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| Zweiblättrige Waldhyazinthe | ||||||||||||
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| Zweiblättrige Waldhyazinthe | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Platanthera bifolia | ||||||||||||
| (L.) Rich. 1817 |
Die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia), auch Weiße Waldhyazinthe genannt, ist eine Art aus der Gattung der Waldhyazinthen (Platanthera) in der Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae). Sie wurde vom Arbeitskreis Heimische Orchideen zur Orchidee des Jahres 2011 gewählt.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Die große Breite der Anthere bei dieser Art gab der Gattung Platanthera ihren Namen. (griechisch: πλατύς platys = breit, platt und ανθέρα anthera = Staubbeutel). Das botanische Epitheton bifolia bezieht sich auf die zwei gegenständigen Blätter dieser Art. Ein botanisches Merkmal, das aber auch weitere Arten dieser Gattung besitzen.
Bei dem deutschen Gattungsnamen hat sich der Name "Waldhyazinthe" gegenüber weiteren Namen wie: "Kuckucksblume" oder "Breitkölbchen" behauptet. Der deutsche Namenszusatz „zweiblättrig“ ist eine Übersetzung des lateinischen Epitheton.
Die Zweiblättrige Waldhyazinthe ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20-50 Zentimetern erreicht; kräftige Pflanzen werden gelegentlich auch bis zu 60 Zentimeter hoch. Die Überdauerungsorgane dieses Geophyten sind zwei ungeteilte rübenförmige Knollen mit einem wurzelförmigen Fortsatz am Ende. Die ein bis zwei, selten auch drei Laubblätter sind hellgrün mit einem geringen silbrigen Glanz auf der Unterseite, oval und gegenständig. Sie sind etwa 6-22 Zentimeter lang und etwa 3-6 Zentimeter breit. Kurze, lanzettliche Blätter sind am Stängel verteilt.
Der ährige Blütenstand trägt etwa 8-40 Blüten. Die Tragblätter sind länger als der Fruchtknoten. Die schlanken seitlichen Blütenhüllblätter des äußeren Perigonkreises sind 9-13 mm lang, 3-6 mm breit und stehen waagrecht ab. Das mittlere Blütenhüllblatt ist eiförmig und bildet mit den seitlichen Blütenhüllblättern des inneren Perigonkreises einen offenen „Helm“. Die schlanken inneren Blütenhüllblätter sind 5-9 mm lang und 2-4 mm breit. Sie sind an der Spitze nach außen geschwungen. Die Lippe (das mittlere Blütenhüllblatt) ist 8-16 mm lang und 2-4 mm breit. Die Pollinien sind parallel angeordnet und liegen dicht beieinander. Dies ist das deutlichste Unterscheidungsmerkmal zur Grünlichen Waldhyazinthe. Der dünne Sporn ist etwa bis zur Hälfte mit Nektar gefüllt.
Die Blüte duftet nur während der Nacht und wird daher von nachtaktiven, langrüsseligen Schmetterlingen bestäubt.
Die Blütezeit beginnt ein bis zwei Wochen nach der Grünlichen Waldhyazinthe (Platanthera chlorantha) und dauert von Juni bis August.
Die Zweiblättrige Waldhyazinthe besitzt einen Karyotyp von zwei Chromosomensätzen und jeweils 21 Chromosomen (Zytologie: 2n = 42).
Der Same dieser Orchidee enthält keinerlei Nährgewebe für den Keimling. Die Keimung erfolgt daher nur bei Infektion durch einen Wurzelpilz (Mykorrhiza).
Die Zweiblättrige Waldhyazinthe besiedelt verschiedene Biotope: Waldränder, Laub-, Misch-, und Nadelwälder, Borstgrasrasen, Magerrasen, moorige Wiesen, alpine Wiesen und Weiden. In der Regel sind diese Biotope nicht sehr basenreich und tendieren oft in den leicht sauren Bereich. Es gibt aber auch Standorte auf besonders kalkreichen Böden.
Sie findet sich in den Pflanzengesellschaften
(Aufschlüsselung einiger genannter Pflanzengesellschaften siehe: Pflanzensoziologische Einheiten nach Oberdorfer)
Die Zweiblättrige Waldhyazinthe ist nahezu im gesamten Europa verbreitet, in Nordafrika nur in Tunesien. In Skandinavien beschränkt sich die Verbreitung auf die küstennahen Regionen. Von Europa aus reicht die Verbreitung bis Kaukasien und den Iran. Weiter nach Osten bis Sibirien endet die Verbreitung allmählich. Hier dringt sie dann auch kaum in den Norden vor.
In Deutschland ist die Zweiblättrige Waldhyzinthe am stärksten auf der Schwäbischen und Fränkischen Alb, den Alpen, Alpenvorland und rund um das Thüringer Becken verbreitet. Die Art bevorzugt also vorwiegend Mittelgebirgs- bis Gebirgslagen. Sie war ehemals auch in der norddeutschen Tiefebene verbreitet. Viele dieser Standorte sind aber bereits vor 1980 erloschen. Im Großen Moor bei Becklingen hat sich nach dessen Renaturierung wieder ein ansehnlicher Bestand entwickelt.
In Österreich kommt die Art zerstreut in allen Bundesländern vor. In Kärnten etwa ist sie in allen Landesteilen weit verbreitet.
In der Schweiz ist sie noch relativ weit mit wenigen Lücken verbreitet.
Wie alle in Europa vorkommenden Orchideenarten steht auch die Zweiblättrige Waldhyazinthe unter strengem Schutz europäischer und nationaler Gesetze.
Gefährdet ist die Zweiblättrige Waldhyazinthe vor allem außerhalb der Wälder. Eutrophierung und zu frühe Mahd vor der Samenreife lassen die Bestände schrumpfen.
Carl von Linné beschrieb 1753 diese Art als Orchis bifolia in seinem Werk Species Plantarum. Louis Claude Marie Richard überführte sie 1817 in die von ihm begründete Gattung Platanthera.
Synonyme dieser Art sind:
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Als Unterarten und Varietäten sind bekannt:
Die Zweiblättrige Waldhyazinthe kann mit der Grünlichen Waldhyzinthe Hybriden (Platanthera × hybrida) bilden, wenn beide Arten sich das Biotop teilen. Sie sind nicht einfach zu bestimmen. Hauptsächlich geht dies über die Stellung der Pollenfächer, die eine intermediäre Stellung einnehmen.
Standardliteratur über Orchideen
Verbreitungskarten:
Regionales:
siehe auch: