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Zuschlagmarke

Zuschlagmarke ist die Bezeichnung für eine Sonderbriefmarke, die neben dem normalen Postentgelt noch einen Zuschlag (Spende) für einen „guten Zweck“ hat. Der Zuschlag beträgt regelmäßig die Hälfte des Portos, des Öfteren liegt er auch knapp darunter. Die Zuschlagmarken kann man daran erkennen, dass neben dem Frankaturwert noch der Zuschlag angegeben wird. „55+25“ heißt also 55 Eurocent für die Briefbeförderung und +25 Eurocent gehen als Spende an den jeweiligen Verwendungszweck.

Inhaltsverzeichnis

Historische Entwicklung

Sondermarke mit Zuschlag zu den Olympischen Winterspielen 1936

Erste Zuschlagmarken gab es in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg, regelmäßige Ausgaben gab es jedoch erst in der Zeit des Dritten Reiches, wo man durch diese Ausgaben gezielt Kaufkraft abschöpfen wollte. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zunächst auf lokaler Ebene eine ganze Reihe an Ausgaben mit Zuschlag. In der späteren Bundesrepublik Deutschland wurden dann ab 1949 Wohlfahrtsmarken eingeführt, später kamen weitere regelmäßige Zuschlagmarken, insbesondere die Jugendmarken, hinzu sowie auch einzelne Ausgaben aus besonderem Anlass.

In der DDR hingegen gab es vor allem in den 1950er und 1960er Zuschlagsmarken zur Würdigung antifaschistischer Widerstandskämpfer und des Aufbaus von KZ-Gedenkstätten. Ansonsten erschienen diese nur zu besonderen Gelegenheiten.

Die Schweiz verausgabt seit Jahrzehnten ebenfalls regelmäßig Zuschlagmarken, insbesondere die Stiftungen „Für die Jugend“.

Zuschläge über 50 % des Portowertes zielen regelmäßig auf Philatelisten, denn diese können zur Komplettierung ihrer Sammlungen nicht auf solche Ausgaben verzichten, die im normalen Briefverkehr kaum genutzt werden. Besonders zwischen 1933 und 1945 wurden etwa in Deutschland Marken mit sehr hohen Zuschlägen wie beispielsweise „12+38“ ausgegeben. Als Konsequenz aus dieser Emissionspolitik mit überhohen Zuschlägen waren Markenneuerscheinungen mit einem Zuschlag von mehr als 50 % des Nennwerts für philatelistische Ausstellungen gesperrt.

Trotz der Einhaltung der 50 %-Grenze war die Höhe des Zuschlages seit den Portosteigerungen der 1980er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland Gegenstand teilweise heftiger Auseinandersetzungen zwischen den organisierten Philatelisten und den Zuschlagempfängern, was schließlich zu dem Kompromiss führte, dass die bis dahin übliche Praxis der Erhebung eines Zuschlages von 50 % auf den Portowert aufgeweicht wurde.

Heutige Ausgabepraxis

Deutschland

Das Bundesfinanzministerium gibt heute folgende Arten von Zuschlagbriefmarken regelmäßig aus:

Hinzu kommen - allerdings selten - Ausgaben aus besonderem Anlass wie etwa zur Flutkatastrophe an der Oder in Brandenburg.

Historisch: Zuschlagmarke (Berlin)

Österreich

Die Österreichische Post gibt jährlich eine Zuschlagbriefmarke zum „Tag der Briefmarke“ heraus. In Österreich besteht die Besonderheit, dass jede Zuschlagbriefmarke vom Parlament genehmigt werden muss, deshalb erscheinen in Österreich relativ wenig Zuschlagbriefmarken.

Schweiz

Die Schweizer Post gibt jährlich zwei Zuschlagbriefmarkenserien heraus:

  • Im Frühjahr "Pro Patria" für die Heimat
  • Im Herbst "Pro Juventute" für die Jugend

Zuschlagmarkengalerie

Wohlfahrtsmarken

Für den Sport

Weblinks

 Commons: Wohlfahrtsmarken â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Jugendmarken â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Sporthilfe (Für den Sport) â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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