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CitronensÀure

Strukturformel
Struktur von CitronensÀure
Allgemeines
Name CitronensÀure
Andere Namen
  • ZitronensĂ€ure
  • 2-Hydroxypropan-1,2,3-tricarbonsĂ€ure
  • 2-Hydroxypropyl-1,2,3-tricarbonsĂ€ure
  • 3-Carboxy-3-hydroxyglutarsĂ€ure
  • 2-Hydroxy-1,2,3-propantricarbonsĂ€ure
  • 3-Carboxy-3-hydroxypentandisĂ€ure
  • E 330
  • INCI-Bezeichnung: Citric Acid
Summenformel C6H8O7
CAS-Nummer 77-92-9 (wasserfrei)
5949-29-1 (Monohydrat)
PubChem 311
ATC-Code

A09AB04

Kurzbeschreibung

farbloser, geruchloser Feststoff [1]

Eigenschaften
Molare Masse 192,13 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,67 g·cm−3 (18 Â°C) [1]

Schmelzpunkt

153 °C [1]

Siedepunkt

Zersetzung: ab 175 Â°C [1]

pKs-Wert
Löslichkeit

leicht löslich in Wasser: 750 g·l−1 (20 Â°C) [1]

Sicherheitshinweise
Bitte beachten Sie die eingeschrĂ€nkte GĂŒltigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-SĂ€tze H: 318
EUH: keine EUH-SĂ€tze
P: 305+351+338-​311 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-SĂ€tze R: 36
S: 26
LD50

3000 mg·kg−1 (Ratte, oral) [4]

Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

CitronensÀure (auch ZitronensÀure, systematisch nach IUPAC: 2-Hydroxypropan-1,2,3-tricarbonsÀure) ist eine farblose, wasserlösliche CarbonsÀure, die zu den FruchtsÀuren zÀhlt. Mit dem Begriff Citrat bezeichnet man ein Salz der CitronensÀure, sowie das darin enthaltene Anion, also die deprotonierte Form.

Neben der wasserfreien Variante existiert das CitronensĂ€uremonohydrat (C6H8O7 Â· H2O), das pro MolekĂŒl CitronensĂ€ure ein MolekĂŒl Kristallwasser enthĂ€lt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

CitronensĂ€ure wurde 1784 von Carl Wilhelm Scheele erstmals aus dem Saft der Zitrone – daher der Name – isoliert. Allerdings dĂŒrfte CitronensĂ€ure schon den ersten Alchemisten bekannt gewesen sein, wenn auch unter anderem Namen. Bereits im 9. Jahrhundert soll der arabische Alchemist Dschābir ibn Hayyān (Geber) CitronensĂ€ure entdeckt haben.

Vorkommen

CitronensĂ€ure ist eine der am weitesten verbreiteten SĂ€uren im Pflanzenreich und tritt als Stoffwechselprodukt in allen Organismen auf. Zitronensaft enthĂ€lt beispielsweise 5–7 % CitronensĂ€ure. Sie kommt aber auch in Äpfeln, Birnen, Sauerkirschen, Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, in Nadelhölzern, Pilzen, TabakblĂ€ttern, im Wein und sogar in der Milch vor.

Diese Verbreitung kommt daher, dass die CitronensĂ€ure als namengebendes Zwischenprodukt im sog. Citratzyklus (auch TricarbonsĂ€urezyklus, Krebszyklus) auftritt, der eine SchlĂŒsselrolle im Kohlenhydrat- und FettsĂ€ure-Stoffwechsel aller sauerstoffverbrauchenden Lebewesen, einschließlich des Menschen einnimmt. Dieser Zyklus liefert auch die molekularen Grundstrukturen fĂŒr den Aufbau der meisten AminosĂ€uren.

Gewinnung und Darstellung

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnĂ€chst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfĂŒgst. NĂ€heres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
18:57, 15. MĂ€r. 2012 (CET)

Herstellung aus ZitrusfrĂŒchten

Nach dem ursprĂŒnglichen Verfahren wurde CitronensĂ€ure aus ZitrusfrĂŒchten gewonnen: Zitronensaft wird mit konzentrierter Ammoniaklösung versetzt, eingedickt und filtriert. Das leicht lösliche Ammoniumcitrat wird durch FĂ€llung mit Calciumchlorid in schwerer lösliches Calciumcitrat umgewandelt. Die Lösung wird erneut filtriert und der Filterkuchen in 25%-iger SchwefelsĂ€ure gelöst, wobei noch schlechter lösliches Calciumsulfat (Gips) ausfĂ€llt. Nach erneuter Filtration wird eine CitronensĂ€urelösung gewonnen. Die reine CitronensĂ€ure erhĂ€lt man durch Kristallisation.

Biotechnische Herstellung

CitronensĂ€ure wird industriell durch die Fermentation zuckerhaltiger Rohstoffe wie Melasse und Mais hergestellt. FĂŒr die Fermentation werden Aspergillus niger-StĂ€mme verwendet. Dabei kommen vor allem in den USA und in China oft transgene Varianten des Schimmelpilzes zum Einsatz, in Europa ist dies nicht gestattet. Bei der CitronensĂ€ure-Produktion mĂŒssen besonders drei Bedingungen erfĂŒllt sein:

  1. Hoher Glucose- und Sauerstoffgehalt im NĂ€hrmedium
  2. Niedriger pH-Wert (pH < 3). Dieser bewirkt zum einen, dass das Folgeenzym der Citratsynthetase im Citratzyklus, die Aconitase, gehemmt wird. Ein solch niedriger pH-Wert liegt fern des pH-Optimums des Enzyms und dadurch sinkt dessen AktivitĂ€t stark ab. Dies fĂŒhrt dazu, dass die gebildete CitronensĂ€ure von den Pilzen nur in geringem Maße weiter verstoffwechselt wird. Zum anderen wird die Außenmembran der Pilzzellen instabil und die CitronensĂ€ure wird in das Außenmedium abgegeben. Hinzu kommt, dass die Kontaminationsgefahr durch unerwĂŒnschte Fremdorganismen bei derart niedrigem pH-Wert niedrig ist.
  3. Niedrige Fe2+-Konzentration (< 5 mg/l). Dadurch fehlt der Aconitase der Cofaktor. Die Fe2+-Ionen werden durch Zugabe von Kaliumhexacyanidoferrat(III) gebunden. Mn2+-Konzentrationen (< 2 Â”g/l) fĂŒhren ebenfalls zu hohen Citrat-Ausbeuten.

In der Reinheit und VertrĂ€glichkeit gibt es bei ZitronensĂ€ure auf dem Markt sehr große Unterschiede. Verschiedene Aspergillus-Niger-StĂ€mme produzieren unter bestimmten Bedingungen so genannte Mykotoxine (Pilzgifte). Die Produktion dieser Stoffe hĂ€ngt von den Wachstumsbedingungen und dem Pilz-Stamm ab und findet unter kontrollierten Bedingungen nicht statt. In hoch aufgereinigter CitronensĂ€ure finden sich keine RĂŒckstĂ€nde von Schimmelpilzen.

Eigenschaften

CitronensÀurekristalle

CitronensĂ€ure bildet im wasserfreien Zustand rhombische Kristalle, die leicht sauer schmecken. In geringen Mengen eingenommen fördert CitronensĂ€ure indirekt das Knochenwachstum, weil sie die Aufnahme von Calcium begĂŒnstigt. In grĂ¶ĂŸeren Mengen wirkt sie jedoch toxisch (LD50 bei Ratten: 3 g/kg).

CitronensĂ€ure wird aufgrund ihrer drei Carboxygruppen (–COOH) zu den organischen TricarbonsĂ€uren gezĂ€hlt. Zudem weist die Hydroxygruppe (–OH) an Position 3 des KohlenstoffrĂŒckgrates sie als HydroxycarbonsĂ€ure aus.

Eine wĂ€ssrige Lösung der CitronensĂ€ure leitet den elektrischen Strom, da die Carboxygruppen Protonen abspalten und somit bewegliche LadungstrĂ€ger (Ionen) in der Lösung vorliegen. Die drei SĂ€uredissoziationskonstanten der CitronensĂ€ure sind pKs1 = 3,13, pKs2 = 4,76 und pKs3 = 6,4. Der teilweise beziehungsweise vollstĂ€ndig dissoziierte SĂ€urerest der CitronensĂ€ure wird als Citrat bezeichnet.

Chemische Eigenschaften

CitronensĂ€ure kann viele Reaktionen eingehen, die fĂŒr CarbonsĂ€uren beschrieben werden, unter anderem

CitronensĂ€ure kann mit verschiedenen Oxidationsmitteln (beispielsweise Peroxiden oder Hypochloriten) oxidiert werden. In AbhĂ€ngigkeit von den Reaktionsbedingungen können dabei ÎČ-KetoglutarsĂ€ure, OxalsĂ€ure, Kohlendioxid und Wasser entstehen.

Verwendung

CitronensĂ€ure wirkt nicht nur durch die saure Wirkung kalklösend, sondern auch durch Bildung eines Calcium-Komplexes und wird hĂ€ufig in Reinigungsmitteln eingesetzt. Damit wird der unangenehme Geruch von Essigreinigern vermieden. Allerdings sind die Komplexe nicht hitzebestĂ€ndig und zerfallen beim Erhitzen zu relativ schwer löslichem Calciumcitrat. CitronensĂ€ure kann beispielsweise fĂŒr die Entkalkung von Wasserkochern, Tauchsiedern, WasserhĂ€hnen, Duschköpfen, GeschirrspĂŒlern oder Waschmaschinen verwendet werden.

CitronensĂ€ure und ihre Salze werden zur Konservierung und als SĂ€uerungsmittel von Lebensmitteln verwendet, beispielsweise in GetrĂ€nken. In Brausepulver und -stĂ€bchen ist sie zusammen mit Natriumhydrogencarbonat enthalten. CitronensĂ€ure wird insbesondere in Limonaden und Eistee verwendet, kommt in FruchtsĂ€ften aber auch natĂŒrlich vor. Die CitronensĂ€ure ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff unter der Nummer E 330 in den meisten Lebensmitteln unbegrenzt zugelassen. Eine Ausnahme bilden zum Beispiel Schokoladenerzeugnisse und FruchtsĂ€fte, fĂŒr die nur eine begrenzte Zulassung vorliegt, und einige Lebensmittel, wie zum Beispiel Honig, Milch und Butter, fĂŒr die keine Zulassung vorliegt.[5] Da sie auch als Peptisator wirkt, wird sie auch zur Herstellung von stabilen Suspensionen eingesetzt. Der Zusatz zu Fischgerichten kann biogene Amine in nicht flĂŒchtige Salze ĂŒberfĂŒhren und so den Fischgeruch mindern.

CitronensĂ€ure und ihre Salze (Citrate) verhindern die Blutgerinnung. Deshalb konserviert man Blutspenden in Beuteln, die eine Citratpufferlösung enthalten. FĂŒr Gerinnungsanalysen verwendet man sogenanntes Citratblut, bei dem Blut mit Citrat im VerhĂ€ltnis 9:1 (9 Teile Blut + 1 Teil 0,11 Mol/l Natriumcitrat) gemischt wird. Eine spezielle Verwendung ist der Einsatz in Zellseparatoren. Dabei wird aus einer Vene Blut entnommen, im GerĂ€t werden die gewĂŒnschten Blutbestandteile (zum Beispiel Thrombozyten) abgetrennt, und das restliche Blut wird in die Vene zurĂŒckgefĂŒhrt. Damit das Blut im GerĂ€t keine gefĂ€hrlichen Gerinnsel bildet, wird es mit Citratpuffer versetzt.

CitronensĂ€ure wird auch als SpĂŒllösung bei Wurzelkanalbehandlungen in der Zahnmedizin verwendet.

Weitere Einsatzgebiete der Salze der CitronensÀure:

  • CitronensĂ€ure wird als WasserenthĂ€rter und alternativer WeichspĂŒler eingesetzt.
  • CitronensĂ€ure wird zur Passivierung von Edelstahl eingesetzt. Bei diesem Verfahren werden die freien Eisenanteile aus der EdelstahloberflĂ€che gelöst. Dadurch wird das Chrom-Eisen-VerhĂ€ltnis positiv beeinflusst, das zu einer Verbesserung der Passivschicht und damit zur Verbesserung des Korrosionsschutzes von Edelstahl fĂŒhrt.
  • Calciumcitrat-haltige PrĂ€parate werden in der Wellness-Industrie als NahrungsergĂ€nzungsstoff verwendet.
  • Ähnliche PrĂ€parate werden auch Hunden zur KrĂ€ftigung von Gebiss und Knochen verabreicht.
  • Magnesiumcitrat soll als PrĂ€parat oder als NahrungsergĂ€nzung den Magnesiumspiegel im Körper erhöhen und so beispielsweise WadenkrĂ€mpfen vorbeugen, sowie die allgemeine LeistungsfĂ€higkeit steigern.
  • CitronensĂ€ure wird auch als Katalysator bei der Biokohleherstellung durch Hydrothermale Carbonisierung verwendet.[6]
  • Die Salze Trinatriumcitrat und Trilithiumcitrat werden in der Bauchemie – je nach zugesetzter Menge – als Verzögerer oder Beschleuniger fĂŒr die AushĂ€rtung zementĂ€rer Massen eingesetzt.
  • Viele basische Arzneimittelwirkstoffe werden als Citrate dargereicht (beispielsweise Sildenafil-Citrat in Viagra).
  • CitronensĂ€ure wird zur pH-Wert-Einstellung von Kosmetika, z.B. Hautpflegelotion oder -creme, verwendet.[7][8]
  • In hoher Dosierung wird CitronensĂ€ure auch als Rostentferner eingesetzt.

Biologische Bedeutung

Citrat gilt als einer der wichtigsten Inhibitoren der Harnsteinbildung. Erhöhte Werte an Citrat im Urin senken also das Risiko der Bildung von Harnsteinen. Das im Urin ausgeschiedene Citrat stammt einerseits aus dem Stoffwechsel (Citratzyklus), andererseits wird es mit der Nahrung aufgenommen.

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f g h Eintrag zu ZitronensĂ€ure in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 2. Dezember 2007 (JavaScript erforderlich).
  2. ↑ a b c Christian Beyer: Quantitative anorganische Analyse: ein Begleiter fĂŒr Theorie und Praxis. Springer Science & Business, 1996, ISBN 3-528-06779-9, S. 96 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google Buchsuche).
  3. ↑ a b c Datenblatt CitronensĂ€ure bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 30. November 2009.
  4. ↑ Citric acid bei ChemIDplus.
  5. ↑ Anlage 4 (zu § 5 Abs. 1 und § 7) Begrenzt zugelassene Zusatzstoffe.
  6. ↑ Peter Brandt: Die „Hydrothermale Carbonisierung“: eine bemerkenswerte Möglichkeit, um die Entstehung von CO2 zu minimieren oder gar zu vermeiden?, in: Journal fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, 2009, 4 (2), S. 151–154; doi:10.1007/s00003-009-0472-7.
  7. ↑ Vollrath, Hopp: CitronensĂ€ure: Beispiel fĂŒr ein biotechnisches Produkt, in: Grundlagen der Life Sciences, Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2000, ISBN 978-3-527-29560-9.
  8. ↑ Professor Blumes Medienangebot: CitronensĂ€ure in der Kosmetik.

Literatur

  • Rolf D. Schmid: Taschenatlas der Biotechnologie und Gentechnik, 2. Auflage, Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2006, ISBN 3-527-31310-9.

Weblinks

 Commons: Citric acid â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: ZitronensĂ€ure â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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