|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| |
| |
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Höhe: | 300 m ü. NN | |
| Fläche: | 70,65 km² | |
| Einwohner: |
33.944 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 480 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 66482 | |
| Vorwahlen: | 06332, 06337 (Mörsbach, Oberauerbach) | |
| Kfz-Kennzeichen: | ZW | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 20 000 | |
| Stadtgliederung: | 10 Stadtteile und Vororte | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Herzogstr. 1 66482 Zweibrücken | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Helmut Reichling (unabhängig) | |
| Lage von Zweibrücken in Rheinland-Pfalz | ||
Zweibrücken (frz. Deux-Ponts, lat. Bipontum, pfälz. Zweebrigge) ist eine Stadt in Rheinland-Pfalz. Mit etwa 34.500 Einwohnern ist sie die kleinste kreisfreie Stadt Deutschlands und Sitz des Pfälzischen Oberlandesgerichts.
Inhaltsverzeichnis |
Zweibrücken liegt im westlichen Südteil von Rheinland-Pfalz unmittelbar an der Grenze zum Saarland. Nach Pirmasens, das am Westrand des Pfälzerwaldes liegt, sind es etwa 26 km, nach Saarbrücken 40 km und nach Kaiserslautern 55 km (über die Autobahnen A8 und A6). Durch Zweibrücken fließen der Schwarzbach, der westlich von Zweibrücken bei Einöd in die Blies einmündet, sowie der Hornbach, der bei Bitsch entspringt und im Stadtgebiet in den Schwarzbach mündet.
In der Umgebung Zweibrückens gibt es zahlreiche Wälder, in denen sich auch seltene Baumarten wie die Elsbeere finden. In einem dieser Waldgebiete steht mit 32,6 Metern Höhe eine der höchsten Elsbeeren der Welt (Stand 1994).
Zweibrücken gliedert sich neben der Innenstadt in mehrere Stadtteile. Bubenhausen und Ernstweiler wurden 1926 eingemeindet, 1938 Ixheim und Niederauerbach, schließlich 1972 Mörsbach im Norden, Oberauerbach im Nordosten, Rimschweiler im Süden, Mittelbach-Hengstbach im Südwesten und Wattweiler im Westen der Stadt.
Der Jahresniederschlag beträgt 860 mm. Die Niederschläge liegen im oberen Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 73% der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren kaum und sind gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 21% der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.
Lage und Name der Stadt deuten auf eine Entstehung an einem Flussübergang. Eine alte Salzstraße (wohl in der Führung der heutigen Hauptstraße) überquerte hier den Schwarzbach und wurde durch eine Burg der Grafen von Saarbrücken bewacht. Burg und Ort trugen den gleichen Namen. Der Name (anfänglich Zweinbrücken u.ä. zu mhd. zwein und mhd. brücke, lat. Geminus pons ‚Zwillingsbrücke‘) erscheint erstmals in einer undatierten Urkunde etwa zwischen 1174 und 1179.[2] Durch Erbteilung im Saarbrücker Grafenhaus kam Zweibrücken 1182/90 an den jüngeren Sohn Heinrich I., der die Linie der Grafen von Zweibrücken begründete. 1237 wird erstmals die bürgerliche Siedlung indirekt genannt. 1352 freite König Karl IV. dem Grafen Walram II. die beiden Städte Zweibrücken und Hornbach nach Hagenauer Recht. Der letzte Graf aus der jüngeren Linie Zweibrücken, Eberhard II., der ohne erbberechtigte Nachkommen war, verkaufte die Grafschaft Zweibrücken 1385 für 25.000 Gulden an die Pfalzgrafen bei Rhein aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher und erhielt die Hälfte als Lehen zurück. Nach seinem Tod 1394 zog Kurpfalz das erledigte Lehen ein. 1410 wurde das neu gebildete Fürstentum Pfalz-Simmern-Zweibrücken mit diesem und weiterem Besitz ausgestattet. 1470 brannten Teile der Stadt nieder. Schon um das Jahr 1488 wurde durch Jörg Gessler der Buchdruck in Zweibrücken eingeführt. In der Zeit von 1493 bis 1510 wurde unter Pfalzgraf Alexander die Stadtkirche nach Plänen von Philipp Steinmetz erbaut.
Die Fürsten von Pfalz-Zweibrücken waren für die evangelische Bewegung aufgeschlossen. Seit den 1520er Jahren wurde in der Stadtkirche deutsch gepredigt. Herzog Wolfgang gründete 1559 eine Landesschule in Hornbach, aus der das Herzog-Wolfgang-Gymnasium hervorging. In der Zeit um 1585 wurde das ältere Herzogschloss mit Schlossmühle und Bibliothek errichtet.
1584 wurde die herzogliche Münzprägestätte nach Zweibrücken verlegt und ein neues Münzgebäude erbaut. Unter Johann dem Jüngeren erreichten die in Zweibrücken geprägten Münzen ihre höchste Qualität, mit seinem Tod 1635, während des Dreißigjährigen Kriegs, ging Zweibrückens Zeit als Münzprägestätte jedoch zu Ende.
Danach wurde die Stadt mehrfach in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt. Zum ersten Mal bereits in Johanns Todesjahr: 1635 führte Matthias Gallas die kaiserlichen Truppen gegen die Stadt, die durch Reinhold von Rosen verteidigt wurde. 1677 dann ein zweites Mal. Im Rahmen der Reunionspolitik des Sonnenkönigs geriet die Stadt zeitweise (1680–1697) unter französische Herrschaft.
Unter Herzog Gustav Samuel Leopold erfolgte in der Zeit von 1720 bis 1725 der Bau des noch bestehenden Herzogschlosses durch den Baumeister Jonas Erikson Sundahl. Herzog Christian IV. gründete 1755 das Zweibrücker Gestüt. Nicolas Appert, Erfinder der Konserven, war Offizier des Herzogs Christian IV von 1772 bis 1775.
In der Zeit von 1793 bis 1814 war Zweibrücken durch französische Truppen unter Napoleon besetzt. Am 4. November 1797 wurde Zweibrücken als Teil des neu gegründeten französischen Département du Mont-Tonnerre gesetzlich mit dem französischen Staatsgebiet verbunden; dabei war die Stadt Sitz einer Unterpräfektur. Durch den Friedensvertrag von Lunéville 1801 wurde der Übergang zu Frankreich international anerkannt.
1815 schlug der Wiener Kongress die linksrheinischen Teile der vorherigen Pfalz Bayern zu. Zweibrücken wurde daraufhin Sitz des Königlich Bayerischen Appellationshofes (heute Oberlandesgericht). Im Vormärz 1832 nahm Zweibrücken eine entscheidende Rolle in der deutschen Demokratiebewegung ein. Unter anderem wurde in Zweibrücken, durch den von Philipp Jakob Siebenpfeiffer und Johann Georg August Wirth gegründeten Deutschen Preß- und Vaterlandsverein, das Hambacher Fest organisiert. 1834 begann die Industrialisierung in Zweibrücken mit der Gründung der Dingler'schen Maschinenfabrik durch Christian Dingler.[3] 1857 erfolgte der Anschluss an die Eisenbahn.
Das letzte große gesellschaftliche Ereignis vor dem Ersten Weltkrieg war die Einweihung des Zweibrücker Rosengartens durch Prinzessin Hildegard von Bayern im Juni 1914. Als Folge des Ersten Weltkrieges war Zweibrücken zwischen 1918 und 1930 durch französische Truppen besetzt. 1926 wurden die heutigen Stadtteile Bubenhausen und Ernstweiler eingemeindet, 1938 Ixheim und Niederauerbach.
In der Reichspogromnacht wurde 1938 auch die Zweibrücker Synagoge zerstört. Bei Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt 1939–1940 evakuiert, so dass sie in der so genannten Roten Zone lag. Kurz vor Kriegsende wurde die Stadt am 14. März 1945 durch einen alliierten Bombenangriff der Royal Canadian Air Force fast vollständig zerstört. Mit über 90 % Zerstörungen war sie die am stärksten zerstörte Stadt Deutschlands. Am 20. März erreichen amerikanische Bodentruppen Zweibrücken.
Am 22. April 1972 wurden die heutigen Ortsteile Mittelbach, Mörsbach, Oberauerbach, Rimschweiler und Wattweiler eingemeindet; bereits am 7. Juni 1969 bildete der heutige Ortsteil Hengstbach mit Mittelbach die Gemeinde Mittelbach.[4] Zweibrücken wurde Sitz der aus Teilen des ehemaligen Landkreises Zweibrücken gebildeten Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. 1986 kollidierten über Rimschweiler zwei Jets der US Air Force vom Typ McDonnell Douglas F-15 Dabei wurden ein Pilot und ein Dorfbewohner getötet.
1976 wurde im Kernbereich der Stadt eine kleine Fußgängerzone eingerichtet, die einige restaurierte Altbauten aufweist.
1987 wurde das altsprachlich orientierte Herzog-Wolfgang-Gymnasium, damals eines der ältesten Gymnasien Deutschlands, aufgelöst und mit dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Helmholtz-Gymnasium zusammengelegt, das dann für einige Jahre noch einen altsprachlichen Zweig unterhielt.
1990 wurde Zweibrücken zum Konversionsfall. Durch den Abzug der Amerikaner wurde ein Militärgelände frei, das insgesamt einem Drittel der gesamten Stadtfläche entsprach. Durch die Arbeitsplatzverluste erhöhte sich die Arbeitslosenquote um 10 Punkte auf ca. 21 %. Dies führte zu einem Nachfragerückgang im Einzelhandel von ca. 25 %. Damals führten kreative, konsequente und schnelle Entscheidungen seitens der Stadt und die große Unterstützung des Landes mit 252 Mio. € zu einer nicht für möglich gehaltenen Verbesserung der Lage in Zweibrücken. Der Konversionsfall Zweibrücken wurde zum Vorbild für andere.
Der Stadtrat von Zweibrücken besteht aus 40 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzenden.
| Jahr | SPD | CDU | FDP | Linke | FWG | WG1 | WG2 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2004 | 13 | 14 | 3 | – | 4 | 3 | 3 | 40 Sitze |
| 2009 | 15 | 11 | 5 | 2 | 4 | 3 | – | 40 Sitze |
Anmerkung: WG1 ist die Grüne Liste.
Oberbürgermeister von Zweibrücken ist seit 2004 Helmut Reichling (bis 31. Mai 2012). Reichling wurde als unabhängiger Kandidat gewählt und ist Mitglied der CDU. Daneben wird die Verwaltungsleitung von Zweibrücken gebildet durch Bürgermeister Rolf Franzen (CDU) und den Beigeordneten Henno Pirmann (SPD). Ab Juni 2012 wird Kurt Pirmann (SPD) neuer Oberbürgermeister von Zweibrücken. Kurt Pirmann wurde am 4. September 2011 im ersten Wahlgang gegen den Amtsinhaber Helmut Reichling gewählt. Da Heinz Heller im Dezember 2011 in den Ruhestand geht, wird 2012 auch das Bürgermeisteramt neu besetzt. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Beigeordnete Rolf Franzen gewählt.
Der Turnierkragen dient als heraldisches Beizeichen der jüngeren Linie der Grafen von Zweibrücken. Während die Siegel der Walramiden[6] ihn in der oberen Schildhälfte zeigen (am Hals des Löwen), ist er im modernen Wappen der Stadt Zweibrücken in die Schildmitte gerückt (am Bauch des Löwen) und soll auf den Namen „Zweibrücken“ anspielen, indem der heutige Betrachter darin eine Zwillingsbrücke erblickt.
Boulogne-sur-Mer (Frankreich), seit 1959</br>
Yorktown (Virginia, USA), seit 1978 </br>
Nyakizu (Ruanda), seit 1982 </br>
Barrie (Kanada), seit 1996
Die Stadt Zweibrücken wird bei verschiedenen kulturellen Anlässen von der Rosenkönigin vertreten; sie wird alle zwei Jahre neu gewählt.
Das Zweibrücker Stadtmuseum dokumentiert in einer Dauerausstellung im ehemaligen Wohnhaus des Hofgärtners Ernst August Bernhard Petri die wechselhafte Geschichte der Stadt Zweibrücken. Daneben finden regelmäßig Sonderausstellungen statt, z. B. zum 200-jährigen Bestehen des Landgestüts.
Die Bibliotheca Bipontina Zweibrücken ist eine wissenschaftliche Regionalbibliothek in Zweibrücken, deren Bestand hauptsächlich auf gerettete Teile der herzoglichen Bibliotheken zurückgeht und die daher teilweise sehr wertvolle Erstausgaben ab dem 16. Jahrhundert beherbergt. Sie ist Teil des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz und eine der bedeutendsten Altbestandsbibliotheken des Landes. Untergebracht ist die Bibliotheca Bipontina im Gebäude des Helmholtz-Gymnasiums Zweibrücken.
In der Herzogstraße ist die Stadtbücherei Zweibrücken mit einem Bestand von etwa 50.000 Bänden zu finden. Zweigstellen sind die Jugendbibliothek und die Außenstelle Rimschweiler.
Das Landgestüt Zweibrücken ist das Landgestüt des Landes Rheinland-Pfalz. Es stellt Hengste für die Zucht zur Verfügung und betreibt eine Besamungsstation. Die Gründung des Gestüts und die Zucht des „Zweibrückers“ geht auf die Regierungszeit Christians IV zurück. Träger ist inzwischen eine Stiftung.
Zweibrücken bietet sowohl Einwohnern als auch Besuchern ein ansprechendes Erholungsgebiet mit zahlreichen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Auch Radfahrer kommen in Zweibrücken auf ihre Kosten. Dafür sorgt ein gut ausgebautes und weit verzweigtes Radwegnetz. Im Bereich "Öffentlicher Personenverkehr" ist das Stadtgebiet versorgt. Die einzelnen Stadtteile sind durch Buslinien verbunden. Im Stadtzentrum stehen über 4.000 Parkplätze zur Verfügung. Mehr als 400 Vereine bieten zahlreiche Möglichkeiten der Betätigung.
Zweibrücken liegt direkt an der Bundesautobahn 8 und ist dadurch an die Bundesautobahn 6 (Saarbrücken - Waidhaus), die Bundesautobahn 62 (Nonnweiler - Pirmasens) und an die Bundesstraße 10 (Pirmasens - Landau (Pfalz)) angebunden.
Zweibrücken ist an die Bahnstrecke Saarbrücken–Pirmasens angebunden und über diese Strecke an den Rheinland-Pfalz-Takt angeschlossen. Stündlich fährt eine Regionalbahn vom Bahnhof Zweibrücken aus nach Saarbrücken bzw. nach Pirmasens mit Umsteigemöglichkeit nach Landau oder Kaiserslautern.
Der älteste Zweibrücker Bahnanschluss erfolgte ab 1857 über Homburg an die Pfälzische Ludwigsbahn. Diese Verbindung wurde am 28.Mai 1989 um 06:25Uhr eingestellt. Zwischen dem IC-Haltepunkt Homburg und Zweibrücken Bahnhof verkehrt daher alle 30 Minuten die Regionalbuslinie R7 der Saar-Pfalz-Bus GmbH. Seit mehreren Jahren werden immer wieder Anläufe zur Reaktivierung unternommen, dagegen sprechen sich Gutachten aus, welche die saarländische und rheinland-pfälzische Landesregierung bei dem Gutachterbüro Conversum in Kaiserslautern in Auftrag gegeben hatten. Der ablehnende Grund sind die hohen Defizite und Deckungslücken, die dann von der öffentlicher Hand zu tragen wären. Besonders das Saarland hätte das Nachsehen, weil 90% der Strecke und Verluste das Saarland betreffen. Gutachten wurden 1995, 1999 und 2007 erstellt.
Früher zweigte von Zweibrücken ferner die Hornbachbahn nach Brenschelbach ab.
Der Zweibrücker Bahnhof hat hierdurch lediglich den Status eines Nahverkehrsbahnhofs (Bahnhofskategorie 5).
Den innerstädtischen Verkehr bedient die zur Rhenus Veniro-Gruppe gehörende Verkehrsgesellschaft Zweibrücken GmbH. Dieser Betrieb bedient mit sechs Buslinien das ganze Stadtgebiet einschließlich Flughafen. Hierfür stehen 16 Linienbusse, davon drei Gelenkbusse, zur Verfügung. Der Betrieb ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar integriert.
Zweibrücken verfügt über einen eigenen Flughafen mit einer knapp 3 km langen Start- und Landebahn. Weitere Flughäfen in der Nähe sind Saarbrücken (40 km), Frankfurt-Hahn (100 km), Luxemburg (120 km), Karlsruhe (130 km) und Frankfurt am Main (160 km).
In Zweibrücken erscheinen täglich der „Pfälzische Merkur“, der 1713 gegründet wurde und „Die Rheinpfalz“ mit einem eigenständigen Regionalteil für Zweibrücken. Des Weiteren gibt es in Zweibrücken einen lokalen Fernsehsender namens "Südwestpfalz-TV" (Offener Kanal). Dieser berichtet täglich über das lokale und überregionale Geschehen.
Im Zuge der Konversionsmaßnahmen nach dem Abzug der US-Amerikaner wurde auf dem ehemaligen Militärgelände auf dem Zweibrücker Kreuzberg 1993 eine Fachhochschule errichtet. Zusammen mit den Standorten in Pirmasens und Kaiserslautern ist sie Teil der Fachhochschule Kaiserslautern.
Zweibrücken besitzt zwei Gymnasien, und zwar das Hofenfels- und Helmholtz-Gymnasium, eine Realschule und vier Hauptschulen. An der Berufsbildenden Schule Zweibrücken sind alle Abschlüsse von der Berufsreife bis zur allgemeinen Hochschulreife möglich. Das historisch erwähnenswerte altsprachliche Herzog-Wolfgang-Gymnasium wurde in den 80er-Jahren mit dem Helmholtz-Gymnasium Zweibrücken zusammengelegt. Es gibt auch eine städtische und mehrere private Musikschulen sowie eine Volkshochschule.
Einer der größten Arbeitgeber Zweibrückens ist die traditionsreiche Metallbaufirma Terex-Demag, die aus den ehemaligen Dingler-Werken entstanden ist. Darüber hinaus beheimatet Zweibrücken ein Werk des Landmaschinenherstellers John Deere. Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen wurde 2001 ein Outlet-Center auf dem ehemaligen Gelände des Militärflughafens eröffnet. Mit einer Gesamtverkaufsfläche von 21.000 m² und über 120 Shops ist Zweibrücken The Style Outlets heute das größte Factory-Outlet-Center Deutschlands. Das seit 2009 von der Neinver-Gruppe betriebene Outlet-Center verbuchte 2011 rund 3,3 Mio. Besucher.
Die Umnutzung der Luftfahrtinfrastruktur in einen zivilen Flughafen wurde mit erheblichen öffentlichen Mitteln gefördert. Nach Jahren des Stillstands bahnt sich seit 2006 ein deutlicher Aufschwung an. Die Fluggesellschaft TUIfly, die zuvor vom Flughafen Saarbrücken flog, bietet eine Reihe von Zielen im Mittelmeerraum an. Germanwings flog bis zum 10. Januar 2011 zweimal täglich von und nach Berlin; die Gesellschaft begründete die Streichung der Strecke mit einem erwarteten Einbruch der Passagierzahlen durch die Luftverkehrsabgabe. Ferner sind seit mehreren Jahren eine Reihe von Unternehmen aus verschiedenen Bereichen der zivilen Luftfahrt sowie ein Technologiepark (Multimedia-Internet-Park Zweibrücken, MIPZ), eine Kooperation des Landes mit der Firma United Internet, der vor allem als Gründerzentrum für Startup Unternehmen gedacht ist, auf dem Gelände vorhanden.
Im Jahr 2003 kam es zur Insolvenz der Pörringer & Schindler Armaturenfabrik, welche als eines der traditionellen Zweibrücker Unternehmen galt. Auf dem Gelände dieses Unternehmens entstand im Jahr 2007 ein neues Einkaufszentrum, das Hilgardcenter.
Stadtoriginal ist „'s Zweebrigger Luiche“ (das Zweibrücker Louis'chen), ein Dienstmann, dem ein Denkmal des Zweibrücker Bildhauers Gerd Dehof vor der Alexanderkirche gewidmet ist. Mit richtigem Namen hieß „'s Luiche“ Ludwig Arnold. Ludwig entspricht dem französischen Vornamen Louis.
1757–1791 wurde in Zweibrücken das Regiment Royal Deux-Ponts stationiert. Es nahm mit dem unter Marschall Rochambeau geführten Expeditionscorps 1780–1783 am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teil. 1781 spielten die Zweibrücker-Truppen eine Schlüsselrolle in der Schlacht von Yorktown. Sie eroberten in dieser Schlacht die Befestigungsanlage „Redoute 9“. Seit 1978 besteht daher eine Städtepartnerschaft zwischen Zweibrücken und der US-amerikanischen Stadt Yorktown, Virginia.
Als Folge des Wiener Kongresses gelangte das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken ab 1815 zu Bayern und das Königlich Bayerische Infanterie-Regiment „Fürst Wilhelm von Hohenzollern“ Nr. 22 wurde in Zweibrücken stationiert. Aufgrund der Grenznähe zu Frankreich hatte Zweibrücken ab dem Deutsch-Französischen Krieg stets eine wichtige strategische Bedeutung. Daher wurden mehrere Kasernen in Zweibrücken errichtet, die Rote Kaserne, die Weiße Kaserne und die Niederauerbachkaserne. Die Rote Kaserne wurde in den 1950er Jahren abgerissen.
Diese wurden nach der Reichsgründung durch die Bayerische Armee und ab 1921 durch die Reichswehr genutzt. Die Umgebung Zweibrückens war im Zweiten Weltkrieg in den Westwall eingebunden. Noch heute kann man rund um Zweibrücken Bunkeranlagen auffinden. Die meisten sind jedoch fast vollständig gesprengt. In der Nachkriegszeit wurden zunächst französische Truppen in Zweibrücken stationiert, die bis 1977 blieben. Die Franzosen begannen 1951 mit dem Bau eines Militärflugplatzes in der Nähe Zweibrückens. Dieser wurde 1953 an die Royal Canadian Air Force übergeben. Nach dem Abzug der Kanadier 1969 übernahm die United States Air Force den Flughafen.
Bereits seit 1952 waren die US-Armee in Zweibrücken in der Kreuzbergkaserne stationiert. Daneben unterhielt sie noch viele kleine Liegenschaften. Auch die „Weiße Kaserne“ und das Gelände der "Roten Kaserne" wurden zwischenzeitlich von der US-Armee genutzt. Zeitweise lebten in der 38.000 Einwohner zählenden Stadt schätzungsweise 9.000 US-Bürger. Nach der DDR-Wende wurden die US-Truppen nach und nach aus Zweibrücken abgezogen. Die letzten Einheiten verließen 1994 die Stadt. Damit ist Zweibrücken, das 1956 auch Bundeswehrstandort wurde und damit bis 1969 eine Vier-Garnisonen-Stadt war, eine der deutschen Städte, die sich intensiv mit der Umwandlung von militärischen Anlagen in zivile beschäftigen mussten. Die Weiße Kaserne soll in ein ziviles Wohnquartier umgewandelt werden. Die Kreuzbergkaserne wurde Ende der 1990er-Jahre zu einem innovativen Fachhochschulstandort ausgebaut.
Auf dem Flughafengelände hat sich eines der größten europäischen Fabrikverkaufszentren angesiedelt. Der Flughafen Zweibrücken ist nunmehr ein ziviler Verkehrsflughafen. Er wird durch Linien-, Charter- und Frachtverkehr genutzt.
Die Niederauerbachkaserne wird seit der Gründung der Bundeswehr von dieser genutzt. Im Jahr 2005 sind dort das Fallschirmjägerbataillon 263, die 5./Feldjägerbataillon 251, das Sanitätszentrum Zweibrücken (SanZ Zweibrücken), die Luftlande Aufklärungskompanie 260 (LLAufklKp 260) und andere kleinere Einheiten der Bundeswehr stationiert.
Im November 2011 übernahm die Stadt die Schiffspatenschaft für U 35 (Bundeswehr) der Deutschen Marine.[7] Die Dinglerwerke Aktiengesellschaft Zweibrücken hatte die Schleusentore zum Wilhelmshavener Marinehafen und Dampfkessel für Schiffe der Deutschen Marine gebaut.[3] In dem Unternehmen arbeitete Wilhelm Bauer an den Konstruktionsplänen des ersten manövrierfähigen U-Boots der Welt. Hermann Anschütz-Kaempfe, der Entwickler des Kreiselkompasses, kam in Zweibrücken zur Welt.
Ahrweiler | Altenkirchen (Westerwald) | Alzey-Worms | Bad Dürkheim | Bad Kreuznach | Bernkastel-Wittlich | Birkenfeld | Cochem-Zell | Donnersbergkreis | Eifelkreis Bitburg-Prüm | Frankenthal (Pfalz) | Germersheim | Kaiserslautern | Kaiserslautern (Stadt) | Koblenz | Kusel | Landau in der Pfalz | Ludwigshafen am Rhein | Mainz | Mainz-Bingen | Mayen-Koblenz | Neustadt an der Weinstraße | Neuwied | Pirmasens | Rhein-Hunsrück-Kreis | Rhein-Lahn-Kreis | Rhein-Pfalz-Kreis | Speyer | Südliche Weinstraße | Südwestpfalz | Trier | Trier-Saarburg | Vulkaneifel | Westerwaldkreis | Worms | Zweibrücken