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| Strukturformel | ||||||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||||||
| Name | CitronensÀure | |||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C6H8O7 | |||||||||||||||||||
| CAS-Nummer | 77-92-9 (wasserfrei) 5949-29-1 (Monohydrat) | |||||||||||||||||||
| PubChem | 311 | |||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farbloser, geruchloser Feststoff [1] | |||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 192,13 g·molâ1 | |||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||||||
| Dichte |
1,67 g·cmâ3 (18 °C) [1] | |||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
Zersetzung: ab 175 °C [1] | |||||||||||||||||||
| pKs-Wert | ||||||||||||||||||||
| Löslichkeit | ||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||
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| LD50 |
3000 mg·kgâ1 (Ratte, oral) [4] | |||||||||||||||||||
| Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | ||||||||||||||||||||
CitronensÀure (auch ZitronensÀure, systematisch nach IUPAC: 2-Hydroxypropan-1,2,3-tricarbonsÀure) ist eine farblose, wasserlösliche CarbonsÀure, die zu den FruchtsÀuren zÀhlt. Mit dem Begriff Citrat bezeichnet man ein Salz der CitronensÀure, sowie das darin enthaltene Anion, also die deprotonierte Form.
Neben der wasserfreien Variante existiert das CitronensĂ€uremonohydrat (C6H8O7 · H2O), das pro MolekĂŒl CitronensĂ€ure ein MolekĂŒl Kristallwasser enthĂ€lt.
Inhaltsverzeichnis |
CitronensĂ€ure wurde 1784 von Carl Wilhelm Scheele erstmals aus dem Saft der Zitrone â daher der Name â isoliert. Allerdings dĂŒrfte CitronensĂ€ure schon den ersten Alchemisten bekannt gewesen sein, wenn auch unter anderem Namen. Bereits im 9. Jahrhundert soll der arabische Alchemist DschÄbir ibn HayyÄn (Geber) CitronensĂ€ure entdeckt haben.
CitronensĂ€ure ist eine der am weitesten verbreiteten SĂ€uren im Pflanzenreich und tritt als Stoffwechselprodukt in allen Organismen auf. Zitronensaft enthĂ€lt beispielsweise 5â7 % CitronensĂ€ure. Sie kommt aber auch in Ăpfeln, Birnen, Sauerkirschen, Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, in Nadelhölzern, Pilzen, TabakblĂ€ttern, im Wein und sogar in der Milch vor.
Diese Verbreitung kommt daher, dass die CitronensĂ€ure als namengebendes Zwischenprodukt im sog. Citratzyklus (auch TricarbonsĂ€urezyklus, Krebszyklus) auftritt, der eine SchlĂŒsselrolle im Kohlenhydrat- und FettsĂ€ure-Stoffwechsel aller sauerstoffverbrauchenden Lebewesen, einschlieĂlich des Menschen einnimmt. Dieser Zyklus liefert auch die molekularen Grundstrukturen fĂŒr den Aufbau der meisten AminosĂ€uren.
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Nach dem ursprĂŒnglichen Verfahren wurde CitronensĂ€ure aus ZitrusfrĂŒchten gewonnen: Zitronensaft wird mit konzentrierter Ammoniaklösung versetzt, eingedickt und filtriert. Das leicht lösliche Ammoniumcitrat wird durch FĂ€llung mit Calciumchlorid in schwerer lösliches Calciumcitrat umgewandelt. Die Lösung wird erneut filtriert und der Filterkuchen in 25%-iger SchwefelsĂ€ure gelöst, wobei noch schlechter lösliches Calciumsulfat (Gips) ausfĂ€llt. Nach erneuter Filtration wird eine CitronensĂ€urelösung gewonnen. Die reine CitronensĂ€ure erhĂ€lt man durch Kristallisation.
CitronensĂ€ure wird industriell durch die Fermentation zuckerhaltiger Rohstoffe wie Melasse und Mais hergestellt. FĂŒr die Fermentation werden Aspergillus niger-StĂ€mme verwendet. Dabei kommen vor allem in den USA und in China oft transgene Varianten des Schimmelpilzes zum Einsatz, in Europa ist dies nicht gestattet. Bei der CitronensĂ€ure-Produktion mĂŒssen besonders drei Bedingungen erfĂŒllt sein:
In der Reinheit und VertrĂ€glichkeit gibt es bei ZitronensĂ€ure auf dem Markt sehr groĂe Unterschiede. Verschiedene Aspergillus-Niger-StĂ€mme produzieren unter bestimmten Bedingungen so genannte Mykotoxine (Pilzgifte). Die Produktion dieser Stoffe hĂ€ngt von den Wachstumsbedingungen und dem Pilz-Stamm ab und findet unter kontrollierten Bedingungen nicht statt. In hoch aufgereinigter CitronensĂ€ure finden sich keine RĂŒckstĂ€nde von Schimmelpilzen.
CitronensĂ€ure bildet im wasserfreien Zustand rhombische Kristalle, die leicht sauer schmecken. In geringen Mengen eingenommen fördert CitronensĂ€ure indirekt das Knochenwachstum, weil sie die Aufnahme von Calcium begĂŒnstigt. In gröĂeren Mengen wirkt sie jedoch toxisch (LD50 bei Ratten: 3 g/kg).
CitronensĂ€ure wird aufgrund ihrer drei Carboxygruppen (âCOOH) zu den organischen TricarbonsĂ€uren gezĂ€hlt. Zudem weist die Hydroxygruppe (âOH) an Position 3 des KohlenstoffrĂŒckgrates sie als HydroxycarbonsĂ€ure aus.
Eine wÀssrige Lösung der CitronensÀure leitet den elektrischen Strom, da die Carboxygruppen Protonen abspalten und somit bewegliche LadungstrÀger (Ionen) in der Lösung vorliegen. Die drei SÀuredissoziationskonstanten der CitronensÀure sind pKs1 = 3,13, pKs2 = 4,76 und pKs3 = 6,4. Der teilweise beziehungsweise vollstÀndig dissoziierte SÀurerest der CitronensÀure wird als Citrat bezeichnet.
CitronensĂ€ure kann viele Reaktionen eingehen, die fĂŒr CarbonsĂ€uren beschrieben werden, unter anderem
CitronensĂ€ure kann mit verschiedenen Oxidationsmitteln (beispielsweise Peroxiden oder Hypochloriten) oxidiert werden. In AbhĂ€ngigkeit von den Reaktionsbedingungen können dabei ÎČ-KetoglutarsĂ€ure, OxalsĂ€ure, Kohlendioxid und Wasser entstehen.
CitronensĂ€ure wirkt nicht nur durch die saure Wirkung kalklösend, sondern auch durch Bildung eines Calcium-Komplexes und wird hĂ€ufig in Reinigungsmitteln eingesetzt. Damit wird der unangenehme Geruch von Essigreinigern vermieden. Allerdings sind die Komplexe nicht hitzebestĂ€ndig und zerfallen beim Erhitzen zu relativ schwer löslichem Calciumcitrat. CitronensĂ€ure kann beispielsweise fĂŒr die Entkalkung von Wasserkochern, Tauchsiedern, WasserhĂ€hnen, Duschköpfen, GeschirrspĂŒlern oder Waschmaschinen verwendet werden.
CitronensĂ€ure und ihre Salze werden zur Konservierung und als SĂ€uerungsmittel von Lebensmitteln verwendet, beispielsweise in GetrĂ€nken. In Brausepulver und -stĂ€bchen ist sie zusammen mit Natriumhydrogencarbonat enthalten. CitronensĂ€ure wird insbesondere in Limonaden und Eistee verwendet, kommt in FruchtsĂ€ften aber auch natĂŒrlich vor. Die CitronensĂ€ure ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff unter der Nummer E 330 in den meisten Lebensmitteln unbegrenzt zugelassen. Eine Ausnahme bilden zum Beispiel Schokoladenerzeugnisse und FruchtsĂ€fte, fĂŒr die nur eine begrenzte Zulassung vorliegt, und einige Lebensmittel, wie zum Beispiel Honig, Milch und Butter, fĂŒr die keine Zulassung vorliegt.[5] Da sie auch als Peptisator wirkt, wird sie auch zur Herstellung von stabilen Suspensionen eingesetzt. Der Zusatz zu Fischgerichten kann biogene Amine in nicht flĂŒchtige Salze ĂŒberfĂŒhren und so den Fischgeruch mindern.
CitronensĂ€ure und ihre Salze (Citrate) verhindern die Blutgerinnung. Deshalb konserviert man Blutspenden in Beuteln, die eine Citratpufferlösung enthalten. FĂŒr Gerinnungsanalysen verwendet man sogenanntes Citratblut, bei dem Blut mit Citrat im VerhĂ€ltnis 9:1 (9 Teile Blut + 1 Teil 0,11 Mol/l Natriumcitrat) gemischt wird. Eine spezielle Verwendung ist der Einsatz in Zellseparatoren. Dabei wird aus einer Vene Blut entnommen, im GerĂ€t werden die gewĂŒnschten Blutbestandteile (zum Beispiel Thrombozyten) abgetrennt, und das restliche Blut wird in die Vene zurĂŒckgefĂŒhrt. Damit das Blut im GerĂ€t keine gefĂ€hrlichen Gerinnsel bildet, wird es mit Citratpuffer versetzt.
CitronensĂ€ure wird auch als SpĂŒllösung bei Wurzelkanalbehandlungen in der Zahnmedizin verwendet.
Weitere Einsatzgebiete der Salze der CitronensÀure:
Citrat gilt als einer der wichtigsten Inhibitoren der Harnsteinbildung. Erhöhte Werte an Citrat im Urin senken also das Risiko der Bildung von Harnsteinen. Das im Urin ausgeschiedene Citrat stammt einerseits aus dem Stoffwechsel (Citratzyklus), andererseits wird es mit der Nahrung aufgenommen.