena) ausgegangen werden, die das Allgemeine bereits enthalten (Induktion bzw. epagoge)
  • Grundprinzip der Natur ist Bewegung, in dem die Materie die Form verĂ€ndert (Werden und Vergehen – Hylemorphismus)
  • Jedes Werden ist Verwirklichung einer Möglichkeit (Akt und Potenz)
  • Vier Wirkursachen: causa materialis (Stoff), causa formalis (Form), causa efficiens (Bewirkendes), causa finalis (Ziel)
  • Kontinuum ist immer wieder Teilbares (LĂ€nge, Bewegung, Zeit)
  • Es gibt kleinste Teilchen (minima naturalia), die (anders als Demokrits Atome) in verschiedenen Situationen ihre Form verĂ€ndern
  • Ursprung aller Bewegung und allen Seins ist ein (göttlicher) unbewegter Beweger
  • einzig die GegenstĂ€nde der Mathematik sind unverĂ€nderlich
  • Weil in der Praxis (Ethik, Poietik, Rhetorik) PrĂ€missen nicht allgemeingĂŒltig sind, sondern vom GesprĂ€chspartner anerkannt werden mĂŒssen, sind Syllogismen in diesem Bereich dialektische Argumente (Topik)
  • In der Praxis geht es nicht um Wissen (episteme), sondern um Einsicht (phronesis)
  • Oberstes Ziel ist das Gute als GlĂŒckseligkeit (Eudaimonismus), die man durch Ausbildung der Tugend erreicht.
  • Tugend ist ein Mittleres zwischen zwei Extremen (Mesotes-Lehre in der Tugendethik)
  • Der Mensch ist nicht nur ein Vernunftwesen (zoon logon echon), sondern auch ein Gemeinschaftswesen (zoon politikon)
  • Eine ideale Staatsverfassung ist ohne Extreme (Tyrannis), allerdings auch nicht die Demokratie, sondern die Politie, in der die Einsichtigen und Tugendhaften regieren.

Sokratiker und Megariker

Megariker heißen die AnhĂ€nger des Sokrates-SchĂŒlers Euklid von Megara, welcher das Seiende als das Gute bestimmte. Wegen ihrer logischen Streitigkeiten und dialektischen Spitzfindigkeiten heißen sie auch Eristiker.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
um 465–395 Kriton
  • Freund und Zeitgenosse Sokrates'
um 426–366 Xenophon
um 450–380 Euklid von Megara
  • SokratesschĂŒler
  • BegrĂŒnder der Megarischen Schule
  • Entwickelte eine Theorie des Widerlegens
  • Tugend bzw. Das Gute ist das einzige unverĂ€nderliche Sein.
um 400 v. Chr. Phaidon von Elis
um 400 v. Chr. Eubulides von Milet
um 360–280 Stilpon
um 350–278 Menedemos von Eretria
um 300 v. Chr Diodoros Kronos
um 300 v. Chr. Philon von Megara

Kyniker

Kernpunkt der Lehre des Kynismus [kyˈnÉȘsmʊs] (griech. ÎșυΜÎčσΌός, kynismĂłs wörtlich „die Hundigkeit“ im Sinne von „Bissigkeit“) ist eine philosophische Haltung, die die BedĂŒrfnislosigkeit betont. Scham vor als natĂŒrlich empfundenen Gegebenheiten (z. B. Nacktheit) wird verworfen. Oft lebten Kyniker von Almosen.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
440–365 Antisthenes
  • Kyniker, der fĂŒr eine ursprĂŒngliche Lebensweise eintrat
399–323 Diogenes
  • Sagte zu Alexander: „Nimm deinen Schatten von mir.“
um 368–285 Krates von Theben
  • Stammte aus reichem Hause, lebte mit Hipparchia auf Wanderschaft und hatte Einfluss auf die Stoa.
unsicher Monimos
  • Skeptiker, „Die Wirklichkeit ist ein BĂŒhnenbild“
um 335–245 Bion von Borysthenes
  • Schrieb Über die Sklaverei, Über den Zorn
um 330–260 Menippos von Gadara
  • Satiriker

Kyrenaiker

Neben einem Subjektivismus wurde in dieser Schule eine frĂŒhe Form des Hedonismus, bei der es um das Bewusstsein der Selbstbeherrschung in der Lust geht, gelehrt. Hauptquelle ist Diogenes Laertius.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
um 435–355 Aristippos von Kyrene
  • SchĂŒler des Sokrates
  • BegrĂŒnder der kyrenaischen Philosophenschule
  • GenussfĂ€higkeit ist eine Tugend; Lust ist eine sanfte Bewegung
  • Zum wirklichen Genuss bedarf es Bildung und Wissen.
  • folgte in der Erkenntnistheorie dem Sensualismus von Protagoras
um 400–330 Arete von Kyrene
  • Tochter von Aristippos dem Älteren und Mutter von Aristippos des JĂŒngeren
unsicher Aristippos der JĂŒngere
  • Der Enkel untersuchte Triebe und GefĂŒhle.
unsicher Annikeris
  • Soll Platon aus der Gefangenschaft von Dionysios I. von Syrakus freigekauft haben.
  • Geistige Freuden sind besser als leibliche Freuden.
  • billigte Selbstaufopferung.
um 340–250 Theodoros von Kyrene
  • „Der Atheist“; Ziel ist eine vorurteilsfrei Welterkenntnis
  • Aufopferung fĂŒr andere und Einsatz fĂŒr die Allgemeinheit sind dumm.
um 340–260 Euhemeros
  • Gilt als reiner Rationalist.
  • Götter sind verdiente Menschen, die nach ihrem Tod verherrlicht wurden.
um 300 v. Chr Hegesias
  • GlĂŒck ist Schmerzlosigkeit und frei sein von Unlust. (Pessimismus)
  • forderte Nachsicht gegenĂŒber Irrenden.

Hellenismus und SpĂ€tantike 300 v. Chr. – 300 n. Chr.

Im Hellenismus wurden die klassischen DenkansĂ€tze weiter fortgefĂŒhrt. Es entstand in Alexandria die sehr einflussreiche Alexandrinische Schule, wĂ€hrend die Peripatetiker die DenkansĂ€tze des Aristoteles weiter entwickelten und die platonische Akademie Platon folgte. Am Übergang vom 4. zum 3. Jahrhundert v. Chr. entstanden mit Stoa und Epikureismus zwei philosophische Schulen, die weit hinaus ĂŒber Zeit und Ort ihrer Entstehung ausstrahlten und ethische Grundpositionen fĂŒr ein glĂŒckendes Leben markierten. In der SpĂ€tantike wurde, obgleich es nach wie vor auch Vertreter von Richtungen wie etwa dem Kynismus gab, der Neuplatonismus als philosophische Richtung maßgeblich.

Platonische Akademie

Bei dem Akademeia genannten Hain des attischen Heros Akademos im Nordwesten von Athen kaufte Platon (wohl 387 v. Chr.) ein GrundstĂŒck, wo er einen Kultbezirk fĂŒr die Musen einrichtete und philosophisch-wissenschaftlichen Unterricht zu erteilen begann. Die „Ältere Akademie“ befasste sich mit der Auslegung und Kommentierung von Platons Schriften. Im 3. Jahrhundert gab Arkesilaos der Akademie eine neue, skeptische Ausrichtung, die sie bis ins frĂŒhe 1. Jahrhundert v. Chr. beibehielt. Daher spricht man fĂŒr diese Epoche von der „JĂŒngeren Akademie“.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
408–339 Speusippos
396–314 Xenokrates
  • Unterteilte die Philosophie in Logik, Physik und Ethik
um 390 – nach 322 Herakleides Pontikos
† 276 oder 275 Krantor von Soloi
  • „Über den Kummer“
um 350 - ca. 270/269 Polemon von Athen
  • Scholarch
  • Formulierte das Ziel eines naturgemĂ€ĂŸen Lebens
† 268-264 Krates von Athen
  • Scholarch
316–241 Arkesilaos
  • Scholarch, knĂŒpfte an die sokratische Aporetik an
  • Lehrte die Urteilsenthaltung (skeptischer Ansatz)
† 207 Lakydes
  • Scholarch
214–129 Karneades
um 185 – 110 Kleitomachos
  • Scholarch, Vertreter der akademischen Skepsis
† 84/83 v. Chr Philon von Larissa
  • Lehrer des Antiochos von Askalon
um 140/125–68 Antiochos von Askalon
116–27 Marcus Terentius Varro
  • Verfasste umfangreiche Literatur
  • EnzyklopĂ€die in neun BĂŒchern

Peripatos und spÀtere Aristoteliker

Peripatos (Ï€Î”ÏÎŻÏ€Î±Ï„ÎżÏ‚ "Wandelhalle") ist der Name der philosophischen Schule des Aristoteles. Er lehrte zusammen mit seinem engen Freund und Mitarbeiter Theophrast am Lykeion, einem Park mit einem Gymnasion im SĂŒden Athens. Nach Lykon bricht die doxographische Überlieferung ab. Die AnknĂŒpfung an Aristoteles im ersten Jahrhundert vor Christus durch Andronikos wird als Aristotelismus eingeordnet.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
um 371–287 Theophrastos
  • Nachfolger des Aristoteles
  • Betont anstatt der causa finalis (Teleologie) die causa efficiens (NaturkausalitĂ€t)
  • verfasste botanische Schriften und eine Geschichte der Physik
unsicher Eudememos
  • Konkurrent des Theophrastos um die Schulleitung
  • Schrieb ĂŒber Mathematik und Astronomie
um 350 Aristoxenos
vor 340 Klearchos von Soloi
  • Schrieb Über die Erziehung
unsicher Dikaiarchos
  • schrieb ĂŒber das Leben Griechenlands (bios hellados) eine frĂŒhe Kulturgeschichte
unsicher Kritolaos
340–269 Straton von Lampsakos
  • Scholarch mit dem Beinamen „der Physiker“
  • Interpretierte Aristoteles materialistisch
  • Die wirkende Kraft der Form ist in der Materie selbst
  • Denken und Wahrnehmen sind voneinander abhĂ€ngig
310–230 Aristarchos von Samos
3. Jh. v. Chr. Lykon aus Troas
  • leitete von 269 – 226 den Peripatos
1. Jh. v. Chr. Andronikos von Rhodos
  • Erneuerer der aristotelischen Philosophie
  • brachte die Schriften von Aristoteles in die heute bekannte Reihenfolge.
2. Jh. Sosigenes der Peripatetiker
2. oder 3. Jh. Alexander von Aphrodisias
  • gilt als der bedeutendste und wirkungsmĂ€chtigste Aristoteles-Kommentator der Antike
5. Jahrhundert Martianus Capella

Epikureer

Der antike Epikureismus, auch Îșáż†Ï€ÎżÏ‚ (kĂȘpos, “Garten“) genannt, war eine der vier großen philosophischen Schulen der nachklassischen Antike. Er wird auch als Agnostizismus charakterisiert.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
341–270 Epikur

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  • Versammelte seine SchĂŒler in einem Garten (Kepos)
  • Materialistische Grundauffassung (Atomist)
  • strebte nach dem inneren Seelenfrieden (UnerschĂŒtterlichkeit - AtaraxĂ­a)
  • GlĂŒck ist Lust mit Maß (also kein reiner Hedonismus)
  • Das Schöne als geistiger Genuss steht höher als physischer Genuss, der Aufregung bringt.
  • Der Staat ist ein Vertrag, um sich nicht zu schĂ€digen. Gesetze sind Übereinkunft zum gemeinsamen Nutzen (Utilitarismus)
um 340 – um 260 Hermarchos
  • leitete die Schule nach dem Tode Epikurs
330–277 Metrodoros von Lampsakos
  • ein Freund und SchĂŒler Epikurs
2. Jh. v. Chr. Demetrios Lakon
um 150–70 Zenon von Sidon
  • Epikureischer Philosoph, Mathematiker und Logiker
um 110–35 Philodemos von Gadara
  • Epikureischer Philosoph und Dichter
um 97–55 Lukrez
  • Philosophischer Schriftsteller
  • Bewusste AnknĂŒpfung an Epikur

Stoa

Stoa (griechisch ÏƒÏ„Îżáœ° Ï€ÎżÎčÎșίλη – „bemalte Vorhalle“) bezeichnet eine SĂ€ulenhalle auf dem Marktplatz von Athen (Agora), in der Zenon von Kition lehrte. Die Philosophie ist auf die kosmologische, ganzheitliche Welterfassung gerichtet. Der Stoiker gelangt durch die EinĂŒbung emotionaler Selbstbeherrschung und mit Hilfe von Gelassenheit und Seelenruhe zur Weisheit.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
336–264 Zenon von Kition
  • Stellte die Logik an die erste Stelle, um IrrtĂŒmer zu beseitigen.
  • Empfindungen sind AbdrĂŒcke einzelner GegenstĂ€nde in der Seele (Nominalismus)
  • Gilt mit der Lehre der Katalepsis (Evidenz) als BegrĂŒnder des Stoizismus.
  • Der Staat ist eine vernĂŒnftige Lebensgemeinschaft aller Menschen
331–251 Kleanthes
  • Verdiente als ehemaliger FaustkĂ€mpfer seinen Lebensunterhalt durch Hilfsarbeiten.
  • Tugendhaftes Handeln ist nur durch Erkenntnis der Wirklichkeit möglich.
  • Wandte sich gegen die Naturforscher Demokrit und Aristarch
  • ab ca. 250 Aufstieg Roms
276–204 Chrysippos
  • Schuf mit 705 BĂŒchern die maßgeblichen Grundlagen der Stoa.
  • Es gibt nur Naturnotwendigkeit (Determinismus)
  • Wahrnehmung ist eine EigenschaftsverĂ€nderung in der Seele
  • Begriffe sind Verallgemeinerungen der in der Wahrnehmung vorhandenen Objekte.
  • Formulierte das stoische Ideal der Freiheit von Affekten
  • Die Natur ist zweckmĂ€ĂŸig. Die Bewertung von Ereignissen als Übel (UnfĂ€lle, Krankheiten) erfolgt durch den Menschen
  • Gerechtigkeit und Menschenliebe sind oberste Pflichten aus der Vernunft
um 250 v. Chr. Ariston von Chios
3. oder 2. Jh. v. Chr. Zenon von Tarsos
um 240–150 Diogenes von Babylon
  • Lehre ĂŒber das Lebensziel (Telos) und ĂŒber ethische GrundsĂ€tze
  • Schuf in der Dialektik eine stoische Bedeutungslehre (Semiotik)
201–120 Polybios
† um 137 v. Chr. Antipatros von Tarsos
  • Verteidigte die Stoa gegen Karneades
um 180 v. Chr. Panaitios von Rhodos
  • Schrieb ein verloren gegangenes Werk ĂŒber die Pflicht.
  • Nahm Elemente der skeptischen Akademie in seine Lehre auf (Synkretismus)
135–51 Poseidonios
  • Affekte werden von vernunftlosen Teilen der Seele verursacht
106–43 Cicero
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1. Jh. v. Chr./1. Jh. n. Chr. Sotion
  • Lehrer Senecas
4 v. Chr.–65 Seneca
  • Schriftsteller, der sich auch mit praktischen Fragen der Ethik befasste.
vor 30 – 80 Gaius Musonius Rufus
  • Zweck der Philosophie ist die Erlangung der Tugend
  • Lehrer des Epiktet
um 50 – um 138 Epiktet
  • Schrieb ein Handbuch der Moral.
  • “Nicht die Dinge beunruhigen den Menschen, sondern seine Sicht der Dinge."
121–180 Mark Aurel
  • Mit seinen “Selbstbetrachtungen” schuf er sich Leitlinien fĂŒr sein praktisches Handeln.

Skeptiker

Von den meisten Werken der Skeptiker der Antike sind nur BruchstĂŒcke in Form von Zitaten bei anderen Autoren erhalten geblieben; es gibt aber eine große und zusammenhĂ€ngende Darstellung der Schule („Grundriss der pyrrhonischen Skepsis“) durch ihren letzten bedeutenden Vertreter, Sextus Empiricus.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
360–270 Pyrrhon von Elis
  • BegrĂŒnder der Skepsis
  • Wahrheit ist weder durch Sinneswahrnehmung noch durch Urteile feststellbar.
  • Weil es kein Wissen gibt, gibt es auch keine Lehre vom rechten Handeln
  • Der Mensch kennt höchstens seine GefĂŒhlszustĂ€nde
um 320–230 Timon von Phleius
  • Schrieb Spottgedichte ĂŒber die Dogmatiker.
1. Jh. v. Chr. Ainesidemos
  • Forderte die Urteilsenthaltung (EpochĂ©),
  • Entwickelte 10 Tropen (tropoi - GrĂŒnde der Skepsis)
  • 43 v. Chr.–17 n. Chr. Ovid
unsicher Agrippa
200–250 Sextus Empiricus
um 220 Diogenes Laertios
  • Verfasste eine griechische Geschichte der Philosophie in 10 BĂŒchern.

Mittel- und Neuplatoniker

In der SpĂ€tantike wurde der Neuplatonismus als philosophische Richtung stĂ€rker maßgeblich, der in einem wohl wechselseitig verschrĂ€nkten Prozess anregend und befruchtend auch auf das Denken der christlichen KirchenvĂ€ter einwirkte. Der Drang von Philosophen wie Plotin und spĂ€ter Proklos zur Vereinheitlichung (Suche nach dem Einen, dem Göttlichen) mĂŒndete in eine RĂŒckwendung zu Platon und in eine Neuausrichtung der platonischen Ideenlehre. Daraus ergaben sich VerknĂŒpfungsmöglichkeiten zwischen Neuplatonismus und christlicher Religion, die bis in den Beginn der mittelalterlichen Philosophie reichte.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
um 15 oder 10 v. Chr. – nach 40 Philon von Alexandria
um 45–125 Plutarch
  • Mittelplatoniker
  • Umfangreiche Schriften zur Ethik
  • 23 Biografien mit GegenĂŒberstellung je eines Griechen und Römers
87–150 Claudius PtolemĂ€us
  • Entwickelte das fĂŒr das Mittelalter maßgebliche geozentrische Weltbild.
  • Verfasste ein umfangreiches Werk zur Mathematik und Astronomie
2. Jh. Albinos
  • Schrieb eine EinfĂŒhrung in die platonische Philosophie.
2. Jh. Alkinoos
  • Schrieb eine Zusammenfassung platonischer Lehren.
2. Jh. Numenios von Apameia
  • Seine neupythagoreischen Schriften beeinflussten den spĂ€teren Neuplatonismus.
um 125–um 170 Apuleius
  • Schriftsteller und Philosoph (Metamorphosen)
um 150–200 Celsus
  • Scharfer Kritiker des Christentums
150 – nach 215 Clemens
  • Die richtigen Lehren erreicht man durch einen auf Wissen beruhenden Glauben
  • Gott selbst ist unsichtbar und unaussprechlich.
185–253 oder 254 Origenes
  • Allegorische Schriftauslegung
  • Philosophie hat die Aufgabe der Durchdringung der Schriften
um 180–242 Ammonios Sakkas
205–270 Plotin

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  • Erforschte die Philosophie der Perser und Inder
  • Seine Enneaden wurden von Porphyrios niedergeschrieben
  • Lehre: Urgrund ist das unbeschreiblichen Eine und dessen Emanation, durch die der Geist (nous) entsteht.
  • Die Weltseele steht als dritte Stufe zwischen dem wahren Sein und der Materie (hyle)
  • Um mit dem Einen Eins zu werden, muss sich die menschliche Seele von der Sinnlichkeit reinigen (katharsis)
um 212–272 Kassios Longinos
  • SchĂŒler des Ammonios Sakkas, jedoch selbst noch ein Mittelplatoniker
um 234–304 Porphyrios
um 250–330 Iamblichos
  • Erweiterte die Emanationslehre Plotins
um 350 Dexippos
  • SchĂŒler des Iamblichos
† um 355 Aidesios
  • SchĂŒler des Iamblichos
† 372 Maximos von Ephesos
  • SchĂŒler des Aidesios
  • Lehrer des spĂ€teren römischen Kaisers Julian
331–363 Kaiser Julian
  • Förderer des Neuplatonismus
um 350–431 oder 433 Plutarch von Athen
  • Lehrer des Syrianos und des Proklos
um 370–416 Hypatia
5. Jh. Hierokles
† um 437 Syrianos
410–485 Proklos
  • Leiter der Akademie
  • Wichtige Quelle fĂŒr die Scholastik und die Renaissance
um 458–540 Damaskios
um 490–570 Johannes Philoponos
  • FrĂŒhchristlicher Denker und Naturwissenschaftler
  • Verfasste Aristoteleskommentare
6. Jh. Simplikios
  • Wanderte nach Schließung der Akademie 529 durch Justinian I. nach Persien aus
  • Verfasste Aristoteleskommentare

FrĂŒhe Chinesische Philosophie

Konfuzianismus

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
um 561–479 Konfuzius

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370–290 Mengzi
  • Die Natur des Menschen ist gut
  • Der Himmel ist das abstrakte oberste Prinzip alles Seienden
um 298–220 Xunzi
  • Der Mensch ist von Natur aus böse, kann aber durch Erziehung besser werden.

Legalismus

um 280–233 Han Fei
  • Gesetze mĂŒssen fĂŒr jedermann gelten, der Mensch wird besser nur durch Androhung von Strafen
um 280–208 Li Si

Daoismus

6. Jahrhundert Laozi
  • (LegendĂ€rer) Verfasser des Daodejing (Dao = Weg oder Sinn, De = Tugend, Jing = Buch)
um 365–290 Zhuangzi
  • Betonung des Yin und Yang
  • Sitten und GebrĂ€uche sind kein Selbstzweck.
  • Die Dinge und die Welt sind im ewigen Wandel.

Mohismus

um 490–380 Mozi
  • Pragmatische Förderung der Wohlfahrt
  • „Diejenigen, die Andere lieben, werden wieder geliebt werden.“
  • Allgemeiner Maßstab ist der „Wille des Himmels.“

Neukonfuzianismus

1017–1073 Zhou Dunyi
  • Gegensatz von Taiji (dem höchsten Endlichen) und Wuji (dem höchsten Unendlichen)
1011–1077 Shao Yong
1020–1077 Zhang Zai
  • Grundbegriff des Qi
1501–1570 I Hwang
  • Brachte den Konfuzianismus nach Korea
1561–1619 Fujiwara Seika
  • FrĂŒher Konfuzianer in Japan

FrĂŒhe Indische Philosophie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
unsicher Charvaka
  • Materialismus

Upanishaden

2. Jh. Gautama Rishi
  • Nyaya: Lehre des logischen Schließens
unsicher Kanada
  • Vaisheshika: Metaphysik und Naturphilosophie (Atomismus)
  • Erkenntnis entsteht aus der Untersuchung der Unterschiede
unsicher Kapila
  • Samkhya: Bestimmung des Seins durch das AufzĂ€hlen seiner Elemente
  • Dualismus von Prakriti (aktive Urnatur=Materie ohne Bewusstsein) und Purusha (passiver Geist mit Bewusstsein)
unsicher Patanjali
  • Yoga als achtgliedrige Übung, die zu einer weltentrĂŒckten Erfahrung fĂŒhrt
um 788–820 Shankara

Buddhismus

um 563–483 v. Chr. Siddhartha Gautama

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  • Es gilt: „Alles ist“ ebenso wie „Nichts existiert“, alles ist im Werden.
um 100–200 Nagarjuna

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  • Der Versuch das RĂ€tsel des Seins zu lösen, ist irrational. (Mahayana)
  • Die richtige Lösung liegt im Weder-Noch
  • Lehre von den zwei Wahrheiten, der vierfachen BeweisfĂŒhrung (ja, nein, teils, weder-noch) und der achtfachen Verneinung des Werdens.
um 250–350 Harivarman
  • Nihilismus: lehrte ein System, in dem weder Personen noch Ă€ußere Objekte wahrhaft existieren (Hinayana)
um 420–500 Vasubandhu
  • Realismus: Die körperliche Welt ist real, es gibt nur kein dauerhaftes Selbst (Mahayana)
um 420–500 Asanga
  • Idealismus: Wahrheit entsteht weder aus der Bejahung noch aus der Verneinung der RealitĂ€t
  • Wahres Sein haben allein die Ideen (Hinayana)
  • Wechselte spĂ€ter zur Lehre seines Bruders
7. Jh. Dharmakirti
  • buddhistischer Logiker
1222–1282 Nichiren

Mittelalter

Die Philosophie des Mittelalters umfasst sehr vielfĂ€ltige Strömungen, die sich seit dem Ende der Antike bis zur Reformation in Europa entwickelt haben. Im abendlĂ€ndischen Kulturkreis wird sie in der Patristik durch das Christentum geprĂ€gt und getragen. Als „finstere“ Epoche verkannt, war im mittelalterlichen Denken schon vieles angelegt, was Renaissance, Humanismus und schließlich AufklĂ€rung formulierten. Das Wissen der Antike wurde zunĂ€chst in Klöstern bewahrt und weitergegeben. Entscheidender ist fĂŒr den lateinischen Westen der Wissensschatz, der ihm vermittelt ĂŒber Übersetzungen arabischer und teils auch jĂŒdischer Philosophen zuwĂ€chst. Eine BlĂŒte entsteht Ende des 11. Jahrhunderts begleitet von der GrĂŒndung der ersten UniversitĂ€ten, an denen die Artes liberales gelehrt werden. Im 12. Jahrhundert war die byzantinische und islamische Welt Europa noch kulturell und wissenschaftlich hoch ĂŒberlegen. Mit Untergang des Byzantinischen Reiches ĂŒberlieferten Gelehrte dieses Wissen im 15. Jahrhundert vermehrt nach Westeuropa und wirkten so mit an der Entstehung der Renaissance.

Patristik

Als Patristik wird in der christlichen Theologie und Philosophie die Wissenschaft bezeichnet, die sich mit der Zeit der KirchenvĂ€ter beschĂ€ftigt, das heißt mit der Epoche der Alten Kirche vom 1. Jahrhundert bis zum 7. oder spĂ€testens frĂŒhen 8. Jahrhundert.

Apostolische VĂ€ter

Die Apostolischen VÀter verfassten kirchlich bedeutsamen Schriften im spÀten ersten und in der ersten HÀlfte des zweiten Jahrhunderts.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
um 50–97/101 Clemens von Rom
um 150 Hermas
  • Schrieb kritisch gegen die Philosophie
† 107 Ignatius
  • 64 Brand Roms unter Nero
  • MĂ€rtyrertod von Paulus und Petrus
69–155 Polykarp

HĂ€retiker und Gnosis

Im Urchristentum gab es einen Pluralismus von theologischen Sichtweisen. Eines der frĂŒhen Probleme des Christentums war, sich in der synkretistischen Kultur des Hellenismus gegenĂŒber synkretistischen Religionen wie Gnostizismus und ManichĂ€ismus abzugrenzen, die die christlichen Dogmen ganz oder teilweise mit anderen Religionen oder Eigenkonstruktionen vermischten. Gnostische Bewegungen wurden nach ihren FĂŒhrern oder GrĂŒndern als Valentinianer, Simonianer oder Basilidianer benannt.

um 125 Basilides
  • Die Seele ist ein auf der Erde verirrter Fremdling
  • Die SphĂ€re Gottes erreicht man durch die Lösung von allem Irdischen
um 150 Valentinus
85–160 Marcion von Sinope
216–276 oder 277 Mani

Apologeten

Die Apologeten haben die christlichen Apologie, die das Christentum im Römischen Reich als vernĂŒnftige Religion aufzeigt, gegen Angriffe anderer Religionen und Philosophien verteidigt.

100–163 Justin der MĂ€rtyrer
  • Die Philosophie fĂŒhrt zu Gott
  • Aber letzte Fragen beantwortet nur die Schrift
  • 132–135 Bar Kochba Aufstand mit anschließender Zerstreuung der Juden
130–190 Athenagoras
  • Bittschrift fĂŒr die Christen an Kaiser Mark Aurel
unsicher Tatian
  • Rede an die Griechen
120–200 IrenĂ€us
  • KĂ€mpfte als Bischof von Lyon gegen die HĂ€retiker
  • gilt als BegrĂŒnder der kirchlichen Dogmatik
160–225 Tertullian
  • Schrieb als erster auf Latein und schuf wichtige Begriffe des Kirchenlatein
  • Philosophie hat nur eine ergĂ€nzende Aufgabe
  • Der Offenbarungsglaube ist ein Glaube an etwas ÜbervernĂŒnftiges (credo quia absurdum)
200–258 Cyprian
  • Vertrat die Kindstaufe
  • Entwickelte die Lehre vom Glauben als der Gnade Gottes
  • um 200 erste lateinische Bibel (Itala)

Theologische Systematisierungen

Erst schrittweise setzten sich die Trinitarier durch, entstand die allegorische Schriftauslegung und eine allmÀhliche AnnÀherung des Christentums an den Neuplatonismus.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
um 260–336 Arius von Alexandria
260 oder 264–337 oder 340 Eusebius von Caesarea
um 298–373 Athanasius
315–367 Hilarius von Poitiers
  • Maßgeblicher Vertreter der Trinitarier
335–394 Gregor von Nyssa
  • 391 Christentum als Staatsreligion unter Theodosius
340–397 Ambrosius von Mailand
  • War ein gemĂ€ĂŸigter Trinitarier
  • Bekehrte Augustinus
354–430 Augustinus

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  • Schuf die grundlegende Theologie fĂŒr fast 1000 Jahre
  • Die Philosophie hat die Aufgabe, die Kirchenlehre (Dogmatik) wissenschaftlich darzustellen und zu begrĂŒnden
  • Gnadenlehre: Erlösung von der ErbsĂŒnde durch Gottes WillkĂŒr (PrĂ€destination)
  • In der Erlösung offenbart sich Gottes Barmherzigkeit, in der Verdammnis Gottes Gerechtigkeit (Lehre von der doppelten PrĂ€destination)
  • Gott ist das Eine (unum), Wahre (verum), Gute (bonum), weshalb jede Vernunfterkenntnis Gotteserkenntnis ist.
  • Auch der Skeptiker muss das Vorhandensein von Empfindungen anerkennen (Innere Erfahrung = Dualismus von Leib und Seele). Die Seele ist das Ganze der Persönlichkeit.
  • Die SeelentĂ€tigkeiten sind Vorstellung (memoria), Urteil (intellectus) und Wille (voluntas). Entsprechend ist die Wirklichkeit bestimmt durch Sein (esse), Wissen (nosse) und Wollen (velle).
  • Der Antrieb des Menschen ist sein Wille. Die wahre ErfĂŒllung des Willen ist die Anschauung Gottes.
  • Unterscheidet im Gottesstaat in ein diesseitiges weltliches Reich und einen jenseitigen Gottesstaat (Zwei-Reiche-Lehre)
  • Ziel ist die Überwindung des weltlichen Reiches zugunsten des Gottesstaates und damit der Überwindung der Entfremdung von Mensch und Gott
  • Philosophie der Zeit und Philosophie des Zweifels
480–524 BoĂ«thius
  • 476 Sturz des letzten weströmischen Kaisers durch Odoaker
um 500 Dionysius Areopagita

Scholastik 500–1400

FrĂŒhes Mittelalter

Die Übergangszeit zwischen Patristik und Scholastik hat kein eigenstĂ€ndiges neues Denken hervorgebracht. Allerdings gab es eine Reihe wichtiger Personen, die an der Tradierung der antiken Bildung maßgeblichen Anteil hatten.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
† 636 Isidor von Sevilla
† 662 Maximus Confessor
  • Kommentierte Augustinus und Boethius
um 673–735 Beda Venerabilis
675–750 Johannes von Damaskus
730–804 Alkuin
780–856 Rabanus Maurus
810–877 Eriugena

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  • Irischer Naturphilosoph, der die Bedeutung der Vernunft betonte.
  • Eigenes System mit Gott als Ursache und Ziel alles Seienden
  • Übernahm die Emanationslehre Plotins und lehnte Augustinus’ PrĂ€destination ab
um 950–1028 Fulbert von Chartres
um 950–1022 Notker Teutonicus
  • Erster Aristoteles Kommentator des Mittelalters
  • 936–973 Otto I. Deutscher Kaiser (962)

Islamische Philosophie

Vor der Entfaltung der lateinischen Scholastik besteht eine arabische und innerhalb derselben auch jĂŒdische akademische Hochkultur, durch welche auch zahlreiche griechische Texte vermittelt, interpretiert und fortgeschrieben werden. Auch in der Medizin, den Naturwissenschaften, der Mathematik, der Jurisprudenz, der Logik usw. holt die westlich-lateinische erst im 12. und 13. Jahrhundert gegenĂŒber der arabischen Kultur auf.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
800–870 Alkindus (Al-Kindi)
  • Übersetzte griechische Texte, begrĂŒndet die arabische Philosophie
  • befasste sich u.a. mit peripatetischer Naturphilosophie
  • um 570–632 Mohammed
  • 749 Beginn der Herrschaft der Abbasiden
864–925 Rhazes (Al-Razi)
  • Bedeutender persischer Arzt, Naturwissenschaftler, Philosoph und Schriftsteller
870–950 Alpharabius (Al-Farabi)
  • Übersetzt und vermittelt griechische Philosophie
  • versucht eine Synthese von dem, was er fĂŒr aristotelisch und platonisch hĂ€lt
  • befasste sich auch mit Mathematik und Musik
980–1037 Avicenna (Ibn Sina)
  • Systematische Ausarbeitung der AnsĂ€tze Farabis
  • Konzeptualismus und Emanation
  • 1085 Toledo wird von den Christen erobert.
1058–1111 Algazel (Al-Ghazali)
  • Persischer, ash'aritischer Theologe und Philosoph
  • greift zahlreiche maßgeblich durch Avicenna vertretene Lehren an
1126–1198 AverroĂ«s (Ibn Ruschd)

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  • Aristoteleskommentare (fĂŒr die lateinische Philosophie des Mittelalters „Der Kommentator“)
  • Es gibt genau einen aktiven Intellekt
  • Philosophie ist eine religiöse Pflicht fĂŒr Intellektuelle, aber die Religion vermittelt die Wahrheit allen
  • verteidigt einen radikalen "Aristotelismus" gegen al-Ghazali
1332–1406 Ibn Chaldun
  • Arabischer Historiker
  • Beschreibt geschichtliche ZusammenhĂ€nge mit Interessen, die heute "soziologisch" heißen wĂŒrden

FrĂŒhscholastik

Die FrĂŒhscholastik ist die Zeit der Schulphilosophie, in der herausragende Denker sich nicht mehr auf die klösterliche Kontemplation beschrĂ€nken, sondern mit Argumenten der Vernunft offensichtliche WidersprĂŒche in den kirchlichen Lehren hinterfragen und diskutieren wollten. Oft brachten solche Diskussionen sie in Gefahr. Sie wurden als Ketzer verurteilt und mussten ihre Thesen widerrufen, wenn sie keine Risiken fĂŒr Leib und Leben eingehen wollten. Dennoch fanden sich immer wieder freie Geister, die aus Überzeugung fĂŒr die Vernunft eintraten.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
† 1088 Berengar von Tours
  • Sah im Abendmahlstreit Brot und Wein nur als sinnbildlich an.
  • Argumentierte, dass er in der Vernunft nach dem Bilde Gottes geschaffen sei.
1005–1089 Lanfrank von Bec
  • Wollte im Abendmahlsstreit nicht der Vernunft, sondern nur den AutoritĂ€ten folgen.
1006–1072 Petrus Damiani
  • KĂ€mpfte gegen die Sittenlosigkeit der römischen Geistlichkeit.
  • PrĂ€gte den Spruch von der Philosophie als der Magd der Theologie.
1033–1109 Anselm von Canterbury
1050–1120 Roscelinus
  • Radikaler Nominalist
  • Leitete daraus einen Tritheismus ab
† 1121 Wilhelm von Champeaux
  • 1096–1099 Erster Kreuzzug mit Eroberung Jerusalems
† nach 1124 Bernhard von Chartres
12. Jh. Bernardus Silvestris
  • Cosmographia, Gedicht ĂŒber die Erschaffung der Welt mit BezĂŒgen zum Timaios
  • ebenfalls Chartres, aber nicht identisch mit Bernhard von Chartres
1079–1142 Peter Abaelard

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  • Bedeutendster Philosoph der FrĂŒhscholastik
  • Vermittelte im Universalienstreit mit dem Konzeptualismus
  • Entwickelte die scholastische Methode fort (sic et non)
  • Empfindung als verworrene Vorstellung wird durch den Verstand zu Begriffen und Urteilen verarbeitet.
  • Schrieb zum Frieden zwischen den Religionen und entwickelte eine Gesinnungsethik (Die Moral liegt im inneren Entschluss.)
  • Hatte ein berĂŒhmtes VerhĂ€ltnis zu Heloisa
1080–1145 Gilbert von Poitiers
  • Vertreter des Realismus im Univesalienstreit
  • Unterschied begrifflich Gott und Gottheit sowie IndividualitĂ€t und SingularitĂ€t
1097–1147 Hugo von Sankt Viktor
  • Verband Mystik mit Naturforschung
  • Drei Erkenntnisweisen: 1. Ă€ußere Welt in der Vernunft (cogitatio), 2. innere Welt in den Empfindungen (meditatio), 3. Gott im Glauben (contemplatio)
† nach 1150 Wilhelm von Conches
  • Stark physikalisch geprĂ€gtes Weltbild
gest. 1151 Thierry von Chartres
1090–1160 Adelard von Bath
  • Erkannte beim Studium in Spanien die Überlegenheit der arabischen Wissenschaften
  • Übersetzte arabische Texte und verbreitete deren Wissen in der Mathematik, Medizin und Astronomie
1100–1160 Petrus Lombardus
  • Schrieb die als Lehrwerk lange gĂŒltigen Sentenzen.
  • 1147–1149 Zweiter Kreuzzug wird zum Fehlschlag
um 1100–1160 Hermann von Carinthia
  • Philosoph, Astronom, Astrologe, Mathematiker, Übersetzer und Autor
1115–1180 John of Salisbury
  • 1170 Ermordung von Thomas Becket
  • Sturmflut verwĂŒstet Niederlande
1120–1202 Alanus ab Insulis
  • Entwarf eine axiomatische Theologie ausgehend von der Einheit des Einen.
  • 1189–1192 Dritter Kreuzzug, Barbarossa ertrinkt im Saleph
um 1130–1202 Joachim von Fiore
  • Allegorische Schriftauslegung.
  • Geschichte ist gegliedert die die TrinitĂ€t

JĂŒdische Philosophie

In der jĂŒdischen Philosophie entwickelte sich im Mittelalter Ă€hnlich zu den arabischen Denkern eine starke NĂ€he zum Aristotelismus.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1020–1068 Gabirol
  • Der göttliche Wille ist die Quelle des Lebens
1100–1189 Abraham ibn Daud
  • Chronist, Aristoteliker und Astronom
1135–1204 Maimonides
  • Zweifelnde sollen durch Vernunft zum Glauben finden.
  • Tugendethik
1288–1344 Levi ben Gershon
  • Averroist

Hochscholastik

Die Hochscholastik wurde zur BlĂŒte des Aristotelismus. Verglichen mit der auf Augustinus zurĂŒckgehenden Ablehnung der Naturwissenschaften und der stark untergeordneten Rolle der Vernunft entstand nun eine weitere Öffnung und Liberalisierung. Es gab immer mehr einzelne Denker, die die Erkundung der Natur durch Experimente forderten, weil nur so wirkliche neue Erkenntnis zu gewinnen sei. Allerdings entstand in der Kirche auch Gegenwehr. Eine zu offene sich auf Aristoteles berufende kritische Vernunft wurde als Averroismus mit Verboten belegt.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1170–1253 Robert Grosseteste
  • Griff naturwissenschaftliche Fragen auf
1170–1245 Alexander von Hales
  • 1204 Vierter Kreuzzug mit Eroberung Konstantinopels
  • Kaisertum von Byzanz
verm. 1175–1245 Alfred von Sareshel
1221–1274 Bonaventura
  • Betonte die Erleuchtung durch Gott
  • Kontemplation ist die höchste Stufe der Nachfolge Christi
1200–1280 Albertus Magnus
  • Beeindruckte durch umfangreiches naturwissenschaftliches Wissen
  • Lehrte als einer der ersten Aristoteles
  • Das „natĂŒrliche Licht“ (lumen naturale) der Erkenntnis der Philosophie steht im Einklang mit der Offenbarung, welche aber umfassender ist.
1225–1274 Thomas von Aquin

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  • Einklang von Wissenschaft und Vernunft
  • Wahrheit = adaequatio rei et intellecto
  • Vorrang der Offenbarungslehren (Sakramente, jĂŒngstes Gericht, JungfrĂ€uliche Geburt)
  • Gott als Verursacher (causa effiziens) und Endzweck (causa finalis)
  • Kardinaltugenden
  • Unsterblichkeit der Seele, die sowohl reiner Geist als auch Entelechie des Leibes ist.
  • Nach göttlichem Plan ist Zweck des Staates die Tugend unter dem Naturrecht (lex naturalis) zu verwirklichen.
† 1284 Siger von Brabant
  • Averroist
  • Wollte Aristoteles ohne Offenbarungslehren unterrichten
  • 1273–1291 Rudolf I. von Habsburg
  • um 1290 Ausweisung der Juden aus England
† 1286 Boetius von Dacien
  • ebenfalls Averroist
† 1290 Wilhelm de la Mare
  • „Correctorium“ als franziskanische Kritik an Thomas
1214–1294 Roger Bacon
  • FrĂŒher Emprist mit praktischen Experimenten
  • Wendete sich gegen Vorurteile, Gewohnheit und Mangel an Selbstkritik.
  • AutoritĂ€t der Theologie ist allein Gottes Wille.
1226–1277 Petrus Hispanus
  • Kompendium der Logik
1217–1293 Heinrich von Gent
1243–1316 Aegidius Romanus

SpÀtscholastik

In der SpĂ€tscholastik schlug das Pendel erneut um. Viele Denker erkannten nun, dass eine rein auf Logik und Vernunft aufgebaute Glaubenslehre nicht mehr durchhaltbar war und forderten die Trennung von Glauben und Vernunft. Bildung verbreitete sich auch durch die fortschreitenden UniversitĂ€tsneugrĂŒndungen immer mehr und ging Schritt fĂŒr Schritt auch auf bĂŒrgerliche Kreise ĂŒber, die ihren Lebensunterhalt nicht mehr im Rahmen kirchlicher Institutionen verdienten.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
vor 1250 – nach 1305 Gottfried von Fontaines
1266–1308 Johannes Duns Scotus

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  • Gegenspieler von Thomas (Logiker und Mathematiker)
  • Der Wille hat Vorrang vor der Vernunft. Das Gute wird durch den Willen bestimmt und steht höher als das Wahre
  • Erste Schritte zur Trennung von Theologie und Philosophie: Weder der zeitliche Anfang der Welt noch die Unsterblichkeit der Seele lassen sich beweisen.
1265–1321 Dante Alighieri
  • Entwarf ein von der Kirche unabhĂ€ngiges Staatskonzept
1274 oder 1275–nach 1344 Walter Burley
um 1275 oder 1290–1342 oder 1343 Marsilius von Padua
  • Staatstheoretiker, Politiker und ein bedeutender Vertreter des scholastischen Aristotelismus
  • um 1310 allgemeiner KĂ€lteeinbruch fĂŒhrt zu Hungersnöten in Europa und Asien und zu BevölkerungsrĂŒckgĂ€ngen
1280–1347 Wilhelm von Ockham
um 1280–1322 Petrus Aureoli
  • Vertrat einen Konzeptualismus und Ă€hnliche Positionen wie Scotus und Ockham
um 1285/1289–1328 Johann von Jandun
  • averroistischer Philosoph, Theologe und politischer Theoretiker
um 1300 – nach 1350 Nicolaus von Autrecourt
  • Kritik des Substanzbegriffs und der traditionellen KausalitĂ€tslehre
1300–1358 Johannes Buridan
1316–1390 Albert von Rickmersdorf
  • Rektor der Wiener UniversitĂ€t
1330–1382 Nikolaus von Oresme
  • Hielt heliozentrisches Weltbild fĂŒr möglich
  • 1381 englischer Bauernaufstand
1335–1396 Marsilius von Inghen
verm. –1420 William Penbygull
  • AnhĂ€nger Wycliffs, Universalienrealist
1340–1420 Pierre d’Ailly
  • Lehrte als Skeptiker den Primat des Willens.
  • um 1400 Aufstieg des Hauses Medici

Mittelalterliche Mystik

Wie auch andere Zeiten war das Mittelalter stets begleitet von mystischem Denken, von der Überzeugung, dass die wahre ErfĂŒllung nur in der Kontemplation und in einem unmittelbaren Glauben zu erreichen ist.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1090–1153 Bernhard von Clairvaux
  • Die eigentliche Tugend des Christen ist die Demut
  • Gegenspieler Abaelards
1098–1179 Hildegard von Bingen
  • Allgemeine Lebensregeln und medizinische Texte
1135–1202 Joachim von Fiore
  • Erwartete das jĂŒngste Gericht um 1260
† 1206 Amalrich von Bena
  • Gott lebt in allen Kreaturen (Pantheismus)
  • musste 1204 widerrufen
1232–1316 Raimundus Lullus
  • Averroist
  • Magische Wahrheitsscheibe aus Begriffskombinationen
1250–1320 Dietrich von Freiberg
1260–1328 Meister Eckhart
  • Vernunft ohne Kontemplation ist nicht vollendet
1295–1366 Heinrich Seuse
1300–1366 Johannes Tauler

Renaissance und Reformation 1400–1600

Die Philosophie der Renaissance und des Humanismus und damit die studia humanitatis war in ihrer Arbeitsweise noch ganz mittelalterlichen Traditionen verbunden, arbeitete also spekulativ und textbezogen, sie öffnete sich aber mehr und mehr auch bereits vorhandenen naturwissenschaftlichen Fragestellungen und Methoden, die dann das beherrschende Thema der Philosophie der Neuzeit bilden werden. FĂŒr diese Epoche spricht man auch vom Renaissance-Humanismus. Renaissance bedeutet Wiedergeburt. Die Periode wird so bezeichnet, weil die Texte der antiken griechischen und römischen Philosophen neu rezipiert wurden und zugleich eine Loslösung von den mittelalterlichen Schulen der Scholastik erfolgte.

Dichter und KĂŒnstler

In einer Zeit immer stĂ€rker wachsender und von der Kirche immer unabhĂ€ngiger werdender StĂ€dte Italiens waren es vor allem die Dichter und KĂŒnstler, die schon sehr frĂŒh die FreirĂ€ume nutzten und eigenstĂ€ndige Sichtweisen auf die Welt entwickelten.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1305–1374 Francesco Petrarca
1313–1375 Boccaccio
  • BegrĂŒnder der italienischen Novelle
1452–1519 Leonardo da Vinci
  • KĂŒnstler, Architekt, Techniker und Anatom
1475–1564 Michelangelo
  • Herausragender Maler und Bildhauer

Humanismus

Die Humanisten gingen von dem allgemeinen Grundsatz der universalen Vorbildlichkeit der Antike aus. PrĂ€gend fĂŒr die Bewegung war das auf Cicero zurĂŒckgehende Konzept der HumanitĂ€t (humanitas). Dies verfolgte man durch das Studium des antiken Wissens (studia humanitatis), die besondere Pflege der Sprache und eine Betonung der Ästhetik.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1369–1444 Leonardo Bruni
  • Republikanischer Kanzler in Florenz
1396–1459 Giannozzo Manetti
ca. 1406–1457 Lorenzo Valla
  • italienischer Humanist mit epikureischer Orientierung, Rhetoriker
  • Untersuchung der Freiheit des menschlichen Willens
  • FĂŒr eine positive Bewertung der Lust
1444–1485 Rudolf Agricola
  • Schrieb ĂŒber die dialektische Denkmethode
um 1450–1536 Faber Stapulensis
  • Erste französische BibelĂŒbersetzung
1454–1494 Angelo Poliziano
  • Unterrichtete in Florenz griechische und lateinische Literatur
1455–1522 Johannes Reuchlin
  • Hebraist
  • Trat gegen den Strom fĂŒr Toleranz gegenĂŒber den Juden ein.
1459–1508 Conrad Celtis
  • Dichter, Kartograph und Historiograph
1461–1535 Ulrich Zasius
1466–1536 Erasmus von Rotterdam

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1486–1535 Agrippa von Nettesheim
  • Wissenschaft als „heilige Magie“ (gegen Zauberer)
  • in Gott sind alle Ideen vorhanden (Neuplatonismus)
1492–1540 Juan Luis Vives
  • frĂŒhe pĂ€dagogische Schriften
1497–1560 Philipp Melanchthon
  • Verband Gedanken der Reformation mit der Philosophie des Aristoteles
1515–1563 Sebastian Castellio
  • Widersacher Calvins
1517–1572 Petrus Ramus
  • 1556 Trennung der Habsburger in einen spanischen und einen österreichischen Teil
1547–1606 Justus Lipsius
  • Umfangreicher Briefverkehr u.a. mit Montaigne
  • Lehrte Philosophie mit Bezug zum Stoizismus
1553–1592 Michel de Montaigne
  • BegrĂŒnder der Essayistik
  • Humanist und Skeptiker

Philosophen

Die Philosophie der Renaissance schwenkte insbesondere im republikanischen Umfeld der Medici verstÀrkt zum Platonismus, nachdem auch bisher unbekannte Schriften in Folge des Falls von Konstantinopel nach Italien gelangt waren. Im Vordergrund standen weniger Themen der Metaphysik, sondern Fragen der Ethik (Toleranz, Freiheit) und der politischen Philosophie (VolkssouverÀnitÀt, Völkerrecht).

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1355–1450 Georgios Gemistos Plethon
  • Kam aus Byzanz und ĂŒbersetzte Platon
  • Regte bei den Medici die NeubegrĂŒndung der Akademie an.
1394–1476 John Fortescue
  • Die AutoritĂ€t des Königs beruht auf öffentlicher Zustimmung und nicht auf Gottes Gnade
1395–1472/1484 Georg von Trapezunt
1401–1464 Nikolaus von Kues

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  • Die Mathematisierung der GegenstĂ€nde der Erfahrung sind Deutungen des Menschen.
  • Gott als Einheit der rĂ€umlich-zeitlichen Unendlichkeit
  • Zusammenfallen des GegensĂ€tzlichen in der Vernunft
1403–1472 Basilius Bessarion
  • Byzantiner und Platoniker
  • BegrĂŒndete eine bedeutende Bibliothek
1433–1499 Marsilio Ficino
  • Erster Leiter der neuen Akademie in Florenz
1462–1524 Pietro Pomponazzi
1463–1494 Giovanni Pico della Mirandola
  • Trat fĂŒr die MenschenwĂŒrde ein.
  • Seine 900 Thesen wurden vom Papst verboten.
1469–1527 NiccolĂČ Machiavelli
  • Politische Herrschaft ist nicht unter moralischen, sondern unter nĂŒtzlichen Aspekten zu beurteilen
  • Die drei Staatszwecke der Republik sind Freiheit der BĂŒrger, GrĂ¶ĂŸe und Gemeinwohl
1473–1538 Agostino Nifo
  • ĂŒbersetzte die Werke AverroĂ«s', vielgelesener Aristoteliker
1478–1535 Thomas Morus
1498–1576 Mario Nizolio
1506–1582 George Buchanan
1529–1597 Francesco Patrizi
  • Kritiker des Aristotelismus
1530–1596 Jean Bodin
1533–1589 Jacopo Zabarella
1541–1603 Pierre Charron
  • Schrieb ein bekanntes moralphilosophisches Werk
1548–1617 Francisco Suárez
  • SpĂ€tscholstiker
  • Vertrat aber die Freiheit des Einzelnen und die Idee des Staatsvertrages
1583–1640 Uriel Acosta
  • jĂŒdischer Kritiker des Judentums
  • frĂŒher Vertreter eines Deismus
1585–1619 Lucilio Vanini
  • wurde in Paris als Ketzer verbrannt

Reformation

Die durch die Verkrustung der Kirche in der Scholastik ausgelöste Diskussion um ihre ReformbedĂŒrftigkeit fĂŒhrte unter der Überschrift „ZurĂŒck zur Schrift“ zur Reformation. Religiöse Riten wie Wallfahrten, Kasteiungen u.Ă€. wurden ebenso abgelehnt wie Ablassbriefe und Ämterkauf. Was alleine zĂ€hlte, war das Wort, durch das der Mensch zu Gott findet. Dies war das Motiv zur wirkungsmĂ€chtigen BibelĂŒbersetzung.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1330–1384 John Wyclif
  • Bestritt den politischen Machtanspruch des Papstes
1369–1415 Jan Hus
  • Die Bibel ist die einzige AutoritĂ€t
  • BegrĂŒndete die Bewegung der Hussiten
1483–1556 Martin Luther

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1484–1531 Ulrich Zwingli
  • Wandte sich mit Luther gegen AblasskrĂ€mer und mit Erasmus gegen den Krieg.
1493–1573 Johann Pfeffinger
1499–1560 Johannes a Lasco
  • Aus Polen stammender Reformator Frieslands
1509–1564 Johannes Calvin
  • Verfasste den Genfer Katechismus und eine Kirchenordnung mit strenger Kirchenzucht
  • 1607 Ansiedlung von Protestanten in Ulster

Naturwissenschaftler

Den Übergang in die neue Zeit weisen auch sehr deutlich die italienischen Naturphilosophen, die erheblichen Mut beweisen mussten, weil sie immer wieder der Gefahr ausgesetzt waren, dass ihre neuen Erkenntnisse von der Kirche abgelehnt und sie von der Inquisition verfolgt wurden. Schrittweise setzten sie auch mit hohen persönlichen Opfern durch, dass die Ergebnisse empirischer Forschung nicht geleugnet werden konnten.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1473–1543 Nikolaus Kopernikus
1493–1541 Paracelsus
  • Kritisierte die herkömmliche Medizin
  • Entwickelte pharmazeutische Kenntnisse (Laudanum)
1501–1576 Gerolamo Cardano
1509–1588 Bernardino Telesio
  • Licht und WĂ€rme sind bewegende UrkrĂ€fte
  • grĂŒndete eine Akademie der Naturforscher
1519–1603 Andrea Cesalpino
  • Botaniker und Physiologe
1548–1600 Giordano Bruno

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  • Starb wegen Pantheismus durch die Inquisition auf dem Scheiterhaufen
  • VerkĂŒndete die Unendlichkeit des Universums als System zahlloser vergĂ€nglicher Welten und Gott als Quelle ewigen Wandels
  • Gott ist das Lebensprinzip jedes Einzeldings, des grĂ¶ĂŸten und des kleinsten
  • Theorie der Monaden
1564–1642 Galileo Galilei
  • Fallgesetze als Ausgangspunkt der Mechanik
  • Das Buch der Natur ist in der Sprache der Mathematik geschrieben.
  • Systematisches Experiment durch Eingriffe in die Natur
  • wahre Naturerkenntnis ist quantitativ
1568–1639 Tommaso Campanella
  • Utopie: Der Sonnenstaat
  • Verbrachte durch die Inquisition 27 Jahre im Kerker
  • alles Wissen ist Wahrnehmung (Sensualismus)
  • alle Welterkenntnis hat ihren Ursprung in der Selbsterkenntnis
1571–1630 Johannes Kepler
  • BestĂ€tigte Kopernikus mathematisch
1592–1655 Pierre Gassendi
  • BestĂ€tigte als Astronom Berechnungen Keplers
  • Setzte sich als Atomist philosophisch mit Aristoteles und Epikur auseinander

FrĂŒhe Neuzeit 1600–1800

Die Philosophie in der Zeit von Barock und AufklĂ€rung (17. und 18. Jahrhundert) ist ein Abschnitt der Philosophiegeschichte, der einerseits vom neuen naturwissenschaftlichen Weltbild und den dazugehörigen mathematischen Methoden (analytische Geometrie, Analysis) bestimmt war; andererseits trieb das Streben nach Freiheit und BĂŒrgerrechten auf UmwĂ€lzungen zu, die in der Französischen Revolution gipfelten. Der Ansatz des Rationalismus, der das Subjekt und die Vernunft in den Vordergrund stellte, stand im Widerstreit zu dem des Empirismus, der in seiner philosophischen WelterklĂ€rung nur solche Hypothesen akzeptierte, die sich auf sinnliche Wahrnehmung zurĂŒckfĂŒhren lassen.

Rationalismus

Der Rationalismus (von lateinisch ratio – Vernunft) ist eine Annahme, derzufolge der Verstand die objektive Struktur der Wirklichkeit zu erkennen vermag, und zwar sowohl auf physikalischem, metaphysischem als auch auf moralischem Gebiet.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1596–1650 RenĂ© Descartes

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  • Systematischer Zweifel verdrĂ€ngt nicht die Gewissheit eigenen Bewusstseins (Cogito ergo sum)
  • es gibt evidente Vorstellungen (eingeborene Ideen), insbesondere das Dasein Gottes (eigener Gottesbeweis) und die Wahrheiten der Mathematik
  • Auch als Mathematiker (Analytische Geometrie) und Wissenschaftstheoretiker bedeutend
1623–1662 Blaise Pascal

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  • Mathematiker (Wahrscheinlichkeitsrechnung) und Literat
  • PensĂ©es sind persönliche Gedanken ĂŒber Leiden und Glauben
1632–1677 Baruch de Spinoza

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  • BegrĂŒnder der modernen Bibelkritik
    • Die Erkenntnis Gottes aus der Vernunft hat Vorrang vor der Offenbarung (Bibel)
  • Metaphysik
    • Eine Substanz ist Ursprung allen Seins (Monismus)
    • Diese eine Substanz ist Gott
    • Alles Sein hat Anteil an dieser Substanz (Pantheismus)
    • Jeder körperliche Vorgang hat ein geistiges Pendant und umgekehrt (Parallelismus von Körper und Geist)
  • Erkenntnistheorie
    • Nur adĂ€quate Ideen fĂŒhren zu wahrer Erkenntnis
    • Nur auf Gott bezogene Ideen können adĂ€quat sein
  • Ethik
    • Erziehung zur Vernunft (nur diese liefert adĂ€quate Ideen)
    • Streben nach adĂ€quaten Ideen
    • Selbstbestimmung durch adĂ€quate Handlungen
    • Es gibt keine absolute Freiheit
    • Freiheit heißt vielmehr Handeln aus adĂ€quaten Ursachen und Ideen
  • Politische Philosophie
    • Im Naturzustand strebt alles danach, sein Sein zu erhalten
    • Eine staatliche Gemeinschaft erhöht die Chance auf Selbsterhaltung
    • Der Staat strebt ebenfalls nach Selbsterhaltung
    • Diese ist aber nur gewĂ€hrleistet, wenn vernĂŒnftig (im Sinne der BĂŒrger) regiert wird
1646–1716 Leibniz

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Okkasionalismus

Der Okkasionalismus (von lateinisch occasio, Gelegenheit, Anlass) vertrat die zentrale These, dass Körper und Geist keinen kausalen Einfluss aufeinander haben, sondern durch Gott vermittelt sind.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1625–1699 Arnold Geulincx
  • Gott ist „gelegentlich“ jeder Handlung tĂ€tig
1626–1684 GĂ©raud de Cordemoy
  • Physiologe
1638–1715 Nicolas Malebranche

Andere Philosophen

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1557–1638 Johannes Althusius
1575–1624 Jakob Böhme
  • Mystiker: Gott als Leben, Kraft und Wille
  • Die Welt ist wie ein Baum, von de Wurzel bis zur BlĂŒte vom Lebenssaft des Einen durchdrungen.
  • Setzte sich fĂŒr die Idee des Freien Willens und die persönliche Freiheit ein.
1583–1645 Hugo Grotius
  • BegrĂŒnder des Völkerrechts
  • unverĂ€ußerliches Recht an der Person
1614-1687 Henry More
getauft 1624; † 1677 Angelus Silesius
1632–1694 Samuel von Pufendorf
1668–1744 Giambattista Vico
  • Geschichtsphilosoph

Britischer Empirismus

Der Empirismus (griechisch ΔΌπΔÎčρÎčσΌός, Erfahrung) ist eine erkenntnistheoretische Richtung in Philosophie und Psychologie, die alle Erkenntnisse aus Sinneserfahrungen ableitet. Als logischer Empirismus und Konstruktiver Empirismus wirkt er bis in die Gegenwartsphilosophie.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1561–1626 Francis Bacon
  • Wissen ist Macht
  • Forderte naturwissenschaftliche Forschung (ars inveniendi)
  • Induktion als Fortschritt vom Konkreten zum Allgemeinen
  • Schrieb die Utopie: Neu Atlantis
1588–1679 Thomas Hobbes

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  • Alle Naturerkenntnis basiert auf Geometrie
  • Philosophie ist die Lehre von der Bewegung der Körper
  • Staatsphilosophie
    • Im Naturzustand herrscht ein Kampf aller gegen alle (bellum omnium contra omnes)
    • Es gibt keine naturgegebenen Rechte, die das Miteinander regeln (homo homini lupus est)
    • Die Sicherheit des Einzelnen ist permanent gefĂ€hrdet
    • Deshalb schließen die Menschen einen (unkĂŒndbaren) Gesellschaftsvertrag
    • Ziel ist die Schaffung einer öffentlichen Ordnung
    • Die individuelle Freiheit wird zugunsten der Sicherheit eingeschrĂ€nkt
    • Die AusĂŒbung der Staatsgewalt wird auf einen SouverĂ€n ĂŒbertragen
    • Die Macht des SouverĂ€ns ist absolut und ungeteilt (absolutistische Staatstheorie)
    • Widerstand ist nur bei einer GefĂ€hrdung des Selbstbehauptungsrechts des Einzelnen oder des Volkes legitim
    • Seine Legitimation erhĂ€lt der SouverĂ€n vom Volk und nicht mehr von Gott
1611–1677 James Harrington
  • Politischer Philosoph
  • Utopie: The commonwealth of Oceana
1632–1704 John Locke

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  • Frage nach dem letzten Grund von Sein ist nicht beantwortbar
  • Empirismus
    • Das Bewusstsein ist bei Geburt eine tabula rasa
    • „Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen gewesen ist“ (Sensualismus)
    • Der Verstand verarbeitet die Sinneswahrnehmungen weiter
  • Mechanistisches Weltbild
  • Staatsphilosophie
    • Privateigentum, Freiheit und Leben sind von Gott verliehene Naturrechte
    • Jeder ist bei der Durchsetzung dieser Rechte aber auf sich allein gestellt
    • Der Naturzustand ist also ein Rechtsraum ohne Rechtsgleichheit und Rechtssicherheit
    • Zur Herstellung von Rechtsgleichheit und -sicherheit schließen die Menschen einen Gesellschaftsvertrag
    • Die Aufgabe, die Naturrechte durchzusetzen wird darin treuhĂ€nderisch an die politische Gemeinschaft (Staat) delegiert
    • Höchstes Organ ist die Legislative (die Regierung), sie reprĂ€sentiert das Volk
    • und kontrolliert die Exekutive, den Monarchen (konstitutionelle Monarchie)
    • Die Legislative ist absetzbar, wenn sie den Gesellschaftsvertrag bricht
    • Das Volk ist somit SouverĂ€n, der Herrscher erhĂ€lt seine Legitimation vom Volk und ist nicht mehr Herrscher von Gottes Gnaden
    • Hatte wesentlichen Einfluss auf die Verfassung der Vereinigten Staaten
1685–1753 George Berkeley
  • Empirist und Idealist
  • Sein ist Wahrgenommen werden (esse est percepi)
  • Die Welt ist ein PhĂ€nomen menschlichen Bewusstseins
  • 1707 Realunion von England und Schottland
1694–1746 Francis Hutcheson
  • Empirist und Ökonom, der die Moral in den Vordergrund stellte.
1711–1776 David Hume

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  • Empirist mit Skepsis
  • Stellte das Prinzip der Induktion in Frage
  • Religionskritiker und Ökonom
1723–1790 Adam Smith
  • Nicht nur bedeutender Ökonom und liberaler Staatstheoretiker
  • sondern auch Moralist, der den externen Beobachter erfand.

Weitere britische AufklÀrer

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1671–1713 Lord Shaftesbury
  • Schrieb ĂŒber Freiheit und Moral
  • Wandte sich gegen Hobbes' Egoismus
1678–1751 Lord Bolingbroke
  • Bewirtete Voltaire im Exil
1721–1793 William Robertson
1723–1816 Adam Ferguson
1728–1777 Thomas Reid
1729–1797 Edmund Burke
  • AntiaufklĂ€rer
  • Hierarchie im Staat ist natur- und gottgegeben.
1737–1794 Edward Gibbon
  • Historiker
  • The History of the Decline and Fall of the Roman Empire

Französische AufklÀrer

Das Zeitalter der AufklĂ€rung ist eine Epoche in der geistigen Entwicklung der westlichen Gesellschaft im 17. bis 18. Jahrhundert, die besonders durch das Bestreben geprĂ€gt ist, das Denken mit den Mitteln der Vernunft von althergebrachten, starren und ĂŒberholten Vorstellungen, Vorurteilen und Ideologien zu befreien und Akzeptanz fĂŒr neu erlangtes Wissen zu schaffen. Es ist die Bewegung der SĂ€kularisierung und eine Abkehr von der absolutistischen hin zu einer demokratischen Staatsauffassung. Der Liberalismus mit seinem Konzept der Menschen- und BĂŒrgerrechte kam auf. AufklĂ€rung im Sinn einer Herrschaft der Vernunft fand schon im 17. Jahrhundert statt. AufklĂ€rung als bĂŒrgerliche Emanzipation erstreckt sich etwa von 1730 bis 1800. Diese Periode wurde vor allem durch die von Diskussionen um die mehrfach verbotene EncyclopĂ©die in Frankreich bestimmt („le siĂšcle des lumiĂšres“: das Zeitalter der Lichter). Im Politischen hatte sie ihren Höhepunkt in der französischen Revolution.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1612–1694 Arnauld
1647–1706 Bayle
  • hugenottischer FrĂŒhaufklĂ€rer, erforschte den Haleyschen Kometen
  • forderte Gewissensfreiheit und Toleranz in der Religion
  • Dictionnaire historique et critique
1689–1755 Montesquieu

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  • Geschichtsphilosoph und Staatstheoretiker
  • Lieferte mit der Idee der Gewaltenteilung eine wichtige Grundlage fĂŒr die amerikanische Verfassung
1694–1778 Voltaire
  • Kritiker des Absolutismus, des Klerus und der Feudalherrschaft
1698–1759 Maupertuis
  • Entdeckte das Prinzip der kleinsten Wirkung
1709–1751 La Mettrie

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  • Materialist, Atheist und Religionskritiker
  • Die Seele ist eine Körperfunktion
  • SchuldgefĂŒhl („remords“) ist ErzĂŒbel des Menschen
  • Angefeindet von frz. AufklĂ€rern (F.A. Lange: „PrĂŒgelknabe“)
1712–1778 Rousseau

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1713–1784 Diderot
1715–1771 HelvĂ©tius
  • Sensualist und Materialist
  • Arbeitete an der EnzyklopĂ€die mit.
1715–1780 Condillac
  • Sensualist wie John Locke
  • Unterschied natĂŒrliche Zeichen und kĂŒnstliche Zeichen (Sprache und Schrift)
1717–1783 d’Alembert

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  • Mathematiker und Physiker
  • MitbegrĂŒnder der EncyclopĂ©die
1723–1789? d'Holbach
  • Materialist, der die Religion als die grĂ¶ĂŸte Feindin der Moral sah.
  • Mitarbeiter der EncyclopĂ©die.
1735–1820 Robinet
  • Sensualist
1740–1814 de Sade
  • radikalisierte den französischen Materialismus zum Amoralismus
1743–1794 Condorcet
  • Liberaler EnzyklopĂ€dist
  • Legte seinen Adelstitel ab.
  • 1794 Terrorregime Robespierres
  • 1796 Napoleon wird Oberbefehlshaber der französischen StreitkrĂ€fte
1748–1836 Sieyes
  • Vertreter des Dritten Standes
  • trug maßgeblich zur neuen Verfassung bei
  • vertrat eine reprĂ€sentative Demokratie
  • setzte Trennung von Staat und Kirche durch
1760–1797 Babeuf

Deutsche AufklÀrer

In der Nachfolge von Leibniz war die deutsche AufklĂ€rung geprĂ€gt durch den Rationalismus und die von Christian Wolff ausgehende Schule des Wolffianismus. UrsprĂŒnglich selbst in dieser Tradition stehend, wurde Immanuel Kant zum Mahner, der in seinen drei Kritiken auf die Grenzen der Vernunft verwies. Indem er die spekulative Metaphysik aufhob und nach den Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis fragte, gab er der abendlĂ€ndischen Philosophie eine neue Denkrichtung.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1655–1728 Christian Thomasius
  • Mitinitiator der deutschen AufklĂ€rung
  • hĂ€lt als erster Philosoph Vorlesungen in deutscher Sprache
  • 1701 Friedrich III. von Brandenburg wird Friedrich I. von Preußen
1679–1754 Christian Wolff

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  • rationalistische, in Deutschland im 18. Jahrhundert vorherrschende Lehre (in Austausch mit Leibniz fortentwickelt)
  • Schuf grundlegende Begriffe wie „Bedeutung“, „Aufmerksamkeit“, „an sich“
1700–1766 Johann Christoph Gottsched
  • SchĂŒler Wolffs
  • Übersetzte das Lexikon von Bayle
1712–1775 Christian August Crusius
  • Gegner Wollfs
  • Unterscheidung Erkenntnisgrund und Realgrund
  • 1740–1786 Friedrich II., der alte Fritz oder Friedrich der Große
1714–1762 Alexander Gottlieb Baumgarten
  • BegrĂŒnder der Ästhetik (im Rahmen der Wolffschen Systematik)
  • Schrieb das Lehrbuch, nach dem Kant unterrichtete.
1724–1804 Immanuel Kant

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1728–1777 Johann Heinrich Lambert
  • Mathematiker und Erkenntnistheoretiker
  • Stand mit Kant in regem Briefkontakt.
1729–1781 Lessing
  • Schriftsteller, der sich fĂŒr Toleranz der Religionen einsetzte
  • Gab wichtige Impulse in der Ästhetik
1729–1786 Moses Mendelssohn
  • Wirkte fĂŒr die Verbindung der Religionen
  • Freund Lessings
1736–1805 Johannes Nikolaus Tetens
  • NĂ€he zu Leibniz und Wolff
1742–1798 Christian Garve
  • PopulĂ€rphilosoph und Emprist
  • Anonyme, verstĂŒmmelnde Rezension der "Kritik der reinen Vernunft"

19. Jahrhundert

Die Philosophie des 19. Jahrhunderts reicht von der Romantik und dem Idealismus als einen der Höhepunkte der deutschen Philosophie ĂŒber die vor allem in Frankreich und England starke Gegenbewegung des Positivismus, den Materialismus von Marx und Feuerbach und so starke Einzeldenker wie Schopenhauer, Nietzsche und Kierkegaard bis hin zum Neukantianismus, Pragmatismus und zur Lebensphilosophie. Sie zerfĂ€llt damit in so viele verschiedene Richtungen, dass sie nicht mehr mit einem zusammenfassenden Periodenbegriff bezeichnet und zusammengefasst werden kann.

Romantik

Die Romantik ist als Gegenbewegung zur vernunftbetonten Zeit der AufklĂ€rung zu verstehen. Bei Vernunft und Wissenschaftlichkeit kommen GefĂŒhl, HarmoniebedĂŒrfnis und die Sehnsucht nach einer heilen Welt zu kurz. Neben einem hohen Interesse fĂŒr Literatur und Musik waren Romantiker daher auch oftmals stark religiös orientiert.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1730–1788 Johann Georg Hamann
  • Wandte sich nach seiner Bekehrung gegen die Differenz von Glaube und Vernunft in der AufklĂ€rung
  • Sah gegen Kant die Sprache als Quelle des Erkenntnisvermögens
1743–1819 Friedrich Heinrich Jacobi
  • Philosophie fĂŒhrt zu Atheismus und Fatalismus
  • Vernunft bezieht sich auf die Rezeption ĂŒbersinnlicher Dinge, die man nur glauben kann.
1744–1803 Johann Gottfried Herder

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1759–1805 Friedrich Schiller
  • Professor fĂŒr Geschichte und/oder Philosophie in Jena
  • zunĂ€chst Universalgeschichte, dann Kunst und Natur als Themen
1765–1841 Franz von Baader
  • Versuchte mit dem Konzept einer Weltseele den Primat des Subjekts zu ĂŒberwinden.
1772–1829 Friedrich Schlegel
  • Kultur- und Sprachphilosoph
  • BegrĂŒnder der romantischen Schule
1768–1834 Schleiermacher
  • Gegenspieler Hegels an der Berliner UniversitĂ€t
  • Bedeutende Impulse fĂŒr die Hermeneutik

Deutscher Idealismus

Der Deutsche Idealismus ist gleichsam eine Überhöhung der romantischen Ideen und wird oft noch der Periode der Romantik zugerechnet (um 1790 – 1850), wobei weder Hegel noch Fichte der Romantik unmittelbar zuzurechnen sind. Kennzeichnend fĂŒr die drei herausragenden Philosophen ist das spekulative System, in dem das Ich, das Absolute bzw. der Geist die Grundlagen der Welt bestimmt. Das Ding an sich ist nicht wie noch bei Kant nicht erkennbar, vielmehr ist es dem Idealismus daran gelegen, diesen von Kant erstellten 'Block' vor dem absoluten Wissen verschwinden zu lassen. Die von Kant klar unterschiedenen Grenzen zwischen Glauben und Wissen, zwischen Sein und Sollen werden als ungelöste Fragen aufgefasst, die in einem System des Geistes ĂŒberwunden werden mĂŒssen. Geist und Natur, Endliches und Unendliches, Subjekt und Objekt, Vernunft und Offenbarung sind als (rationale) Einheit zu denken und aus einem absoluten Prinzip zu begrĂŒnden.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1762–1814 Fichte

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  • Aus der Vernunft des Subjekts entstehen Materie, Geist und die Ideen als objektive Wirklichkeit
  • Das handelnde Ich produziert das Nicht-Ich, das Gegenstand der Naturwissenschaft ist.
  • Aus dem Bewusstsein um das aktive Ich entsteht das Wissen um die Freiheit.
1775–1854 Schelling

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  • Das Ich und die daseiende Welt sind vereint im Bewusstsein von Subjekt und Objekt
  • Alles enthĂ€lt zwei gegensĂ€tzliche KrĂ€fte – Endlichkeit und Unendlichkeit etc.
1770–1831 Hegel

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  • Der gesamte Weltprozess ist Selbstentfaltung des absoluten Geistes (Weltgeist)
  • Er entlĂ€sst sich in die fremde Form der Natur und kommt durch die Geschichte hindurch im Menschen zu sich
  • Dialektik als Entwicklungsprinzip: These – Antithese – Synthese
  • Logik (These)
    • Wissenschaft von der reinen, noch nicht entĂ€ußerten, raum- und zeitlosen Idee (der Idee an sich)
    • In der reinen Idee stellt sich Gott dar
  • Naturphilosophie (Antithese zur Logik)
    • Wissenschaft von der Idee in ihrem Anders-sein als rĂ€umlichen und zeitlichen Bedingungen unterworfener entĂ€ußerter, entfremdeter Idee
  • Geistphilosophie (Synthese aus Logik und Naturphilosophie)
    • Wissenschaft von der Idee, die aus dem Anders-sein zu sich zurĂŒckkehrt
    • Subjektiver Geist (These)
      • Betrachtet wird der einzelne Mensch
      • Der Geist wird sich hier erstmalig seiner selbst bewusst
    • Objektiver Geist (Antithese)
      • Betrachtet wird das Kollektiv (Familie, Gesellschaft, Staat) im geschichtlichen Kontext
      • Ziel der Geschichte ist die Verwirklichung des Weltgeistes, er lenkt den Verlauf der Geschichte
      • Der Verlauf der Geschichte muss also vernĂŒnftig sein
      • Der subjektive Geist tritt in die objektive Ordnung ein, es gelten ĂŒberindividuelle Gesetze (Ethik)
      • Staat als konkrete Gestalt der sittlichen Idee
    • Absoluter Geist (Synthese von subjektivem und objektivem Geist)
      • Der Geist ist aus dem Anders-sein zurĂŒckgekehrt und ganz bei sich selbst
        • Kunst: durch Ă€ußere Sinnlichkeit offenbarte Harmonie
        • Religion: durch innere Gegenwart offenbarte Harmonie
        • Philosophie: Synthese von Kunst und Religion, es herrscht der reine Gedanke, die Idee ist zu sich selbst gekommen

Hegelianismus

Hegelianismus ist eine Sammelbezeichnung fĂŒr die sich an Hegel anschließenden oder sich auf ihn berufenden philosophischen Strömungen im 19. und 20. Jahrhundert.

Rechtshegelianer
Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1780–1846 Philipp Konrad Marheineke
1781–1861 Carl Friedrich Göschel
1786–1869 Johannes Schulze
1786–1853 Georg Andreas Gabler
1798–1839 Eduard Gans
1791–1866 Leopold von Henning
1801–1893 Karl Ludwig Michelet
1801–1871 Ludwig Boumann
1802–1873 Heinrich Gustav Hotho
1805–1873 Karl Rosenkranz
  • 1815 Ceylon wird britische Kolonie
1805–1892 Johann Eduard Erdmann
Linkshegelianer
1808–1874 David Friedrich Strauß
  • Sorgte mit dem Werk „Das Leben Jesu, kritisch bearbeitet“ fĂŒr die Spaltung der Hegelianer
1804–1872 Ludwig Feuerbach

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  • Materialist ("Der Mensch ist, was er isst")
  • Auch Gedanken und Ideen sind Erscheinungsformen der Materie
  • Religion ist ein anthropologisches PhĂ€nomen
  • „Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde“
1806–1856 Max Stirner
  • „Mir geht nichts ĂŒber Mich“
  • Geist, Religion, Werte sind nichts als „Sparren“
1814–1876 Bakunin
1818–1883 Karl Marx

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1820–1895 Friedrich Engels
  • Philosophischer Wegbegleiter und (auch finanzieller) Förderer von Karl Marx
  • Hat an der Theorie und den Werken von Karl Marx mitgearbeitet
  • Herausgeber von Marx-Werken nach dessen Tod
1809–1882 Bruno Bauer
1802–1880 Arnold Ruge
  • 1818 Chile wird unabhĂ€ngig
1807–1887 Friedrich Theodor Vischer
Ausland
1792–1867 Victor Cousin
  • Verbreitete als erster Hegels Philosophie in Frankreich
1817–1883 Bertrando Spaventa
  • Italienischer Idealist

Historismus

Historismus bezeichnet eine im 19. und 20. Jahrhundert in Deutschland einflussreiche philosophische und geschichtswissenschaftliche Strömung. Sie hebt die Geschichtlichkeit des Menschen hervor, seine Verankerung in einer Tradition und das Bewusstsein, durch die Vergangenheit geprĂ€gt zu sein, und betrachtet jegliche Ideen und Institutionen wie Staat und Nation nicht als rationale Ergebnisse gesellschaftlicher Prozesse, sondern als organische, geschichtlich hervorgebrachte Wesenhaftigkeiten. Geschichte soll im Historismus nicht durch philosophische oder metaphysische Überbauten erklĂ€rt werden, statt dessen soll ein VerstĂ€ndnis fĂŒr die IndividualitĂ€t der einzelnen Epochen und Geschehnisse entwickelt werden.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1776–1831 Barthold Georg Niebuhr
  • 1819 USA erwirbt Florida von Spanien
1778–1841 Friedrich Ast
  • Systematische Geschichtsphilosophie, Platonforscher
1795–1886 Leopold von Ranke
1805–1859 Alexis de Tocqueville
1808–1884 Johann Gustav Droysen
  • 1821 Mexiko wird unabhĂ€ngig
1834–1896 Heinrich von Treitschke
  • 1829 Emanzipation der Katholiken in Großbritannien
1817–1903 Theodor Mommsen
  • Liberaler Gegner im Antisemitismusstreit
1818–1897 Jacob Burckhardt
  • 1830 Frankreich beginnt Eroberung von Algerien
1826–1871 Friedrich Ueberweg
  • Philosophiehistoriker und Aristoteliker
1862–1954 Friedrich Meinecke
1866–1952 Benedetto Croce
  • 1835 Erste Eisenbahn in Deutschland (Adler)

Positivismus und Naturwissenschaft

WĂ€hrend sich die Philosophie des deutschen Idealismus ĂŒberwiegend mit Grundfragen des Geistes und der Erkenntnis beschĂ€ftigte, fanden in den Naturwissenschaften und in der Technik deutlichere Fortschritte und ein rasanter Erkenntniszugewinn statt. Ein Gegengewicht zum Idealismus ist das Wiedererstarken des Empirismus. Seine spezifische AusprĂ€gung im 19. Jahrhundert fand er vor allem in Frankreich und in England im sogenannten Positivismus. Hierunter ist eine Philosophie zu verstehen, in der die Welt durch die Naturwissenschaften und die in ihr definierten Objekte erklĂ€rt werden soll.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1775–1836 AndrĂ©-Marie AmpĂšre
  • unterschied kosmologische und noologische Wissenschaften
  • Relationsbegriffe wie Raum, Zeit, Zahl, KausalitĂ€t haben absolute GĂŒltigkeit
1798–1857 Auguste Comte
  • Vertrat einen strikten Determinismus und ein mechanistisches Weltbild
  • Weltdeutung nach den drei Stadien theologisch, metaphysisch, positiv
1748–1832 Jeremy Bentham
1794–1866 William Whewell
  • breite naturwissenschaftliche Bildung, Wissenschaftstheoretiker
  • Seine Untersuchungen zur Induktion beeinflussten Charles S. Peirce' Theorie der Abduktion.
1806–1873 John Stuart Mill

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1825–1895 Thomas Henry Huxley
1820–1903 Herbert Spencer
1773–1843 Jakob Friedrich Fries
  • Wollte die Philosophie Kants mit neueren psychologischen Erkenntnissen verbinden
1776–1841 Johann Friedrich Herbart
  • Logik als Wissenschaft von den Bedingungen der Bedeutung der Begriffe
  • Herausragender PĂ€dagoge
1781–1848 Bernard Bolzano
  • Bedeutender Logiker
1808–1896 Ernst Kapp
1817–1895 Carl Vogt
1822–1893 Jakob Moleschott
  • Energie als Naturkreislauf
  • PopulĂ€rphilosoph
1824–1899 Ludwig BĂŒchner
  • Sensualist und PopulĂ€rphilosoph
1818–1896 Emil Heinrich Du Bois-Reymond
1836–1913 Wilhelm Schuppe
  • Einheit von Logik und Erkenntnistheorie
  • BegrĂŒnder der Immanenzschule
1837–1885 Ernst Laas
  • Allein der Empirismus ist wissenschaftlich berechtigt.
1838–1916 Ernst Mach

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  • bedeutender Naturwissenschaftler und Empirist
  • Die Bedeutung einer Theorie hĂ€ngt von ihrem Nutzen ab.
1843–1896 Richard Avenarius
1834–1919 Ernst Haeckel
  • Verbreitete die Evolutionstheorie
  • Setzte Gott mit den Naturgesetzen gleich
1817–1881 Rudolf Hermann Lotze
  • BekĂ€mpfte den Vitalismus
  • Der letzte Weltgrund ist die Persönlichkeit
  • Schuf mit dem Begriff der Geltung eine Grundlage fĂŒr die Wertphilosophie
1873–1942 Heinrich Gomperz
  • SpĂ€ter Vertreter des Empiriokritizismus

Andere Philosophen des 19. Jahrhunderts

Das 19. Jahrhundert brachte einige große Philosophen hervor, deren Auffassungen gleichsam nicht in eine Schublade passen, also nicht einer der anderen Kategorien zugeordnet werden können. Vor allem sind es Philosophen, die mit neuen Gedanken und Konzepten wirkungsmĂ€chtig waren und viel stĂ€rker als die „Richtungsphilosophen“ Beachtung auch im 20. Jahrhundert fanden.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1767–1835 Wilhelm von Humboldt
  • Humanist und Bildungspolitiker
  • Die Eigenart der Sprachgemeinschaft bestimmt das SelbstverstĂ€ndnis
  • Der Staatsmann ist Volksvertreter und nicht Erzieher
1788–1860 Arthur Schopenhauer

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  • Die Außenwelt ist Erscheinung
  • Vorstellungen in Raum und Zeit sind durch den Willen erzeugt
  • Der Egoismus als Haupttriebfeder kann nur in der Kunst aufgehoben werden
  • Ethik auf Grundlage des Mitleids
1802–1872 Friedrich Adolf Trendelenburg
  • Aristoteliker
1813–1855 Sþren Kierkegaard

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  • (Mit-) BegrĂŒnder der Existenzphilosophie
  • Religion ist keine Angelegenheit der Erkenntnis, sondern des Glaubens
  • Gott ist tiefgehend anders
  • Jeder Mensch steht mit seinen existentiellen Problemen als Einzelner vor Gott
  • Grundkategorien sind Existenz, Angst, Freiheit, Entscheidung
  • Es gibt keinen objektiven Halt, der Einzelne ist immer wieder auf seine eigene Existenz zurĂŒckgeworfen
  • Aufgabe des Menschen ist die Verwirklichung seines Selbst
  • Dabei Unterscheidung dreier Existenzformen
    • Ästhetische Existenz: Zustand der Verzweiflung; der Mensch lebt vom Äußerlichen und Sinnlichen
    • Ethische Existenz: UnabhĂ€ngigkeit vom Äußeren; der Mensch fĂŒhrt ein ernstes bewusstes Leben, in dem er sich als SĂŒnder erkennt und sich aus seiner Verzweiflung befreit
    • Religiöse Existenz: Glaube an Gott, der allein den Menschen von der SĂŒnde befreien kann; vollendete Existenz des Menschen als Selbst
1840–1912 Gideon Spicker
  • strebte nach einer Religion in philosophischer Form auf naturwissenschaftlicher Grundlage
1844–1900 Friedrich Nietzsche

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  • Verabscheut alle Ideologien ("Götzen"), insbesondere die der Moderne
  • Wegbereiter postmodernen Denkens
  • Deutet das menschliche Leben als Kampf zwischen aktiver und reaktiver Kraft
  • Dieser Kampf schwĂ€cht den Menschen, das Leben verkĂŒmmert, es verliert an Macht
  • Kritik der herrschenden Moral
  • Herrenmoral vs. Sklavenmoral
  • Die herrschende christliche Moral ist Sklavenmoral
  • Stellt der jĂŒdisch-christlichen Tradition die griechisch-antike Tradition
  • und im Bereich der Kunst das appolinisch Rationale dem dionysisch KĂŒnstlerischen gegenĂŒber
  • Fordert "Umwertung aller Werte", also Herstellung einer Herrenmoral, als natĂŒrlicher Weltordnung
  • Ziel ist der Übermensch (Affe - Mensch - Übermensch)
  • Der Übermensch ist gekennzeichnet durch
    • den Willen zur Macht
    • den Glauben an die ewige Wiederkunft des Gleichen
    • die Liebe zum Schicksal (amor fati)
    • das Wissen um den Tod Gottes ("Gott ist tot")
    • die Überwindung des Gegeneinander von reaktiver und aktiver Kraft, um die eigene VitalitĂ€t und StĂ€rke (die aktive Kraft) zu steigern

Neukantianismus

Als Neukantianismus wird eine philosophische Strömung bezeichnet, die sich nach dem Abebben des Idealismus als Gegenbewegung zu dem sich immer mehr ausbreitenden, stark in den Naturwissenschaften verwurzelten Materialismus entwickelte. Hierbei wurde die Forderung erhoben, wieder direkt auf Immanuel Kant zurĂŒckzugehen und eine Philosophie zu entwickeln, die den AnsprĂŒchen der damals modernen Wissenschaften genĂŒgte.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1814–1908 Eduard Zeller
  • BegrĂŒnder der Erkenntnistheorie als Disziplin
  • 1869 GrĂŒndung der SPD
1824–1907 Kuno Fischer
  • Philosophiehistoriker
1828–1878 Friedrich Albert Lange
  • kritische “Geschichte des Materialismus”
1840–1912 Otto Liebmann
  • Auf Kant muss zurĂŒckgegangen werden
1842–1918 Hermann Cohen
  • Nicht Begriffe, sondern Urteile sind Grundlage menschlichen Denkens
  • BegrĂŒnder der Marburger Schule
  • 1870 Nach KriegserklĂ€rung durch Frankreich siegt Preußen in der Schlacht von Sedan
1844–1924 Alois Riehl
1848–1915 Wilhelm Windelband

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  • Lehre von den allgemeingĂŒltigen Werten
  • Wahrheit im Denken, Gutheit im Wollen und Schönheit im FĂŒhlen
  • Kant verstehen heißt ĂŒber ihn hinausgehen
1849–1921 Franz Staudinger
  • ethischer Marxist
  • Wegbereiter der Konsumgenossenschaft
1852–1933 Hans Vaihinger
  • Philosophie des Als Ob
  • BegrĂŒnder der Kant-Studien
1854–1924 Paul Natorp
  • Befasst sich vor allem mit der Logik der Wissenschaften.
  • Lehnt die Existenz des Dings an sich und vom Verstand unabhĂ€ngiger Anschauungen ab.
1856–1938 Rudolf Stammler
  • Rechtsphilosophie
1860–1928 Karl VorlĂ€nder
  • Geschichtsphilosoph und Marxist
  • Kant Biograph und Herausgeber
1863–1936 Heinrich Rickert
  • Wertphilosophie
  • Kulturwissenschaft versus Naturwissenschaft
  • 1878 Gesetz gegen die gemeingefĂ€hrlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie („Sozialistengesetz“)
1869–1947 Jonas Cohn
  • Sache und Erkenntnis werden nur gemeinsam durch dialektisches Denken erkennbar
  • Wertethiker
1869–1955 Robert Reininger
  • Psychophysisches Problem und Wertphilosophie
1875–1915 Emil Lask
  • Kategorienlehre und Urteilslehre
  • 1881–85 Herrschaft des Mahdi
1874–1945 Ernst Cassirer

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1875–1947 Richard Hönigswald
  • Das Grundproblem des Gegebenen
  • Allgemeine Methodenlehre
1877–1942 Bruno Bauch
  • Rezipierte Frege
  • VaterlĂ€ndische Position in der NS-Zeit
1878–1946 Arthur Liebert
  • Wie ist kritische Philosophie ĂŒberhaupt möglich?

Psychologismus

Die Vertreter des Psychologismus gehören nicht einer einheitlichen Schule an und sind in Aspekten ihrer Philosophie auch anderen Richtungen zuzuordnen. Ihnen gemeinsam ist, dass das Denken als psychische Funktion aufgefasst wird und dieser Aspekt in ihrer Philosophie eine wesentliche Rolle spielt. Beim Psychologismus im engeren Sinne sind Gedanken immer ein Ausdruck von Motivation. Infolgedessen können sie niemals wahr oder falsch sein. Diese Betrachtung fĂŒhrt zu einem Konflikt mit der Logik.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1798–1854 Friedrich Eduard Beneke
  • Forderte eine antiidealistische Philosophie auf Basis einer induktiven Psychologie.
1801–1887 Gustav Theodor Fechner
  • Wollte nur physikalisch messbare VorgĂ€nge in der Psychologie betrachten.
1818–1903 Alexander Bain
1832–1920 Wilhelm Wundt
  • Vertrat einen psychophysischen Parallelismus
  • BegrĂŒnder des ersten Instituts fĂŒr experimentelle Psychologie
  • Arbeiten zur Logik und zur Induktion
1838–1917 Franz Brentano

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  • 1884 Deutsches Reich erwirbt Kolonien (Kamerun, SĂŒdwestafrika, Togo, u.a.)
1842–1906 Eduard von Hartmann
  • Kritischer Realismus
  • Philosophie des Unbewussten
  • 1885 Berliner Kongokonferenz, weitere Kolonie in Ostafrika (Ruanda-Urundi)
1847–1914 Anton Marty
  • SchĂŒler Brentanos, Studien zu den Sprachfunktionen
1848–1936 Carl Stumpf
  • SchĂŒler Brentanos und Lehrer Husserls
1851–1914 Theodor Lipps
  • 1887 Annexion von Macao durch Portugal
1853–1920 Alexius Meinong
  • Versuchte die GegenstĂ€ndlichkeit von GefĂŒhlen und Begehrungen zu zeigen.
1859–1932 Christian von Ehrenfels
1861–1934 James Mark Baldwin
1873–1926 Rudolf Eisler
  • AnhĂ€nger Wundts, Lexikograph, Kantspezialist

Pragmatismus

Der Pragmatismus (von griech. pragma „Handlung“, „Sache“) bezeichnet eine philosophische Grundhaltung, die das Erkennen und die Wahrheitsbildung eng mit den Handlungen, die in der Lebenswelt ausgefĂŒhrt werden, verbindet. Sie geht davon aus, dass auch das theoretische Wissen dem praktischen Umgang mit den Dingen entspringt und auf diesen angewiesen bleibt. Der Pragmatismus stellt die erste eigenstĂ€ndige US-amerikanische philosophische Strömung dar.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1839–1914 Charles S. Peirce

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1842–1910 William James
  • Skeptiker und strikter Empirist
  • Theorien sind wahr bei brauchbarer ErklĂ€rung
1859–1952 John Dewey
  • Pragmatismus im Bereich der PĂ€dagogik und Soziologie
  • 1889 Alters- und Invalidenversicherung im Deutschen Reich
1863–1931 George Herbert Mead
  • Symbolischer Interaktionismus
  • Sozialbeheaviorismus
  • 1890 Wilhelm II. entlĂ€sst Bismarck
1864–1937 F.C.S. Schiller
  • Pragmatismus als „Humanismus“ zur Rechtfertigung des Fortschritts- und Freiheitsgedankens

Lebensphilosophie

Lebensphilosophie ist eine Richtung der Philosophie, die in Frankreich und in Deutschland als Gegenentwurf zu den Naturwissenschaften und der einseitigen Betonung der RationalitÀt entwickelt wurde. Das Werden des Lebens, die Ganzheitlichkeit kann demnach nicht allein mit Begriffen und Logik erfasst und beschrieben werden. Zu einem umgreifenden Leben gehören ebenso nicht-rationale, kreative und dynamische Elemente.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1833–1911 Wilhelm Dilthey

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  • BegrĂŒndung der Geisteswissenschaften als eigenstĂ€ndigen Wissenschaftsbereich
  • Erleben von ZusammenhĂ€ngen – Unterschied von ErklĂ€ren und Verstehen
  • Ausweitung der Hermeneutik auch auf Kunst, Recht und Religion
1846–1926 Rudolf Eucken
  • arbeitete ĂŒber Der Sinn und Wert des Lebens und Geistige Strömungen der Gegenwart
  • philosophischer Gegner des befreundeten Ernst Haeckel
1849–1951 Henri Bergson
  • Erlebte Zeit als Seelenzustand
  • Erkenntnis des ganzheitlichen Wesens bedarf der Intuition
1858–1918 Georg Simmel

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1867–1941 Hans Driesch
  • Vertreter des Neovitalismus
  • 1897 Korea löst sich von China
1872–1956 Ludwig Klages
  • Gegensatz von Leib und Seele
  • Erkenntnistheorie als Bewusstseinswissenschaft
1878–1965 Georg Misch
1882–1929 Erich Becher
  • Es gibt ĂŒberindividuell Seelisches

20. Jahrhundert

Mit den im Zuge der Industrialisierung sich immer mehr verstĂ€rkenden PhĂ€nomenen der Massengesellschaft, mit den durch die explosionsartige Entwicklung der Wissenschaften ausgelösten neuen Weltbildern (RelativitĂ€tstheorie, Quantenphysik, Psychoanalyse, Molekularbiologie, Informationstechnik, Gentechnik), den globalen Auswirkungen menschlichen Handelns (Völkermord durch den Nationalsozialismus, Nord-SĂŒd-Konflikt, Umweltkatastrophen, drohende Klimakatastrophe) war die Philosophie des 20. Jahrhunderts mit zum Teil grundlegend neuen Perspektiven befasst.

Dies fĂŒhrte zu einer starken HeterogenitĂ€t philosophischer Konzepte, die eine Einteilung in klassische Schulen kaum mehr möglich macht. Eine Klassifizierung des philosophischen Denkens in der Philosophie der Gegenwart verstĂ¶ĂŸt immer gegen die tatsĂ€chlich vorhandene Vielfalt in der Kombination der einzelnen Positionen. Systematisch gemeinsam ist der Philosophie des 20. Jahrhunderts die Betonung der Bedeutung der Sprache.

Naturwissenschaftler

Die dynamische Entwicklung der Naturwissenschaften seit dem 19. Jahrhundert hatte zu einer grundlegenden VerĂ€nderung des allgemeinen Weltbildes gefĂŒhrt, die mit der RelativitĂ€tstheorie und der neuen Atomphysik ihren Höhepunkt erreichte. Die Vorstellung allgemeingĂŒltiger Naturgesetze, die seit Isaac Newton herrschte, musste in Frage gestellt werden. Wenn auch fĂŒr die Naturwissenschaftler in ihrer tĂ€glichen Arbeit die Frage der Weltanschauung im Hintergrund steht, haben sich doch eine Reihe prominenter Vertreter hierzu reflektierend geĂ€ußert.

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1858–1947 Max Planck
  • 1900 Boxeraufstand in China
1879–1955 Albert Einstein

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  • Seine RelativitĂ€tstheorie verĂ€nderte das Weltbild
  • „Gott wĂŒrfelt nicht“ – suchte nach dem Nachweis fĂŒr den Determinismus
  • 1902 UnabhĂ€ngigkeit Kubas mit UnterstĂŒtzung der USA
1885–1962 Niels Bohr
  • Das Prinzip der KomplementaritĂ€t zeigt dass alle Forschung theoriegeladen ist.
1887–1961 Erwin Schrödinger
1900–1958 Wolfgang Pauli
  • Trug wesentlich zur Quantenmechanik Heisenbergs bei
  • Briefwechsel mit C.G. Jung zum psychophysischen Problem
1901–1976 Werner Heisenberg
  • 1906 erste Montessori Schule]] in Rom
1912–2007 Carl Friedrich von WeizsĂ€cker

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  • Quantenphysiker, Astrophysiker und Philosoph
  • Verband Religion, asiatische Kontemplation und Philosophie
  • Philosophie der Zeit
1856–1939 Sigmund Freud
1870–1937 Alfred Adler
1875–1961 Carl Gustav Jung
  • Mediziner, Analytische Psychologie
  • 1911 Mongolei proklamiert UnabhĂ€ngigkeit von China
1875–1965 Albert Schweitzer

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1879–1963 Karl BĂŒhler
1882–1961 Percy Williams Bridgman
1894–1964 Norbert Wiener
1901–1972 Ludwig von Bertalanffy
1903-1989 Konrad Lorenz
  • Vergleichende Verhaltensforschung (Ethologie)
  • EvolutionĂ€re Erkenntnistheorie
1923–2007 Stephen Mason
  • Geschichte der Naturwissenschaft in der Entwicklung ihrer Denkweisen
1925-2005 Rupert Riedl
  • Meeresforschung, Systemtheorie der Evolution
  • EvolutionĂ€re Erkenntnistheorie

Geschichts- und Kulturkritik

Die Erfolge der Naturwissenschaften fĂŒhrten einerseits zu einem nahezu ungehemmten Fortschrittsglauben. Gleichzeitig entstanden durch starkes Bevölkerungswachstum immer stĂ€rker ausgeprĂ€gte PhĂ€nomene der Massengesellschaft und Zweifel an den traditionellen Werten. Vor allem die Erfahrungen des 1. Weltkrieges verstĂ€rkten pessimistische Sichten auf die sich neu formierenden kulturellen VerhĂ€ltnisse.

1856–1915 Karl Lamprecht
  • Sah gegen den Historismus RegelmĂ€ĂŸigkeiten in der Geschichte.
1880–1936 Oswald Spengler
1872–1933 Theodor Lessing
  • Eigene Wertethik: Mindere den Schmerz
  • Philosophie der Tat (BezĂŒge zu Schopenhauer und Nietzsche)
  • Von Nationalsozialisten ermordet
1879–1960 Herman Nohl
1880–1962 Theodor Litt
  • Kulturphilosoph und PĂ€dagoge
1880–1948 Ernst von Aster
  • Geschichte der Philosophie, Psychoanalyse
1882–1963 Eduard Spranger
  • KnĂŒpfte an die Lebensphilosophie an
1883–1953 JosĂ© Ortega y Gasset
  • NĂ€he zur Lebensphilosophie
1885–1981 William James Durant
  • Kulturgeschichte der Menschheit aus ganzheitlicher Perspektive
  • menschliches Verhalten als Konstante
1889–1975 Arnold J. Toynbee
  • Geschichte ist evolutionĂ€r und ergebnisoffen
  • Abkehr vom Eurozentrismus
1892–1964 Alexandre KoyrĂ©
  • Wissenschaftsgeschichte
  • Hegel
1903–1974 Joachim Ritter 4. November 1918 Kieler Matrosenaufstand
1904–1965 Hans Barth
  • Ideengeschichte der Politik; Wahrheit und Ideologie
1907–1981 Othmar Anderle
  • „Theoretische Geschichte“ als Fach
  • Geschichtsforschung hat den wissenschaftstheoretischen Anforderungen aller empirischen Wissenschaften zu entsprechen
1911-1995 Emil Cioran
  • Aphoristiker und radikaler Kulturkritiker - von Nietzsche inspiriert
  • Vorwegnahme der Dekonstruktion
1920–1996 Hans Blumenberg

1926

Hermann LĂŒbbe

1927

Robert Spaemann
  • Ethik auf christlicher Grundlage

1928

Odo Marquard
  • Skeptische Philosophie der Endlichkeit
1943–1998 Panajotis Kondylis
  • BegrĂŒndung von Normen ist der vergebliche Versuch einem sinnlosen Leben einen Sinn zu geben
  • Betrachtungen zur Ideengeschichte der AufklĂ€rung, des Konservativismus und des 20. Jahrhunderts

PhÀnomenologie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1859–1938 Edmund Husserl

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  • BegrĂŒnder der „PhĂ€nomenologie“ als strenge Wissenschaft
  • Wahrheit als Evidenz
  • Wesensphilosophie
    • Untersuchung des Bewusstseins und seiner Produkte (PhĂ€nomene)
    • Bewusstseinsinhalte sind eigenstĂ€ndig und somit nicht bloß „ subjektiv verzerrte “ objektive Welt
    • Bewusstsein ist immer intentional, d.h. auf etwas gerichtet
    • PhĂ€nomene sind unmittelbar (intuitiv) voraussetzungslos erfahrbar
    • Ablehnung des Psychologismus
    • Methode der eidetischen Reduktion (Wesensschau)
    • SpĂ€ter Hinwendung zur transzendentalen PhĂ€nomenologie, in der er Kants Trennung von Verstand und Sinnlichkeit aufhebt
    • Demzufolge ist Bewusstsein absolute welterzeugende Instanz (tranzendentales Bewusstsein)
  • Wertphilosophie
    • Werte können phĂ€nomenologisch gefĂŒhlt werden
1870–1941 Alexander PfĂ€nder
  • Mensch als leiblich-seelisch-geistige Dreieinigkeit
1880–1937 Moritz Geiger
  • PhĂ€nomenologie des Ă€sthetischen Genusses
1881–1966 Ludwig Binswanger
1883–1917 Adolf Reinach
  • PhĂ€nomenologie in der Rechtswissenschaft
  • entwickelte vor der Sprachphilosophie eine Theorie der Sprechakte
1886–1957 Antonio Banfi
  • Kulturphilosoph, Kritiker Croces
  • verbreitete die Ideen Husserls in Italien
1888–1966 Hedwig Conrad-Martius
  • Untersuchte das Problem der RealitĂ€t
1889–1977 Dietrich von Hildebrand
1889–1964 Oskar Becker
  • PhĂ€nomenologie der Geometrie
  • negative Rolle in der NS-Zeit
1891–1942 Edith Stein
  • Katholische Nonne jĂŒdischer Herkunft; in Auschwitz ermordet
  • Philosophische BegrĂŒndung der Psychologie
1893–1970 Roman Ingarden
  • PhĂ€nomenologie im Bereich der Kunst
1896–1991 Hans Reiner
  • phĂ€nomenologisch fundierte Wertethik
1899–1959 Alfred SchĂŒtz
1900–1973 Aurel Kolnai
  • Fragen der Ethik
  • PhĂ€nomenologie der feindlichen GefĂŒhle
1902–1991 Ludwig Landgrebe
  • phĂ€nomenologisch fundierte Transzendentalphilosophie der Geschichte
  • 1926 Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund
1905–1975 Eugen Fink
  • Arbeitete in der NZ-Zeit als Privatassistent von Husserl
  • untersuchte das PhĂ€nomen der "Welt"
1903–1991 Otto Friedrich Bollnow
  • Verband die PhĂ€nomenologie mit
  • Existenzphilosophie, Hermeneutik und PĂ€dagogik
1906–1995 Emmanuel Levinas

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  • Kritik der Ontologie
  • Widerstand gegen die TotalitĂ€t
  • Philosophie zum Anderen
1907–1977 Jan Patočka
  • Die natĂŒrliche Welt als philosophisches Problem
1908–1961 Maurice Merleau-Ponty
  • PhĂ€nomenologie des Leibes und der Wahrnehmung
*1918 Walter Biemel
  • Philosophie der Kunst, Heidegger-SchĂŒler
1923–2004 Heinrich Rombach
  • Entwickelte eine Strukturontologie
*1928 Hermann Schmitz
*1934 Bernhard Waldenfels
  • PhĂ€nomene der Leiblichkeit und die Herausforderung durch das Fremde

Neuhegelianismus

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1832–1917 Adolf Lasson
1846–1924 Francis Herbert Bradley
1848–1923 Bernard Bosanquet
1949–1919 Josef Kohler
1854–1924 G.J.P.J. Bolland
1855–1916 Josiah Royce
1862–1932 Georg Lasson
1866–1925 John McTaggart Ellis McTaggart
  • The Unreality of Time
1866–1952 Benedetto Croce
1869–1944 LĂ©on Brunschvicg
1874–1944 Giovanni Gentile
1884–1974 Richard Kroner
1884–1964 Theodor Haering
1887–1969 Hans Freyer
1902–1968 Alexandre Kojùve
  • Wiederbelebung der Philosophie Hegels in Frankreich
  • wirkte auf den Existenzialismus und den Poststrukturalismus
1903–1993 Karl Larenz
1907–1968 Jean Hyppolite
*1952 Pirmin Stekeler-Weithofer
*1960 Vittorio Hösle

Kritischer Realismus

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1854–1923 Wilhelm Jerusalem
  • pragmatische Wahrheitstheorie
  • Prinzip der Denkökonomie
  • Übersetzer von James
1859–1938 Samuel Alexander
  • Space, Time, and Deity
1861–1947 Alfred North Whitehead
1862–1915 Oswald KĂŒlpe
1863–1952 George Santayana
  • Die RealitĂ€tsvorstellung beruht auf einem rationalen Instinkt („Animal Faith“)
  • vier Seinsebereiche: Wesen, Materie, Wahrheit und Geist
  • der Geist verleiht der Welt Sinn
1873–1922 Arthur O. Lovejoy
1882–1950 Nicolai Hartmann
  • Ontologie zur Überwindung des Gegensatzes von Materialismus und Idealismus (Schichtenstruktur des Seins)
  • Das ideale Sein (Mathematik, Wesenheiten, Werte) ist zeitlos und unbegrenzt.
  • Das reale Sein (Unorganisches, Leben, Seele, Geist) ist zeitlich und individuell
  • materiale Wertethik
1888–1967 Aloys Wenzl
  • Verschiedene Wirklichkeitsschichten

Philosophische Anthropologie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1864–1944 Jakob Johann von UexkĂŒll
  • Schuf wesentliche Grundlagen in der Biologie
  • Unterscheidung von Merkwelt und Wirkwelt
1874–1928 Max Scheler
  • Materiale Wertethik
  • Wesen des Menschen ist der Geist
1888–1965 Erich Rothacker
  • Kulturanthropologie
  • problematische NĂ€he zum Nationalsozialismus
1892–1985 Helmuth Plessner
  • Exzentrische PositionalitĂ€t
  • anthropologische Gesetze von der natĂŒrlichen KĂŒnstlichkeit, vermittelten Unmittelbarkeit, dem utopischen Standort
1904–1976 Arnold Gehlen
1913–1994 Michael Landmann
  • Der Mensch als Schöpfer und Geschöpf der Kultur
*1928 Helmut Fahrenbach
  • Anthropologie und Existentialismus
*1943 Karl-Siegbert Rehberg
  • KnĂŒpft an die Institutionenlehre Gehlens an

Existenzphilosophie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1874–1948 Nikolai Alexandrowitsch Berdjajew
1878–1960 Paul HĂ€berlin
  • Philosophie des großen JA
1883–1969 Karl Jaspers
  • Der Mensch kann das Umgreifende in seiner Ganzheit nicht erfassen
  • Grenzsituationen zeigen die FragwĂŒrdigkeit der wissenschaftlichen Weltauffassung
1883–1951 Louis Lavelle
  • verband Existenzphilosophie mit einem personalisierten Spiritualismus
1889–1941 Hans Lipps
  • Existenzphilosophie auf sprachphilosophischer Basis
1889–1976 Martin Heidegger

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1888–1974 Jean Wahl
  • Verband Hegel, Kierkegaard und Heidegger
  • Impulsgeber fĂŒr den französischen Existenzialismus
1890–1965 Heinrich Barth
  • Erscheinung und Wirklichkeit
1898–1983 Xavier Zubiri
  • forderte eine neue, an den naturwissenschaften orientierte Ontologie
1901–1990 Nicola Abbagnano
  • Existenz ist Seinssuche
1897–1973 Karl Löwith
  • stoische und skeptische Philosophie
1902–1968 Alexandre Kojùve
  • Hegel und Heidegger
  • Lehrer von Sartre u.a.
1902–1991 Ernesto Grassi
  • Ohnmacht der rationalen Sprache
1903–1993 Hans Jonas
1905–1950 Emmanuel Mounier
1905–1980 Jean-Paul Sartre

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1905–1975 Wilhelm Weischedel
  • Der Gott der Philosophen
  • Kritik am dogmatischen Skeptizismus und Nihilismus
  • Philosophieren ist radikales Fragen ohne Aussicht auf endgĂŒltige Antworten
1913–1960 Albert Camus
  • Die Sinnlosigkeit der Welt ist Fakt
  • Sisyphos als Sinnbild der absurden Lebenssituation des Menschen

Kyƍto-Schule

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1870–1945 Nishida Kitarƍ
  • BegrĂŒnder der Kyƍto-Schule
  • Philosophie ist die Suche nach der „einen Wahrheit“
  • Versuch einer Synthese von Philosophie und Religion
1885–1962 Tanabe Hajime
  • Philosophie als „Metanoetik“ (Der Weg der Reue)
  • Nur wenn alle philosophischen Methoden verneint worden sind, ist Philosophie erst möglich.
1900–1990 Nishitani Keiji
  • verband Erfahrungen aus der Praxis des Zen-Buddhismus mit dem Existentialismus
*1944 Ryƍsuke ƌhashi
  • Philosophie der Leere und des MitgefĂŒhls (Compassion)

Sozialphilosophie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1855–1936 Ferdinand Tönnies
1858–1917 Émile Durkheim
1864–1920 Max Weber

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  • Werturteilsfreie Wissenschaft vom Sozialen Handeln
  • Gesinnungs- und Verantwortungsethik
1893–1947 Karl Mannheim
1897–1990 Norbert Elias
  • Über den Prozess der Zivilisation
  • Von der Entstehung der Werte
  • Menschenwissenschaften
1900–1980 Erich Fromm
1925–1986 Michel de Certeau
1927–1998 Niklas Luhmann
  • BegrĂŒnder der soziologischen Systemtheorie
  • Variante des radikalen Konstruktivismus
  • Kommunikation als kleinstes Element steuert soziale Systeme
*1934 Oskar Negt
  • Grundlagen der Gewerkschaften

Logischer Empirismus

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1882–1936 Moritz Schlick

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  • Physiker und Wissenschaftstheoretiker
  • BegrĂŒnder des Wiener Kreises
1879–1934 Hans Hahn
1880–1975 Victor Kraft
1882–1945 Otto Neurath
  • Mitverfasser der wissenschaftlichen Weltauffassung
  • Methode der BildpĂ€dagogik
1884–1966 Philipp Frank
1891–1970 Rudolf Carnap
  • Logische Analyse der Wissenschaftssprache
  • Scheinprobleme der Philosophie (Metaphysik)
  • Modallogik und wahrscheinlichkeitsbasierte Induktion
1891–1953 Hans Reichenbach
  • Wahrheit kann nicht aus Beobachtung geschlossen werden.
  • Erkenntnis beruht auf WahrscheinlichkeitsschlĂŒssen.
1895–1945 Felix Kaufmann
1896–1959 Friedrich Waismann
  • Arbeiten zur Logik und Sprachphilosophie
1902–1988 Herbert Feigl
1902–1985 Karl Menger
1905–1997 Carl Gustav Hempel
1906–1978 Kurt Gödel
1910–1989 Alfred Jules Ayer
  • Sprache, Wahrheit und Logik
  • Britischer Vertreter des Wiener Kreises
1916–2003 Georg Henrik von Wright
  • Entwicklung einer deontischen Logik aus der Modallogik
  • Norwegischer Vertreter des Wiener Kreises

Analytische Philosophie

Ausgangspunkt der analytischen Philosophie ist die Auffassung, dass viele Probleme der Philosophie durch einen ungenĂŒgend prĂ€zisen Umgang mit der Sprache hervorgerufen werden. Daher sind zunĂ€chst eine KlĂ€rung von Begriffen und eine logische Analyse der Sprache erforderlich. Ähnliche Auffassungen finden sich parallel und in wechselseitigem Austausch bei den Vertretern des logischen Empirismus. Im Ursprung befassten sich die Vertreter der analytischen Philosophie ganz vorwiegend mit Themen der Sprachanalyse. Im Verlaufe der Zeit verbreiterte sich das Spektrum. Ende des 20. Jahrhunderts hatte sich die analytische Philosophie, nun eher als Methode verstanden, auf alle Themenbereiche der theoretischen und praktischen Philosophie ausgeweitet. Die meisten ihrer Vertreter behandeln neben der Sprache Fragen der Erkenntnistheorie, der Logik, der Philosophie des Geistes, metatheoretische Fragen sowie zugleich auch ethische Fragen. Eine Zuordnung zu einer der nachfolgenden Disziplin kann daher nur nach einem vorrangigen Schwerpunkt erfolgen.

Sprachphilosophie
Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1848–1925 Gottlob Frege
  • Begriffsschrift (Sinn und Bedeutung)
  • Grundlagen der neueren Logik
1872–1970 Bertrand Russell

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  • RĂŒckfĂŒhrung der Mathematik auf die Logik
  • Paradoxon der Mengenlehre
  • sprachanalytischer Atomismus (Theorie der Kennzeichnung)
1873–1958 George Edward Moore
1889–1951 Ludwig Wittgenstein
  • Sprachanalyse zur KlĂ€rung von Sprachverwirrung
  • Sprachspiele und Sprachfamilien
  • "Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch"
1889–1957 Charles Kay Ogden
1900–1976 Gilbert Ryle
  • Mythos vom Mensch in der Maschine
  • Kategorienfehler = falscher Begriff im Kontext
1909–1988 Max Black
1911–1960 John Langshaw Austin
  • Sprechakttheorie
  • Lokution = Äußerung; Illokution = Rolle der Äußerung; Perlokution = Folge der Äußerung
1913–1988 Paul Grice
1917–2003 Donald Davidson
  • Bedeutungstheorie
1925–2011 Michael Dummett

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  • Grenzen der Theorie der Bedeutung
*1929 Noam Chomsky
1930–1971 Richard Montague
*1931 Keith Donnellan
*1932 Dagfinn FĂžllesdal
*1932 John Searle

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  • Weiterentwicklung der Sprechakttheorie
  • Gedankenexperiment des Chinesischen Zimmers
*1933 David Kaplan
*1938 Gilbert Harman
  • Quine-SchĂŒler, Antirealismus und ethischer Relativismus
*1940 Saul Aaron Kripke
  • sprachphilosophischer Externalismus mit Kennzeichnung durch starre Designatoren
*1941 Eike von Savigny
  • Wittgenstein-Interpret
*1946 Scott Soames
  • Vertreter des Externalismus
*1946 Tyler Burge
  • gilt als Vertreter des Externalismus, Kritiker des Physikalismus
*1958 Stephen Neale
Logik
1858–1932 Giuseppe Peano
1862–1943 David Hilbert
  • Begriffsdefinitionen und Beweisverfahren in der Mathematik
1878–1956 Jan Ɓukasiewicz
1901–1983 Alfred Tarski
1902–1995 Joseph Maria BocheƄski
1903–1930 Frank Plumpton Ramsey
  • Logiker und Freund Wittgensteins
  • Redundanztheorie der Wahrheit
1903–1995 Alonzo Church
*1919 Raymond Smullyan
*1929 Jaakko Hintikka
*1930 Nuel Belnap
*1949 Johan van Benthem
Ontologie
1908–2000 Willard Van Orman Quine
  • Eine Theorie ist nur als Ganzes widerlegbar (Duhem-Quine-These)
  • Jedes Beobachtungselement und jede Aussage sind theoriebeladen
  • strikter Empirismus und Forderung eines Naturalismus = Abschaffung der Philosophie
  • sprachphilosophischer Holismus
*1916 Peter Geach
  • entwickelte einen „analytischen Thomismus“
1919–2006 Peter Strawson
  • raumzeitlich bestimmbare Einzeldinge sind real
  • Die Gleichsetzung abstrakter Sachverhalte mit RealitĂ€t ist Metaphysik
  • Theorien setzen sich aufgrund grĂ¶ĂŸeren Erfolgs durch
*1926 David Armstrong
*1932 Franz von Kutschera
  • Ontologischer Dualismus
*1942 Peter van Inwagen
  • Ontologie, IdentitĂ€t und ModalitĂ€t; Indeterminist
*1951 Kevin Mulligan
*1952 Edward N. Zalta
Ethik
1877–1971 W. D. Ross
  • „Das Richtige und das Gute“, deontologischer Intuitionismus
1908–1994 William Frankena
  • Metaethik, Theorie der normativen Ethik
1908–1979 Charles L. Stevenson
1912–2004 Alan Gewirth
  • rationalistische Ethik: Prinzip der natĂŒrlichen Konsistenz
1917–1981 John Leslie Mackie
  • antimetaphysische Moralphilosophie
1919–2002 Richard Mervyn Hare
  • Moralsprache ist vor allem prĂ€skriptiv
1919–2001 Elizabeth Anscombe
  • FrĂŒhe feministische Philosophin
  • Mitherausgeberin von Wittgenstein
1920–2010 Philippa Foot
1929–2003 Bernard Williams
  • Synthese aus verschiedenen historischen und kulturellen Positionen, Antireduktionismus
*1930 Ernst Tugendhat
  • Sprachphilosophie und Philosophie des Selbst
  • Ethik und Anthropologie
*1940 Thomas M. Scanlon
*1942 Derek Parfit
  • Ethik, Vernunft und Person
*1946 Peter Singer
  • Begriff der Person als Problem der Ethik
  • Euthanasie und Abtreibung?
*1946 Dieter Birnbacher

Didaktik der Philosophie

*1947 Martha Nussbaum
*1952 Susan Wolf
*1952 Christine Korsgaard
  • die Quellen der NormativitĂ€t
  • Moralphilosophie Immanuel Kants
Philosophie des Geistes
1887–1971 Charlie Dunbar Broad
1903–1997 John Carew Eccles
  • Hirnforscher – Vertrat mit Popper einen Dualismus
1912–1989 Wilfrid Sellars
  • Mythos des Gegebenen
1916–1999 Roderick Chisholm
  • Primat des Intentionalen
  • apriorisches Wissen beruht auf Einsicht in notwendige Wahrheit
*1920 J.J.C. Smart
*1929 Harry Frankfurt
  • Analyse des Freiheitsbegriffs
*1932 Fred Dretske
  • Analyse des Informationsbegriffs
  • im Bereich der Erkenntnistheorie und der Philosophie des Geistes
*1933 Joseph Levine
  • Argument der ErklĂ€rungslĂŒcke
*1933 Ruth Millikan
*1934 Jaegwon Kim
*1935 Jerry Fodor
  • Language of Thought (Sprache des Denkens)
*1937 Thomas Nagel
  • Antireduktionismus („What is it like to be a bat“)
  • erkenntnistheoretischer radikaler Realismus („View From Nowhere“)
1941–2001 David Lewis
*1942 Daniel Dennett
  • Eliminativer Materialismus, vertritt das Konzept der Meme
  • fĂŒhrendes Mitglied der Brights
*1942 Ned Block
*1942 Paul Churchland
  • Eliminativer Materialismus
*1943 John Perry
*1943 Frank Cameron Jackson
*1944 Peter Bieri
*1945 Ansgar Beckermann
  • Physikalismus
*1952 Joseph Levine
*1956 Michael Pauen
*1958 Thomas Metzinger
  • Theorie der Selbstmodelle
*1966 David Chalmers
  • Eigenschaftsdualismus
  • Kontroverse Position zu Dennett
Erkenntnistheorie
*1927 Edmund Gettier
*1936 Keith Lehrer
*1940 Ernest Sosa
  • vertritt eine auf Tugenden bzw. Werten (virtues) basierende Epistemologie
*1941 Robert Audi
*1943 Laurence Bonjour
  • KohĂ€renztheorie des Wissens
*1945 Susan Haack
  • entwickelte eine Position als Kombination von Fundamentalismus und KohĂ€rentismus
  • vertritt einen Pragmatismus in Anlehnung an Charles S. Peirce
Neopragmatismus
1906–1998 Nelson Goodman
  • Symboltheorie
  • Weisen der Welterzeugung
1931–2007 Richard Rorty
  • Der Wahrheitsbegriff ist nur kulturrelativ zu verstehen
*1926 Hilary Putnam

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*1928 Nicholas Rescher
  • methodischer Pragmatismus
*1942 John McDowell
  • Zweite Natur
  • Undogmatischer Empirismus
*1950 Robert Brandom
  • Sprachpragmatiker, Inferenztheorie

Kritischer Rationalismus

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1902–1994 Karl Popper
1919–2003 Ernst Topitsch
  • Kritisiert vermeintliche Erkenntnisse aufgrund von Leerformeln
  • Freundschaft mit Albert, Distanz zu Popper
*1921 Hans Albert
1934–1990 William Warren Bartley
*1939 Hubert Kiesewetter
*1940 Alan Musgrave
*1940 Kurt Salamun
*1942 David Miller
*1943 Gerhard Vollmer
*1955 Franz Wuketits
  • Vertreter der evolutionĂ€ren Erkenntnistheorie

Politische Philosophie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1867–1956 Julien Benda
  • Forderte ein Vereintes Europa (Untersuchung ĂŒber die europĂ€ische Nation (1933))
  • Schrieb gegen den Nationalsozialismus (Die SchicksalsprĂŒfung der Demokratien (1942))
1869–1966 Friedrich Wilhelm Foerster
  • Moralphilosoph
  • Kriegsgegner – NS-Gegner
1888–1985 Carl Schmitt
  • antiliberaler Gegner des Pluralismus
  • dachte in der Tradition von Hobbes und Machiavelli
  • stand dem Nationalsozialismus nahe
1899–1973 Leo Strauss
  • Neokonservatismus
1899-1992 Friedrich August von Hayek
  • sozioökonomische und politische Philosophie des Liberalismus
  • Verfassung einer Gesellschaft freier Menschen
  • Theorie der kulturellen Evolution und des menschlichen Zusammenlebens in arbeitsteiligen Gesellschaften
  • Kritiker der Anmaßung von Wissen und des Kollektivismus
1901–1985 Eric Voegelin
  • Staatstheorie
1902–1992 GĂŒnther Anders
  • Pazifist und Atomgegener
  • warnte vor der Zerstörung der HumanitĂ€t
1905-1983 Raymond Aron
  • Kritiker des Totalitarismus
  • Dialektik von Frieden und Krieg
  • Analyse der modernen Industriegesellschaften
1906–1975 Hannah Arendt

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1909–1997 Isaiah Berlin
  • Negative und Positive Freiheit
1921–2002 John Rawls
1930–1992 Allan Bloom
  • Kulturkritiker, wandte sich gegen den Egoismus in der modernen Gesellschaft
1932–2003 Ernst Vollrath
  • Theorie des Politischen (in Anlehnung an Arendt)
*1933 Amartya Sen

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1938–2002 Robert Nozick
  • LibertĂ€re Gesellschaftstheorie als Kontrapunkt zu Rawls

Kommunitarismus

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
*1929 Amitai Etzioni
  • Die aktive Gesellschaft
*1929 Alasdair MacIntyre
  • will an die Tugendlehre von Aristoteles anknĂŒpfen
*1931 Charles Taylor
  • “westliche IdentitĂ€t”
*1935 Michael Walzer

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*1939 Benjamin R. Barber
*1953 Michael Sandel
  • kritisiert das Fehlen sozialer Werte bei Rawls

Neomarxismus und Kritische Theorie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1873–1937 Max Adler
1891–1937 Antonio Gramsci
  • PrĂ€gte den Begriff der Zivilgesellschaft
1885–1971 Georg Lukács
  • entwarf den Gedanken einer „demokratischen Diktatur des Proletariats
  • Ästhetiker
1892–1940 Walter Benjamin
  • verknĂŒpfte Kunst- und Kulturkritik mit dem historischen Materialismus
1885–1975 Ernst Bloch
1895–1973 Max Horkheimer
  • grundsĂ€tzliche Kritik der „bĂŒrgerlichen Gesellschaft“
1898–1979 Herbert Marcuse
1899–1990 Alfred Sohn-Rethel
  • Materialistische Erkenntnistheorie
  • Abstraktes Denken als Folge des abstrakten Warentausches
1903–1969 Theodor W. Adorno
1906–1985 Wolfgang Abendroth
  • Sozialgeschichte der europĂ€ischen Arbeiterbewegung
1907–1995 Leo Kofler
  • eigenstĂ€ndige Kritische Theorie
*1927 Leszek KoƂakowski
  • Humanistischer Marxismus
*1927 Hans Heinz Holz
*1929 JĂŒrgen Habermas

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*1931 Alfred Schmidt
*1933 Antonio Negri
1934–2004 Peter Bulthaup
*1941 Domenico Losurdo
*1943 Costanzo Preve
  • Antiliberalismus
*1949 Axel Honneth
  • Theorie der Anerkennung

JĂŒdische Philosophie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1878–1965 Martin Buber

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1886–1929 Franz Rosenzweig
  • Interreligiöser Dialog
1897–1982 Gershom Scholem
1923–1987 Jacob Taubes

Religionsphilosophen

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1853–1924 Clemens Baeumker
  • katholischer Philosophiehistoriker
1865–1923 Ernst Troeltsch
  • Systematiker der Religionsgeschichtlichen Schule
  • Die Absolutheit des Christentums und die Religionsgeschichte
1875–1949 Martin Grabmann
  • Geschichte der mittelalterlichen Philosophie
1878–1944 Joseph MarĂ©chal
  • französischer Neuthomist
1881–1955 Pierre Teilhard de Chardin

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  • Leben und Kosmos sind in einer von Gott bewirkten kreativen Bewegung
  • Omegapunkt
1882-1937 Pawel Florenski
  • Philosoph, Dichter, Theologe, Kunstwissenschaftler, Mathematiker, Naturwissenschaftler - "russischer Leonardo da Vinci"
  • geprĂ€gt von der Naturauffassung Goethes und der spĂ€ten Morallehre Tolstojs
  • Versuch einer Synthese von russischer Religions- und Kulturphilosophie mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen des 20. Jahrhunderts
  • Ziel der Aufhebung der neuzeitlichen Trennung von Menschlichkeit und Wissenschaftlichkeit
  • Metaphysik symbolistischer Ästhetik
1882–1973 Jacques Maritain
  • Neuthomist, Christlicher Humanismus
  • Wirkte mit an der Formulierung der UN-ErklĂ€rung der Menschenrechte
1884–1940 Peter Wust
  • Christliche Dialog- und Existenzphilosophie
1884–1978 Étienne Gilson
  • Neuthomist, christliche Philosophie im Mittelalter
1885–1965 Romano Guardini
  • Existentielle Darstellungen des Lebens und des Denkens
1886–1965 Paul Tillich
  • Religiöser Sozialist
  • NĂ€he zur Kritischen Theorie
1886–1968 Karl Barth
  • Dialektische Theologie
  • Bekennende Kirche
1884–1976 Rudolf Bultmann
  • Entmythologisierung der Schrift
  • Existenzialontologie
1891–1982 Alois Dempf
  • Neuthomist
1889–1972 Erich Przywara
  • Jesuit, das endliche Erkenntnisvermögen des Menschen kann das unendliche Sein nie vollstĂ€ndig erfassen
1903–1992 Johannes Baptist Lotz
  • Neuthomist
  • Existenzialismus
1904–1997 Josef Pieper
  • Neuthomist
  • Philosophische Anthropologie
1904–1998 Hans-Eduard Hengstenberg
  • Jedes Seiende enthĂ€lt Dasein, Wesen und Existenzprinzip
1929–2005 BĂ©la Weissmahr
  • BegrĂŒndung der Metaphysik durch das Argument der Retorsion
*1934 Richard Swinburne
  • Argumentiert fĂŒr die Existenz Gottes mit der Methode des induktiven Schließens (Gott als Hypothese)
1906-1959 Daniil Leonidowitsch Andrejew
  • Dichter und Mystiker
  • entwarf mit Roza Mira (Die Weltrose) eine mythische Kosmogonie und Metaphilosophie der Menschheitsgeschichte

Rechtsphilosophie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1878–1949 Gustav Radbruch
1881–1973 Hans Kelsen
  • Konsequenter Rechtspositivist
  • NĂ€he zu Kant und zum kritischen Rationalismus
1907–1992 H. L. A. Hart
  • Rechtsphilosoph, gemĂ€ĂŸigter Rechtspositivismus
*1931 Ronald Dworkin
  • Rechtsphilosoph
  • egalitĂ€re Gerechtigkeitstheorie
*1945 Robert Alexy
  • Anwendung der Diskurstheorie auf den Bereich des Rechts

Andere Philosophen

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1861–1925 Rudolf Steiner
  • Anthroposophie in Medizin (Weleda), Architektur und Landwirtschaft (Demeter)
  • WaldorfpĂ€dagogik, HeilpĂ€dagogik, Eurhythmie
  • voraussetzungslose Erkenntnistheorie ("Wahrheit und Wissenschaft" - 1891)
  • Gliederung des Menschen in
    • Leib –Seele – Geist
    • Empfindungsseele – Verstandesseele – Bewusstseinsseele
  • Ziel: Ich-Transformation vom vergĂ€nglichen Einzel-Ich zum ewigen All-Ich
  • Es gibt eine sinnliche und eine geistige Wirklichkeit
  • Beide sollen erfasst und ein höheres Bewusstsein der Einheit der Welt erlangt werden
  • Dabei Unterscheidung der Erkenntnisstufen sinnlich – imaginativ – inspirativ – intuitiv
  • Die geistige Wirklichkeit kann mit unserem „geistigen Auge“ wahrgenommen werden (Theosophie)
  • Mystische Meditation als Methode zur Schulung der gesamtheitlichen ErkenntnisfĂ€higkeit
  • schöpferische Freiheit des Individuums
  • dreigliedrigen Gesellschaftssystems: Staat – Wirtschaft – Der Einzelne
1872–1942 Oskar Kraus
1872–1945 Johan Huizinga
1882–1927 Leonard Nelson
  • WiederbegrĂŒndung der Fries'schen Schule
1895–1985 Susanne K. Langer
1900–2002 Hans-Georg Gadamer
1906–1994 Max MĂŒller
1910–1990 Max Bense
1913–2004 Hermann Krings
  • Transzendentalphilosoph
  • Die Idee der Freiheit als Basis menschlicher Vernunft
1920–1991 VilĂ©m Flusser
  • Neue Medien als Chance
  • Ausgang bei Heidegger
1921–2008 Karl Albert
  • „Ontologische Erfahrung“, Studien zu Platon
*1922 Karl-Otto Apel
  • Transformation der Transzendentalphilosophie
  • Diskursphilosophie
1922-2002 Michel Henry
1926–2006 Clifford Geertz
*1927 Dieter Henrich
  • Untersuchungen ĂŒber das Selbstbewusstsein
  • Erforschung und Interpretation des Deutschen Idealismus und Immanuel Kants
*1932 Paul Virilio
  • Medienkritiker
  • Einfluss der Geschwindigkeit auf die Gesellschaft (Dromologie)
*1936 Herbert SchnÀdelbach
  • DiskurspluralitĂ€t und methodischer Rationalismus
*1939 Norbert Hoerster
  • Interessenethik statt MenschenwĂŒrde, Rechtspositivismus wie H.L.A. Hart, skeptische Religionsphilosophie
*1943 Otfried Höffe
  • Kantianer, Rechts- und Staatsphilosophie
*1953 Wilhelm Schmid

Wissenschaftstheorie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1896–1961 Ludwik Fleck
  • Einfluss des Denkstils und des Denkkollektivs auf Theorien
1900–1990 Richard Bevan Braithwaite
1906–1987 Gustav Bergmann
1922–1996 Thomas Samuel Kuhn
  • The Structure of Scientific Revolutions – Paradigmenwechsel
1922–1974 Imre Lakatos
  • Verband die Theorie Poppers mit Kuhn
*1922 Patrick Suppes
*1923 Adolf GrĂŒnbaum
  • Wissenschaftstheorie der Physik
1923–1991 Wolfgang StegmĂŒller
  • Wissenschaftstheoretischer Strukturalismus
1924–1994 Paul Feyerabend

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1924–1967 Norwood Russell Hanson
  • empiristischer Holismus
*1936 Ian Hacking
*1938 Joseph D. Sneed
*1939 Bernulf Kanitscheider
*1941 Larry Laudan
*1941 Bas van Fraassen
  • Konstruktiver Empirismus
*1943 Nancy Cartwright
*1946 Paul Hoyningen-Huene
*1951 Sandra Mitchell
  • erforscht komplexe Systeme und tritt fĂŒr einen „integrativen Pluralismus“ ein.
*1952 John Dupré
1954–2007 Peter Lipton
*1960 Nassim Nicholas Taleb

Methodischer Konstruktivismus

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1881–1954 Hugo Dingler
  • Ideengeber – Schöpfer der Protophysik
  • pragmatische Erkenntnistheorie
  • problematische Rolle in der NS-Zeit
1915–1994 Paul Lorenzen

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1905–1976 Wilhelm Kamlah
  • Sprach- und Wissenschaftskritik
  • Philosophische Anthropologie
*1932 Kuno Lorenz
  • Dialogische Anthropologie
*1936 JĂŒrgen Mittelstraß
  • Wissenschaftstheorie, EnzyklopĂ€die, geschichtliche Konstanzer Schule
*1935 Friedrich Kambartel
  • Praktische Philosophie und konstruktive Wissenschaftstheorie
*1937 Christian Thiel
*1942 Peter Janich
*1944 Carl Friedrich Gethmann
*1964 Dirk Hartmann
  • Wissenschaftstheorie der Psychologie

Strukturalismus und Poststrukturalismus

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1857–1913 Ferdinand de Saussure

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  • Sprachtheoretiker, dessen Methode philosophisch umgesetzt wurde
1908–2009 Claude LĂ©vi-Strauss
  • Ethnologe und Anthropologe
  • Setzte als erster den Strukturalismus ein.
1901–1981 Jacques Lacan
  • Psychoanalytiker
  • Das Universum des Subjekts besteht aus dem ImaginĂ€ren und dem Symbolischen
1902–1976 Émile Benveniste
  • Kategorien bei Aristoteles sind sprachabhĂ€ngig.
1913–2005 Paul RicƓur
  • PhĂ€nomenologische Sprachanalyse mit Reflex auf Heidegger
  • Geschichtsphilosophie
1915–1980 Roland Barthes
  • Kritisiert die Logik des fortgeschrittenen Kapitalismus
  • Diskursanalyse als ArchĂ€ologie des Wissens
1918–1990 Louis Althusser
  • Interpretierte Marx strukturalistisch
1919–1983 Paul de Man
  • Amerikanischer Vertreter der Dekonstruktion
1926–1984 Michel Foucault
  • Kritisiert die Logik des fortgeschrittenen Kapitalismus
  • Diskursanalyse als ArchĂ€ologie des Wissens
1930–2004 Jacques Derrida

Postmoderne

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1917–2003 Leslie Fiedler
  • FĂŒhrte den Begriff Postmoderne in die Literaturwissenschaft ein
1925–1995 Gilles Deleuze
  • Die Welt als ein Nexus von VirtualitĂ€ten
1924–1998 Jean-François Lyotard

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  • Kommunikation als Spiel mit bestimmten Regeln
  • Liberalismus als System der zur Kooperation verurteilten Diskurse
1929–2007 Jean Baudrillard
  • Antimedientheorie
  • VerfĂŒhrung des Konsumenten
1933–2004 Susan Sontag
  • gesellschaftskritische Kunstphilosophin
*1937 André Glucksmann
  • Diskurs ĂŒber den Krieg
*1942 Giorgio Agamben
  • Durch ihre Reaktionen auf ihre Gegner droht die Gesellschaft ihre demokratischen Grundlagen selbst zu zerstören
*1947 Peter Sloterdijk
*1952 Francis Fukuyama
  • Das Ende der Geschichte

Feministische Philosophie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1908–1986 Simone de Beauvoir
*1925 Sandra Harding
*1930 Luce Irigaray
  • Psychoanalytikerin (Der Spiegel des anderen Geschlechts)
*1941 Julia Kristeva
  • Poststrukturalistin
*1944 Donna Haraway
  • Naturwissenschaftshistorikerin, befasst sich mit Fragen von Macht und Lust
*1956 Judith Butler
  • dekonstruktivistischer Feminismus

Afrikanische Philosophie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1944–1995 Henry Odera Oruka
  • Projekt der „Sage-Philosophy“ (Weisheitsphilosophie
  • „Parental Earth Ethics“
*1931 Kwasi Wiredu
  • "Begriffliche Dekolonisation" (Conceptual decolonialization)
  • Konsensethik
*1942 Paulin J. Hountondji
  • Es gibt kein nachvollziehbares, unwandelbares, kollektives Denksystem aller Afrikaner
*1954 Anthony Appiah

Indische Philosophie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1861-1941 Rabindranath Thakur
  • Nobelpreis fĂŒr Literatur 1913
  • Modernisierer der bengalischen Literatur und Kunst
  • Kultur- und Sozialreformer
1863-1902 Vivekananda
1869-1948 Mohandas Karamchand Gandhi
  • politischer und geistiger FĂŒhrer der indischen UnabhĂ€ngigkeitsbewegung
  • Konzept des gewaltfreien Widerstands
1872-1950 Aurobindo Ghose
  • Hindu-Mystiker und indischer Nationalist
  • Verbindung humanistischer Bildung mit spirituellen Weisheitslehren
  • Integraler Yoga, Evolution des Bewusstseins, Übermensch
1877-1947 Ananda Kentish Coomaraswamy
  • Philosophie der indischen Kunst
  • Metaphysiker und Traditionalist
1879-1950 Ramana Maharshi
1888-1975 Sarvepalli Radhakrishnan
  • Erster VizeprĂ€sident und zweiter PrĂ€sident Indiens
  • Religionsphilosoph und Vordenker des Neohinduismus
1889-1950 Sahajanand Saraswati
  • Intellektueller und Sozialreformer
  • Linguist, Soziologe, Historiker
  • Politiker, Nationalist und Marxist
1893-1963 Rahul Sankrityayan
  • Linguist, Indologe, Soziologe, Historiker
  • Vater der indischen Reiseliteratur
  • Nationalist und Marxist
1895-1986 Jiddu Krishnamurti
  • Theosoph
  • geistige Freiheit durch Meditation
1918-2008 Maharishi Mahesh Yogi
1931-1990 Osho

Chinesische Philosophie

Periode Philosoph Philosophie Allgemeine Geschichte
1866-1925 Sun Yat-sen
1873-1929 Liang Qichao
  • Journalist, Dichter und Romancier
  • moderne Historiographie
  • Studium der Philosophen der westlichen AufklĂ€rung
  • Verfechter einer Modernisierung Chinas und einer konstitutionellen Monarchie
1885-1968 Xiong Shili
1886-1973 Zhang Dongsun
  • studierte Kant und Bergson
  • Verfechter der Philosophie Bertrand Russells
  • chinesischer Liberaler und Kritiker des Marxismus
  • Vertreter der ursprĂŒnglichen Chinesischen Demokratischen Liga
1891-1962 Hu Shi
  • MitbegrĂŒnder der Literarischen Revolution und "Vater" der Intellektuellen Renaissance in China
  • Hauptvertreter des frĂŒhen chinesischen Liberalismus
  • Verfechter des Pragmatismus von John Dewey
  • Interpretation klassisch-chinesischer Philosophen als Erbe wissenschaftlicher Methode ohne legendenhaften Mystizismus
1895-1984 Jin Yuelin
  • moderne Logik
1895-1990 Feng Youlan
  • Geschichte der chinesischen Philosophie
  • rationalistische neo-konfuzianische Metaphysik
1909-1978 Tang Junyi
  • neuer Konfuzianismus
  • beeinflusst durch Platon und Hegel
1909-1995 Mou Zongsan
  • neuer Konfuzianismus
  • chinesischer Traditionalismus
  • ĂŒbersetzte die drei Kritiken Kants ins Chinesische
1926-2002 Wang Ruoshui
  • zuerst Verfechter des Maoismus
  • spĂ€ter Vertreter eines marxistischen Humanismus und chinesischen Liberalismus
* 1940 Tu Wei-ming
  • konfuzianische Ethik

Literatur

Siehe auch

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