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Das Zimmerwalder Manifest wurde von Leo Trotzki verfasst und auf der Zimmerwalder Konferenz (5. bis 8. September 1915), einer geheimen internationalen sozialistischen Konferenz im Berner Dorf Zimmerwald, verabschiedet. In verschiedenen Grundsatzfragen kam es zu keiner Einigung. Die revolutionären Ansichten Lenins und seiner Anhänger wurden von der Mehrheit abgelehnt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Zimmerwalder Konferenz wurde auf Initiative des Schweizer Sozialdemokraten Robert Grimm einberufen, um die Kräfte der Sozialistischen Internationale, die infolge der Burgfriedenspolitik zu Beginn des Ersten Weltkriegs zerbrochen war, neu zu formieren.
Die Unterzeichnenden erklärten den Ersten Weltkrieg zum „Krieg der Kapitalisten“ und forderten die sozialistischen Kräfte zur Einigkeit im Kampf für den Frieden auf. Sie riefen die sozialistischen Parteien aller Nationen auf, ihre Zustimmung zu Kriegskrediten zu verweigern, und bezeugten allen Opfern des Krieges ihre uneingeschränkte Solidarität.
Die prominentesten Teilnehmer der Konferenz waren
Das Manifest unterzeichneten
im Namen der internationalen sozialistischen Konferenz:
für die interbalkanische sozialistische Föderation:
Da den englischen Delegierten die Reisepässe verweigert wurden, konnten sie zur Konferenz nicht anreisen und folglich das Manifest auch nicht unterzeichnen. Dem Schweizer Staatsschutz scheint die Konferenz entgangen zu sein[1], was z.B. im Kontext zu sehen ist, dass auch Lenin 1914 auf sein Asylgesuch als politisch Verfolgter des Zarismus hin "ohne grössere Probleme" Aufnahme in der Schweiz erhielt[2].
Dem von Trotzki verfassten Zimmerwalder Manifest fügte Lenin vor der Annahme ein eigenes, radikaleres Zusatzprotokoll hinzu, in welchem er das proletarische Potential zur Umwandlung des „imperialistischen Krieges“ in einen Bürgerkrieg ansprach. In seiner Ambivalenz zwischen pazifistischen und kommunistischen Elementen trug das Manifest in der Folge entscheidend zur Spaltung der Sozialistischen Internationale in Sozialpatrioten (Diktion des 1. Kongresses der Kommunistischen Internationalen) und revolutionäre Proletarier bei.
Vom 24. bis 30. April 1916 fand in Kiental, einem Bergdorf im Berner Oberland, eine weitere internationale Konferenz statt, an der sich kriegskritische Vertreter der sozialistischen Parteien zusammenfanden. Im Vergleich zu Zimmerwald hatte die revolutionäre Richtung (sogenannte Zimmerwalder Linke) gegenüber der zentristischen an Einfluss gewonnen. Der Wille zum revolutionären Klassenkampf und die Verurteilung des Sozialpatriotismus haben in der Resolution der Konferenz Eingang gefunden.
Mit der Gründung der Kommunistischen Internationalen am 4. März 1919 in Moskau und der dort beschlossenen Selbstauflösung der Zimmerwalder Vereinigung ging „alles, was wirklich revolutionär […] war“[3] in die Kommunistische Internationale über. Sozialistische und Kommunistische Internationale gingen von da an getrennte Wege.