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Zwettl-Niederösterreich

Zwettl ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Zwettl (Begriffsklärung) aufgeführt.
Zwettl-Niederösterreich
Wappen von Zwettl-Niederösterreich
Zwettl-Niederösterreich (Österreich)
Zwettl-Niederösterreich
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Zwettl
Kfz-Kennzeichen: ZT
Fläche: 256,17 km²
Koordinaten: 48° 36′ N, 15° 10′ O48.603333333315.1688888889520Koordinaten: 48° 36′ 12″ N, 15° 10′ 8″ O
Höhe: 520 m ü. A.
Einwohner: 11.272 (1. Jän. 2011)
Bevölkerungsdichte: 44 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3910
Vorwahl: 02822
Gemeindekennziffer: 3 25 30
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gartenstraße 3
3910 Zwettl
Website: www.zwettl.gv.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Prinz (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(37 Mitglieder)
28 L.ÖVP, 4 SPÖ, 3 L.Grüne, 2 FPÖ
Lage der Stadt Zwettl-Niederösterreich im Bezirk Zwettl
AllentsteigAltmelonArbesbachBad TraunsteinBärnkopfEchsenbachGöpfritz an der WildGrafenschlagGroß GerungsGroßgöttfritzGutenbrunnKirchschlagKottes-PurkLangschlagMartinsbergOttenschlag (Niederösterreich)PöllaRappottensteinSallingbergSchönbach (Niederösterreich)SchwarzenauSchweiggersWaldhausenZwettl-NiederösterreichLage der Gemeinde Zwettl-Niederösterreich im Bezirk Zwettl (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Zwettl-Niederösterreich[1] (meist nur in der Kurzform Zwettl) ist eine Stadtgemeinde mit 11.272 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011) in Niederösterreich in einem Talkessel (bestehend aus Gradnitztal, Sierningtal, Kamptal und Zwettltal) im oberen Kamptal, wo der Fluss Zwettl einmündet. Die Stadt Zwettl selbst bildet den geographischen Mittelpunkt der Gemeinde und gleichzeitig des Waldviertels und liegt auf einer Seehöhe von 520 Metern.

Mit 11.272 Einwohnern[2] und 256 km² zählt die Stadtgemeinde Zwettl heute (nach Wien und Wolfsberg in Kärnten) zu den flächenmäßig größten Stadtgemeinden Österreichs. Die Stadt Zwettl selbst hat 4.003 Einwohner (Stand: Volkszählung 2001).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Hauptstadt des flächengrößten niederösterreichischen Bezirkes liegt im Herzen des Waldviertels und ist somit auch regionales Zentrum.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet gliedert sich in insgesamt 61 Katastralgemeinden.

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten von Zwettl-Niederösterreich: OSM, Google oder Bing

Nachbargemeinden

Die große Ausdehnung bringt es mit sich, dass viele andere Gemeinden an Zwettl angrenzen. Es sind dies

Schweiggers, Kirchberg am Walde Vitis, Echsenbach Allentsteig
Groß Gerungs, Großschönau Nachbargemeinden Pölla, Rastenfeld
Rapottenstein Großgöttfritz Waldhausen

Geschichte

Kreuzganghof im Stift Zwettl

Der Name Zwettl ist slawischen Ursprungs (vgl. tschechisch Světlá, zu tschechisch světlý = licht, hell) und bedeutet soviel wie Lichtung oder Rodung. Bestätigt wird dies durch spätere Urkunden, in welchen das Kloster Zwettl im lateinischen Text Claravallis (= lichtes Tal) genannt wird.[3] Allerdings wurden bisher keine slawischen Hinterlassenschaften aufgefunden, sodass für eine slawische Siedlung außer der Namensdeutung bisher keine Quellen bekannt sind.

Die von den Kuenringern gegründete Stadt wird erstmals im Oktober 1139 in der Gründungsurkunde des nahegelegenen Stiftes Zwettl (Zisterzienserabtei) erwähnt.[4] Seit dem 28. Dezember 1200 gilt Zwettl als Stadt.

1426 und 1427 wurde die Stadt drei Mal erfolglos von den Hussiten belagert, sie zerstörten dabei das drei Kilometer entfernte Stift und die meisten umliegenden Dörfer. Auch im Dreißigjährigen Krieg hatte die Stadt schwer zu leiden, 1618 drangen böhmische Truppen in die Stadt ein, 1645 wurde sie von schwedischen Truppen besetzt.

Im Jahr 1850 konstituierte sich die Ortsgemeinde Zwettl und durch den Zusammenschluss von 13 Gemeinden im Jahr 1971 entstand die Stadtgemeinde Zwettl-Niederösterreich in ihrer heutigen Form.

Im August 2002 führten heftige Regenfälle zu einem verheerenden Hochwasser, das große Schäden anrichtete. Die Aufzeichnungen der über 800-jährigen Stadtgeschichte berichten von keiner vergleichbaren Flutkatastrophe.

Bevölkerung

Die Bevölkerungsentwicklung der Stadtgemeinde Zwettl-Niederösterreich ist in folgender Zeitleiste dargestellt.


Politik

Bürgermeister der Stadtgemeinde Zwettl ist Herbert Prinz (ÖVP). Im Stadtgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2010 bei insgesamt 37 Sitzen folgende Mandatsverteilung: L.ÖVP 28, SPÖ 4, L.GRÜNE 3, FPÖ 2.

Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
71,31 %
(+0,97 %p)
12,31 %
(-4,87 %p)
9,50 %
(+0,38 %p)
6,88 %
(+3,52 %p)
2005

2010



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Wappen

Der gespaltene Wappenschild zeigt vorn die silberne Binde (Balken) auf rotem Feld (österreichischer Bindenschild) und hinten in Blau fünf (2;2;1) goldene Adler (Niederösterreichisches Wappen).

Partnergemeinden

Die Stadt Zwettl pflegt zum Erfahrungsaustausch Städtepartnerschaften. Eine Partnerschaft besteht zur Stadtgemeinde Zistersdorf im Bezirk Gänserndorf. Internationale Partnerstädte sind Plochingen in Deutschland und Jindřichův Hradec in Tschechien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Altes Rathaus
Dreifaltigkeitssäule
Hundertwasserbrunnen

Verkehr und Infrastruktur

Eisenbahnviadukt der Lokalbahn Richtung Martinsberg über den Kamp

Zwettl liegt an der Zwettler Straße B36 von Dobersberg nach Persenbeug und der Böhmerwald Straße B38 von Kollerschlag nach Horn (mit einer Abzweigung nach Krems - Kremser Straße B37), die in nächster Zeit stärker ausgebaut werden sollen, da sie immer stärker frequentiert werden. Außerdem führt eine direkte Straßenverbindung nach Weitra.

Weiters steht der Bau einer Umfahrung in den nächsten Jahren vor der Realisierung.

Die Erschließung der Stadt durch die Eisenbahn ist durch einen 1896 eröffneten Linienteil der Lokalbahn Schwarzenau–Zwettl–Martinsberg mit dem am nördlichen Stadtrand liegenden Bahnhof gewährleistet. Die lokale Bahnstrecke verbindet Zwettl mit Schwarzenau und somit mit der Franz-Josefs-Bahn. 2010 wurde der Personenverkehr nach 114 Jahren eingestellt, Güterverkehr besteht noch. Mit dem Zug benötigte man von Zwettl inkl. Umsteigen in Schwarzenau in die Bundeshauptstadt Wien ungefähr zweieinhalb Stunden, mit dem Auto etwa eine Stunde und vierzig Minuten. Seit der Einstellung der Strecke gehört Zwettl neben Waidhofen an der Thaya, Güssing, Oberpullendorf und Oberwart zu den fünf Bezirkshauptstädten Österreichs ohne Anbindung an den öffentlichen Schienenpersonenverkehr.

Wirtschaft und Industrie

Ansässige Unternehmen

In Zwettl sind kaum Industriebetriebe ansässig, sondern hauptsächlich kleinere und mittelgroße Handels- und Gewerbebetriebe. Am 17. Februar 2000 wurde Zwettl der Beiname „Braustadt“ zuerkannt, um die jahrhundertelange Brautradition in der Stadt zu würdigen; heute gibt es in Zwettl nur noch eine Brauerei, die Privatbrauerei Zwettl mit einem Ausstoß von rund 200.000 Hektolitern (Stand 2008), die auf eine 300-jährige Tradition zurückblicken kann.

Weitere bedeutende Unternehmen vor Ort sind die Firmen Kastner (Groß- und Einzelhandel) und Eigl (Mineralöle und Schmierstoffe).

Innerstädtisches Geschäftsleben

Zwettl besitzt in seinem Zentrum eine intakte innerstädtische Geschäftslandschaft, mit einem guten Branchenmix. Daneben gibt es – wie in den meisten anderen Bezirkshauptorten – ein Fachmarktzentrum auf der grünen Wiese.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Siehe auch

Literatur

  • Hermann Maurer, Die ur- und frühgeschichtlichen Funde des Bezirkes Zwettl, Sallingberger Heimatbuch 1983, S. 19ff.

Referenzen

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt im Gesetz über die Gliederung des Landes Niederösterreich in Gemeinden LGBl.Nr.1030–94 vom 9. Dezember 2011
  2. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahres- und Quartalsanfang
  3. Antonín Bartoněk, Bohuslav Beneš, Wolfgang Müller-Funk und Friedrich Polleroß: Kulturführer Waldviertel, Weinviertel, Südmähren, Wien 1996, S. 401, ISBN 978-3-216-30043-0
  4. Urkunde Nr. 36 in Friedrich Hausmann (Hrsg.): Diplomata 21: Die Urkunden Konrads III. und seines Sohnes Heinrich (Conradi III. et filii eius Heinrici Diplomata). Wien 1969, S. 58–60 (Monumenta Germaniae Historica; Digitalisat)

Weblinks

 Commons: Zwettl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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