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| Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr | |
|---|---|
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| Aufstellung | 1. Okt. 2000 |
| Land | |
| Streitkräfte | Bundeswehr |
| Typ | Militärischer Organisationsbereich |
| Grobgliederung |
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| Leitung | |
| Inspekteur des Sanitätsdienstes | GenOStArzt Dr. med. Ingo Patschke |
Der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr ist im Zuge der Bundeswehrreform seit 2000 aus dem ehemaligen Organisationsbereich der Zentralen Sanitätsdienststellen und durch eine weitgehende Zentralisierung sanitätsdienstlicher Kräfte und Mittel aus den anderen Organisationsbereichen entstanden. Ausgenommen sind hiervon lediglich kleine Bereiche wie etwa der Bordsanitätsdienst der Marine, der fliegerärztliche Dienst, sowie der Sanitätsdienst des Heeres und die sanitätsdienstlichen Institute von Luftwaffe und Marine. Diese gehören zum Fachdienst Sanitätsdienst.[A 1]
Der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr stellt keine eigene Teilstreitkraft dar, sondern nimmt als militärischer Organisationsbereich (milOrgBer) querschnittliche Aufgaben für Heer, Luftwaffe, Marine und Streitkräftebasis wahr. Die Besonderheit des milOrgBer (genauso wie der Streitkräftebasis) ist das Fehlen einer eigenen Uniform und eigener Dienstgradabzeichen. Die Soldaten der ZSanDstBw tragen daher weiterhin die Uniformen der Teilstreitkräfte, aus denen ihre Einheiten ausgegliedert und in den Zentralen Sanitätsdienst überführt wurden. Um dieser Situation in Dienstvorschriften (wie die Trageweise luftwaffenspezifischer Uniformteile) gerecht werden zu können, wurde der Begriff des „Uniformträgers Heer/Luftwaffe/Marine“ (HUT/LUT/MUT) geschaffen.
Inhaltsverzeichnis |
Auftrag des Zentralen Sanitätsdienstes ist es, die Gesundheit der Soldaten zu schützen, zu erhalten und wiederherzustellen.
Dieser Anspruch gilt für das gesamte Spektrum medizinischer Versorgungsleistungen. Der Zentrale Sanitätsdienst stellt mit seinen Kräften und Mitteln auch die medizinische Versorgung und Begutachtung der Soldaten im In- und Ausland sicher. Insbesondere bei Auslandseinsätze drohen gesundheitliche Gefahren, denen Soldaten im Inland nicht ausgesetzt sind. Dabei gilt die Maxime, den Soldaten im Falle einer Erkrankung, eines Unfalls oder einer Verwundung im Auslandseinsatz eine medizinische Versorgung zuteil werden zu lassen, die im Ergebnis dem fachlichen Standard in Deutschland entspricht.
Der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr (ZSanDstBw) hat keine eigene Uniform. Angehörige des ZSanDstBw tragen Heeres-, Luftwaffen- oder Marineuniform. Am Diensthemd aller Uniformträger erkennt man die Zugehörigkeit zum ZSanDstBw an einem runden Anstecker mit Äskulapstab auf Eisernem Kreuz, der auf der rechten Seite des Hemdkragens angebracht wird. Für Uniformträger des Heeres und der Luftwaffe ist er silber-, für die der Marine und für Generale ist er goldfarben. Uniformträger des Heeres unterscheiden sich von Heeressoldaten zudem durch das kornblumenblaue Barett und die dunkelblaue Waffenfarbe.
Die Dienstgradbezeichnungen im ZSanDstBw entsprechen denen von Heer, Luftwaffe und Marine. Nur die Ärzte, Apotheker und Veterinäre (SanOffz Arzt/Apo/Vet) haben eigene Dienstgradbezeichnungen, nicht jedoch die Offiziere im Sanitätsdienst (SanDstOffz).
| Humanmedizin | Zahnmedizin | Pharmazie | Veterinärmedizin (nur im Heer) | Entsprechung im Truppendienst |
|---|---|---|---|---|
| Stabsarzt | Stabsarzt | Stabsapotheker | Stabsveterinär | Hauptmann |
| Oberstabsarzt | Oberstabsarzt | Oberstabsapotheker | Oberstabsveterinär | Major |
| Oberfeldarzt | Oberfeldarzt | Oberfeldapotheker | Oberfeldveterinär | Oberstleutnant |
| Oberstarzt | Oberstarzt | Oberstapotheker | Oberstveterinär | Oberst |
| Generalarzt | Generalarzt | Generalapotheker | — | Brigadegeneral |
| Generalstabsarzt | — | — | — | Generalmajor |
| Generaloberstabsarzt | — | — | — | Generalleutnant |
| Humanmedizin | Zahnmedizin | Pharmazie | Entsprechung im Truppendienst |
|---|---|---|---|
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| Stabsarzt | Stabsarzt | Stabsapotheker | Kapitänleutnant |
| Oberstabsarzt | Oberstabsarzt | Oberstabsapotheker | Korvettenkapitän |
| Flottillenarzt | Flottillenarzt | Flottillenapotheker | Fregattenkapitän |
| Flottenarzt | Flottenarzt | Flottenapotheker | Kapitän zur See |
| Admiralarzt | Admiralarzt | Admiralapotheker | Flottillenadmiral |
| Admiralstabsarzt | — | — | Konteradmiral |
| Admiraloberstabsarzt | — | — | Vizeadmiral |
Wie bei allen anderen Organisationsbereichen wurde auch für den Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr die Führungsstruktur neu organisiert. Den Heer, Luftwaffe, Marine und Streitkräftebasis vergleichbaren Aufträgen und Aufgaben entsprechend wurde für diesen Organisationsbereich ebenfalls das Zweisäulenmodell mit einem Führungskommando (Sanitätsführungskommando) und einem Fachamt (Sanitätsamt) gewählt. Der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, zur Zeit Generaloberstabsarzt Ingo Patschke, führt den Führungsstab des Sanitätsdienstes (Fü San) im Bundesministerium der Verteidigung und ist Leiter des Fachdienstes Sanitätsdienst. Diesem untersteht das Sanitätsamt der Bundeswehr (SanABw) und das Sanitätsführungskommando (SanFüKdo).
Jeder Soldat wird in Erster Hilfe nach der Zentralen Dienstvorschrift 49/20 ausgebildet, damit dieser Selbst- und Kameradenhilfe leisten kann. Davon ist die Ausbildung im Sanitätsdienst zu unterscheiden, diese erfolgt u. a. nach ZDv 49/21 (Erste sanitätsdienstliche Hilfe) und ZDv 49/23 (Verbandslehre). Der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr gibt dazu entsprechende Weisungen heraus.[3]
Am 20. September 2011 hat Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière bekannt gegeben, dass im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr geplant ist, die Anzahl der aktiven Soldaten im zentralen Sanitätsdienst auf maximal 15.120 zu reduzieren. Davon sollen 14.120 Berufssoldaten/Zeitsoldaten und zwischen 500 bis 1.000 freiwillig Wehrdienst leistende (FWDL) sein.[4]
Teilstreitkräfte: Heer | Luftwaffe | Marine
Weitere militärische Organisationsbereiche: Streitkräftebasis | Zentraler Sanitätsdienst
Zivile Organisationsbereiche: Territoriale Wehrverwaltung | Rüstungsbereich | Rechtspflege | Militärseelsorge