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Zoo (altgr. Î¶áż·ÎżÎœ [dzÉÌËon], âLebewesen, Tierâ) ist die Kurzform fĂŒr zoologischer Garten und bezeichnet eine groĂe, meist parkartige Anlage zur Haltung und öffentlichen Zurschaustellung verschiedener Tierarten.[1] Synonym sind Tiergarten und Tierpark â diese Bezeichnungen werden meist von Zoos gewĂ€hlt, die eine weite Parklandschaft besitzen. Auf Grundlage der geschichtlichen Entwicklung gelten vor allem wissenschaftlich geleitete Parks als Zoo. In der breiten Ăffentlichkeit werden aber auch andere Tierhaltungen wie gröĂere Wildgehege und Volierensammlungen als Zoo verstanden. Zoos dienen der Bildung, Forschung, Erholung und dem Naturschutz, zum Beispiel durch Nachzucht seltener Tiere und deren Auswilderung, sind aber ausgehend von einer Tierschutz- oder Tierrechtsposition umstritten.
Im deutschen Recht ist der Begriff Zoo legaldefiniert in § 42 Bundesnaturschutzgesetz als âdauerhafte Einrichtung, in der lebende Tiere wild lebender Arten zwecks Zurschaustellung wĂ€hrend eines Zeitraumes von mindestens sieben Tagen im Jahr gehalten werdenâ, ausgenommen sind unter anderem Zirkusse und Tierhandlungen.
Inhaltsverzeichnis |
Die frĂŒhesten ĂŒberlieferten zooĂ€hnlichen Tierhaltungen stammen aus China, wo bereits um 2000 v. Chr. am Hof eines Kaisers der Xia-Dynastie Tiere gehalten wurden. Einen weiteren Park lieĂ Wu-Wang, der Ahnherr der Zhou-Dynastie, um 1150 v. Chr. anlegen.[2] Die auch Park der Intelligenz genannte Anlage bestand noch um die Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. und beherbergte SĂ€ugetiere, Vögel, Schildkröten und Fische.[3] Im Alten Orient wurden exotische Tiere schon frĂŒh unter Herrschern ausgetauscht oder dienten als Tribut. So waren unter dem Tribut von Sidon und Arwad an den mittelassyrischen Herrscher Tiglat-pileser I. eine Ăffin und ein Krokodil, AĆĄĆĄur-bÄl-kala erhielt eine Ăffin und einen âFluĂmannâ (amÄ«l nÄri, vielleicht ein Ichneumon oder eine Robbe) als Geschenk des Ă€gyptischen Pharaos[4]. Wildrinder (buráž«is und teĆĄÄnu) und Kamele handelte er aus den Bergen des Ostens ein[5].
Bekannt wurde auch die den spĂ€teren europĂ€ischen Menagerien Ă€hnliche Anlage des Aztekenherrschers Moctezuma II. (1465â1520), von der Meyers Konversations-Lexikon schreibt:âDie Spanier wurden bei der Eroberung von Mexiko durch den Anblick der kaiserlichen Menagerie, einer langen Reihe von WasserbehĂ€ltern, VogelhĂ€usern und KĂ€figen mit wilden Tieren, ĂŒberrascht. Besonders ausgezeichnet waren die Schmuckvögel aus allen Teilen des Aztekenreichs, doch fehlte es auch nicht an Schlangen. Den Raubvögeln dienten 500 TruthĂ€hne tĂ€glich zur Nahrung. 300 Menschen waren mit der Pflege der Wasservögel, welche auf zehn Teichen gehalten wurden, ebensoviel mit der der Raubtiere beschĂ€ftigt.â
â Meyers Konversations-Lexikon 1889[6]
In Europa hielten sich Klöster einen kleinen Tierbestand, so im 10. Jahrhundert das Kloster St. Gallen. In den dortigen Zwingern war allerlei Wild und GeflĂŒgel, wie solches teils in den nahen Alpen hauste oder als Geschenk fremder GĂ€ste dem Kloster verehrt worden war, untergebracht.[7]
DarĂŒber hinaus sind im Mittelalter unzĂ€hlige Tiergehege zu Jagdzwecken unterhalten worden, z. B. der Hirschgraben zu Frankfurt am Main. Neben der Jagd war das Zurschaustellen der wichtigste Zweig bei der GrĂŒndung von Menagerien. Menagerien waren zumeist an den Hof eines Adeligen gebunden. Die wohl bedeutendste war die königliche Menagerie im Tower of London, die 1235 unter Heinrich III. von England (1207â1272) ihren Anfang nahm. Im 16. Jahrhundert begann auch die italienische Aristokratie, in den GĂ€rten ihrer Residenzen am Rande der StĂ€dte âexotischeâ Tiere zu halten. Zu einer regelrechten BlĂŒte kamen die Menagerien, nachdem Ludwig XIV. (1638â1715) den Jagdpavillon im Schlosspark von Versailles 1662 zu einem Komplex aus Gehegen fĂŒr âexotischeâ Tiere hatte ausbauen lassen.
Ausgehend von den höfischen Menagerien und verbunden mit wissenschaftlichem Forschungsdrang entwickelte sich im ausgehenden 18. Jahrhundert der Anspruch, lebende Tiere genauer erforschen und beobachten zu können. Da die Haltungsbedingungen in den höfischen Menagerien zum Teil den Lebensgewohnheiten der meist wild gefangenen Tiere widersprachen und diese dahinvegetierten, waren sie fĂŒr wissenschaftliche Forschungen ungeeignet. Hinzu kam, dass der Zutritt zu diesen Menagerien reglementiert war und sich die Forderung erhob, die Menagerien auch fĂŒr die Allgemeinheit zu öffnen. Die sich um 1800 nach der sukzessiven Auflösung der fĂŒrstlichen Privatmenagerien bildenden wandernden Tiersammlungen verfolgten als kommerzielle Unternehmen zunĂ€chst Ă€hnliche Ziele wie die ersten öffentlichen Menagerien, verschrieben sich indes im Verlauf des 19. Jahrhunderts im Gegensatz zu den Intentionen der Zoos der Schaulust des Publikums.
Der Ă€lteste noch bestehende Zoo der Welt ist der 1752 durch Franz I. Stephan begrĂŒndete Tiergarten Schönbrunn in Wien. Er war zunĂ€chst eine höfische Menagerie mit privatem Charakter und öffnete erst 1778 seine Tore fĂŒr die breite Ăffentlichkeit. Der Tiergarten Schönbrunn ist zugleich der einzige Zoo, in dem in noch erhaltenen, inzwischen der modernen Zootierhaltung angepassten barocken MenageriegebĂ€uden Tiere gepflegt werden. Seinem SelbstverstĂ€ndnis und der aktuellen internationalen Selbstdefinition der TiergĂ€rten zufolge ist er heute ein wissenschaftlich gefĂŒhrter Zoologischer Garten, der seine Hauptaufgabe im Arten- und Naturschutz sowie im gesetzlich vorgegebenen Bildungsauftrag sieht. Die erhaltenen Teile des barocken Ensembles, die seit einigen Jahren mit Elementen der modernen Zooarchitektur ergĂ€nzt werden, vermitteln trotzdem immer noch einen guten Eindruck von den Menageriebauten des 18. Jahrhunderts nach dem Vorbild von Versailles.
Als Ă€ltester wissenschaftlich gefĂŒhrter Zoo gilt die MĂ©nagerie du Jardin des Plantes in Paris, die 1793 nach der endgĂŒltigen Auflösung der Versailler Menagerie entstand. Sie stand von Anfang an jedermann offen und bot namhaften Naturwissenschaftlern jener Zeit â unter ihnen Georges Cuvier, Ătienne Geoffroy Saint-Hilaire, La CĂ©pĂšde und Jean-Baptiste de Lamarck â die Möglichkeit, âexotischeâ Tiere zu erforschen.
Die Bezeichnung âZoologischer Gartenâ fand erstmals 1828 beim Londoner Zoo Verwendung. Am 1. August 1844 eröffnete der Ă€lteste fortbestehende Zoo in Deutschland, der Zoologische Garten in Berlin seine Pforten. Seit den 1860er Jahren folgte eine Welle bĂŒrgerlicher ZoogrĂŒndungen in fast allen groĂen StĂ€dten.
Die 1896 von Carl Hagenbeck erfundene gitterlose Tierhaltung wurde in Hagenbecks Tierpark in Hamburg erstmals umgesetzt. Darin versuchte er, nach Möglichkeiten auf Gitter zu verzichten und die Gestaltung der Umgebung der Tiere an ihre LebensrÀume anzulehnen. Sie hat sich als Paradigma in der Zoogestaltung im Verlauf des 20. Jahrhunderts etabliert.
Kaiser Wilhelm II. besichtigt 1909 eine Gruppe Ăthiopier bei einer Völkerschau im Tierpark Hagenbeck.
Vom ausgehenden 19. bis in die erste HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts war es ĂŒblich, im Rahmen sogenannter Völkerschauen als âexotischâ empfundene Menschen zur Schau zu stellen. Dies fand hĂ€ufig in Zoos statt. Etwa 300 verschiedene nichteuropĂ€ische Menschengruppen wurden in âanthropologisch-zoologischen Ausstellungenâ unter starker, Unterhaltungszwecken geschuldeter Verfremdung ihrer GebrĂ€uche im Sinne von Klischeevorstellungen und völkischem Chauvinismus ausgestellt. 1875 öffnete Carl Hagenbeck eine der ersten Völkerschauen. Weitere kommerziell erfolgreiche Aussteller folgten.[8] Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es vereinzelt Veranstaltungen in Zoos, die mit den heute als rassistisch bewerteten Völkerschauen in Verbindung gebracht wurden. Das âAfrican Villageâ, eine Idee des Augsburger Zoos im Jahre 2005, wurde in diesem Zusammenhang kontrovers diskutiert.[9]
Eine weitere ZoogrĂŒndungswelle gab es im Europa der 1930er Jahre. Mit wachsender MobilitĂ€t der Bevölkerung entstanden seit den 1960er Jahren auf dem Land viele kleinere Anlagen.
Die Schwerpunktaufgaben eines Zoos haben sich im Laufe der Geschichte von der einfachen Ausstellung âexotischerâ Tiere hin zur Erforschung von Tierarten sowie der Erhaltungszucht verschoben. Der BegrĂŒnder der Tiergartenbiologie, Professor Dr. Heini Hediger, definierte schon vor fast 60 Jahren die Hauptaufgaben der Zoos als
Daran hat sich bis heute nichts geĂ€ndert. Vor allem der Natur- und Artenschutz steht bei den weitaus meisten wissenschaftlich gefĂŒhrten Zoos heute im Vordergrund. So betreuen und finanzieren viele Zoos eigene Schutzprojekte in Situ, also im Lebensraum der Wildtiere. Im deutschsprachigen Raum haben sich ĂŒber 45 Zoos in der Stiftung Artenschutz zusammengetan, um gemeinsam fĂŒr Artenschutzprojekte zu werben.
Eine internationale Dachfunktion verschiedener Erhaltungszuchtprogramme fĂŒhrt die World Association of Zoos and Aquariums WAZA aus, der 22 regionale oder nationale Zoo- und AquarienverbĂ€nde sowie 213 individuelle Zoos und Aquarien in 46 LĂ€ndern als institutionelle Mitglieder angehören.
Tierarten, die ohne Erhaltungszuchtprogramme zoologischer GÀrten bereits ausgestorben wÀren, sind zum Beispiel: Wisente, Przewalskipferde, Mhorrgazellen, Kalifornische Kondore, Davidshirsche (Milus) und Oryxantilopen.
Zoos mit ihren Spezialformen Sealife Centers, Ozeanarien, Wildparks, Terrarien und Aquarien sind nicht nur aus Sicht des internationalen Museumsdachverbandes ICOM Museen, sondern auch aus Sicht der Museologie. Das bedeutet, dass es trotz einiger Unterschiede mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen den Institutionen gibt. Heutzutage vermischen sich die Grenzen auch zunehmend: so finden man zum Beispiel in der Masoala-Halle des Zoos ZĂŒrich Ausstellungselemente, im Naturhistorischen Museum Wien Terrarien und Aquarien.
Im Unterschied zu Biologie, Tiergartenbiologie und Tierpsychologie beschĂ€ftigt sich die Museologie als Gesellschaftswissenschaft mit der Tier-Mensch-Beziehung, wie sie in Zoos der verschiedenen Formen und Entwicklungsarten zum Ausdruck kommt. Dabei ist sie sich einig mit dem BegrĂŒnder der Tiergartenbiologie, dem Schweizer Professor Dr. Heini Hediger, der 1942 die Tier-Mensch-Beziehung, die Nahrung und den Raum als die tiergartenbiologischen Problemkreise von Zooinsassen definierte[10]. Durch die Lebendigkeit des Kulturguts des Zoos interagiert es zwischen Ausstellern und Besuchern: âDer Zoo ist eine Ausstellung an der Schnittstelle zwischen Natur und Kultur, Mensch und Tier, Zivilisation und Wildnis und zugleich ein architektonischer Raum, um diese Schnittstelle zu inszenieren.â[11]
Die Zooarchitektur hat sich immer wieder verĂ€ndert und dem wachsenden VerstĂ€ndnis fĂŒr die BedĂŒrfnisse der gehaltenen Tiere angepasst. Bauten in Zoos wurden abhĂ€ngig von ihrer Zeit völlig unterschiedlich konzipiert und gestaltet.
Basierend auf der Architektur der höfischen Menagerien waren in den Zoos des 19. und frĂŒhen 20. Jahrhunderts die Tiere zum Teil Dekorationsobjekt fĂŒr ungewöhnliche Bauten, wie das Antilopenhaus im Zoologischen Garten Berlin. Viele dieser architektonisch interessanten Bauten aus frĂŒher Zoogeschichte sind fĂŒr heutige Zoos ein Problem, insbesondere wenn sie unter Denkmalschutz stehen und nur geringfĂŒgig geĂ€ndert werden können. Der Widerstreit zwischen Denkmalschutz und Tierschutz schrĂ€nkt die tiergĂ€rtnerischen Nutzungsmöglichkeiten erheblich ein. Ein Beispiel dafĂŒr ist der Tiergarten Schönbrunn, der zum Weltkulturerbe gehört und der sich in seinen engen geografischen Grenzen der modernen Zootierhaltung anpassen musste, ohne die Ă€uĂere Architektur zu verĂ€ndern.[12]
Auch im Tierpark Berlin, dessen 1963 eröffnetes Raubtierhaus unter Denkmalsschutz steht und das seinerzeit das gröĂte Raubtierhaus der Welt war, gab es nur geringe Möglichkeiten zum Ausbau der zum Haus gehörenden AuĂenanlagen: Die alten KĂ€figreihen an den FlĂŒgeln des Hauses durften zwar vergröĂert werden, die exakte Anzahl und Ausrichtung musste aber erhalten bleiben, um den architektonischen Charakter des Hauses zu wahren.
WĂŒstenlandschaft im Burgersâ Zoo, Arnheim
Pandahaus im Zoo von Peking.
Nairobi-Dorf im San Diego Wild Animal Park.
Giraffengehege im Tiergarten Schönbrunn.
Seit Mitte der 1990er Jahre beeinflusst eine aus den USA kommende Erlebnisarchitektur die Gestaltung zoologischer GĂ€rten. Vielfach entstehen sogenannte Immersionsgehege, bei denen der Besucher tatsĂ€chlich oder scheinbar den natĂŒrlichen Lebensraum der Tiere betritt. Das Tier ist damit kein reines Ausstellungsobjekt mehr, sondern bewohnt (und verteidigt) sein Territorium. Je nach gestaltetem Lebensraum hat das Tier â mitunter zum Bedauern der Besucher â auch die Möglichkeit, sich dem Betrachter zu entziehen. Einer der ersten Zoos in Deutschland, der dieses Konzept erfolgreich umgesetzt hat, ist der Erlebnis-Zoo Hannover.
Eine besondere Art der Zoogestaltung ist der sogenannte Geozoo, in dem Tiere nicht nach systematischen, sondern nach geographischen Gesichtspunkten gehalten und auf gemeinsamen Anlagen vergesellschaftet werden.
| Typ | Beschreibung | Angebot | Gestaltung | Beispiele |
|---|---|---|---|---|
| Zoo / Zoologischer Garten | Der Zoo zeigt eine groĂe Auswahl an meist exotischen Tierarten |
Vorwiegend exotische Arten | Tieranlagen und TierhÀuser dominieren in einer Parklandschaft | Zoo Basel, Zoologischer Garten Berlin, Zoo Frankfurt, Zoo Leipzig, Zoo Wuppertal, Hagenbecks Tierpark (Hamburg) |
| Tiergarten | Der Tiergarten zeigt wie der Zoo auch exotische Tierarten, wobei die Artenzahl jedoch zugunsten der Parklandschaft geringer ist | Vorwiegend exotische aber auch einheimische Arten | GroĂzĂŒgige Parklandschaft | Tierpark Berlin, Tiergarten NĂŒrnberg, Tiergarten Schönbrunn, Wien |
| Tierpark | Der Tierpark zeigt exotische Tierarten genauso wie einheimische | Exotische und einheimische Arten | Park- und Waldlandschaft | Tierpark DĂ€hlhölzli, Bern, Tier- und Naturpark Schloss Herberstein, Tierpark NeumĂŒnster, Heimat-Tierpark Olderdissen |
| Wildpark | Der Wildpark zeigt vor allem einheimische Tierarten | Einheimische Arten, einzelne Exoten | Park- und Waldlandschaft | Wildpark LĂŒneburger Heide, Wildpark Schwarze Berge, Wildpark Eekholt, Wildpark Langenberg |
Besonderheiten sind Zoos, die sich auf bestimmte LebensrÀume spezialisiert haben wie Aquarien, Delfinarien, Meeres-Themenparks, Schmetterlingszoos, Reptilienzoos, Vogel- und Safariparks.
Eine weitere Besonderheit sind Streichelzoos, in denen die Tiere angefasst und meist auch gefĂŒttert werden dĂŒrfen. Streichelzooanlagen finden sich auch in vielen gröĂeren Zoos als zusĂ€tzliches Angebot fĂŒr Kinder.
Hinzu kommen Zoos, die sich schwerpunktmĂ€Ăig bestimmten Tierarten widmen wie beispielsweise der Affenzoo Apenheul und der Alpenzoo in Innsbruck.
Einige TierschĂŒtzer kritisieren die Haltung von Wildtieren in zoologischen GĂ€rten. Den meist nicht domestizierten Tieren werde es in den KĂ€figen und Gehegen unmöglich gemacht, ihre natĂŒrlichen Verhaltensweisen auszuleben.[13] Bei wissenschaftlichen Untersuchungen von Zootieren wurden vereinzelte Verhaltensstörungen festgestellt, die als Folge dieser Haltung angesehen werden können.
Weiter wird kritisiert, dass noch immer wilde Tiere fĂŒr zoologische GĂ€rten gefangen und exportiert wĂŒrden, dass ĂŒberzĂ€hlige Jungtiere getötet und manche Tierarten â wie Elefanten â gewaltsam dressiert wĂŒrden. Diese Kritikpunkte beziehen sich meist auf Zoos im Allgemeinen und berĂŒcksichtigen nur zum Teil die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte weg von der Zurschaustellung in engen KĂ€figen hin zur artgerechten Haltung in groĂen Tieranlagen mit Versteckmöglichkeiten. Diese Entwicklungen sind aber lĂ€ngst nicht abgeschlossen und stehen in einigen Zoos auch noch am Anfang. Zum Teil lassen sich diese Entwicklungen sogar auf Aktionen und MaĂnahmen des Tier- und Umweltschutzes zurĂŒckfĂŒhren. TierschĂŒtzer wie Hanno WĂŒrbel fordern aber ein generelles Umdenken hin zum Haltungsverzicht einiger Tierarten wie EisbĂ€ren und Elefanten, deren Haltung in Zoos dem Leben in freier Wildbahn in keiner Weise Ă€hnlich sei.[14]
Dale Jamieson argumentiert in seinem Essay âAgainst Zoosâ fĂŒr die Abschaffung von Zoos: Demnach erforderten die Moral und âunserâ eigenes Ăberleben, dass âwirâ lernen, als âeine Art unter vielenâ zu leben. Zoos lehrten aber den Unterschied zwischen Menschen und Tieren und damit ein falsches und gefĂ€hrliches VerstĂ€ndnis âunseresâ Platzes in der natĂŒrlichen Ordnung. Deshalb wĂ€re es sowohl fĂŒr Menschen wie Tiere besser, wenn Zoos abgeschafft wĂŒrden.[15]
Eine von der amerikanischen Association of Zoos and Aquariums im Jahr 2007 veröffentlichte und von Zoos und Aquarien vielfach zitierte Studie, die nahelegte, dass Zoos erhöhte Aufmerksamkeit und VerhaltensĂ€nderungen in der Ăffentlichkeit bezĂŒglich Arten- und Umweltschutz bewirken, wurde 2010 seitens mehrerer Wissenschaftler auf ihre Stichhaltigkeit geprĂŒft. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass die Studie aufgrund methodologischer MĂ€ngel nur sehr geringe Aussagekraft besitze und dass es bis heute keine Hinweise gebe, dass Zoos und Aquarien das Verhalten und die Einstellungen von Besuchern hinsichtlich Naturschutz positiv beeinflussen.[16]
Seit 2011 veröffentlicht die Tier- und Artenschutz-Organisation Born Free Foundation LĂ€nderberichte ĂŒber eine Reihe von Zoos in der EU. Darin werden VerstöĂe gegen die EU-Richtlinie â1999/22 Ăber die Haltung wildlebender Tiere in Zoosâ[17] dokumentiert und anschlieĂend Empfehlungen abgegeben.[18]
In der öffentlichen Wahrnehmung tauchen meist nur die Zoos aus der jeweiligen Region auf. Dies ist oft mit Werbung (z. B. fĂŒr Fotoausstellungen, Familientagen und Ăhnlichem) verbunden. Des Weiteren wird in lokalen Medien hĂ€ufig ĂŒber kĂŒrzliche Geburten von Jungtieren regionaler Zoos berichtet.
Ăberregionale Berichterstattung ist eher selten und beschrĂ€nkt sich zumeist auf zĂŒchterische Erfolge. Die weltweite Berichterstattung ĂŒber den EisbĂ€ren Knut aus dem Zoologischen Garten Berlin ist eine Ausnahmeerscheinung. Ein anderer Anlass fĂŒr ĂŒberregionale Berichterstattung sind UnglĂŒcksfĂ€lle, wie sie sich unter anderem 2004 und 2006 im Tierpark Chemnitz oder 2002 und 2005 im Tiergarten Schönbrunn ereigneten.
Einen besonderen Stellenwert in der öffentlichen Wahrnehmung nehmen die Fernsehdokumentationen aus Zoos ein, von denen Elefant, Tiger & Co. die erfolgreichste und langlebigste ist. Die am 1. April 2003 gestartete Serie berichtet ĂŒber die Tiere im Leipziger Zoo, Ă€hnliche Formate wurden in den letzten Jahren auch fĂŒr andere deutsche Zoos entwickelt (ARD, ZDF, VOX). Neu war die Einbindung des Tierpflegepersonals in das Konzept, sodass der Zuschauer Anteil am Beruf des Tierpflegers nehmen kann. Bereits Jahre zuvor waren mit der Radiosendung Im Tierpark belauscht mit Karin Rohn und der Fernsehsendung Zoo Teletreff aus dem Tierpark Berlin (DDR-Fernsehen) sowie Ein Doc fĂŒr alle Felle (WDR), Lebensraum Tierpark und Zoo und Co (BR) Ă€hnliche Formate populĂ€r geworden. Verschiedene Zoos stellte schon Prof. Bernhard Grzimek regelmĂ€Ăig in den frĂŒhen Folgen von Ein Platz fĂŒr Tiere vor, spĂ€ter die Reihen Zoos der Welt, Zoobummel international (mit Professor Dr. Dr. Heinrich Dathe) und bis heute Zoo-Geschichten und Abenteuer Zoo. Hinzu kommen eine groĂe Zahl fĂŒr Kinder gedachte Formate wie Arche Noah und Wombaz, die aus unterschiedlichen Zoos berichten.