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Der Zwiebelfisch ist eine Kolumne des Autors Bastian Sick, die seit Mai 2003 bei Spiegel Online und seit Februar 2005 auch in der monatlichen Kulturbeilage des gedruckten Spiegel-Magazins erscheint.
Inhaltsverzeichnis |
Die Kolumne entstand aus Sicks Tätigkeit als Dokumentar und Korrektor in der Redaktion des Spiegels Online, während der er Memos zu Fehlerquellen an die Redakteure schrieb. Der Name der Kolumne bezieht sich auf den Ausdruck „Zwiebelfisch“ aus der Druckersprache, der einzelne in falschen Schrifttypen gesetzte Buchstaben in einem Text bezeichnet.
Der Zwiebelfisch bestand anfänglich nur aus der eigentlichen Kolumne, die aber bald relativ große Beliebtheit bei vielen Lesern erreichte. So kamen mit der Zeit weitere Rubriken hinzu: Das Zwiebelfisch-Abc mit kurzen Erklärungen zu Begriffen, Leserzuschriften unter anderem mit Fragen an den Zwiebelfisch und die Zwiebelfischchen. Diese stellen eine kommentierte Sammlung von Fotos und Dokumenten zu Sprachkuriositäten des Alltags dar, die regelmäßig von Lesern des Zwiebelfischs beigetragen werden.
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod ist der Titel einer vierteiligen Buchreihe von Bastian Sick, die aus der Sammlung der Zwiebelfisch-Kolumnen entstanden ist. Auf unterhaltsame Weise werden Zweifelsfälle der Grammatik, der Rechtschreibung und der Zeichensetzung sowie unschöne und ungeschickte Ausdrucksweisen der deutschen Sprache behandelt. Dadurch will der Autor der Gedankenlosigkeit und dem Sprachverfall entgegentreten. Es ist auch ein PC-Spiel zum Buch erschienen.
Die Bände führten zeitweise die Buchverkaufslisten an. Vom ersten Band von Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod wurden innerhalb zweier Jahre mehr als 1,5 Millionen Exemplare verkauft.
In einigen Bundesländern werden Artikel aus den Büchern offiziell als Unterrichtsmaterial eingesetzt. Im Saarland wurde, dem Vorwort Sicks vom August 2005 zufolge, Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod in den Kanon der Pflichtbücher für das Abitur aufgenommen.
Je nach Sichtweise wird die Kolumne als sprachkritisch oder als sprachpflegerisch bezeichnet. Sicks Bücher und Kolumnen werden einerseits als unterhaltsam und lehrreich empfunden, andererseits werden sie von Sprachwissenschaftlern wie Peter Eisenberg[1][2][3], Theodor Ickler[4][5], Anatol Stefanowitsch, André Meinunger[6] und Jan Georg Schneider kritisiert und abgelehnt.
Hauptkritikpunkt ist die als dogmatisch und normativ empfundene Herangehensweise Sicks an Sprache und die damit verbundene strikte Einteilung in „richtig“ und „falsch“. Nach Schneider wird beispielsweise die Behauptung Sicks, dass das Wort schrittweise kein Adjektiv, sondern nur ein Adverb sei, nicht dem Sprachwandelprozess gerecht.[7] Sick vernachlässige die diaphasische Variation von Sprache, also die Tatsache, dass Sprecher nicht immer dieselbe Art von Sprache verwenden, sondern diese auch von der Kommunikationssituation abhängig ist. So sehe er in Eigenheiten der Umgangssprache eine Bedrohung für die Strukturen der schriftlichen Standardsprache.[7]
Weiterhin unterliefen Sick nach Ansicht von Kritikern etymologische und philosophische Fehlschlüsse, im Speziellen vermische er diachrone und synchrone Sprachaspekte, was beispielsweise in seiner Behandlung des Begriffs Sinn machen zu sehen sei.[8][7]
Ebenfalls wird kritisiert, dass Sick die Übertreibung als Stilmittel zur Verdeutlichung einsetze und damit das Bild der Sprachrealität verzerre.[9] Darüber hinaus stütze Sick seine Argumente – vor allem gegen wörtlich übersetzte englische Begriffe – häufig nur auf sein Sprachgefühl; allerdings liefere der bloße Hinweis auf ein Sprachwandelphänomen keinen hinreichenden Grund zur Kritik desselben.[7]
Eine etwas anders akzentuierte Kritik übt der Linguist Karsten Rinas[10]. Auch er attestiert Sick diverse sachliche Fehler und nachlässige Argumentationen, doch wendet er sich zugleich gegen die von vielen seiner Kollegen (z.B. von André Meinunger und Stephan Elspaß) propagierte prinzipielle Ablehnung der Sprachpflege und Sprachkritik. Rinas plädiert stattdessen dafür, dem Anliegen der Sprachpflege mehr Verständnis entgegenzubringen und die Argumente ihrer gemäßigten Vertreter (zu denen beispielsweise Dieter E. Zimmer gehört) auch von sprachwissenschaftlicher Seite differenziert zu würdigen.
Die Zwiebelfisch-Kolumnen wurden in sechs Büchern zusammengefasst: