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Zuchwil

BW
Zuchwil
Wappen von Zuchwil
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Solothurn
Bezirk: Wasseramtw
BFS-Nr.: 2534i1f3f4
Postleitzahl: 4528
UN/LOCODE: CH ZWL
Koordinaten: 609176 / 22829847.2055577.559734433Koordinaten: 47° 12′ 20″ N, 7° 33′ 35″ O; CH1903: 609176 / 228298
Höhe: 433 m ĂĽ. M.
Fläche: 4.67 km²
Einwohner: 8805 (31. Dezember 2010)[1]
Website: www.zuchwil.ch
Karte
Karte von Zuchwil
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Zuchwil, in Schweizer Mundart Zuchu genannt, ist eine politische Gemeinde im Bezirk Wasseramt des Kantons Solothurn in der Schweiz.

Zuchwil ist ein Vorort der Stadt Solothurn und bevölkerungsmässig nach Solothurn, Olten und Grenchen die viertgrösste Gemeinde des Kantons. Mit 8815 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2009) ist es die grösste Gemeinde des Bezirks Wasseramt, bei einer eher unterduchschnittlichen Flächendimension von 4.67 km². Mit 41 Prozent ausländischen Staatsangehörigen (2009) hat Zuchwil den höchsten Ausländer-Anteil im Kanton Solothurn und einen der höchsten schweizweit.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

  • Bronzezeit (etwa um 1000 v.Chr.) - Metallfunde einer Siedlung im jetzigen Emmenschachen[2].
  • Ă„ltere Eisenzeit (Hallstattzeit) - Eine Siedlung besteht am Rande von Birchi, an der jetzigen oberen BĂĽhlstrasse. Im Birchiwald gibt es eine Befestigung.
  • JĂĽngere Eisenzeit (La Tène-Zeit) - Im nördlichen Emmenschachen, in der Nähe einer Verteidigungsanlage, wurde ein Schwert gefunden.
  • Römerzeit (58 v.Chr. - 400 n.Chr.)- Eine Römerstrasse verläuft vom Bucheggberg und von Solothurn ostwärts durch Zuchwil. Am Ort der jetzigen katholischen Kirche, gibt es eine Villa Rustica mit 44m langem Hauptgebäude. Der Hof steht in einem Strassendorf mit mindestens vier weiteren Villen. Viele Dorfbewohner sind wahrscheinlich Kaufleute und Veteranen aus dem Vicus in Solothurn.
  • Völkerwanderungszeit (400-700) - Nach dem RĂĽckzug der Römer besetzen die romanisierten aber germanischen Burgunder das Gebiet. Aus dieser Zeit gibt es bei der jetzigen katholischen Kirche Gräber mit Beigaben. Später nehmen Alemannen von der Gegend Besitz. Um sich besser gegen kriegerische Angriffe zu schĂĽtzen, befestigen sie den HĂĽgel Birchi (alemannisch fĂĽr "geschĂĽtzter Platz"). Schon im 7. Jahrhundert wird die erste St. Martins-Kapelle gebaut[3]
  • ca. 1000 - Zuchwil wird in denjenigen Akten des geistlichen Solothurner St. Ursen-Stifts, die erhalten geblieben sind, erstmals erwähnt. Das Stift hatte die Grundherrschaft ĂĽber die hier lebenden zehntpflichtigen Bauernfamilien. Der Name bedeutet beim Gehöft des Zucho. Territorial gehörte das Dorf damals noch zu Hochburgund, nicht zu Solothurn.
  • 1454 - Die erste BrĂĽcke ĂĽber die Emme wird erbaut. Zuvor gab es nur einen Steg; Fuhrwerke mussten den Fluss durchqueren.
  • 1581 - Die zweite (heute nicht mehr existierende) katholische St. Martins-Kirche wird fertiggebaut, nachdem der Kanton in der Reformationszeit beim alten Glauben geblieben war.
  • 1850 - Hungerjahre brechen aus - nicht zum ersten Mal, aber hier erneut, auch nach dem Sturz des aristokratischen Regiments im Kanton durch die Liberalen im Jahr 1830.
  • 1871 - Die ersten Steuern werden eingezogen, nachdem die moderne Gemeindeform heutigen Zuschnitts eingefĂĽhrt worden war. In frĂĽheren Zeiten mussten die Leute Fronarbeit verrichten und dem erwähnten St. Ursen-Stift Zehnten und Zinsen abliefern.
  • 1875 - Die Solothurner Actienbrauerei kauft ein GrundstĂĽck an der Rainstrasse in Zuchwil und baut eine Brauerei[4]. Im 1907 arbeiten dort 20 Leute[5]. Die Brauerei wird 1922 geschlossen[6].
  • 1885 - Einem Grossbrand fallen mehrere Gebäude zum Opfer. Dennoch ist der alte Dorfkern sĂĽdöstlich der Martins-Kirche auch heute noch relativ gut erkennbar, mit einzelnen Riegelhäusern und anderen älteren Häusern, z.B. mit Baujahr 1845
  • 1900 zählt Zuchwil erst 1100 EinwohnerInnen und ist damit nur das viertgrösste Dorf im Wasseramt (das grösste ist damals Derendingen). Erst danach siedelt sich Industrie an, die durch eine vom Stimmvolk beschlossene restriktive Bodenpolitik Solothurns sowie durch die Bahnhof-Nähe angezogen wird.
  • 1939 - "Die Männer von Zuchwil" - eine Resolution gegen nationalsozialistische Umtriebe im Dorf wird verabschiedet.
  • 1939-1945 - Die Waffenfabrik Zuchwil auf dem heutigen Sultex-Gelände beliefert im 2. Weltkrieg aufgrund einer deutschen Beteiligung an der Firma sowie des herrschenden geopolitischen Druckes einzig Hitler-Deutschland und Mussolini-Italien mit Waffen und gerät damit auf eine schwarze Abschussliste der Alliierten. Ausserdem ist sie in einem deutschen Angriffsplan auf die Schweiz als eines der Ziele erster Priorität markiert. Nach dem Krieg lässt sich dann die Firma Sulzer mit ihrer Textilmaschinen-Sparte auf diesem Areal nieder, bis in den 1990er Jahren die Produktion unter dem Namen Sultex in italienische Hände ĂĽbergeht.

Geographie

Die angrenzenden Nachbargemeinden Zuchwils sind Luterbach, Derendingen, Biberist, Feldbrunnen-St. Niklaus, Riedholz sowie die Stadt Solothurn. Dabei bildet die Aare eine natürliche Grenze nach Norden zu Solothurn, Feldbrunnen-St. Niklaus und Riedholz, während der Lauf der Emme der östlichen Grenze nach Luterbach und Derendingen entspricht. Der am weitesten nördlich liegende Punkt Zuchwils ist somit der Zusammenlauf der Emme mit der Aare am sogenannten Emmenspitz. Die Südgrenze nach Biberist bilden weitgehend der Birchi- und der Dittiberg-Wald, je an ihrer Südseite. Westlich zur gleichen Gemeinde spielen die Bahnlinie RBS und wichtigere Strassenzüge die Hauptrolle, was darauf hindeutet, dass diese letztere Grenzziehung nicht sehr alt ist. Deutlich älter ist hingegen der relativ kurze Grenzabschnitt zu Solothurn: Die Gleisanlagen des neuen Solothurner Hauptbahnhofs wurden 1886 bis auf Zuchwiler Gemeindegebiet herübergezogen. Die dortige Grenze scheint seit Jahrhunderten zu bestehen, als Ergebnis der Ausscheidung von Weide- und Ackerrechten zwischen Solothurner und Zuchwiler Bauern.

Sport

Sportzentrum Zuchwil

Das Sportzentrum Zuchwil bietet eine grosse Auswahl, sich sportlich betätigen zu können. Gleichzeitig finden hier auch gelegentlich Sportanlässe statt, z.B. Eishockeymatches (gelegentlich sogar Länderspiele mit der Nationalmannschaft). In der Nähe vom Sportzentrum befindet sich der Sportplatz Widi mit weiteren Fussballfeldern und Tennisplätzen. Zwischen dem Sportzentrum und dem Widi-Sportplatz ist ein kleiner Wald mit einer 800m langen Finnenbahn. Ebenfalls beliebt unter Joggern ist der "Aarelauf" auf beiden Uferseiten zwischen dem Emmenspitz und der sogenannten roten Velobrücke. Jährlich findet der Derendinger Abendlauf statt, der zu einem grossen Teil auch durch Zuchwil verläuft und durch den Wald des Dittibergs führt. Innerhalb dieses Waldes befindet sich zudem die 2.5 km lange Strecke des Vitaparcours. Des Weiteren existiert in Zuchwil eine Anlage zum Hornussen mit ihrem Verein, der Hornussergesellschaft Zuchwil.

Politik

Die Gemeindeverwaltung
  • Der Gemeinderat (Exekutive) besteht aus 23 Mitgliedern (inkl. Gemeindepräsident).
  • Gemeindepräsident ist zurzeit Gilbert AmbĂĽhl (SP)
  • Patengemeinde ist Saas Balen (VS)

Zuchwil sorgte ab 1967 einige Jahre für Schlagzeilen im Kanton. Die Behörden zogen einen abändernden Entscheid der Kantonsregierung zu einem von der Gemeindeversammlung beschlossenen Bebauungsplan bis vor Bundesgericht weiter. Dieses gab allerdings dann dem Kanton Recht, da dieser auf Gesetz gestützt und in verhältnismässigem Rahmen die Gemeindeautonomie einschränken dürfe.

Wirtschaft

Islerschale, GartenHaus Wyss
  • Bosch AG (respektive Scintilla)
  • Itema Ltd. (frĂĽhere Sultex, Sulzer Textil)
  • Genossenschaft VEBO, Behindertenwerkstätten
  • regionale Kehrichtverbrennungs-Anlage KEBAG
  • Wyss Samen und Pflanzen AG
  • Schaerer Getränkeautomaten-Herstellung
  • Europa-Verwaltungssitz der Synthes Medizinaltechnik

SehenswĂĽrdigkeiten

  • Ehemalige Gutshöfe ("Twing") von Solothurner Patrizier-Familien im oberen und unteren Emmenholz (mit Residenz), mit z.B. ökologisch wertvoller Obst-Hofstatt.
  • Grabplatte des Architekten der St. Ursenkathedrale, P.A. Pisoni, an der Ostseite des Glockenturms der heutigen katholischen Martins-Kirche.
  • Der klassizistische Altbau-Teil des Gemeindehauses sowie das in der Zwischenkriegszeit erbaute, Pisoni benannte Schulhaus.
  • Parkähnlicher Schaugarten im Blumenfeld.
  • Der Birchi-Wald, mit schönen Aussichtspunkten.

Freizeit und Unterhaltung

Gemeindebibliothek, Kinder- und Jugendzentrum
  • Gemeindebibliothek
  • Sportzentrum, mit Eishalle, Frei- und Hallenbad, Minigolfanlage, Sauna, Tennisplätzen
  • Jugendraum
  • Cevi Jungschar, grösste Jugendorganisation von Zuchwil
  • Pfadi

Wappen

Blasonierung

In Blau über grünem Dreiberg liegender gelber gebildeter Halbmond, überhöht von gelbem fünfstrahligem Stern

Grüner Dreiberg, gelber Halbmond und drei gelbe Sterne waren schon auf einer Männerchorfahne um 1870 eingewirkt. Spätere Kirchenchor- und Schützenfahnen zeigen ähnliche Motive. Das Gemeindewappen wurde im 1940 festgegelegt. Der Dreiberg erinnert an den Hügelzug von Dittiberg, Bleichenberg und Birchi.

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Zuchwil â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ WOHNBEVĂ–LKERUNG DER GEMEINDEN NACH NATIONALITĂ„T UND GESCHLECHT (XLS, 262 kB), Amt fĂĽr Finanzen, Controllerdienst und Statistik, vom 26. März 2011, abgerufen am 11. April 2011
  2. ↑ Zuchwil, Spiegelbilder eines Wasserämter Dorfes, Nr.1, 1987
  3. ↑ Bruno Amiet, Solothurnische Geschichte, 1.Band, 1952
  4. ↑ Zuchwil, Spiegelbilder eines Wasserämter Dorfes, Nr.3, 1996, s.96
  5. ↑ Werner Fluri, Die industrielle Entwicklung des Kantons Solothurn, 1907, http://www.museums-gesellschaft.ch/geschichte/flury_Uhrenindustrie2.pdf
  6. ↑ Wolfgang Wagmann, 2011, http://www.langenthalertagblatt.ch/langenthal/oberaargau/als-der-brauer-katholisch-sein-musste-107653711
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